Schulstress: Symptome, Folgen und Bewältigungsstrategien

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
schulstress
Welche Schüler haben besonders mit Schulstress zu kämpfen?

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Schulstress mit jeder Jahrgangsstufe anwächst. Während Kinder in der Grundschule noch verhältnismäßig viel Freizeit haben, geht bei älteren Schülern ein Großteil des Tages für Schule, Hausaufgaben und Lernen drauf. Schulstress tritt zudem besonders häufig in Abschlussjahrgängen und auf dem Gymnasium auf.

Durch welche Symptome macht sich Schulstress bei Kindern bemerkbar?

Kinder, die unter Schulstress leiden, können sowohl unter psychischen als auch unter körperlichen Symptomen leiden. Häufige Symptome sind Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme.

Wie können Eltern ihren Kindern helfen, Schulstress zu bewältigen?

Damit Schulstress nicht in Depressionen endet, sollten Eltern zusammen mit ihren Kindern einen Plan erarbeiten, wie sich der Stress weitestgehend vermeiden lässt. Zudem ist es ratsam, dass Kinder einem Hobby oder einem Sport nachgehen, bei dem sie Stress abbauen können.

In der heutigen Gesellschaft, in der es vor allem um Leistung geht, haben nicht nur Erwachsene, sondern bereits Kinder mit Stress und Überforderung zu kämpfen. Der Druck, gute Noten zu erzielen, kann verschiedene Symptome hervorrufen und zu permanentem Schulstress führen.

Welche Ursachen Schulstress haben kann, mit welchen Symptomen er einhergeht und wie sich dieser Schulstress auf das gesamte spätere Leben auswirken kann, erfahren Sie hier. Wir geben Aufschluss darüber, wie viele Kinder unter Schulstress leiden und geben Ihnen Tipps, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind dagegen angehen können.


1. Das Stressempfinden ist in höheren Klassen besonders hoch

Stress
Laut Definition der Gesundheitsberichterstattung des Bundes handelt es sich bei Stress um einen „Zustand der Alarmbereitschaft des Organismus, der sich auf eine erhöhte Leistungsbereitschaft einstellt“. Es muss jedoch zwischen positivem und negativem Stress unterschieden werden. Letzterer kann der Gesundheit auf Dauer erheblich schaden.

Der Begriff Stress ist kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Es bezeichnet einen Zustand, bei dem der Körper aufgrund äußerer Umstände in Alarmbereitschaft versetzt wird. Unseren Vorfahren hat dieser Alarmzustand teilweise das Leben gerettet, da der Körper durch einen Hormonschub in der Lage ist, aufmerksam zu sein und sofort zu reagieren.

Heutzutage benötigen wir diese Fähigkeit nur noch in Ausnahmesituationen. Dennoch haben die meisten Menschen viel Erfahrung mit den verschiedensten Stresssituationen. Dabei kann Stress in allen Lebensbereichen auftreten und in gewissem Maße sogar bessere Leistungen ermöglichen. Auf Dauer kann Stress jedoch negative Auswirkungen nach sich ziehen.

Aber nicht nur Erwachsene haben mit stressigen Situationen und Phasen zu kämpfen. Laut der DAK-Studie aus dem Jahr 2017 leidet fast jeder zweite Schüler (43 %) unter Stress. Laut Statistik sind Mädchen wesentlich häufiger betroffen als Jungen. Das heutige Schulsystem ist so ausgerichtet, dass Schüler gute Noten brauchen, um später einmal einen Job zu bekommen und den Lebensunterhalt beschreiten zu können. Viel Zeit für Freizeit bleibt da nicht.

Auch wenn bereits in der Grundschule ein gewisser Druck herrscht, macht sich der daraus resultierende Stress vor allem in den weiterführenden Schulen bemerkbar. Das Abschlusszeugnis soll möglichst gute Noten enthalten, damit die gewünschte Ausbildung oder das Studium begonnen werden kann. Schüler des Gymnasiums sind häufiger betroffen, da die meisten Eltern in diesem Fall entsprechend hohe Anforderungen an ihr Kind haben.

2. Kinder reagieren auf Schulstress sowohl mit körperlichen als auch psychischen Symptomen

maedchen sitzt mit bauchschmerzen auf der couch

Stress und Ängste machen sich häufig in Form von Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bemerkbar.

Die Ursachen für Schulstress können jedoch vielfältig sein. Bei einigen Schülern stehen vor allem leistungsbezogene Gründe im Vordergrund. Sie haben ein zu hohes Arbeitspensum, einen schlechten Draht zu den Lehrern oder leiden unter furchtbarer Prüfungsangst. In einigen Familien wird zusätzlich so viel Druck auf die Kinder ausgeübt, dass diese unter der Last zusammenbrechen.

Der Schulstress kann aber auch Folge von sozialen Problemen sein. Auch Mobbing in der Klasse kann dazu führen, dass ein Kind nicht mehr zur Schule gehen möchte und im Unterricht nicht mehr mitarbeitet. Dies führt wiederum zu schlechten Noten führen, sodass ein Teufelskreis entsteht.

Der Stress kann sich über sehr unterschiedliche und teilweise untypische Symptome bemerkbar machen. Während einige betroffene Schüler vor allem mit psychischen Auswirkungen zu kämpfen haben, leiden wiederum andere Kinder unter körperlichen Symptomen.

Schulstress kann sich demnach durch folgende Symptome bemerkbar machen:

  • Traurigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Angst
  • Panikattacken
  • Gereiztheit
  • Aggressionen
  • geringes Selbstwertgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schwindel
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Schlafstörungen
  • Nervosität

Diese Liste ließe sich vermutlich unendlich weiterführen, da die Anzeichen individuell sehr unterschiedlich ausfallen können. Um organische Ursachen auszuschließen, sollten Sie Ihr Kind bei körperlichen Beschwerden jedoch unbedingt von einem Arzt durchchecken lassen.

3. Schulstress kann unbehandelt in einem Teufelskreis enden

junge bei einer psychologin

In einer Therapie lernen betroffene Kinder, welche Ursachen hinter dem Schulstress stecken und wie sie erfolgreich gegensteuern können.

Bei Kindern, die permanent unter Schulstress leiden, wirkt sich dieser nachhaltig auf verschiedene Bereiche des Lebens aus. Die betroffenen Schüler ziehen sich teilweise aus ihrem sozialen Umfeld zurück und haben ein sehr geringes Selbstwertgefühl.

Hinzu kann es zu Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten kommen. Einige Kinder haben so große Angst vor schlechten Noten in Tests und Arbeiten, dass sie ihre gesamte Freizeit mit Lernen verbringen.

Es entsteht ein Teufelskreis, denn die Angst macht sich früher oder später auch in Prüfungssituationen bemerkbar. Im schlimmsten Fall ist die Panik so groß, dass die Schüler selbst auf einfache Fragen in Tests keine Antwort mehr haben.

Haben Sie das Gefühl, dass der Schulstress schon Spuren bei Ihrem Kind hinterlassen hat, sollten Sie zunächst einmal das Gespräch mit dem Lehrer suchen. Besprechen Sie, inwieweit es möglich ist, den Schulstress zu mindern.

Hat sich der Stress schon auf die Gesundheit eines Kindes niedergeschlagen, ist es ratsam, einen Psychologen aufzusuchen. Durch eine Therapie können Depressionen und Angststörungen vermieden werden.

Welche dramatischen Folgen Noten und Schulstress haben können, sehen auch noch einmal in diesem Video:

4. Den Schulstress bewältigen – so können Sie Ihr Kind unterstützen

eltern im gespraech mit ihrer tochter

Setzen Sie sich als Familie zusammen und suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung.

Bei Symptomen von Schulstress sollten Sie als Eltern schnell handeln. Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Tipps geben, wie Sie Ihrem Kind dabei helfen können, den Schulstress aktiv zu bewältigen.

  • Aktiv zuhören und Sorgen ernst nehmen: Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind unter Schulstress leidet, sollten Sie schnellstmöglich das Gespräch suchen und mit Ihrem Kind über die Probleme sprechen. Zeigen Sie, dass Sie die Sorgen ernst nehmen und bereit sind, zusammen an einer Lösung zu arbeiten. Vermeiden Sie es hingegen, Ihr Kind für schlechte Noten zu bestrafen oder noch mehr Druck auszuüben.
  • Ursachen analysieren: Um den Stress reduzieren zu können, ist es zunächst einmal wichtig, die individuellen Ursachen zu erforschen. Liegt es am Leistungsdruck, am zu hohen Arbeitspensum oder an Problemen mit Mitschülern?
  • Das Lernen lernen: Lernen will gelernt sein. Was wie ein altkluger Satz klingt, kann große Auswirkungen auf das Lernverhalten mit sich bringen. Wer effektiv lernt, kann viel Zeit und Nerven sparen. Kontinuität, Organisation und Aufmerksamkeit zählen zu den wichtigsten Bausteinen für effektives Lernen.
  • Pläne erstellen: Viele Kinder fühlen sich gestresst, weil sie unzählig viele Aufgaben vor sich sehen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen. In diesem Fall kann es hilfreich sein, Tages- und Wochenpläne zu erstellen, um den Überblick zu behalten. Das Abhaken erledigter Aufgaben führt zu Zufriedenheit und einer Steigerung des Selbstwertgefühls.
  • Einen Ausgleich schaffen: Kinder sollten nicht den ganzen Tag damit verbringen, die Schule zu besuchen und Hausaufgaben zu erledigen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich regelmäßig mit Freunden treffen kann, einem Hobby nachgeht und sich sportlich betätigt. Diese Aktivitäten entspannen und bauen Stress ab.
Tipp: Entspannungsübungen, Yoga oder Autogenes Training können Ihrem Kind dabei helfen, Stress abzubauen und ein inneres Gleichgewicht zu finden. Entsprechende Kurse bieten zudem den Vorteil, dass Ihr Kind Kontakte mit anderen Kindern knüpft und sich austauschen kann.

5. Weiterführende Literatur zum Thema Schulstress

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Schulstress: Symptome, Folgen und Bewältigungsstrategien
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