Einschulungsuntersuchung: Der letzte Schritt vor dem Schulbeginn

Einschulungsuntersuchung
  • In einer Einschulungsuntersuchung soll festgestellt werden, ob Kinder mit den Anforderungen in der Grundschule voraussichtlich zurechtkommen werden.
  • Der Einschulungstest beinhaltet sowohl eine körperliche als auch eine geistige Untersuchung.
  • Wann die Einschulungsuntersuchung stattfindet, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Je nach Stichtag sind Kinder zum Schulanfang 5 oder 6 Jahre alt.

Bevor Kinder vom Kindergarten in die Grundschule wechseln, steht eine Einschulungsuntersuchung an. In dieser wird der Entwicklungsstand eines Kindes mit dem Durchschnitt verglichen und es kommt zu einer Empfehlung hinsichtlich der Schulfähigkeit.

In unserem Artikel erfahren Sie, was Sie bei der Schuleingangsuntersuchung mitbringen müssen und wie der Test abläuft.

1. Die Einschulungsuntersuchung auf einen Blick

In den verschiedenen Bundesländern gelten unterschiedliche Stichtagsregelungen. Diese bewegen sich zwischen dem 30. Juni und dem 30. September des Jahres, in welchem ein Kind sechs Jahre alt wird.

Zeitleiste mit Jahreszahlen und einer Pinnwandnadel auf dem Jahr 2019

Alle Eltern erhalten eine Einladung zur Schuleingangsuntersuchung.

Damit der aktuelle Entwicklungsstand beurteilt werden kann, findet die Einschulungsuntersuchung möglichst zeitnah statt. Wann dies jedoch genau erfolgt, hängt von der Auslastung des jeweiligen Gesundheitsamtes ab.
Aufgrund der in Deutschland bestehenden Schulpflicht werden alle Eltern automatisch zur Schuleingangsuntersuchung für ihr Kind aufgefordert.

In der Untersuchung beurteilt ein Arzt, ob die Gesundheit sowie die individuellen Fähigkeiten ausreichen, um die Schule besuchen zu können. Nach der etwa 30 bis 45 Minuten dauernden Einschulungsuntersuchung spricht der jeweilige Arzt eine Empfehlung aus, ob der Besuch einer Regelschule sinnvoll ist.

Neuerdings bieten einige Bundesländer, wie beispielsweise Baden-Württemberg, eine zweistufige Einschulungsuntersuchung an, deren erster Teil bereits ein Jahr vor der geplanten Einschulung stattfindet. Das Ziel dieses Verfahrens liegt darin, möglichst frühzeitig auf entsprechende Entwicklungsdefizite eingehen zu können und diesen mit gezielter Förderung entgegenzuwirken.

Einen kurzen Überblick über die Anforderung einer Einschulungsuntersuchung finden Sie in diesem YouTube-Video:

2. Das müssen Sie zur Einschulungsuntersuchung mitbringen

Vorsorgeheft

Denken Sie an Ihr Vorsorgeheft.

Damit die Durchführung relativ rasch ablaufen kann, sollten Sie folgende Unterlagen zur Anmeldung mitbringen:

  • den ausgefüllten Elternfragebogen, der der Einladung zur Schuleingangsuntersuchung beiliegt
  • das Vorsorgeheft über durchgeführte Untersuchungen
  • eine Auflistung von gesundheitlichen Problemen (Allergien etc.), sofern diese bestehen
  • den Impfausweis Ihres Kindes

Seit Jahren gibt es in Deutschland Diskussionen über die mögliche Wiedereinführung einer allgemeinen Impfpflicht. Bislang besteht diese jedoch nicht. Die rechtliche Möglichkeit ist allerdings durch § 20 Abs. 5 und 6 IfSG (Infektionsschutzgesetz) jederzeit gegeben.

3. Die körperlichen Aufgaben des Tests

Das Verfahren der Einschulungsuntersuchung läuft stets relativ ähnlich ab. Zunächst geht es um die grundlegenden körperlichen Voraussetzungen.
Die Größe und das Gewicht eines Kindes sollten altersentsprechend sein. Zusätzlich erfolgt eine Untersuchung der Hör- sowie Sehfähigkeit.
So lässt sich dadurch bedingten Entwicklungsproblemen vorbeugen.

Untersuchung eines Kindes

Jedes Kind wird zunächst körperlich untersucht.

Im Anschluss erfolgt ein Test der Motorik. Im Rahmen der grobmotorischen Fähigkeiten sollten Kinder beispielsweise in der Lage sein,

  • rückwärts zu laufen,
  • von einem Stuhl zu springen,
  • von einem Bein aufs andere hüpfen zu können,
  • das Gleichgewicht auf einem Bein zu halten,
  • über einen Balken zu balancieren,
  • Bälle zu werfen und zu fangen

Diese Aufgaben bereiten kaum einem Kind größere Schwierigkeiten. Gehen Sie also gelassen und die Untersuchung heran.

Ergänzend zur Grob- sollte auch die Feinmotorik stimmen. Für angehende Schulkinder sollte es daher kein Problem darstellen, einen Stift zu halten oder mit der Schere zu schneiden.

4. Die geistigen Anforderungen an angehende Schulkinder

Kind zeichnet unter Beobachtung

Linien zu zeichnen bildet die Basis, um Schreiben zu lernen.

Damit Kindern der Schulanfang leicht fällt und es nicht zu Lernschwierigkeiten kommt, bekommen Kinder in der Einschulungsuntersuchung einige Aufgaben, anhand derer sich die geistige Reife feststellen lässt.
Eine sichere und verständliche Sprache, ein grundlegendes Verständnis für Mengen sowie die logische Zuordnung von Gegenständen erleichtern den Schulstart.

Hier wird meist auf HASE zurückgegriffen, das Heidelberger Auditives Screening in der Einschulungsuntersuchung. Da jedes Schulgesetz jedoch anders ausgestaltet ist, fallen die Tests von Region zu Region etwas anders aus.
Es finden u.a. kurze Nachsprechübungen statt, um einen möglichen Förderbedarf festzustellen.

Darüber hinaus gilt es jedoch vor allem, konzentriert einer Aufgabe nachgehen zu können. Es finden daher kurze Tests zur Aufmerksamkeit statt.

Tipp: Sind Sie der Meinung, dass Ihr Kind bereits sehr weit für sein Alter ist, können Sie auch eine vorzeitige Einschulung beantragen.

5. Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung besprechen

Ergebnisse mit einem Arzt besprechen

Nach dem Test erfolgt eine kurze Besprechung der Ergebnisse.

Im Anschluss an den Einstellungstest wertet der jeweilige Arzt die Daten aus und gibt eine entsprechende Empfehlung hinsichtlich der Schulfähigkeit ab.

Dabei spielt das Gesamtverhalten Ihres Kindes eine deutlich größere Rolle, als das Abschneiden in den jeweiligen Tests.

Insbesondere, wenn möglicher Förderbedarf besteht oder Probleme erkannt werden, sollten Sie nicht zögern, Fragen zu stellen und sich über Möglichkeiten der Förderung informieren.
Je nach Situation kann auch ein weiterer Termin zur Beratung stattfinden oder aber es erfolgt ein Folgetermin, sofern einzelne Ergebnisse noch genauer untersucht werden müssen.

Generell informiert der zuständige Arzt lediglich die Eltern über die Untersuchungsergebnisse. Eine Weitergabe der Ergebnisse an Erzieher im Kindergarten, die Lehrer in der Schule oder aber den betreuenden Kinderarzt erfolgt nur, sofern die Eltern zustimmen.

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