Baby beschäftigen: So unterhalten Sie Ihren Nachwuchs am besten

Baby beschäftigen
  • Ein Baby benötigt nicht permanent Beschäftigung. Allerdings gehen die Meinungen von Experten an dieser Stelle weit auseinander.
  • Jedes Kind ist anders und Erziehung ist eine Stilfrage. Nehmen Sie sich daher Zeit für Ihr Kind, bedenken Sie jedoch auch, dass Ruhe notwendig ist.
  • Gemeinsame Unternehmungen mit dem Baby festigen die Beziehung zwischen Mutter und Kind bzw. Vater und Kind.

Für jede Frau, die ihr erstes Kind bekommt, ändert sich ab der Geburt fast alles. Es bedeutet, sich an die neue Situation zu gewöhnen und das eigene Baby zu verstehen und zu beschäftigen. Aber wie sieht dies eigentlich in der Praxis aus? Wie lange ist Beschäftigung nötig und sinnvoll? Und inwieweit sollte ein Baby Ruhezeiten haben und lernen, sich mit sich selbst zu beschäftigen? In unserem Artikel gehen wir auf all diese und viele weitere Fragen ein. Sie erfahren, wie Sie ein gutes Maß finden können und Sie die Wachphasen mit Aktivitäten füllen können.

1. Babys brauchen Nähe

Vater hält Baby auf dem Arm

Körperliche Nähe ist anfänglich von entscheidender Bedeutung.

Jeder Säugling ist voll und ganz auf seine Eltern angewiesen. Es ist also logisch, dass Babys die Aufmerksamkeit von Mama und Papa auf sich ziehen möchten.
Dies dient jedoch nicht nur dem eigenen Verlangen nach körperlicher Nähe und Zuneigung, sondern ist auch evolutionär bedingt, um sicherzustellen, dass immer jemand in der Nähe ist.

Aufgrund der Hilflosigkeit von Babys fällt es ihnen noch sehr schwer, alleine gelassen zu werden. Meist äußert sich dies in Weinen und Schreien, sodass viele Eltern dazu übergehen, ihre Kinder permanent zu bespaßen. Genau dies ist allerdings nicht notwendig. Viel wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Baby das Gefühl vermitteln, dass jemand da ist.

Diverse Aktivitäten und Spiele für Babys sind hilfreich, um Ihr Baby zu beschäftigen. Jedoch sollte dieser Aspekt nicht Überhand nehmen, sodass das Kind auch in der Lage ist, sich zunehmend selbst zu beschäftigen.

Zuneigung und Nähe können Sie besonders gut zeigen, indem Sie

  • gemeinsam kuscheln,
  • mit ihrem Kind sprechen,
  • ihr Kind baden
  • oder aber mit Bällen oder Ähnlichem zusammen spielen.

Auch bei Alltagstätigkeiten, wie dem Wickeln oder dem Stillen, vermitteln Sie Ihrem Baby Nähe. Nutzen Sie diese gemeinsamen Momente also als Auszeit für Sie beide.

Tipp: Babys können kurz nach der Geburt nur bis zu einer Entfernung von etwa 30 cm scharf sehen. Gehen Sie daher möglich nah an Ihr Kind heran und zeigen Sie ihm keine weiter entfernten Dinge.

2. Ein Baby beschäftigen – mit der Zeit ändern sich die Ansprüche

Baby mit einem Xylophon

Babys reagieren sehr sensibel auf Töne.

In den ersten 3 Monaten findet eine langsame Anpassung an die Umgebung statt. Ein Baby fühlt sich zu Ihrem Gesicht und zur weiblichen Brust hingezogen.

Babys lieben aufgrund der nur schwach ausgeprägten Farbwahrnehmung starke Kontraste. Kleine Farbunterschiede bleiben Kindern in dieser Zeit verborgen, sodass das Interesse fehlt, sich damit zu beschäftigen.

Möchten Sie Ihr Baby beschäftigen, reicht es beispielsweise schon aus, langsame Bewegungen mit den Händen auszuführen. Das Verfolgen ist im ersten Lebensmonat noch relativ schwer und erfordert ein hohes Maß an Konzentration. Um die Motorik zu schulen und Ihrem Baby die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu beschäftigen, helfen eine Rassel oder kleine Bälle zum Trainieren des Greifens.

Mit 5 oder 6 Monaten ist Ihr Baby schließlich in der Lage, präzise zuzugreifen. Das dreidimensionale Sehen funktioniert und bereitet der Kleinen große Freude. Spiele für Babys, bei denen Sie Gegenstände in die Hand nehmen und immer wieder verstecken, eignen sich hervorragend zur Beschäftigung.

Achtung: Achten Sie beim Kauf eines Mobilés, wie es über vielen Babybetten hängt, darauf, dass es deutliche Farbunterschiede aufweist, auch wenn dies weniger zu Ihrer Wohnungseinrichtung passt.
Zudem sollte die Ansicht von unten gut sein. Nehmen Sie also kurz einmal die Babyperspektive ein.

Ein paar weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihr Baby beschäftigen können, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

3. Weniger ist mehr – Auszeiten sind notwendig

Das Verhalten von Babys:

Die Erkenntnis, dass Babys bereits mehr verstehen, als früher gedacht wurde, ist nicht neu. Immer wieder kommt es in der Forschung zu neuen Erkenntnissen. Möchten Sie einmal hinter die Kulissen schauen und selbst Teil einer wissenschaftlichen Studie sein, haben Sie im BabyLab der Universität Potsdam die Gelegenheit.

Auch wenn Babys anfänglich fast immer nach Aufmerksamkeit verlangen, so sind auch Wachphasen, in denen Sie Ihr Kind nicht bespaßen, notwendig, damit das Gehirn die gewonnenen Informationen verarbeiten kann. Besonders am Anfang haben Kinder relativ oft fundamentale Bedürfnisse, wie Hunger und Durst. Oftmals ist es auch Angst, die Babys schreien lässt. Es bieten sich jedoch immer wieder kurze Momente, in denen Sie ein Baby nicht beschäftigen müssen.

Gewöhnen Ihr Kind daher von Anfang an daran, dass Sie zwar in der Nähe sind, aber auch den Haushalt erledigen oder sich mit anderen Menschen unterhalten. In dieser Zeit können sich neue Synapsen verbinden, um Gelerntes zu verarbeiten und abzuspeichern.
Prasseln hingegen immer wieder neue Informationen auf ein Kind ein, so fehlt die Möglichkeit, die so wichtigen neuronalen Strukturen auszubilden. Neue Reize sind gut und wichtig, es bedarf allerdings auch stetiger Wiederholung sowie bewussten Pausen, um die Sinne zu schärfen.

Tipp: Verlangt Ihr Baby derzeit nicht nach Ihnen, stören Sie es nicht. Damit lenken Sie Ihr Kind nur unnötig ab und verändern den Fokus. Die ohnehin nur schwach ausgeprägte Konzentration leidet und ein Kind reagiert in Zukunft schneller auf Ablenkungen.

4. Spielsachen, um Babys zu beschäftigen

Kind ist umgeben von Babyspielzeug

Kaufen Sie Babyspielzeug bewusst ein.

Inzwischen gibt es unzählige Spiele für Babys, die verschiedene Ideen verfolgen. Einige Lernspiele oder Bewegungsspiele sind durchaus sinnvoll, sollten allerdings so beschaffen sein, dass sie die kindliche Kreativität fördern und nicht zu Passivität verleiten.

Blinkende Lichter, eine große Geräuschkulisse und all das, ohne viel tun zu müssen – so senken Sie das Aktivitätslevel Ihres Kindes und das kommt deutlich schneller zu Langeweile und Geschrei.

Versuchen Sie daher bei der Wahl der Spielzeuge darauf zu achten, dass diese nicht alleine funktionieren, sondern ein Baby stets etwas tun muss, damit das Spielzeug sinnvoll ist. Eine Knisterfolie macht nur dann Spaß, wenn Kinder sie aneinander reiben. So lernen Babys zugleich, selbst Geräusche zu erzeugen. Bälle sind nicht von sich aus faszinierend, sondern können gerollt, geworfen oder in den Mund genommen werden.

Hinweis: Etwas Langeweile fördert die Kreativität. Sie können dies ganz einfach testen, indem Sie einmal für ein paar Stunden auf Smartphone, Tablet und Fernseher verzichten, um ganz bei sich zu sein.
Früher oder später kommen Ihnen ganz bestimmt ein paar gute Ideen.

5. Unternehmungen mit einem Baby

Nach der Schwangerschaft ist der Bauch noch etwas zu dick und viele Mütter fühlen sich anfänglich erschöpft. Schreit nun noch ein Baby, stehen viele Frauen kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Anstatt jedoch zu viel Zeit zu Hause verbringen, können Sie Ihr Leben auch mit einem Baby etwas umgestalten und gemeinsame Erfahrungen machen.

Mutter macht Sport am Buggy

Kinder und Sport schließen sich keineswegs aus.

In der folgenden Liste finden Sie einige Unternehmungen mit einem Baby:

  • Gemeinsame Spaziergänge: Frische Luft sorgt für einen klaren Kopf. Die Bewegung aktiviert Ihren Körper und zugleich stärken Sie das Immunsystem Ihres Nachwuchses.
  • Babymassagen: Gehen Sie zu einer Babymassage oder führen Sie diese selbst durch, um Ihrem Kind diese Sinneserfahrung nicht vorzuenthalten. Im Gegensatz zur klassischen Massage handelt es sich bei der Babymassage jedoch eher sanfte Streicheleinheiten, die die Zuneigung verdeutlichen.
    Die nonverbale Kommunikation entspannt Sie und Ihr Kind.
  • Sport: Beim Buggy fit können Sie selbst sich etwas auspowern, während die meisten Kinder schlafen.
    Gehen Sie indes zum Babyschwimmen, steht Ihr Schützling im Fokus und kann sich im Wasser austoben.

Nutzen Sie diese und weitere Möglichkeiten, um neue Reize zu setzen und gleichzeitig für etwas Entspannung zu sorgen. So gestalten sich auch stressige Tage wesentlich angenehmer.

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