Verkehrserziehung in der Grundschule: Inhalte, Schwerpunkte und Materialien

verkehrserziehung grundschule
Warum reagieren Kinder bei einem herannahenden PKW oftmals zu spät?

Leider ist das Einschätzen von Entfernungen für kleine Kinder noch sehr schwierig. Zudem ist das räumliche Sehen bis zum Alter von etwa 12 Jahren vermindert.

Können Lehrer auf externe Hilfe zurückgreifen?

Viele Polizeibehörden, die Deutsche Verkehrswacht sowie der ADAC bieten spezielle Kurse oder aber kleinere Hilfestellungen an, damit die Verkehrserziehung in der Grundschule gelingt.

Wo finde ich passende Materialien für die Verkehrserziehung in der Grundschule?

Einige Unterrichtsmaterialien können Sie sich selbst zusammenstellen. Weitere Hilfsmittel stellt Ihnen die beispielsweise die Deutsche Verkehrswacht zu Verfügung.

Jedes Kind, das sich frei im Straßenverkehr bewegen möchte, sollte sich mit den grundlegenden Verhaltensweisen auf der Straße auskennen und Verkehrszeichen zu deuten wissen.

Leider zeigt sich in der Praxis jedoch immer wieder, dass viele Kinder nicht in der Lage sind, Schilder zu lesen.

Auch die Sicherheit auf dem Fahrrad lässt bei den meisten Kindern von der 1. bis zur 4. Klasse zu wünschen übrig.
Umso wichtiger ist die Verkehrserziehung in der Grundschule, der wir uns in unserem Artikel etwas näher widmen möchten.

1. Verkehrserziehung in der Grundschule – ein vernachlässigtes Thema

kinder auf ihrem weg zur schule

Auf dem Schulweg gibt es eine Menge an Gefahrenquellen für Kinder.

Eigentlich sollten die wichtigsten Punkte der Verkehrserziehung bereits im Kindergarten vermittelt werden. Tatsächlich zeigt sich jedoch in der ersten Klasse, dass die meisten Kinder, die in die Schule kommen, verhältnismäßig wenig darüber wissen, wie sie ihren Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen können.

Generell gibt es kein festgelegtes Alter, in welchem Verkehrserziehung in der Grundschule beginnen sollte. Spätestens dann, wenn Kinder allerdings mit dem Rad auf der Straße unterwegs sind, sollte der theoretische sowie praktische Unterricht abgeschlossen sein

Oftmals findet eine Radfahrprüfung erst zum Ende der Grundschulzeit hin statt. Dennoch spricht nichts dagegen, wichtige Aspekte der Verkehrserziehung in der Grundschule bereits in der 1. Klasse zu vermitteln.
Im Zweifel bleiben so bereits wichtige Fakten bei den Kleinen hängen, die im Laufe der nächsten Jahre noch vertieft und erweitert werden können.

Das Ziel besteht in jeder Altersstufe darin, dass Kinder sich sicher im Straßenverkehr bewegen können. Dies betrifft den Weg zu Fuß zur Schule, die Fahrt mit dem Rad sowie das Verhalten mit Inline Skates oder anderen Fortbewegungsmitteln wie einem Tretroller.

Generell beschäftigt sich die Verkehrserziehung in der Grundschule meist zunächst mit dem Schulweg sowie dem sicheren Ein- und Aussteigen aus dem PKW bzw. dem Schulbus.

Erst in den Klassen 3 und 4 geht es um eine spezifische Radfahrausbildung. Da sich jedoch viele Kinder bereits vorher im Straßenverkehr bewegen, ist fraglich, ob dies nicht etwas spät ist, um die theoretischen und praktischen Aspekte des Radfahrens zu vermitteln.

2. Kinder in der Grundschule unterschätzen Gefahren

Besonders problematisch im Bereich der Verkehrserziehung in der Grundschule ist es, dass Kinder noch nicht so gut sehen und mögliche Gefahren daher oftmals falsch einschätzen.

Das Sichtfeld eines Kindes ist weniger weit als das eines Erwachsenen, sodass Verkehrsobjekte am Rande des Sichtfeldes für Kinder nicht oder nur schlecht wahrnehmbar sind.

Zudem fehlt Kindern die Erfahrung, Entfernungen und Geschwindigkeiten von herannahenden Fahrzeugen richtig einzuschätzen.
Dies lässt sich zwar in einem Film zeigen, jedoch nur in der Praxis tatsächlich lernen.

Ein zusätzliches Problem für Kinder liegt darin, dass sie aufgrund ihrer Größe viele Gefahrenquellen schlichtweg nicht sehen können.
Sie sind nicht in der Lage, über ein parkendes Fahrzeug zu schauen und müssen daher wissen, wie sie sich vorsichtig auf eine Straße wagen können.

3. Die Polizei unterstützt Lehrer bei der Verkehrserziehung in der Grundschule

straßenverkehr als simulation

Sie haben die Möglichkeit, zunächst auf dem Schulhof zu üben.

In aller Regel findet die Verkehrserziehung in der Grundschule im Rahmen des Sachunterrichts statt. Gerne unterstützen örtliche Polizeibehörden Lehrer und Lehrerinnen bei der theoretischen sowie der praktischen Ausbildung der Schüler.

Besonders typisch ist in diesem Zusammenhang die Abnahme einer Fahrradprüfung in der vierten Klasse in der Grundschule. Hier werden wichtige Verkehrsmanöver geübt.
Dies sind beispielsweise

  • das Linksabbiegen
  • das Beachten der Vorfahrt an einer Kreuzung
  • die Ein- und Ausfahrt in bzw. aus einem Kreisverkehr
  • das Verhalten an einer Ampel

Die notwendigen theoretischen Kompetenzen können auch im Rahmen eines Quiz abgefragt werden, um sicherzustellen, dass alle Schüler in der Lage sind, die Verkehrsregeln einzuhalten.

Welches Verhalten Kinder im Straßenverkehr an den Tag legen sollten, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

4. Unterrichtsmaterial für die Verkehrserziehung in der Grundschule

ein kind in einem fahrradparcours

Ein Fahrradparcours bietet die perfekte Gelegenheit, auf abgesichertem Grund zu üben.

Über das Erlernen von Verkehrszeichen, die möglichen Gefahren auf dem Weg zur Schule sowie den Umgang mit dem Rad im Straßenverkehr gibt es jede Menge an Material.

Passendes Unterrichtsmaterial mit jeder Menge an Arbeitsblättern und Arbeitsheften für die ersten vier Jahrgangsstufen können Sie über die Website der Deutschen Verkehrswacht bestellen.
Über diesen Link geht es direkt zum Handbuch.

Möchten Sie gemeinsam auf dem Schulhof üben, sollte Kreide nicht fehlen, um mehrere Fahrbahnen sowie eine Straßenkreuzung aufzeichnen zu können.

Zusätzlich eignen sich Pylonen zum Aufbau eines Slalomparcours. Auf diese Weise fördern Sie die Radfahrfähigkeiten der Schüler.

Möchten Sie sich etwas kreativ betätigen, eignen sich selbst gebastelte Verkehrsschilder. Vorfahrtsschilder sowie ein Stoppschild sind dabei die wichtigsten Dinge.

5. Die wichtigsten Aspekte im Straßenverkehr

Vorsicht, Zurückhaltung und ein ausgeprägtes Körpergefühl helfen Kindern dabei, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden.

Kinder, die bereits den Weg zum Kindergarten im letzten Jahr allein gehen, sollten wissen, wie sie sich verhalten müssen, wenn sie eine Straße überqueren.
Dafür ist es notwendig, die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit zu schulen.

Im besten Fall sind Kinder so in der Lage, auch bei einem unerwarteten Ereignis richtig zu reagieren und sich im Zweifel von der Straße zu entfernen.

Für die Verkehrserziehung in der Grundschule ist es also von elementarer Bedeutung, dass Kinder sich zu Fuß und auf dem Rad sicher bewegen können, gleichzeitig allerdings in der Lage sind, Verkehrsregeln zumindest im Groben zu verstehen.

Tipp: Einfache Spiele, die das Gleichgewicht fördern und die Konzentration schulen, haben somit auch einen positiven Effekt auf die Verkehrserziehung in der Grundschule.

6. Weitere Lehrmaterialien finden Sie hier

Bestseller Nr. 1
Verkehrserziehung: Differenzierte Materialien für den inklusiven Sachunterricht (2. bis 4. Klasse) (Lernstationen inklusiv)
  • Christine Schub
  • Herausgeber: Persen Verlag in der AAP Lehrerfachverlage GmbH
  • Auflage Nr. 2 (19.07.2018)
  • Broschüre: 91 Seiten
Bestseller Nr. 2
Themenheft "Ich im Straßenverkehr"
  • Kathrin Zindler
  • Herausgeber: BVK Buch Verlag Kempen GmbH
  • Auflage Nr. 4 (21.03.2018)
  • Broschüre: 72 Seiten
Bestseller Nr. 3
Verkehrserziehung in der 3. und 4. Klasse
  • Kirstin Gramowski
  • Herausgeber: Hase und Igel Verlag
  • Taschenbuch: 128 Seiten
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