Schule früher und heute: Ein Vergleich der Unterrichtseinheiten

kinder heben arme im unterricht
Wie unterscheidet sich die Schule früher und heute?

Es gibt zahlreiche Facetten, die sich verändert haben. Besonders auffällig sind die Einbindung modernen Medien, die verringerte Klassengröße sowie vermehrte Einbindung der Schüler in die Gestaltung des Unterrichts.

Seit wann gibt es Schulen?

Aufgrund archäologischer Funde geht man davon aus, dass es schulähnlichen Unterricht bereits im 3. oder 4. Jahrtausend vor Christus gab.

Gab es früher die gleichen Fächer wie heute

Einige Fächer, wie Deutsch, Mathematik und Sachunterricht haben bereits eine lange Geschichte. Kinder mussten allerdings auf viele heute mögliche Angebote verzichten.

Die Schule ist ein moderner Ort und dem stetigen Wandel unterworfen. Aber wie sieht es eigentlich aus mit einem Vergleich zwischen der Schule früher und heute? Gibt es Dinge die besser waren oder haben die modernen Medien alles einfacher gemacht?

In unserem Artikel beschäftigen wir uns ein wenig mit der Vergangenheit und ziehen einen Vergleich zwischen der Schule früher und heute.

1. Die Schule hat eine lange Tradition

ein sonnenuntergang ueber der akropolis in athen

Griechenland kann auf bis heute berühmte Lehrer wie Sokrates oder Platon zurückblicken.

Lesen, Schreiben und Rechnen zählen zu den grundlegenden Dingen, die Kinder bereits in der ersten Klasse der Grundschule lernen. Dies ist jedoch nicht erst seit gestern so, sondern bereits seit Jahrtausenden.
Auch wenn die Aufzeichnungen aus der Vergangenheit nicht immer ganz eindeutig sind, so deuten viele archäologische Funde darauf hin, dass die ersten Schulen bereits im vierten Jahrtausend vor Christus bestanden.

Meist waren Schulen allerdings der Oberschicht vorbehalten und dem einfachen Volk nicht zugänglich.
Besonders im Mittelalter kam es dazu, dass immer mehr Klosterschulen entstanden, sodass der Bildungsbereich überwiegend in geistlicher Hand war.

Das moderne Schulsystem, von dem auch ärmere Schichten profitierten, ist vergleichsweise jung und wurde zunächst eher abgelehnt. Schließlich fehlten Kinder als Arbeitskräfte auf dem Feld und bei Hausarbeiten, wenn sie die Schule besuchten.

Die allgemeine Schulpflicht besteht erst seit 100 Jahren. Sie wurde 1919 in die Weimarer Reichverfassung aufgenommen, sodass es nach und nach zu einer flächendeckenden Bildung aller Menschen kam.

Im Gegensatz zur heutigen Zeit besuchten Kinder die Volksschule in aller Regel für acht Jahre.

2. Unterschiede der Schule früher und heute – mehr Schüler und weniger Freiheit

eine grosse klasse in der schule von frueher

Große Klassen waren in früheren Zeiten keine Seltenheit.

Wer Anfang des 20. Jahrhunderts in die Schule ging, hatte längst nicht den Stellenwert, den ein Schüler heute bekommt. Große Klassen von 40, 50 oder teilweise sogar 60 Schülern waren keine Seltenheit.
Heutzutage sieht es so aus, dass die Klassen in aller Regel 20 bis 25 und nur in Ausnahmefällen 30 Schüler umfassen.

Ganz automatisch bieten sich bei der deutlich verringerten Klassengröße wesentlich mehr Möglichkeiten, um eine Unterrichtseinheit zu gestalten. Ein Vergleich mit dem Unterricht vor 100 Jahren zeigt, dass Lehrer lediglich frontal unterrichteten und kein Platz dafür blieb, Kindern individuell zu helfen.

Zudem wurden Jungen und Mädchen häufig getrennt unterrichtet. Je nachdem, in welchem Ort sich die Schule befand, gab es jedoch jahrgangsübergreifenden Unterricht, da schlichtweg zu wenige Lehrer zur Verfügung standen.

Die Unterschiede, die die Schule vor 100 Jahren auszeichnete, sehen Sie kurz zusammengefasst in diesem YouTube- Video:

2.1. Strenge Regeln und starre Umgangsformen

Kinder bekommen heute in der Grundschule oftmals sehr viel Zeit, sich zu beruhigen. Betrat der Lehrer in der vergangenen Zeit ein Klassenzimmer, so herrschte augenblicklich Ruhe.
Der Lehrer wurde begrüßt und der Unterricht konnte beginnen.

Hielt sich ein Kind nicht an den vorgegebenen Ablauf, drohten drastische Strafen. Auch wenn sicherlich niemand mehr ernsthaft darüber nachdenkt, Schläge mit dem Rohrstock oder das Stehen in der Klassenecke wieder einzuführen, so brachte es zumindest einen “Vorteil” mit sich: Es herrschte Ruhe und Ordnung. Leider war dies jedoch lediglich der Angst geschuldet und nicht dem höflichen Respekt gegenüber dem Lehrer.

Erzählte ein Kind in früheren Zeiten zu Hause, dass es Schläge gab oder dass es in der Ecke stehen musste, so hinterfragten die Eltern die Entscheidung des Lehrers in aller Regel nicht. Vielfach folgte zusätzlich eine weitere Strafe.

2.2. Das Material – Kinder mussten mit wenig auskommen

alte kreidetafel

Heute ersetzt vielerorts das Tablet die Kreidetafel.

Schüler, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Schule gingen, hatten ein deutlich schwereres Leben. Neben einem langen und oft mühseligen Schulweg, der sich durchaus über eine, zwei oder drei Stunden ziehen konnte, mussten die Kinder mit einfachsten Materialien auskommen.

Anstelle von modern gestalteten Übungsbüchern oder gar Tablets gab es eine Schiefertafel, die für Schreibübungen genutzt werden konnte. Hefte, um Texte zu schreiben, waren noch zu teuer.

Auch Lehrer mussten mit vergleichsweise wenig Lehrmitteln auskommen, um den Unterricht zu gestalten. Es gab nur wenige Bücher, die in aller Regel Eigentum der Schule waren.
Schüler liehen sich diese lediglich vorübergehend aus.

Dies änderte sich erst in den 1950er und 1960er Jahren. Auf die Hilfe von Computern musste selbstverständlich noch eine ganze Weile verzichtet werden. Ein Overhead-Projektor war schon etwas Besonders. Im Matheunterricht gab es keine Taschenrechner, sondern den teils noch heute im Grundschulbereich eingesetzten Rechenschieber.

2.3. Der Ablauf des Unterrichts in der Schule früher und heute

Das Lehrerinnenzölibat:

Ganz bewusst sprechen wir in diesem Text oftmals von der männlichen Form, denn Lehrerinnen gab es früher nur wenige. Von 1880 bis 1919 existierte zudem ein Lehrinnenzölibat, welches nur unverheirateten Frauen gestattete, an einer Schule zu unterrichten, sodass noch weniger Frauen den Beruf ergriffen.

Nach der Begrüßung des Lehrers folgte oft ein langer Vortrag, dem die Schüler still folgen mussten. Zusätzlich galt es, Fragen des Lehrers unmittelbar und direkt zu beantworten.
Der Antwortspielraum war dabei äußerst begrenzt.

Auch wenn Kinder bereits Anfang des 20. Jahrhunderts Unterricht in Mathematik, Deutsch sowie Sachkunde erhielten, so lassen sich die Unterrichtsmethoden nicht mehr mit der heutigen Zeit vergleichen.

Zudem spielten künstlerische Aspekte, wie Musik oder Malen keine Rolle. Sport existierte zwar bereits als Fach, hatte allerdings zunächst einen anderen, vor allem militärisch geprägten, Stellenwert. Der direkte Vergleich zeigt, dass Kinder Anfang des 20. Jahrhunderts noch Marschieren lernen mussten.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zunehmend dazu, dass der Sportunterricht mit dem der heutigen Zeit verglichen werden kann.
Im Vordergrund stand jedoch vor allem der Wettbewerbscharakter, der bei vielen heute in der Schule eingesetzten Spielen weniger präsent ist. Stattdessen geht es oftmals um Teamfähigkeit und darum, individuelle Ziele zu erreichen.

Tipp: Es lohnt sich, eine Unterrichtseinheit zur Schule früher und heute einzuführen, um Kindern zu zeigen, wie glücklich sie sich schätzen können, in der heutigen Zeit zu Schule zu gehen. Einige Materialien für eine solche Unterrichtseinheit finden Sie an dieser Stelle.

3. Weiterführende Literatur zum Thema Schule früher vs heute

Schule früher & heute an Stationen: Selbstständiges Lernen in der Grundschule (Stationenlernen)
  • Gabriela Rosenwald
  • Herausgeber: KOHL VERLAG Der Verlag mit dem Baum
  • Auflage Nr. 2 (01.01.2018)
  • Taschenbuch: 80 Seiten
Lernwerkstatt, So war es früher
  • Anja Gröting
  • Herausgeber: BVK Buch Verlag Kempen GmbH
  • Auflage Nr. 10 (25.09.2015)
  • Taschenbuch: 64 Seiten
Schulzeit: Wie's früher war
  • Kathrin Friedl
  • Herausgeber: Boehlau Verlag
  • Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
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