Reflexionsmethoden: Bedeutung & Ideen für Kita und Grundschule

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
reflexionsmethoden
Was sind Reflexionsmethoden?

Mit Hilfe von Reflexionsmethoden lässt sich herausfinden, wie die einzelnen Teilnehmer einer Gruppe Spiele, Projekte oder Unterrichtseinheiten empfunden haben. Dabei können sowohl Gefühle beschrieben als auch der Inhalt bewertet werden.

Welche Reflexionsmethoden sind für die Kita und die Grundschule geeignet?

Für Erzieher und Lehrkräfte eignen sich Methoden, bei denen Kinder auf unkomplizierte Weise ihre persönliche Meinung abgeben können. Je kleiner die Kinder sind, desto simpler sollte die Reflexionsmethode ausfallen.

Was sollten Erzieher und Lehrkräfte bei der Durchführung beachten?

Bei der Durchführung von Reflexionsmethoden sollten Sie als Anleiter stets darauf achten, dass die Methoden an das Alter der Kinder angepasst sind. Zudem sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen und dafür sorgen, dass alle Kinder ihre Meinung frei äußern können.

In der Kita und in der Grundschule werden viele Spiele gespielt oder Projekte durchgeführt. Um nach der Durchführung zu erfahren, wie den Kindern das Spiel, das Projekt oder die Unterrichtseinheit gefallen hat, können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen. Diese werden auch als Reflexionsmethoden bezeichnet.

Was Reflexionsmethoden sind, wie sie eingesetzt werden und welche Methoden sich für den Kindergarten und die Grundschule eignen, erfahren Sie in diesem Artikel. Zudem geben wir Ihnen Tipps, was Sie bei der Durchführung der Methoden unbedingt beachten sollten.


1. Durch Reflexion Rückmeldung erhalten

diskussion unter verschiedenen personen

Durch den Austausch untereinander können Sie ganz einfach herausfinden, wie die Aktivität bei den Teilnehmern angekommen ist.

In der Kita, im Unterricht oder während der Ferienfreizeit werden oftmals viele Spiele und Projekte durchgeführt, die den Kinder Spaß und Freude bereiten sollen. Es ist jedoch nicht immer einfach herauszufinden, wie diese bei den Teilnehmern ankommen. Um dies herauszufinden, können Reflexionsmethoden zum Einsatz kommen.

Das Wort Reflexion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Zurückwerfen oder Widerspiegeln. Es sollen Dinge ans Tageslicht kommen, welche zuvor nicht gesehen werden konnten. Um erkennen zu können, wie Konzepte, Unterrichtseinheiten oder Spiele angekommen sind, müssen Beobachtungen ausgewertet und die Teilnehmer befragt werden.

Aus diesem Grund spielen Reflexionsmethoden vor allem im Bereich der Pädagogik, der sozialen Arbeit und in der Erlebnispädagogik eine große Rolle. Indem sich alle Teilnehmer untereinander austauschen, kann Geschehens besser wahrgenommen und entsprechend weiterentwickelt werden.

So sind Reflexionsmethoden nützlich, um

  • eigene Leitwerte und das eigene Handeln zu hinterfragen
  • das Erlebte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten
  • Gemeinsamkeiten festzustellen und Unterschiedlichkeiten zu akzeptieren
  • die Weiterentwicklung voranzutreiben
  • Rückmeldung über die pädagogische Handlungsweise zu bekommen

Nähere Informationen zur Herkunft und Wortbedeutung des Wortes Reflexion finden Sie hier.

2. Reflexionsmethoden – diese Ideen eignen sich für Kita und Grundschule

Spiele oder den Unterricht zu bewerten, kann für Kinder sehr schwierig sein. Sie haben oftmals ein Problem damit, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch vor den anderen Kindern zu vertreten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Methoden an die Gruppe angepasst werden.

Im Folgenden möchten wir Ihnen vier verschiedene Ideen vorstellen, die Sie mit Kindern aus dem Kindergarten und der Grundschule durchführen können.

2.1. Das Stimmungsbarometer

smileys

Mit unterschiedlichen Smileys können Kinder ihre Gefühle zum Ausdruck bringen.

Das Stimmungsbarometer ist eine Methode, die sich vor allem für die Reflexion in Gruppen eignet. Es geht darum, die Veränderungen der Stimmung innerhalb einer Einheit oder eines Projektes zu ermitteln.

Jeder Teilnehmer wird zu Anfang, in der Mitte und am Ende einer Aktivität dazu aufgefordert, die eigene Stimmung preiszugeben. Für Kindergartenkinder und Schüler bieten sich dazu verschiedene Smileys an, die ihre Stimmung widerspiegeln.

Diese Smileys können jeweils in ein Diagramm auf einem Plakat oder auf der Tafel geklebt werden. Am Ende lässt sich feststellen, wie sich die Stimmung der einzelnen Kinder über die Dauer der Aktivität oder des Projekts verändert hat.

2.2. Der Zahlenstrahl

Die Reflexionsmethode „Der Zahlenstrahl“ ist für Kinder ab einem Alter von etwa 8 Jahren geeignet. Sie kann aber auch mit älteren Kindern oder Erwachsenen durchgeführt werden.

Der Spielleiter bereitet einen Zahlenstrahl vor, auf welchem beispielsweise die Zahlen 1 bis 10 abgebildet sind. 1 bedeutet „nicht so gut“ und 10 steht für „super toll“. Nun werden Fragen zu dem vorherigen Spiel, der Einheit oder der Aktivität gestellt. Alle Teilnehmer können diese nun entweder der Reihe nach oder einzeln auf Zetteln mit den entsprechenden Punkten bewerten.

2.3. Satzanfänge

Für diese Reflexionsmethode ist es notwendig, dass alle beteiligten Kinder schreiben können. Daher ist die Methode erst für Kinder ab der dritten oder vierten Klasse geeignet. Der Lehrer schreibt verschiedene Satzanfänge auf ein Arbeitsblatt, sodass die Kinder den Satz individuell beenden können.

Die Satzanfänge könnten wie folgt lauten:

  • Ich fand gut, dass …
  • Mir hat nicht gefallen, dass …
  • Ich habe heute gelernt …
  • Für das nächste Mal wünsche ich mir …

Die Arbeitsblätter können im Anschluss an die Bearbeitung eingesammelt oder in der Gruppe vorgestellt werden.

2.4. Daumenprobe

daumen

Die Bewertung findet bei der Daumenprobe mithilfe von Handzeichen statt.

Bei der Daumenprobe handelt es sich um eine sogenannte Blitzmethode, bei der die einzelnen Teilnehmer oder Spieler lediglich ein kurzes, schnelles Feedback abgeben sollen.

Diese Methoden haben den Vorteil, dass Sie sich einen kurzen Überblick darüber verschaffen können, wie etwas angekommen ist, ohne viel Zeit zu investieren.

Alle Teilnehmer sitzen in einem Kreis. Nun dürfen die Kinder der Reihe nach oder gleichzeitig eine individuelle Bewertung zur vorangegangenen Aktivität oder zum durchgeführten Spiel abgeben. Daumen hoch bedeutet gut, Daumen zur Seite bedeutet geht so und Daumen nach unten heißt schlecht.

3. Tipps zur Durchführung von Reflexionsmethoden

meinungsfreiheit

Jedes Kind sollte bei der Reflexion seine eigene Meinung äußern dürfen.

Der Sinn dieser Reflexionsmethoden ist es, offen und ehrlich zu erfahren, wie Kindern etwas gefallen hat, wie sie sich dabei gefühlt haben und wie sie den Inhalt bewerten. Um wertvolle Ergebnisse zu erhalten, sollten Sie folgende Aspekte bei der Durchführung der Methoden beachten:

  • Rückmeldung erhalten: Achten Sie darauf, dass Sie die Reflexion so gestalten, dass Sie möglichst von allen Kindern eine Rückmeldung bekommen. Nur so lassen sich Rückschlüsse auf Qualität des Spiels oder der Unterrichtseinheit ziehen.
  • Das Alter der Kinder beachten: Die jeweilige Reflexionsmethode sollte stets altersentsprechend ausfallen. Bei größeren Kindern in der Grundschule bietet es sich beispielsweise an, dass die Kinder Ihre Ansicht in mehr als nur einem Satz begründen. So fördern Sie ganz nebenbei die Kommunikation in der Gruppe.
  • Gruppendynamik hinterfragen: Leider kommt es oft vor, dass sich einzelne Kinder an der Meinung anderer orientieren. Um ein echtes Feedback zu erhalten, binden Sie auch einige Reflexionsmethoden ein, bei denen die Kinder anonym bleiben können.
  • Zeit nehmen: Viele Kinder brauchen Zeit, um das Erlebte verarbeiten und bewerten zu können. Planen Sie daher ausreichend Zeit ein, um die Meinung aller Beteiligten einzuholen.
  • Meinungsfreiheit: Achten Sie bei den einzelnen Methoden zur Reflexion darauf, dass jedes Kind seine eigene und individuelle Meinung äußern darf, ohne dafür kritisiert zu werden.

4. Weiterführende Literatur für Erzieher und Lehrkräfte

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  • GRÜNES LICHT FÜR KLASSENREGELN: Mit der magnetischen Verhaltensampel kann für eine bessere Arbeitsatmosphäre im Unterricht gesorgt werden. Die Smileys zeigen die Stimmung in der Klasse an.
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  • KLASSENVERHALTEN STEUERN: Die Schüler können auf die Ampelfarben reagieren und ihr Verhalten in Bezug auf Mitarbeit, Lärm und der Einhaltung von Regeln wieder ins grüne Licht bringen.
  • PERSONENBEZOGENE ANZEIGE: Mit den Namensschildern kann die Ampel auch für individuelle Einstufungen einzelner Schüler verwenden. Das spornt zusätzlich an, denn keiner will im roten Bereich landen.
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