Welche Schule für mein Kind: Diese Schulformen gibt es

Datum: 04. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

schulkinder vor der tafel.
  • Wenn Ihr Kind ins Schulalter kommt, stehen wichtige Entscheidungen bevor. Denn heutzutage gibt es unterschiedliche Schulformen, mit unterschiedlichsten Vor- und Nachteilen.
  • Gesamtschule, Gymnasium oder eine alternative Schulform? Diese Entscheidung sollten Sie nicht alleine fällen, sondern Ihr Kind unbedingt miteinbeziehen.
  • Kinder verbringen heutzutage so viel Zeit in der Schule, dass dort ein wesentlicher Teil der Erziehung stattfindet. Die Auswahl der Schulform sollte also gut überlegt sein.

Viele Eltern verlieren bei den vielen verschiedenen Schulformen schlichtweg den Überblick. Auf welcher Schule kann mein Kind nun welchen Abschluss erreichen? Wann kann mein Kind die jeweilige Schulform besuchen? Um schon von Anfang an planen zu können, sollten diese Fragen geklärt sein. Aber keine Sorge. Die wichtigsten Informationen haben wir für Sie in diesem Beitrag übersichtlich zusammengefasst.

1. Die Basis-Schulformen in Betrachtung

Die schulische Laufbahn ist nicht in Stein gemeißelt

Zuerst als Schulanfänger in die Grundschule, dann auf eine weiterführende Schule — so sieht die Vorstellung der meisten aus, oder? Mit der Wahl der Schulform bieten sich jedoch auch alternative Möglichkeiten, sodass Ihr Kind vielleicht einen anderen Weg beschreitet.

Grundlegend können wir vier Basis-Schulformen unterscheiden. Die meisten Kinder absolvieren mindestens zwei davon, bis sie ihre Berufsausbildung oder Ihr Studium beginnen. Wir unterscheiden zwischen:

  • Grundschulen(Primarstufe)
  • Weiterführende Schulen (Sekundarstufe I – Hauptschule, Realschule, Gesamtschule, Integrierte Sekundarschule, Gymnasium, Förderschule)
  • Gymnasiale Oberstufe und Abitur (Sekundarstufe II – Gymnasiale Oberstufe, berufsbildender Bereich inklusive Berufskollegs)
  • Private Schulformen (Alternative Schulformen, Konfessionelle Schulen)

2. Zuerst zur Grundschule

Wegweiser mit Schulformen

Die vielen verschiedenen Schulformen können schnell überfordern. Wenn Sie die Entscheidung mit Ihrem Kind zusammen treffen, haben Sie jedoch nichts zu befürchten.

Da in Deutschland Schulpflicht herrscht, müssen alle Kinder ab einem Alter zwischen fünf und sieben Jahren mindestens bis zur 9. Klasse in die Schule gehen. Die Bildung der Schüler beginnt mit dem Primarbereich und dem Besuch der Grundschule bis zur 4. Klasse (bzw. bis zur 6. Klasse in Berlin und Brandenburg). Der Zweck der Grundschule ist es, die Kinder auf das Lernen und die Tests im Sekundarbereich vorzubereiten.

Das spielerische Lernen des Kindergartens wird durch Schulfächer wie Mathematik, Deutsch oder Sport ersetzt. Die ersten Tests werden natürlich auch geschrieben.

Bereits in der Grundschule zeichnet sich ab, ob Ihr Kind im Anschluss eher auf ein Gymnasium oder besser zur Gesamt- oder Realschule gehen sollte. Setzen Sie Ihr Kind jedoch nicht unter Druck. Denn das Abitur lässt sich im Notfall auch an einer weiterführenden Schule nachholen.

Tipp: Außer in Nordrhein-Westfalen weisen die sogenannten Schulbezirke den Schülern entsprechende Grundschulen in der Nähe ihres Wohnortes zu. Sind die Eltern nicht einverstanden, ist der Besuch einer Privatschule oder der Umzug in einen anderen Schulbezirk möglich. Auch ist es möglich, beim zuständigen Schulamt einen Antrag für eine Umschulung zu stellen.

3. Weiterführende Schulen haben unterschiedlichste Ansprüche

Auf den Primarbereich folgt die Sekundarstufe I, bei der alle weiterführenden Schulen ab der 5. bzw. 7. bis 9. bzw. 10. Klasse enthalten sind. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind überlegen, welchen Abschluss Sie anstreben wollen. Die erreichbaren Bildungsgrade sind:

  • Hauptschulabschluss
  • Realschulabschluss (Mittlere Reife)
  • Erweiterter Realschulabschluss (Notendurschnitt: 2,3 in Haupt- und 2,7 in Nebenfächern)
  • Abitur (allgemeine Hochschulreife)

Welche der weiterführenden Schulen Ihr Kind besuchen darf, wird in manchen Bundesländern von einer bindenden Lehrerempfehlung abhängig gemacht. Die Entscheidung, wer fit für’s Gymnasium ist, liegt also nicht nur bei den Eltern.

3.1 Hauptschule

Der Hauptschulabschluss hat in Deutschland als niedrigster Bildungsgrad keinen sonderlich guten Ruf. Jedoch sind viele Schulen bemüht, durch Kontakte mit örtlichen Unternehmen einen direkten Berufseinstieg zu ermöglichen. Mit dem Erreichen des Hauptschulabschlusses können Schüler eine Berufsausbildung beginnen oder, wenn der Notenschlüssel passt, einen höheren Schulabschluss anstreben.

3.2 Realschule

Aufgrund des Hamburger Abkommens der Kultusministerkonferenz von 1964 sollen Realschüler praktische Erfahrungen sammeln, die über den allgemeinen Pflichtlehrstoff hinausgehen. Das wird in der Form von Praktika und Wahlpflichtkursen bewerkstelligt. Des Weiteren kann eine zweite Fremdsprache erlernt werden, wobei meistens Französisch gewählt wird. Jedoch stehen meist auch Russisch und Latein zur Auswahl.

Mit dem Realschulabschluss nach der 10. Klasse können die Schüler einen Berufseinstieg wagen oder, bei passendem Notenschlüssel, sich ein Fachabitur an einer Fachoberschule erarbeiten oder aber am Abitur an einem Gymnasium versuchen.

3.3 Gymnasium

Der Besuch dieser Schule ermöglicht es Schülern, den höchsten allgemeinbildenden Abschluss zu erlangen – das Abitur. Ein hochbegabtes Kind ist hier natürlich am besten aufgehoben. In Deutschland ist das Abitur nach dem Abschluss der 12. (G8) oder der 13. Klasse (G9) erlangt. Gymnasiasten können das Abitur jedoch auch um ein Jahr verkürzen, um eine sogenannten Fachoberschulreife zu erreichen.

Bis zur Oberstufe werden im Gymnasium die Pflichtfächer im Klassenverband unterrichtet. Mit Beginn der 7. bzw. der 6. Klasse(G8) müssen die Schüler meist erste Schwerpunkte und eine zweite Fremdsprache wählen. In der Oberstufe werden die Klassen dann komplett aufgelöst und die Schüler werden in Kursen unterrichtet, die, mit gewissen Einschränkungen, selber ausgewählt werden können.

Berufsbildende Schulen wie Technik- oder Wirtschaftsgymnasien verfügen meistens über eindeutige Schwerpunkte und bereiten intensiver auf den jeweiligen Fachbereich vor. Auch hier können die Gymnasiasten die Oberstufe um ein Jahr verkürzen und die Fachhochschulreife erhalten.

3.4 Förderschulen

Die Förderschulen sorgen sich um eine optimale Unterstützung für Kindern mit körperlichen, geistigen oder emotionalen Behinderungen oder Lernschwächen. Als Alternative haben einige Schulen integrative Klassen gebildet, in denen förderungsbedürftige Kinder unter „normalen“ Umständen mit gesunden Kindern unterrichtet werden.

Tipp: Integrative Klassen sind leider meist noch nicht so gut ausgestattet, wie eine spezialisierte Förderschule. Das betrifft sowohl die technische Ausstattung, als auch das pädagogische Spezialwissen. Außerdem kommt hier auch das Thema Mobbing immer wieder zur Sprache.

4. Gymnasiale Oberstufe und Abitur können auch auf anderem Weg erreicht werden

Studenten im Hörsaal

Wenn Sie möchten, dass Ihr Kind später mal an einer Universität studieren kann, sollten Sie von Anfang an ein Abitur anstreben. Wichtig ist jedoch, dass Ihr Kind dabei nicht überfordert wird.

Bei der Sekundarstufe II handelt es sich um den Bereich der gymnasialen Oberstufe, die mit dem Abitur endet und die Schüler in den berufsbildenden Bereich der Fachoberschulen, Berufsoberschulen, Universitäten und Berufskollegs schickt.

Die Fachoberschule ermöglicht es den Absolventen eines Fachabiturs oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung, einen Bachelor-Studiengang zu besuchen. Je nach Bildungsgrad, ist die Auswahl der Studiengänge jedoch auf den gewählten Schwerpunkt begrenzt.

Berufsschulen und Berufskollegs ermöglichen den Absolventen das Erreichen einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Hier steht jedoch meist das praxisorientierte Lernen im Vordergrund.

5. Private Schulformen sind in Deutschland weit verbreitet

Alle Schulformen werden sowohl staatlich, als auch privat geführt. Privatschulen verlangen für ihre Leistungen allerdings Schulgeld, weil sie nicht vom Staat gefördert werden. Dabei legen diese aber meist mehr Wert auf individuelle Förderung, kleine Klassengrößen, Zusatzangebote und besondere pädagogische Ideen.

Der Besuch einer Privatschule garantiert jedoch keinen schulischen Erfolg, weil Angebot und Qualität stark schwanken. Für die richtige Schulwahl sollten Sie jede Schulform genau unter die Lupe nehmen.

Die Privatschule bietet einige Vor- und Nachteile. Welche das sind, haben wir übersichtlich für Sie aufgelistet:

  • Die Bedürfnisse der Kinder stehen im Vordergrund
  • Die Kinder erhalten mehr Aufmerksamkeit
  • Weniger personelle Ausfälle oder Platznot
  • Großes außerschulisches Angebot
  • Eltern können den Unterricht der Kinder mitgestalten
  • Eventuell hohe Kosten
  • Auf Privatschulen ist nicht jeder Bildungsgrad zu erreichen
  • Möglicherweise ist die nächste Privatschule weit entfernt

5.1 Alternative Schulformen

Alternative Schulformen legen einen besonders hohen Wert auf unkonventionelle pädagogische Konzepte, die vom vorher genannten abweichen und dem Kind freies und individuelles Lernen ermöglichen sollen. Zu den alternativen Schulformen zählen zum Beispiel Waldorfschulen, Montessori-Schulen oder Freinet-Schulen.

Auch hier werden Gebühren für den Schulbesuch des Kindes fällig. Jedoch werden die meist an das Einkommen der Eltern angepasst. In der Regel wird kein Kind aufgrund der finanziellen Situation der Eltern abgelehnt. Mehr Informationen zu den weiterführenden Schulen finden Sie hier.

5.2 Konfessionelle Schulen

Konfessionelle Schulen sind mit einer bestimmten Glaubensrichtung verbunden. In Deutschland sind das im besonderen christlich-katholische oder evangelische Schulen. Auch hier wird Schulgeld fällig, das sich üblicherweise in einem Bereich zwischen 30 und 140 Euro bewegt.

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