Fliegen mit Kindern: So starten Sie entspannt in die Flugreise

spielzeug im flugzeug
  • Fliegen mit Kindern bedeutet einen Mehraufwand für Sie bis zur Reise und im Flugzeug. Das heißt: Sie müssen sich um die mentale Vorbereitung Ihres Kindes im Vorfeld kümmern sowie darum, dass alles im Handgepäck verstaut wird, was über den Wolken benötigt wird.
  • Früher reisten Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren noch kostenlos. Heute verreisen Sie auf Ihrem Schoß oder auf dem eigenen Platz zum Kindertarif. Ab zwei Jahren muss das Kind im eigenen Sitzplatz Platz nehmen, dann steigen auch die Kosten für die Flugreise mit Kind.
  • Erkundigen Sie sich im Vorfeld genau, was Ihre Airline tut, um Ihnen das Fliegen mit Kindern so angenehm wie möglich zu gestalten. Es ist üblich, dass einige Spielzeug am Bord oder spezielles Essen anbieten.

Sie haben bereits Ihre Urlaubsplanung abgeschlossen und es soll auf die Kanaren oder gar zu Verwandten in die USA oder an einen anderen Ort gehen, der nicht mit dem Auto oder mit dem Zug zu erreichen ist? Dann haben Sie nun zwei Möglichkeiten: Entweder Sie sorgen sich um Ihr Kind, das sich gerade in der Trotzphase befindet, am liebsten den ganzen Tag toben würde und beschwören Panikszenarien herauf, wenn Turbulenzen drohen und Ihr Kind angeschnallt im Sitz verweilen muss … Oder Sie studieren und befolgen unsere Tipps zum Fliegen mit kleinen Kindern in diesem Beitrag und gehen sowohl gut vorbereitet als auch möglichst entspannt in den Urlaub.

1. Bereiten Sie Ihr Kind spielerisch auf die Flugreise vor

vorbereitung auf flug mit kindern

Um gut vorbereitet ins Flugzeug zu steigen, sollte Ihr Kind wissen, was dort passiert. Erklären Sie es ihm mithilfe von Rollenspielen oder Büchern.

Mit einem einjährigen Kind oder mit einem zweijährigen Kind auf Flugreise zu gehen, ist eine Herausforderung – allerdings vor allem aus zwei Gründen: Zum einen wird Ihr Handgepäck vermutlich überquellen und zum anderen ist es mitunter recht schwierig so junge Kinder auf die Sondersituation im Flugzeug vorzubereiten. Versuchen Sie es dennoch. Nutzen Sie Bilderbücher, Hörbücher und Rollenspiele, um Ihrem Kind im Vorfeld zu zeigen, was es im Flugzeug zu erwarten hat. Als Flugkapitän, Stewardess oder Passagier bekommt Ihr Kind eine Vorstellung von der ersten Flugreise.

Machen Sie Ihrem Nachwuchs klar, dass das Toben im Flugzeug tabu ist und das es zur Sicherheit möglichst immer angeschnallt auf dem Platz sitzen sollte. Nehmen Sie ihm aber auch die Angst vor dem Unbekannten. Erzählen Sie ihm wie schön es ist, die Wolken von oben zu sehen. Videos dazu gibt es genügend, vielleicht finden Sie sogar Kinderlieder oder Lieder für Erwachsene zum Mitsingen (Tipp: „Über den Wolken“). Drohen Sie nicht mit der bösen Flugbegleiterin, dieser Schuss könnte nach hinten losgehen.

Tipp: Viele Airlines bieten kostenloses Spielzeug oder Malutensilien an. Sie können Ihrem Nachwuchs also eine kleine Überraschung im Flugzeug versprechen. Das sollten Sie aber im Voraus abklären, genauso wie eventuelle Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien, die es zu beachten gibt, wenn Sie auf einem Langstreckenflug auch Essen serviert bekommen.

2. Packen Sie das Handgepäck mit Blick auf Ihr Kind und die Flugzeit

Das, was Sie und Ihr Kind benötigen, um das Fliegen mit Kindern entspannt und kurzweilig zu gestalten, muss natürlich ins Handgepäck. Allerdings sollten Sie eben dieses auch mit Blick auf die Bedürfnisse Ihres Kindes und die Flugzeit noch einmal mit prüfendem Blick checken.

Ein Puzzle mit 500 Teilen bei einem Flug nach Mallorca ist also eher nicht zu empfehlen. Verzichten Sie bei Spielzeug auf Spiele mit Kleinteilen. Diese fallen gerne runter und sind dann plötzlich unauffindbar. Das könnte Ihr Kind zum Schreien bringen. Vielmehr sollte ein Stofftier mit dabei sein. Damit kann Ihr Kind kuscheln und es festhalten, wenn doch ein mulmiges Gefühl aufkommt. Babys brauchen vermutlich ihren Schnuller.

Vielleicht blättert/liest Ihr Kind gerne in einem (Bilder-)Buch. Geht es weiter in die Ferne und die Flugzeit ist entsprechend lang, könnten Sie auch einen Film auf dem Smartphone oder auf dem Tablet mit an Bord nehmen. Um die anderen Passagiere nicht zu stören, geben Sie Ihrem Kind geeignete Kopfhörer.

Tipp: Viele Airlines bieten ein eigenes Unterhaltungsprogramm an. Fragen Sie dazu am besten vor der Reise nach.

3. Kindgerechte Verpflegung versüßt Ihrem Nachwuchs die ungewohnte Situation

Gummibärchen auf weißem Grund

Das Kauen von Bonbons oder Gummibärchen erleichtern es Ihrem Kind den Druck auf den Ohren nach dem Start loszuwerden.

Die Verpflegung darf auch bei einer Flugreise nicht zu kurz kommen. Bieten Sie Ihrem Kind genügend Auswahl an, so ein Flug ist ja schließlich nichts Alltägliches. Dabei dürfen schon mal mehr Süßigkeiten als normal genascht werden. Vergessen Sie nicht etwas zum Kauen einzupacken, zum Beispiel Kaugummi oder Gummibären. Das kann gerade beim Druckausgleich während dem Start oder der Landung helfen.

Da nicht immer gratis Getränke angeboten werden, nehmen sie idealerweise genügend Getränke und die eigene Trinkflasche Ihres Kindes mit ins Flugzeug. Diese sollten Sie allerdings erst nach dem Sicherheitscheck kaufen, da Flüssigkeiten im Flugzeug nicht zugelassen sind. Bei Babynahrung gibt es mitunter Ausnahmeregelungen.

4. Packen Sie ein kleines Notfallset für die Zeit an Bord

Benötigt Ihr Kind spezielle Medikamente, die auch während des Fluges eingenommen werden müssen? Auch diese gehören ins Handgepäck. Zusätzlich gehören Schmerzmittel, etwas gegen Übelkeit und ein Nasenspray mit abschwellender Wirkung zur Bordapotheke. Letzteres kann beim Druckausgleich behilflich sein, der Ihr Kind gerade dann besonders schwer trifft, wenn es eine Erkältung hat. Medikamente sollten Sie grundsätzlich beim Sicherheitscheck angeben, auch harmlose, die nur der Linderung der Beschwerden einer Erkältung dienen.

Nicht zuletzt packen Sie noch ein zweites Set Kleidung ein. Die Temperatur im Flieger kann zu kalt oder zu warm sein, Ihrem Kind könnte es schlecht werden und es muss sich übergeben. Mit einem einjährigen Kind oder mit einem zweijährigen Kind gehören genügend Windeln ebenfalls mit in Ihr Handgepäck.

5. Lassen Sie die Airline wissen, dass ein Kind an Bord ist

kind schläft im flugzeug

Für ein Baby unter zwei Jahren müssen Sie keinen eigenen Sitzplatz im Flugzeug buchen – außer Sie bringen einen Autositz der Sicherheit wegen mit.

Jede Airline wird sich darum bemühen, Ihnen das Fliegen mit Kindern so angenehm wie möglich zu gestalten. Für Reisepass, Impfpass, Medizin und kindgerechte Verpflegung sollten Sie sorgen. Für diese Punkte können Sie sich mit der Airline kurzschließen:

  • Sie können das Personal am Schalter fragen, ob die Sitzplätze nebeneinander liegen. In aller Regel ist das leicht zu realisieren, wenn Sie nicht die Letzten beim Check-In sind. Je nach Airline können Sie auch am Abend vor Ihrem Flug online einchecken – und dabei die Sitze frei wählen.
  • Grundsätzlich sollten Sie auf die Buchung von Direktflügen achten, denn ein Umsteigen ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Ist das nicht möglich, können Sie anmelden, dass Sie bei der Zwischenlandung ggf. den Buggy benötigen. So erleichtern Sie sich selbst das Umsteigen von einer Maschine in die nächste.
  • Gehen Sie unbedingt vor dem Boarding noch einmal mit Ihrem Kind auf die Toilette. Zwar gibt es im Flugzeug auch eine Toilette, doch diese sind in der Regel eng und nicht sehr vorteilhaft. Am Flughafen funktioniert das deutlich entspannter.

Tipp: Eine spezielle Sitzerhöhung für Kinder im Flugzeug gibt es in der Regel nicht. Stattdessen steht es Ihnen frei, den Autositz bei der Airline anzumelden und dadurch Ihr Kind im Flugzeug ausreichend zu sichern. Hinweis: Kinder unter zwei Jahre müssten keinen eigenen Sitzplatz buchen (dann entstehen häufig auch keine Kosten). Möchten Sie Ihr Kind jedoch im eigenen Sitz fliegen lassen, fallen Kosten an, die in der Regel auf Niveau eines Kindertarifs liegen.

6. Fliegen mit Kindern heißt: Langeweile und Unruhe sollten nicht aufkommen

Sitzen Sie erst im richtigen Flugzeug, haben Sie es geschafft. Der größte Stress ist nun vorbei! Alles was jetzt noch zu tun ist, ist Ihrem Kind die Flugreise so ruhig und kurzweilig wie nur möglich zu gestalten. Während der Unruhe des Boardings können Sie bereits mit dem Unterhaltungsprogramm starten. Ein kleines Spiel à la „Ich sehe was, was du nicht siehst“ kann schon beruhigend wirken.

Wenn es an den Start geht, bieten Sie Ihrem Kind einen Kaugummi oder ein Getränk an, das kann dem Druck in den Ohren entgegenwirken. Ist die Flughöhe erstmal erreicht, kann die Maschine erkundet werden. Zeigen Sie dem Nachwuchs, wo die Toilette ist und wie sie aussieht.

Kommt es dennoch zu einer Stresssituation, regen Sie sich nicht auf und bleiben Sie souverän. Ausnahmesituationen verlangen manchmal auch Ausnahmereaktionen. Geben Sie Ihrem Kind ein extra Bonbon oder lassen Sie es mit Ihrem Smartphone spielen. Sie können aber auch eine Überraschung versprechen, wenn es ruhig bleibt und nicht nörgelt.

Tipp: Für die Reise des Kindes ohne Eltern oder ohne Vater oder oder ohne Mutter (also mit nur einem Elternteil) hält der ADAC online nicht nur wichtige Tipps vor, sondern auch Downloads mit entsprechenden Vollmachten, die Ihr Kind mitführen muss. Auch beim Fliegen mit fremden Kindern gelten besondere Regelungen.

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