Grundschule: Das sollten Eltern vor der Anmeldung beachten & zur Grundschulbildung bzw. Unterricht der Grundschule wissen

Grundschule-Ratgeber
  • In der Grundschule werden Kinder im Alter von etwa sechs bis elf Jahren unterrichtet. Die Kinder werden automatisch einer Schule des jeweiligen Einzugsgebiets zugeteilt. Eltern können ihre Kinder jedoch auch alternativ in einer freien Grundschule anmelden.
  • In der Grundschule werden grundlegende Kompetenzen vermittelt. Ziel ist die individuelle Förderung jeden Kindes.
  • In privaten Grundschulen steht oftmals die Persönlichkeitsentfaltung des Kindes im Vordergrund. Die Lerninhalte werden an den jeweiligen Entwicklungsstand angepasst.

Kindergartenkinder können es kaum erwarten, in die Schule zu kommen. So lange haben sie darauf gewartet, endlich lesen und schreiben zu lernen. Für Eltern ist die Umstellung von der Kita zur Grundschule jedoch mit einigen Aufgaben verbunden. Wann muss ich mein Kind anmelden und welche Kosten kommen dabei auf mich zu? Welche verschiedenen pädagogischen Konzepte gibt es und wie kann ich mein Kind bestmöglich auf die Schule vorbereiten?

Diese und viele weitere Fragen werden wir umfassend in unserem Ratgeber beantworten. Zunächst einmal klären wir Sie über alle rechtlichen Belange auf. Des Weiteren stellen wir Ihnen verschiedene pädagogische Konzeptionen vor. Wir beraten Sie außerdem, was Sie im Hinblick auf den ersten Schultag und die Vorbereitung darauf beachten sollten.

1. Die Grundschule – der Grundbaustein der Bildung

Unterricht Grundschule

Die Grundschulbildung umfasst die ersten vier oder sechs Schuljahre.

Die Grundschule, welche auch Primarstufe genannt wird, umfasst im Allgemeinen die ersten vier Jahre der Schulbildung. In Berlin und Brandenburg erstreckt sich die Grundschule hingegen über sechs Jahre. In der Einrichtung werden demnach Kinder im Alter von etwa sechs bis elf Jahren unterrichtet. Nach der Grundschulzeit gehen die Kinder in eine weiterführende Schule über.

Die einzelnen Jahrgänge werden dabei in Klassen unterteilt. Jede Klasse besteht aus etwa 20 Kindern und einem Klassenlehrer. Während dieser die meisten Stunden in dieser Klasse unterrichtet, werden einige Fächer von anderen Lehrern übernommen. In manchen Grundschulen findet jahrgangsübergreifender Unterricht statt.

Internationaler Vergleich

Bei der IGLU (Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung) erreichte Deutschland 2011 mit durchschnittlich 541 Punkten den 17. Platz. Damit liegen deutsche Grundschüler mit ihren Ergebnissen im internationalen Vergleich im oberen Drittel.

Da in Deutschland Schulpflicht besteht, müssen alle Kinder eine Schule besuchen. Es entscheidet sich lediglich, ob Kinder auf eine Grundschule oder eine Förderschule gehen. Eine Förderschule richtet sich an Kinder mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung.

Die Schulpflicht beginnt je nach Geburtsdatum entweder mit fünf oder mit sechs Jahren. Der Stichtag ist dabei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Eltern können ihre Kinder im Ausnahmefall auch bereits früher einschulen lassen. Einen Rechtsanspruch auf eine frühzeitige Einschulung haben Eltern hingegen nicht. Oftmals entscheidet ein schulpsychologisches Gutachten, ob das Kind schon weit genug entwickelt ist.

Die Schulpflicht umfasst:

  • Die Schulanmeldungspflicht
  • Die Schulwahl
  • Die Teilnahmepflicht

1.1. Das Recht der Schulwahl

Sobald ein Kind schulpflichtig wird, müssen die Eltern es in einer Grundschule anmelden. Die Anmeldung muss dabei jedoch schon im Vorjahr stattfinden. Die Eltern erhalten diesbezüglich ein Schreiben vom zuständigen Schulverwaltungsamt. Die Anmeldung erfolgt vor Ort und in Begleitung des Kindes. Im Zuge des Anmeldeverfahrens wird zudem der jeweilige Sprachstand des Kindes festgestellt.

Achtung: Wenn Sie Ihr Kind nicht rechtzeitig anmelden, droht ein Bußgeld!

Normalerweise werden Kinder an der Schule des jeweiligen Einzugsgebietes angemeldet. Die Schule wird Ihnen dabei vom Schulverwaltungsamt mitgeteilt. Sie können jedoch auch selbst entscheiden, in welche Grundschule Ihr Kind gehen soll. Dabei müssen Sie aber einige Regeln beachten.

Grundschulbildung

Die Kinder gehen in der Regel an die Schule des Einzugsgebiets.

Die festgelegten Einzugsgebiete gelten nur für staatliche Schulen. Das bedeutet, dass Sie Ihr Kind jederzeit in einer freien Schule anmelden können. Diese freien Schulen, wie beispielsweise die Waldorf- oder Montessori-Grundschule, gibt es jedoch nur an wenigen Standorten, sodass eventuell eine längere Fahrtzeit auf Sie zukommt.

Wenn Sie Ihr Kind an einer anderen staatlichen als der zugewiesenen staatlichen Grundschule anmelden möchten, wird es schon etwas schwieriger. Bei dieser Beantragung müssen Sie triftige Gründe angeben. Diese könnten sein:

  • Ihr Kind benötigt aufgrund Ihrer Arbeitszeiten eine Betreuung in einer Ganztagsschule.
  • Ihr Arbeitsort macht es unmöglich, das Kind in der Schule Ihres Einzugsgebietes unterrichten zu lassen.
  • Die Einzugsschule ist im Hinblick auf die Halbtagsbetreuung nicht zuverlässig, sodass es häufig zu Unterrichtsausfall kommt.

Einzugsschulen haben den Vorteil, dass der Schulweg in der Regel sehr kurz ist. So haben die Kinder nach Schulschluss möglichst viel Freizeit. Außerdem gehen sie mit Kindern zur Schule, die in ihrer Nähe wohnen. Diese kennen sie bereits aus dem Kindergarten oder der Nachbarschaft, sodass die Eingewöhnung in der Regel leichter fällt.

1.2. Fächer in der Grundschule

Lernwerkstatt Grundschule

Kunst in der Grundschule

Das Ziel jeder Grundschule ist es, grundlegende Kompetenzen in den einzelnen Bereichen zu vermitteln. Daher sind Fächer wie Mathe oder Deutsch in der Grundschule unabdingbar. Zunächst lernen die Kinder lesen, schreiben und rechnen. Diese Kulturtechniken werden in der 1. Klasse der Grundschule gelehrt. Darauf aufbauend findet Sachunterricht in der Grundschule statt. So gehört auch das Fach Englisch in der Grundschule zum Lehrplan.

Grundschulkinder lernen in der Grundschule nicht nur theoretische, sondern auch praktische Dinge, die im Alltag Anwendung finden. So spielt auch die Verkehrserziehung in der Grundschule eine wichtige Rolle, da die meisten Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Während die Kinder in der ersten Klasse ein Fußgängerdiplom bekommen, findet in der dritten oder vierten Klasse die Fahrradprüfung statt.

Die wichtigsten Elemente des Lehrplans in der Grundschule sind:

  • Deutsch: Im Deutschunterricht lernen Kinder lesen und schreiben. Sie erlernen Regeln der Rechtschreibung und Grammatik der deustchen Sprache.
  • Mathematik: Mathe in der Grundschule bezieht sich zunächst auf die Grundrechenarten im Zahlenraum von 1 bis 1.000.000. Hinzu kommen erste Einblicke in den Bereich der Geometrie.
  • Sachunterricht: Die meisten Experimente in der Grundschule finden im Sachunterricht statt. Hier lernen die Kinder Grundwissen über chemische und physikalische Zusammenhänge.
  • Religion: Religion in der Grundschule ist sehr wichtig, da die Schüler dort Einblick in die verschiedenen Glaubensrichtungen bekommen.
  • Musik und Kunst: Im Kunst- und Musikunterricht können Grundschulkinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen. So ist in manchen Grundschulen auch Werken ein Unterrichtsfach.
  • Sport: Im Sportunterricht werden körperliche und soziale Fähigkeiten weiterentwickelt.

Fächerübergreifend ist es zudem wichtig, dass die Kinder das Lernen lernen. Das soll ihnen vor allem einen reibungslosen Übergang in die weiterführende Schule ermöglichen. Neben den individuellen Lernprogrammen einer Grundschule steht die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes im Vordergrund.

2. Vorbereitung auf den ersten Schultag

Informationen für die Grundschule

Bereiten Sie Ihr Kind auf die Praxis in der Grundschule vor!

Bevor die Kindergartenkinder in die Grundschule kommen, findet oftmals ein gemeinsamer Besuch in der entsprechenden Schule statt. An diesem Tag können sie zusammen mit den anderen Kindern erleben, wie ein normaler Schultag abläuft. Im letzten Kindergartenjahr werden die Kinder zudem im Rahmen eines Vorschuljahres auf die Schule vorbereitet. Diese Vorbereitung kann auch in einer separaten Vorschule erfolgen.

Aber nicht nur im Kindergarten können die Kinder auf den Übergang in die Grundschule vorbereitet werden. Auch Eltern können verschiedene Maßnahmen treffen, um den Start in den Schulalltag zu erleichtern. Wichtig ist es, dass Sie dabei mit der Kita und der Schule zusammenarbeiten.

Bevor Ihr Kind in die Schule kommt, können Sie bereits einige Vorkehrungen treffen. Sie können beispielsweise mit Ihrem Kind vorab den Schulweg üben. Aber auch in Bezug auf das Lernen können Sie mit Ihrem Kind schon einiges üben:

  • bis 20 zählen
  • den eigenen Namen schreiben
  • Adresse, Telefonnummer und Geburtstag auswendig lernen
  • selbstständiges An- und Ausziehen, Schuhe binden
  • Ordnung halten
  • deutliches Sprechen lernen

Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihr Kind sich auf die Schule freut. In die Schule gehen zu müssen, sollte unter keinen Umständen als Drohung benutzt werden. Nutzen Sie die Offenheit und Neugier Ihres Kindes dafür, Vorfreude für die Grundschule zu entwickeln. Locken Sie Ihr Kind beispielsweise damit, dass es in der Grundschule lesen lernt. Auch die Erwähnung, dass es Englischunterricht in der Grundschule gibt, lässt bei den Kleinen Freude aufkommen.

Tipp: Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Schule etwas Schönes ist und Lernen Spaß macht!

Für die Schule müssen die Kinder außerdem lernen, sich zu konzentrieren und zuzuhören. Sie müssen aufmerksam zuhören, wenn der Lehrer etwas erzählt und dabei, wenn möglich, still auf ihrem Platz sitzen bleiben. Das können Sie Ihrem Kind mit ein paar einfachen Übungen zu Hause beibringen. Lesen Sie beispielsweise eine Geschichte vor, ohne dass Ihr Kind dazwischenruft.

3. Die pädagogische Konzeption einer Grundschule

Lernprogramme Grundschule

Bei privaten Grundschulen steht zumeist die freie Entfaltung der Persönlichkeit im Vordergrund.

Der Unterricht in der Grundschule zielt nicht nur darauf ab, den Kindern lesen, schreiben und rechnen beizubringen. Vielmehr ist es auch die Aufgabe einer Schule, die Persönlichkeit der Kinder zu prägen. Neben staatlichen Schulen gibt es einige freie, private Schulen, die eine besondere pädagogische Konzeption verfolgen. Durch verschiedene Erziehungstechniken können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Die Zahl der privaten Grundschulen wächst vor allem seit den schlechten PISA-Ergebnissen stetig an.

Im Folgenden möchten wir Ihnen zwei verschiedene pädagogische Konzepte aufzeigen, die in Deutschland sehr gängig sind. Die sogenannten „Alternativschulen“ zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie sich stärker an den Bedürfnissen der Kinder orientieren.

Pädagogische Konzeption Beschreibung
Montessori anschaulicher Unterricht; Schüler dürfen Stundenplan mitgestalten; Freude am Lernen steht im Vordergrund; jedes Kind soll sich individuell entfalten können; Unterricht beinhaltet viel Freiarbeit; die Lernentwicklung wird in Berichten festgehalten; erst am Ende des vierten Schuljahres gibt es Noten; die verschiedenen Jahrgänge lernen von- und miteinander; die Montessori-Schule kann bis zum 10. Schuljahr besucht werden
Waldorf Lehrinhalte richten sich nach individueller Entwicklungsphase; statt Noten gibt es individuelle Beurteilungen; Kinder können nicht sitzenbleiben; Motto: Lernen mit Kopf, Herz und Hand; Einteilung in Haupt- und Fachunterricht; der Hauptunterricht findet in Form von Epochenunterricht statt; die Waldorf-Schule kann bis zum 12. Schuljahr besucht werden

Ob Sie Ihr Kind auf eine staatliche oder private Grundschule schicken, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Informieren Sie sich am besten vorab bei den verschiedenen Grundschulen über das praktizierte Schulsystem und die pädagogische Ausrichtung.

4. FAQ – wichtige Fragen und Antworten

Ist eine Grundschule mit Kosten verbunden

In einer staatlichen Einrichtung fallen keine Elternbeiträge an. Für private Grundschulen müssen Sie jedoch stets Schulgeld zahlen. Die Höhe des Elternbeitrags hängt dabei von der Einrichtung und dem Einkommen der Eltern ab. Die Kosten können zwischen 100 und 800 Euro pro Monat betragen.

Was benötigt mein Kind für den ersten Schultag?

Das Wichtigste ist natürlich der Schulranzen. Dieser sollte eine gute Ausstattung und ein Gütesiegel aufweisen. In den Schulranzen gehören Hefte, Mappen, Schreibwerkzeug, Schulbücher, eine Brotdose und eine Trinkflasche. Der Klassenlehrer verteilt zudem in der Regel eine Liste, auf der Sie die benötigten Materialen finden. In Deutschland ist es außerdem Tradition, eine Schultüte mitzubringen.

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