Belohnungssystem in der Grundschule: Ideen für die Motivationssteigerung von Schülern

belohnungssystem in der grundschule
Warum funktioniert ein Belohnungssystem bei Schülern in der Grundschule?

Jedes Kind legt viel Wert darauf, akzeptiert und bewundert zu werden. Lob ist etwas, mit dem fast jeder Mensch beeinflussbar wird. Besonders deutlich zeigt sich dies bei kleineren Kindern.

Welche Tipps gibt es für ein Belohnungssystem in der Klasse?

Ganz wichtig ist es, darauf zu achten, dass Belohnungen nicht das gesamte Verhalten beeinflussen. Aus diesem Grund sollten Sie Belohnungen sparsam einsetzen. Weitere Tipps finden Sie an dieser Stelle.

Gibt es auch Kritik an einem Belohnungssystem für Kinder?

Ermunterung und die Bestärkung darin, etwas richtig zu machen, sind wichtig und gut. Dennoch besteht die große Gefahr, dass Kinder ein bestimmtes Verhalten lediglich zeigen, um eine Belohnung zu erhalten und nicht verstehen, warum sie sich so und nicht anders verhalten sollten.

Oftmals gibt es in der Grundschule ein Belohnungssystem, um Kinder im Unterricht zu motivieren, sich ruhig und angemessen zu verhalten.

Ein solches System, bei dem Punkte Smileys, Murmeln oder Sterne gesammelt werden, stößt jedoch nicht nur auf Lob, sondern auf Kritik.

In unserem Artikel stellen wir Ihnen daher nicht nur Ideen für ein mögliches Belohnungssystem in der Grundschule vor, sondern hinterfragen auch, inwieweit ein solches System sinnvoll ist.

1. Belohnen statt Bestrafen – ein grundsätzlich guter Ansatz

belohnungssystem fuer kinder in der grundschule oder zu hause

Kinder können sich an einem Belohnungssystem orientieren.

In früheren Zeiten ging es in der Schule etwas strenger zu. Wurden bestimmte Aufgaben nicht wie gewünscht erledigt, erfolgte eine unmittelbare Strafe.
Diesem System haben Pädagogen seit langer Zeit den Rücken gekehrt.

Stattdessen wird in der Grundschule vielfach auf ein Belohnungssystem gesetzt. Durch bestimmte Verhaltensweisen haben die Schüler der Klasse die Möglichkeit, Sterne oder sonstige Belohnungen zu sammeln.

Üblicherweise gibt es Belohnungen für folgende Verhaltensweisen:

  • Sich während des Unterrichts ruhig verhalten
  • Fleißig mitarbeiten
  • In Gruppenarbeiten das beste Ergebnis abliefern
  • Eine Zusatzaufgabe erledigen
  • Sich besonders freundlich verhalten
  • Anderen Kinder helfen

Durch Belohnungen lernen Kinder, dass sie ein bestimmtes Verhalten zeigen müssen, um das jeweilige Ziel (die Belohnung) zu erreichen.
Kinder, die auf diese Art lernen, werden durch extrinsische Faktoren beeinflusst. Sie erledigen eine bestimmte Aufgabe beispielsweise nicht, weil es ihnen Spaß macht, sondern weil sie dafür ein Bonbon oder eine andere Art der Belohnung erhalten.

Demgegenüber zeichnet sich die intrinsische Motivation dadurch aus, dass Schüler ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen, weil sie darin einen Selbstzweck sehen.

Lernen Kinder nur aufgrund der Erwartungshaltung, eine Belohnung zu bekommen, hat der eigentlich sinnvolle Ansatz des Belohnungssystems in der Grundschule versagt.
Das Ziel muss also darin liegen, Kindern Anreize zu schaffen, diese jedoch nicht so zu setzen, dass der eigentliche verfolgte Zweck abhandenkommt.

Tipp: Es spricht nichts gegen ein Belohnungssystem in der Grundschule. Dieses sollte jedoch genau angepasst sein, um nicht in die falsche Richtung zu führen.

2. Ideen für ein Belohnungssystem in der Grundschule

Die Ampel:

Ein weniger typisches Belohnungssystem in der Grundschule ist die Arbeit mit einer Ampel. Jeder Name eines Kindes der Klasse landet für schlechtes Benehmen zunächst auf dem gelben, anschließend sogar auf dem roten Ampelfeld. Gute Mitarbeit wird hingegen mit dem eigenen Namen auf dem grünen Ampelfeld belohnt. Dieses für alle Kinder offensichtliche System birgt allerdings Risiken, wenn immer wieder die gleichen Namen auf dem gelben oder roten Feld stehen. Nähere Informationen zum Ampelsystem finden Sie auf der Website der Uni Kassel.

Im Prinzip ähneln sich die meisten Ideen für ein Belohnungssystem in der Grundschule sehr stark. In aller Regel erhalten die Kinder der Klasse für ihr vorbildliches Verhalten Murmeln, Sticker oder Smileys.

Diese lassen sich nach einer festgelegten Anzahl in Belohnungen umtauschen. Bei manchen Lehrern sind dies Bonbons oder Gummibärchen, während andere Lehrer auf Malblöcke oder die Möglichkeit setzen, ein Spiel für die Klasse aussuchen zu dürfen.

Damit das Belohnungssystem in der Grundschule erfolgreich ist, achten Sie beim Erstellen auf die folgenden Tipps:

  • Nutzen Sie ein einheitliches System für die gesamte Klasse, welches sich leicht überblicken lässt (s.u.).
  • Setzen Sie Ihre Belohnungen moderat ein. Nicht jedes Verhalten ist es Wert, besonders gewürdigt zu werden.
  • Möchten Sie ein Belohnungssystem einführen, beginnen Sie am besten ab der Klasse 1. Im Zweifel sind die Kinder in dieser Zeit noch am unruhigsten.
  • Achten Sie darauf, nach einer bestimmten Phase eine Belohnung folgen zu lassen. Mehr als 10 oder 15 Punkte sind nicht zu empfehlen, bevor diese eingetauscht werden können.
  • Belohnungen können nicht nur einzelne Schüler betreffen, sondern eine ganze Gruppe.
  • Als Leiter oder Leiterin des Belohnungssystems obliegt Ihnen die Verantwortung. Diskutieren Sie daher nicht, ob nicht doch ein Smiley oder eine Murmel gerechtfertigt wäre.
  • Setzen Sie für Belohnungen besonders auf soziale Aspekte (gegenseitige Hilfe, freundliches Verhalten, freiwilliges Engagement etc.).

Ein recht gut funktionierendes Belohnungssystem in der Grundschule besteht darin, verschiedenfarbige Reagenzgläser mit Murmeln zu füllen.
Jedes Kind, dessen Reagenzglas komplett voll ist, kann sich über eine Belohnung freuen.

Besonders gut bietet sich als Belohnung eine Aktivität an, die zwar ein Kind bestimmt, von der jedoch alle Kinder der Klasse profitieren.
Dies kann beispielsweise ein zum Abschluss der Woche stattfindendes Spiel sein.

3. Typische Fehler – so wird das Belohnungssystem ineffektiv

Damit ein Belohnungssystem in der Grundschule nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis erfolgreich ist, ist es wichtig, typische Fehlerquellen von Vornherein auszuschließen.

In der folgenden Liste finden Sie klassische Fehler, die in vielen Klassen vorkommen:

sticker in sternform

Zu viele Sticker lassen den Reiz entfallen.

  • Eine zu starke Ausrichtung auf Belohnungen führt dazu, dass Kinder lediglich aufgrund des Belohnungssystems mitarbeiten. Versuchen Sie daher, Belohnungen nicht permanent einzusetzen.
  • Verhaltensweisen, die Ihnen im Unterricht wichtig sind und welche jeden Tag gefordert werden, sollten keinen Einfluss auf das Belohnungssystem haben.
  • Vermeiden Sie Gutscheine, die Kinder von den Hausaufgaben befreien. Mit solch einer Belohnung erreichen Sie lediglich, dass Hausaufgaben grundsätzlich negativ eingestuft werden. Zudem nehmen Sie Ihren Schülern die Möglichkeit, sich durch die Hausaufgaben zu verbessern.
  • Lassen Sie nicht zu, dass aus dem Belohnungssystem in der Grundschule ein Wettbewerb wird. Ansonsten besteht die große Gefahr, dass sich einige Kinder diesem Anreiz gänzlich verschließen.
  • Sie haben zwar die Möglichkeit, besondere Leistungen hervorzuheben. Gute Hausaufgaben oder ein exzellentes Diktat sind jedoch Dinge, die sich bereits durch die Zeugnis- bzw. Notenvergabe wiederspiegeln.
  • Auch schwächere Schüler brauchen Belohnungen, die erreichbar sind. Achten Sie also auf eine gewisse Ausgeglichenheit innerhalb der Klasssengemeinschaft.

Eine Kritik am gegenwärtig vielerorts eingesetzten Belohnungssystem in der Grundschule sehen Sie in diesem YouTube-Video:

Tipp: Anstelle von Murmeln oder Smileys im Belohnungssystem können Sie auch auf freundliche Worte sowie ein schlichtes „Gut gemacht!“ unter den Hausaufgaben setzen. Bei einigen Kindern erreichen Sie auf diese Weise deutlich mehr.

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