Baby schreit nachts: Sollte man es schreien lassen oder nicht?

baby schreien lassen
  • Ein Baby schreit, um Aufmerksamkeit zu bekommen und seine Bedürfnisse mitzuteilen. Die Angst, allein gelassen zu werden, ist bei Babys besonders stark ausgeprägt.
  • Wenn ein Baby nicht schläft, kann die Ferber-Methode helfen. Es geht darum, dass Sie das Baby schreien lassen und lediglich Kontrollbesuche durchführen. Das Konzept ist jedoch innerhalb der Psychologie sehr umstritten.
  • Kinder benötigen Rituale, um ein- und durchschlafen zu können. Passen Sie diese individuell an die Schlafgewohnheiten Ihres Kindes an.


Das Baby schreien lassen – manchmal notwendig oder völlig inakzeptabel? Kaum ein anderes Thema wird von Wissenschaftlern, Pädagogen und Eltern so kontrovers diskutiert. Aber was ist nun richtig? Was kann ich tun, wenn das Baby nachts schreit?

In unserem Ratgeber möchten wir Ihnen gerne Informationen darüber geben, warum Babys schreien und was sie damit ausdrücken möchten. Wir stellen Ihnen außerdem die Ferber-Methode vor und klären daraufhin, inwiefern die Methode Folgen für das Kind haben kann. Zuletzt bekommen Sie Tipps, die dabei helfen, dass Ihr Kind ein- und durchschlafen kann.

1. Kinder drücken durch das Schreien ihre Bedürfnisse aus

unzufriedenes Baby mit Fragezeichen

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum ein Baby nachts schreit.

„Mein Kind hört nicht auf zu schreien“ oder „Mein Kind schreit den ganzen Tag“ – dies sind typische Sätze von Eltern, die völlig ratlos sind und nicht wissen, was sie tun sollen. Wenn ein Baby viel weint und nicht einschlafen kann, kann dies für Eltern sehr zermürbend sein.

Aber warum hört ein Kind nicht auf zu schreien? Babys können sich noch nicht richtig mitteilen. Das einzige Mittel, das ihnen bleibt, um sich bemerkbar zu machen, ist das Weinen. Ein Kind weint, wenn es traurig ist, wenn es Schmerzen hat oder wenn Bedürfnisse nicht ausreichend gestillt werden.

Neugeborene können außerdem noch nicht durchschlafen. Das liegt vor allem daran, dass sie noch keinen Rhythmus entwickeln konnten. Erst nach etwa sechs Monaten sind die Kleinen soweit, dass sie einige Stunden durchschlafen können.

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht jedoch zumeist leider ganz anders aus. In einer Umfrage, die Pampers zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat, kam heraus, dass 78% der Kinder unter einem Jahr nachts bis zu viermal aufwachen.

Aber nicht nur Hunger, Durst oder eine volle Windel sind die häufigsten Gründe dafür, dass das Baby nicht schläft oder gar nicht erst einschlafen kann. Kinder brauchen Liebe, Nähe und Geborgenheit. Müssen sie nachts allein in einem dunklen Zimmer verbringen, bekommen sie Angst. Und diese Angst ist völlig natürlich.

2. Das „kontrollierte Baby-schreien-lassen“ – die Ferber-Methode

Mutter will Baby nicht schreien lassen und beruhigt es sanft

Ziel ist es, das Baby lediglich mit sanften Berührungen zu beruhigen.

Darf man das Baby schreien lassen? Oder soll man das Kind immer beruhigen, wenn es ununterbrochen schreit? Ab wann muss ein Kind lernen, allein einzuschlafen?

Wenn das Baby nachts schreit, wissen viele Eltern nicht, wie sie darauf reagieren sollen. Auch aus Angst vor dem plötzlichen Kindstod rennen Eltern bei jedem Piep ins Kinderzimmer. Die Ferber-Methode, die nach dem amerikanischen Kinderarzt und Neurologen Richard Ferber benannt ist, soll Eltern eine Hilfe bieten.

Das Ziel dieser Methode ist es, dass Kinder lernen, sich selbst zu beruhigen, wenn sie nachts aufwachen. Wichtig ist, dass diese Methode nur bei Kindern Anwendung findet, die gesund sind.

Die stufenweise Entwöhnung sollte wie folgt ablaufen: Die Mutter oder der Vater bringt das Kind im müden Zustand ins Bett. Darauf folgt ein Einschlafritual, wie beispielsweise Vorlesen oder Kuscheln. Danach verlassen die Eltern den Raum. Wenn das Kind schreit, können Eltern nach 5 Minuten nachschauen, ob es ihrem Kind gut geht. Sie können zur Beruhigung eine Hand auf ihren Bauch legen oder sanft über den Rücken streicheln. Sie sollten das Kind jedoch keinesfalls auf den Arm nehmen.

2.1. Jedes Kind kann schlafen lernen

Auch der Bestseller „Jedes Kind kann schlafen lernen“ von Annette Kast Zahn und Hartmut Morgenroth orientiert sich an der Ferber-Methode. Allerdings handelt es sich insgesamt um eine sanftere Form.

Die weiteren Kontrollen finden jeweils nach 5 Minuten bzw. 10 Minuten statt. In den darauffolgenden Nächten soll die Zeitspanne stets erweitert werden. Die maximale Wartezeit beträgt am Ende 30 Minuten. Die Kontrollen werden nur durchgeführt, wenn das Kind schreit.

Nach nur wenigen Tagen sei das Kind soweit, allein einzuschlafen und sich selbst zu beruhigen, wenn es nachts aufwacht. Laut Ferber ist das Erlernen von veränderten Einschlafgewohnheiten besonders wichtig, wenn die Kinder bereits falsche Rituale, wie beispielsweise das ständige Herumtragen, verinnerlicht haben.
Die Annahme, dass Eltern ihre Kinder dauerhaft schreien lassen sollen, ist hingegen falsch. Ferber betont nachdrücklich, dass es wichtig ist, dass das Kind merkt, dass jemand in der Nähe ist.

3. Das Schreienlassen kann traumatische Auswirkungen haben

Die Ferber-Methode ist vor allem in den letzten Jahren auf große Kritik gestoßen. Gegner dieser Methode kritisieren vor allem, dass die Vorenthaltung von Nähe und Geborgenheit dazu führt, dass das Kind negative Folgen in Form von seelischen Schäden davonträgt.

Dadurch, dass Eltern das Baby schreien lassen, seien die Kinder nicht in der Lage, den Stress abzubauen. Dies führe wiederum dazu, dass das Stresslevel steigt und unangenehme Nebenwirkungen zu Tage treten. Zudem werde das Vertrauen in die Eltern gestört.

Kind liegt verängstigt im Bett und hält sich die Augen zu

Kritiker sind der Meinung, dass die Methode zu seelischen Störungen führen kann.

Bisher gibt es keine Studien, die bestätigen, dass die Ferber-Methode den Kindern schadet. In einer neuen australischen Studie fanden Forscher sogar heraus, dass die Ferber-Methode keine negativen Auswirkungen hat. Das Schlaftraining hatte sogar, im Vergleich zur Kontrollgruppe, einen positiven Effekt. Die Kinder schliefen wesentlich besser ein und wurden nachts seltener wach. Auch im Hinblick auf den Stresspegel und die Eltern-Kind-Beziehung konnten keine Unterschiede festgestellt werden.

Die Ferber-Methode funktioniert tatsächlich sehr häufig. Experten vermuten jedoch, dass die Kinder irgendwann lediglich resignieren. Das heißt, dass sie nicht lernen, sich selbst zu beruhigen, sondern dass sie vor Erschöpfung einschlafen. Dadurch, dass sie nicht getröstet werden, kann außerdem eine traumatische Erfahrung entstehen.

Ist die Methode nun gut oder nicht? Diese Frage kann leider nicht pauschal beantwortet werden. Jedes Elternpaar muss individuell entscheiden, ob die Ferber-Methode die richtige für sie ist. Sie können das Programm auch individuell abwandeln, indem Sie beispielsweise das Baby schreien lassen, aber dabei bleiben. Wichtig ist vor allem, dass Sie die Methode nur anwenden, wenn das Urvertrauen bereits vollständig entwickelt und gestärkt ist.

Schlaflernprogramme sollten grundsätzlich nur als Notfalllösung dienen.

Eine weitere kritische Meinung zur Ferber-Methode finden Sie in dem folgenden Video:

4. Rituale helfen Babys beim Durchschlafen

Mutter bringt ihr Baby ins Bett

Durch Rituale können Sie Ihrem Baby einen Rhythmus beibringen.

Ein guter und gesunder Schlaf ist enorm wichtig für die Entwicklung eines Kindes. Dadurch, dass das Baby nachts schreit und nicht schlafen kann, können die Erlebnisse des Tages nicht richtig verarbeitet werden.

Wenn das Kind nachts nicht schläft und viel weint, wirkt sich das natürlich auch negativ auf den Schlaf der Eltern aus. Handeln Sie daher, wenn Sie merken, dass sich die Situation nicht bessert oder sogar verschlechtert.

Folgende Tipps können beim Einschlafen helfen:

  • generell feste Einschlafzeiten
  • Einschlafzeit jedoch der Jahreszeit und dem individuellen Schlafbedarf anpassen
  • gleicher Ablauf vor dem Zubettgehen (ausziehen, waschen…)
  • zum Einschlafen beispielsweise vorlesen oder kuscheln
  • eine Wohlfühlatmosphäre schaffen
  • bei Krankheiten ruhig einmal Ausnahmen gewähren

Tipp: Viele Eltern wünschen sich Unterstützung. Scheuen Sie sich daher nicht, Ihren Kinderarzt auf die Probleme anzusprechen. Auf diese Weise können Sie zusammen nach individuellen Lösungsmöglichkeiten suchen.

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