Rollenspiele für Kinder: So schulen Sie die Fantasie Ihres Kindes

Mädchen als Ärztin
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  • Im Alter von ungefähr drei Jahren beginnen Kinder damit, sich die ersten Rollenspiele auszudenken. Diese mal mehr, mal weniger komplexen Rollenspiele begleiten die Kids nicht selten bis in die frühe Schulzeit.
  • Mithilfe der Rollenspiele entwickeln die Kinder wertvolle soziale, emotionale und kreative Kompetenzen, die für das spätere Erwachsenenleben wichtig sind.
  • Erwachsenen obliegt es, die passenden Rahmenbedingungen für gelingende kindliche Rollenspiele zu schaffen.

Kinder beginnen oft von ganz alleine, selbst ausgedachte Rollenspiele zu spielen. Je älter sie dabei werden, desto detaillierter und kreativer werden die Spiele. Neben Spaß und Beschäftigung unterstützen die Spiele wichtige Entwicklungen der Kinder.

Wir verraten Ihnen im nachfolgenden Ratgeber, warum Rollenspiele für die Entwicklung der Kinder wichtig sind, welche Kompetenzen die Kinder durch die Spiele erlernen und welche Rollenspiele für Kinder besonders gut geeignet sind.

1. Warum die Rollenspiele für die Entwicklung des Kindes so wichtig sind

Sicher haben Sie festgestellt, dass kleine Kinder oftmals ganz einfache Ideen und Geschichten entwickeln, in denen beispielsweise lediglich zwei Akteure vorkommen ( zum Beispiel“Katzenmama” und “Katzenbaby”). Spätestens mit dem beginnenden vierten Lebensjahr aber, wenn alle Kinder richtig zu sprechen gelernt haben, überlegen sie sich kompliziertere Rollenspiele. Sie lernen zu diesem Zeitpunkt, das reale Geschehen vom Rollenspiel zu trennen.

Im Grundschulalter kommt zum fiktiven Rollenspiel häufig das darstellende Spiel hinzu. Unter der Anleitung eines erfahrenen Lehrers oder Pädagogen sind die Kinder schließlich dazu fähig, eigene szenische Aufführungen auszuarbeiten und diese vor Publikum aufzuführen. Diese Rollenspiele finden in kleinen Gruppen mit gleichaltrigen Kindern statt und sollten von den Erwachsenen und Eltern gefördert statt unterbunden werden.

Für die kindliche Entwicklung sind die Rollenspiele aus folgenden Gründen besonders wichtig:

  • Die Kinder beginnen gewissermaßen, sich in die Welt der Erwachsenen “einzudenken”. Sie spielen reale Situationen aus dem Alltagsgeschehen nach und eignen sich auf diese Weise Kompetenzen an, die für das spätere Leben als Erwachsener wichtig sind. Hierbei lernen die Kinder erstmals, ihre Positionen, Aufgaben und Rollen im weiteren Lebensverlauf zu definieren und sich spielerisch damit zu beschäftigen.

    Verkleidete Kinder

    Rollenspiele stärken das Selbstbewusstsein der Kinder.

  • Im Spiel lernen die Kinder, sich in andere Personen oder Tiere hineinzuversetzen. Ob Mutter, Vater, Hund, Tierarzt, Feuerwehrmann oder Busfahrer: bedingt durch die unterschiedlichen Sichtweisen entwickeln die Kinder wichtige soziale Fähigkeiten, um die Welt einmal “mit anderen Augen zu sehen”.
  • Kinder eignen sich im Rollenspiel wichtige soziale Kompetenzen an. Sie lernen, Absprachen zu treffen, Rollen gerecht zu verteilen und Konflikte untereinander fair zu lösen.
  • Durch das Rollenspiel lernen Kinder den Umgang mit Regeln kennen. Kinder verstehen im Spiel, wozu die Regeln gedacht sind und halten sie selbst dann ein, wenn sie diese im Alltag nicht befolgen würden. Dies hängt mit der jeweiligen Rolle zusammen, mit der sich die Kinder in diesem Moment identifizieren.
  • Ein Rollenspiel hilft den Kindern, Ängste abzubauen und das Geschehen aus dem Alltag sinnvoll zu verarbeiten. Ebenso bietet das gemeinsame Spiel dem Kind eine Plattform, um seine inneren Konflikte auszuleben, beispielsweise das zu verarbeiten, was Zuhause bei den Eltern als unerwünschtes Verhalten gilt.
  • Nicht zuletzt verbessert das Rollenspiel die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Kinder.

1.1. Diese Vorteile bringen Rollenspiele in der späteren Entwicklung

Positiv beeinflussbare Eigenschaften Erläuterung
Kreativität Kinder, die gemeinsam mit gleichaltrigen Kids oft in fantasievolle Rollen schlüpfen, nehmen einige wichtige Kompetenzen für ihr späteres Erwachsenenleben mit, die sich vorteilhaft auf ihren Lebensverlauf auswirken. Im Rollenspiel testen Kinder ihre Ideen aus und überlegen sich immer neue und umfangreichere Spielvarianten. Dieser Aspekt beeinflusst die Kreativität. Diese Eigenschaft ist im späteren Leben von entscheidender Bedeutung. Ein Erwachsener benötigt in ausreichendem Maße Kreativität, um sein berufliches und privates Leben zufriedenstellend und erfüllt zu gestalten.
Sozialverhalten und emotionale Empathie Ein weitere wichtige Kompetenz, die durch das Rollenspiel geschult wird, ist das Sozialverhalten und die damit verbundene emotionale Empathie. Kinder lernen im Rollenspiel, die Ideen der anderen zu akzeptieren und fühlen sich spielerisch in ihr Gegenüber ein. Diese Eigenschaft ist im Erwachsenenleben wichtig, um anderen Sichtweisen gegenüber tolerant zu sein und sich im Berufsleben auf unterschiedliche Charaktere einzulassen.
Selbstbewusstsein Rollenspiele machen Kindern nicht nur Spaß, da sie ihre Fantasie anregen, sondern stärken darüber hinaus das Selbstbewusstsein der Kids. Vor allem für 2-Jährige oder 3-Jährige, aber auch für Vorschulkinder ist der Aufbau eines gesunden Selbstwerts für das spätere Leben von entscheidender Bedeutung. Mit den selbst geschaffenen Erfolgserlebnissen der Rollenspiele sind die Kleinen in der Lage, mit realen Niederlagen oder Rückschlägen besser umzugehen. Auf diese Weise lernen sie, als Erwachsener souverän und sicher mit kleinen Verlusten oder Streitigkeiten umzugehen, ohne an Selbstwert zu verlieren.

Übrigens: Nicht zuletzt lernen die Kinder, indem sie Rollenspiele spielen, einen ersten Bezug zu ihrer eigenen Geschlechtsidentität. Für das spätere Leben ist dies insofern relevant, da der Umgang mit dem eigenen oder fremden Geschlecht durch das frühzeitige Rollenspielen leichter fällt.

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2. Rollenspiele im Kontext der Pädagogik: So gestalten Pädagogen und Erzieher das Spiel

Mädchen mit Krone

Die ersten Rollenspiele sollten nicht zu kompliziert sein, allerdings auch nicht zu klischiert.

Für Erzieher und  Pädagogen ist es von entscheidender Bedeutung, für ein gemeinsames, motiviertes Rollenspiel der Kinder in einer ruhigen Umgebung zu sorgen. Dies gelingt, wenn sie die Aspekte der nachfolgenden Tabelle für das Rollenspiel berücksichtigen.

Nicht immer ist es leicht zu entscheiden, zu welchem Zeitpunkt ein Erzieher im Rollenspiel interagieren soll oder nicht. Die unten aufgeführte Pro- und Contraliste soll diese Entscheidung erleichtern.

  • Erzieher geben Themen vor und halten Anregungen für die Kinder bereit
  • Der Erzieher kann das Materialdepot stellen und den Spielanfang des Rollenspiels erleichtern
  • Es besteht die Gefahr, dass der Erzieher ein unpassendes Thema anstößt, von dem sich die Kinder innerlich distanzieren. Die Gedanken und Gefühlswelten der Kinder sollten stets im Vordergrund stehen
  • Eine detaillierte und ununterbrochene Anleitung der Kinder kann sich störend auf den Spielfluss auswirken

Weitere hilfreiche Anregungen für Pädagogen und Erzieher stellt die “Weiterbildungsinitiative frühpädagogische Fachkräfte” bereit. Wie eine inszenierte, von Erziehern organisierte Theater-Aufführung aussehen kann, zeigt das nachfolgende Video der KITA Waltersdorf:

2.1. Wie Eltern Rollenspiele für Kinder unterstützen

Eltern haben verschiedene Möglichkeiten, das Rollenspiel ihrer Kinder aktiv zu unterstützen. Der erste Schritt besteht darin, das Rollenspiel authentisch aufzubauen. Dies gelingt mit den passenden Requisiten, mit denen die Kinder ihre Fähigkeiten im Rollenspiel erwerben und ausleben. Bestenfalls legen Sie sich für Ihr Kind eine “Materialsammlung” mit Verkleidungen, Schmuck, Tüchern, Tüten und anderen nützlichen Gegenständen an.

Tipp: Die Liste der Requisiten und Kostüme muss nicht vollständig sein. Im Kinderzimmer und eigenen Zuhause liegen viele brauchbare Gegenstände herum, die sich mit etwas Fantasie spontan ins Spiel einbringen lassen. Am wichtigsten ist im Hinblick auf die Kinder, dass es sich um authentische Gegenstände handelt, welche der Nachwuchs aus eigenem Erleben kennt.

Als verantwortungsbewusster Elternteil ist es immer eine gute Idee, Ihrem Kind die Regie über das Rollenspiel zu überlassen, sofern Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf dem Kindergeburtstag oder zu einem anderen Anlass in fantasievolle Rollen schlüpfen. Fragen Sie Ihr Kind spielerisch, welche Rolle Sie im Geschehen einnehmen sollen.

Es kann in bestimmten Situationen ebenfalls sinnvoll sein, sich als Erwachsener in die Kindergruppe der Rollenspieler einzubringen. Dies gilt besonders dann, wenn eines der Kinder beim Spiel zu kurz kommt und ein anderes Kind dauerhaft übervorteilt wird. An dieser Stelle können Sie als Erwachsener eingreifen und das Rollenspiel kurzzeitig in eine andere Richtung lenken.

Hinweis: In der Psychologie wird oft diskutiert, ob Eltern eingreifen sollen, wenn sie besonders aggressive Rollenspiele bei Kindergartenkindern erleben. Hier ist es nicht notwendig, sofort einzuschreiten und das Spiel zu unterbinden. Allerdings sollten Sie sich den Kindern gegenüber gesprächsbereit zeigen und signalisieren, dass Sie als Ansprechpartner für die erlebten Eindrücke zur Verfügung stehen.

2.2. Die schönsten Rollenspiel-Beispiele für jüngere und ältere Kinder

Bedeutung für die Medienerziehung

Laut Informationen des Medienkindergartens Wien ermöglichen Rollenspiele den Kindern, auf spielerische Weise Distanz zu den konsumierten Medieninhalten zu schaffen und auf diese Weise das intensiv Erlebte aus Film und Fernsehen zu verarbeiten.

Die ersten Rollenspiele für jüngere Kinder zwischen zwei und drei Jahren sollten noch nicht allzu kompliziert aufgebaut sein. So drehen sich die ersten Spiele um einfache Themen mit vertrauten Personen aus dem Umfeld.

Für diese Zeit empfehlen wir altersgerechte Rollenspiele wie “Vater, Mutter, Kind” oder, wenn die Rollenspiele unter gleichaltrigen Kindern stattfinden, einfache Szenen über Tiere und Menschen. Ein gutes Beispiel hierfür bildet das Feuerwehrmann-Szenario für Jungen, bei der ein tapferer Feuerwehrmann die Familie oder Tiere aus einem Haus rettet. Mädchen spielen in diesem Alter lieber Rollenspiele, in denen sie die Prinzessin sind oder als Tierärztin ein armes Haustier in Not verarzten.

Wenn Sie gemeinsam mit der gesamten Familie aktiv sein möchten, bieten sich verschiedene Geschichtenwürfel an. Das Prinzip dahinter ähnelt dem bei Erwachsenen sehr beliebten Pen & Paper, nur dass es sich hierbei um wesentliche einfachere Geschichten handelt. Die Würfel verfolgen das Ziel, aus allen darauf abgebildeten Symbolen eine verrückte Geschichte im Rollenspiel zu erfinden. Einige Hersteller produzieren Themenwürfel, die beispielsweise “Piraten” oder “Märchen” behandeln.

Ein hervorragendes Spiel für größere Kinder ab acht Jahren heißt “Werwölfe von Düsterwald”. Bei diesem Spiel bekommt jedes Kind mittels einer Karte eine Aufgabe zugeteilt, kann also entweder Werwolf oder Dorf- bzw. Waldbewohner sein. Das Ziel des Spiels besteht darin, die Wölfe und Waldbewohner zu enttarnen.

Achtung: Erwachsene vergessen allzu oft, dass es sich bei den Rollenspielen der Kinder um einen natürlichen Lernprozess handelt.

3. Fazit: Rollenspiele als Grundlage für den kindlichen Lernprozess anerkennen

Als Elternteil und Erzieher haben Sie die Aufgabe, zu einer ruhigen und kreativen Atmosphäre beizutragen , in der sich die Kinder ungestört altersgerecht entfalten können und dazu angeregt werden, sich spielerisch mit ihrem Alltag auseinanderzusetzen.

Zwei grobe Eckpfeiler sind hierbei für das Gelingen oder Nichtgelingen des kindlichen Rollenspiels verantwortlich: Zum einen die Beschaffung und Bereitstellung der Spielmaterialien, mit denen sich die Kinder idealerweise anschließend selbst beschäftigen. Zum anderen die Kenntnis um den Sinn und Zweck des Spiels und die damit verbundene Bereitschaft, das Rollenspiel der Kinder durch eigene Aktivität oder Anregung bei Bedarf zu unterstützen.

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