Kind will nicht alleine schlafen: Gründe und Tipps zum Umgang

Datum: 11. März 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Kind will nicht alleine schlafen
  • Kinder suchen automatische die Nähe eines Elternteils. Dies gilt auch nachts, um sich in Sicherheit zu wissen.
  • Im Kindergartenalter ist die Fantasie bei Kindern besonders ausgeprägt, sodass es nicht nur zu Rollenspielen, sondern auch zu der Vorstellung des Monsters unter dem Bett kommt.
  • Vielen Kindergartenkindern hilft ein Einschlaflicht sowie die Sicherheit, im Notfall ins elterliche Bett flüchten zu dürfen.

Endlich mal wieder durchschlafen und das ganze Bett für sich haben – davon träumen viele frischgebackene Eltern. Leider ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Kinder sich im eigenen Bett direkt wohlfühlen.

Aber warum ist das eigentlich so? Wie kommt es, dass ein Kind nicht alleine schlafen will? Und welche Möglichkeiten gibt es, daran etwas zu ändern? In unserem Artikel gehen wir nicht nur auf die Gründe für das problematische Einschlafverhalten mancher Kinder ein, sondern zeigen Ihnen auch Wege, wie Sie Ihre Kleinen langsam aber sicher ans alleinige Einschlafen gewöhnen können.

1. Die Natur ist Schuld

Mutter mit schlafendem Säugling auf dem Arm

Bei körperlicher Nähe schlafen Babys besonders gut ein.

Kinder haben eine ganz besondere Verbindung zu ihren Eltern. Das ist auch gut so, manchmal jedoch etwas belastend, wenn sie permanent Liebe und Nähe suchen und auch in der Nacht nicht davon zu überzeugen sind, dass etwas Abstand ganz sinnvoll sei.

Wenn Ihr Baby nicht alleine schläft, ist dies eigentlich ganz logisch. Ihr Baby ist permanent auf Sie angewiesen. Während der Schlafenszeit muss also dafür gesorgt werden, dass jemand aufpasst. Da Ihr Baby ansonsten schutzlos ist, bekommt es schnell Angst und ist nicht in der Lage, allein einschlafen zu können.

Ein häufiges Einschlafritual vieler Familien besteht darin, dass die Mutter oder der Vater ihrer Tochter oder ihren Sohn abends auf dem Arm haben und darauf warten, dass der Schlaf langsam über sie kommt.
Diese kleine Einschlafhilfe macht bei einem Kleinkind zwar durchaus Sinn, kann jedoch später noch zum Problem werden.

Wacht Ihr Baby nun nach ein paar Minuten oder hoffentlich Stunden wieder auf und befindet sich allein im Zimmer, fängt es meist an zu weinen. Befinden Sie sich in der Nähe, sind schnell da und nehmen es auf den Arm, entspannt sich die Lage meist rasch und es kann weitergeschlafen werden. Daher schlafen viele Kinder auch beim Stillen ein.

Tipp: Wenn Ihr Baby nicht alleine schläft, ist dies völlig normal. Mit ein paar Tipps gelingt es Ihnen jedoch, den Umzug ins eigene Bettchen leichter zu machen.

2. Das richtige Alter, um allein zu schlafen

Kind weint im eigenen Bett

Kinder müssen sich erst an die Umstellung gewöhnen.

Dass ein Kind anfangs nichts alleine schlafen will, ist verständlich. Begreift es jedoch allmählich, dass Mama und Papa nebenan sind und keine Gefahr besteht, ist es an der Zeit, zu üben.

Vielen Kindern hilft eine Art Schlafbegleitung, bei der die Kinder schrittweise lernen, dass sie in Sicherheit sind. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt und beginnen Sie nicht zu früh, warten Sie jedoch auch nicht zu lange damit.

Auch wenn die Entwicklung von Kind zu Kind sehr unterschiedlich verläuft, ist es eher unüblich, Kinder im ersten Lebensjahr allein schlafen zu lassen.
Danach liegt es an Ihnen, eine eigene Grenze zu finden. Ein 4-jähriges Kind sollte jedoch in der Lage sein, allein zu schlafen. Wenn ein 6-jähriges Kind noch nicht alleine schlafen kann, ist dies eher ungewöhnlich und in den meisten Fällen auf den Erziehungsstil zurückzuführen.

Tipp: Es gibt kein optimales Alter, ab wann Kinder allein schlafen sollten. Achten Sie jedoch auch auf Ihre Bedürfnisse als Paar, die nicht untergehen sollten.

3. Tipps, um das Einschlafen im eigenen Bett zu lernen

Haben sich Kinder erst einmal daran gewöhnt, auf dem Arm von Mama oder Papa einzuschlafen, dauert es unter Umständen lange, bis die nötige Sicherheit auch anders erreicht ist.
Legen Sie Ihr Kind abends ins eigene Bettchen und gewöhnen Sie sich ein übliches Einschlafritual an. Bleiben Sie anfänglich so lange in der Nähe, bis Ihr Kind tatsächlich eingeschlafen ist.

Kind liegt mit einem Kuscheltier im Bett

Mit Kuscheltieren klappt das Einschlafen meist besser.

Direkter Körperkontakt ist dafür nicht notwendig. Ihr Kind merkt auch so, dass Sie in der Nähe sind und es sich in Sicherheit befindet.

Denken Sie sich ein eigenes abendliches Ritual aus oder orientieren Sie sich an den folgenden:

  • gemeinsames Lesen
  • ein Lied zusammen singen
  • kurzes Kuscheln

Kurze lustige Momente, wie jeden Abend gegen den Kleiderschrank zu laufen, sind gute Wege, um die Stimmung zu lockern. Achten Sie allerdings darauf, das Ritual nicht allzu sehr auszudehnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihr Kind sehr aufgekratzt ist und nicht müde wird.

Hinweis: Im Schnitt benötigen Kinder ein bis zwei Wochen, bis sie sich an die Umstellung gewöhnt haben. Seien Sie also geduldig, wenn sich in den ersten paar Tagen noch nichts verbessert.

Klappt das Einschlafen zunehmend besser, verkürzen Sie langsam die abendlichen Rituale. Nach einiger Zeit sollte der Gute-Nacht-Kuss ausreichen, um Ihrem Kind zu signalisieren, dass es in Sicherheit einschlafen kann.

4. Wenn Kinder nicht mehr allein schlafen können

Hand kommt unter dem Bett eines Kindes hervor

Die kindliche Fantasie macht es manchmal schwer, alleine einzuschlafen.

Nicht nur die Umgewöhnung vom elterlichen Bett, oder der Wiege direkt daneben, zum Schlafen im eigenen Zimmer, stellt Kinder vor eine Herausforderung.

Viele Kinder, die bereits gut allein schlafen konnten, haben in der Kindergartenzeit wieder Probleme damit. Will Ihr Kind nicht mehr allein schlafen, liegt dies oftmals an der starken Fantasie. In dieser Phase entwickeln Kinder auf einmal Ängste vor der Dunkelheit, denken an das Monster im Schrank oder fürchten sich vor Schatten an der Wand.

Diese Zeit ist völlig normal. Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, schauen Sie unters Bett und in den Schrank und überzeugen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind, dass dort nichts lauert.

Bleiben Sie nun wieder etwas länger am Bett sitzen und geben Sie Ihrem Kind die Chance, so einschlafen zu können. Sobald dies wieder etwas besser funktioniert, können Sie langsam den Abstand erhöhen.

Besonders wichtig ist allerdings, dass Ihr Kind die Sicherheit hat, zu Ihnen kommen zu dürfen. Auch große Kinder haben hin und wieder Ängste.

Achtung: Indem Sie Ihr Kind zwingen, selbst einzuschlafen oder es nachts schreien lassen, vergrößern sich die Probleme meist deutlich. Zusätzlich leidet das Vertrauen, dass immer jemand in der Nähe ist.

Denken Sie immer daran, dass Erziehung stets individuell ist. Wenn Sie das Gefühl haben, es sei für die Gesundheit Ihres Kindes nicht förderlich, allein zu schlafen, fühlen Sie sich nicht verpflichtet, dies durchzusetzen, auch wenn einige Forscher dies anders sehen und davon ausgehen, Kinder sollten allein schlafen.

Tipp: Im Laufe der Zeit verringert sich die Schlafdauer deutlich. Verkürzen Sie daher schrittweise den Mittagsschlaf oder lassen Sie diesen gänzlich ausfallen, wenn es zu Einschlafschwierigkeiten kommt.
Nach ein paar Tagen gewöhnen sich die meisten Kinder an den veränderten Rhythmus.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (27 Bewertungen, Durchschnitt: 4,70 von 5)
Loading...

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Verwandte Beiträge