Lerntypen – So fällt das Lernen leichter

Lerntypen
  • Nach Frederic Vester findet eine klassische Einteilung in vier unterschiedliche Lerntypen statt.
  • Alle Menschen nehmen Informationen anders wahr und sind, je nach Veranlagung, teils besser und teils schlechter in der Lage, diese zu speichern.
  • Mit einem Test lässt sich herausfinden, in welchem Bereich des Lernens ein jeder Vor- oder Nachteile hat.

Lernen ist für Kinder ein wichtiger Bestandteil des Lebens, auch Erwachsene müssen ständig neues Wissen speichern. Aber wie gelingt dies eigentlich am besten?

Welche unterschiedlichen Lerntypen gibt es? Und hilft die Einteilung in Lerntypen dabei, den Lernstoff zukünftig besser zu behalten?

In unserem Artikel beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Lerntypen, zeigen, was diese ausmacht und wie Sie von diesen Erkenntnissen profitieren können.

1. Die Definition der Lerntypen

Zur heutigen Definition von Lerntypen greift man meist auf Frederic Vester zurück. Der 1925 geborene Systemforscher und Universitätsprofessor teilte alle Menschen in vier verschiedene Lerntypen auf.

Grafik zu verschiedenen Lerntypen

Viele Menschen lassen sich nicht genau einem Lerntyp zuordnen.

Die Gliederung sieht wie folgt aus:

  • auditiv (aufs Hören bezogen)
  • visuell (auf Sehen fixiert)
  • kommunikativ (auf andere Menschen abgestimmt)
  • haptisch (aufs Fühlen und Tasten bezogen)

Um herausfinden zu können, wie stark die Ausprägung in dem jeweiligen Bereich ist, entwickelte er einen Test.
Viele heutige Tests, wie dieser, beruhen auf dessen Grundlagen und sollen es Ihnen ermöglichen, zu analysieren, wie sich der Lernprozess möglichst optimal gestalten lässt. Teils gibt es größere oder kleinere Abweichungen des Ursprungs. Jedoch hat die Theorie bis heute weitestgehend Bestand.

Eine leichte Abwandlung der Einteilung in diese vier Lerntypen sehen Sie noch einmal in diesem YouTube-Video:

2. Moderne Lerntypen – eine Erweiterung der klassischen Definition

In der heutigen Zeit haben sich aus den vier Lerntypen viele weitere entwickelt. Es gibt teils eine starke Mischung unterschiedlicher Zweige. Die Psychologie sowie die Pädagogik versuchen, entsprechende Lerntechniken zu entwickeln, die den jeweiligen Lerntypen angepasst sind.

Dabei gibt es eine umfassende Diskussion darüber, inwieweit die Methode tatsächlich an den jeweiligen Lerntyp angepasst sein muss.

In den folgenden Absätzen stellen wir Ihnen eine Übersicht über gängige Lerntypen vor und erklären kurz, was es mit diesen auf sich hat.

Tipp: Bitte beachten Sie, dass sich längst nicht jedes Kind und jeder Erwachsene lediglich einem speziellen Typ zuordnen lassen. Die meisten Menschen sind in der Lage, auf verschiedene Arten zu lernen.

2.1. Auditive Lerntypen – durchs Hören verstehen

Mädchen hört Musik beim Arbeiten

Es spricht nichts gegen Musik beim Lernen, jedoch sollte diese nicht ablenken.

Kinder, die eher auditiv veranlagt sind, verfügen über eine rasche Auffassungsgabe. Es fällt ihnen leicht, Hörspielen zu folgen oder dem Lehrer im Unterricht sowie dem Professor bei seiner Vorlesung konzentriert zuzuhören.
Leicht feststellen lässt sich dies, wenn Kinder in der Lage sind, den Inhalt von gehörten Geschichten schnell wiederzugeben.

Wer auf diese Weise lernen kann, hat im Laufe seines Lebens relativ viele Vorteile, da das Hören einen großen Teil der Wissensvermittlung ausmacht.

Klassischer Frontalunterricht bereitet diesen Lerntypen nur wenige Schwierigkeiten. Um den Bereich des auditiven Lernens zu nutzen, sollten Kinder Texte beim Lernen zu Hause möglichst laut lesen.

2.2. Visuelle Lerntypen – Lernen durch Sehen

Kind schreibt

Kinder, die visuell begabt sind, sollten im Unterricht mitschreiben.

All jene, die besonders gut auf visuelle Reize ansprechen, können sich Inhalte besonders gut merken, wenn diese aufgeschrieben vor ihnen liegen. Grafiken oder Bilder sowie Diagramme helfen ihnen dabei, aufmerksam zu sein und die Übersicht zu behalten.

Visuelle Lerntypen können sehr gut das Internet nutzen oder durch Filme lernen. Beim sturen Zuhören sinkt hingegen häufig die Konzentration, sodass sich das Lernen eher ineffektiv gestaltet.

Besonders wichtig ist es daher, im Unterricht Gehörtes mitzuschreiben. Auch wenn das Zuhören an sich etwas schwerer ist, helfen die eigenen Notizen später dabei, die Informationen abzuspeichern.
Das Schreiben oder auch Zeichnen von eigenen Skizzen macht einen wichtigsten Bestandteil des Lernens aus.

2.3. Der motorische, haptische und kinästhetische Lerntyp

Kind mit Schleim in den Händen

Haptischen Lerntypen fällt es leichter, Dinge auszuprobieren.

Hier lautet die Devise ganz klar, es selbst zu machen. Bloßes Zuhören oder Anschauen reicht Kindern mit einer motorischen Begabung nicht aus. Erst das eigenständige Durchführen bringt den gewünschten Erfolg mit sich.

Besonders wichtig ist es für Kinder dieses Lerntyps, Zusammenhänge herzustellen. Bloßes Auswendiglernen bereitet vielen Menschen große Schwierigkeiten.
Haben sie jedoch erst einmal die Logik dahinter verstanden, können sie dieses Wissen meist sehr gut anwenden.

Ähnlich verhält es sich mit kinästhetischen Lerntypen, die alles Gelernte am besten auf eine konkrete Situation anwenden, um es zu begreifen. Aktives Erklären hilft dabei zum Beispiel gut.

Leider fällt es Kindern in diesem Bereich vergleichsweise schwer, sich in der Schule zu fokussieren. Häufig sinkt die Motivation, da keine Bewegung während des Lernens gestattet ist und die praktische Ausführung nur selten im Fokus steht.

Tipp: Sorgen Sie für möglichst viel Bewegung im Alltag, sodass das Stillsitzen weniger problematisch ist.
Wichtig sind außerdem häufige Lernpausen, bei denen sich Kinder dieses Lerntyps bewegen können.

2.4. Kommunikative Lerntypen sind Lehrers Liebling

Gruppenarbeit

Der kommunikative Typ fühlt sich in Gruppen gut aufgehoben.

Wer kommunikativ veranlagt ist, diskutiert gerne mit anderen und bringt sich immer aktiv in den Unterricht ein. Aus diesem Grund sind Lerngruppen die perfekte Möglichkeit, um tatsächlich etwas dazuzulernen.

Offene Gespräche sowie eine aktive Kommunikation zu Hause sind der Schlüssel, um Kinder zum Lernen zu motivieren. Kommunikative Lerntypen sind jedoch auch in der Lage, gut zuzuhören und daher meist zusätzlich auditiv veranlagt.

3. Generelle Lerntipps, um Erfolg zu haben

Bei der Übersicht der verschiedenen Lerntypen, die im Übrigen keineswegs abschließend ist, werden Sie vielleicht festgestellt haben, dass Sie oder Ihr Kind sich in mehr als nur einem Bereich angesprochen fühlen.

Tipps aus Holzbuchstaben

Passen Sie die Methode an, wenn Sie nicht zu Ihnen passt.

Dies ist keineswegs unnormal, sondern vielmehr die Regel. Zwar gelten gewisse Grundsätze für bestimmte Lerntypen. Dennoch muss letztlich jeder für sich selbst herausfinden, welche Methode sich besonders gut eignet und wie sich diese in der Praxis umsetzen lässt.

Versuchen Sie daher

  • offen für unterschiedliche Ideen zu sein
  • sich nicht ablenken zu lassen
  • kontinuierlich zu lernen, anstatt sehr viel auf einmal zu lernen
  • sich die Zeit clever einzuteilen
  • regelmäßig Pausen zu machen, um die Erkenntnisse zu verarbeiten

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