Verstopfung bei Kindern: So helfen Sie Ihrem Kind, bevor der Toilettengang zur Qual wird

Datum: 08. Januar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

obstipation bei kindern
  • Mediziner unterscheiden in eine akute Obstipation bei Kindern und in eine chronische Obstipation bei Kindern. Als chronisch gilt die Verstopfung bei Kindern, wenn die Symptome länger als drei Monate lang andauern.
  • Mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Raum zur Bewegung können Sie Ihrem Kind Hilfe bei Stuhlproblemen ermöglichen bzw. diese sogar vorbeugen.
  • Es gibt auch  Hausmittel gegen Verstopfung wie etwa Milchzucker, Trockenobst und weitere.

Hilfe, mein Kind hatte schon seit einem Tag keinen Stuhlgang mehr! Vielleicht kennen Sie Hilferufe wie diese aus dem Kreis junger Eltern oder haben sich schon selbst gefragt: Was hilft gegen Verstopfung bei Kindern? An dieser Stelle möchten wir zunächst einmal Entwarnung geben. Keine Panik, von einer Verstopfung bei Kindern spricht man nämlich erst, wenn Kinder seit mehr als drei Tagen ihr großes Geschäft nicht mehr verrichten konnten und dann unter Schmerzen harten Stuhl ausscheiden.

Der Gang zur Toilette könnte nämlich unterschiedlicher nicht sein: Manche Menschen haben drei Mal am Tag Stuhlgang, andere nur drei Mal in der Woche. Solange Ihr Kind in diesem Rahmen liegt, ist das völlig normal und unauffällig. Wie Sie Ihrem Kind helfen können, wenn es sich tatsächlich um eine Verstopfung handelt, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

1. Mediziner unterscheiden in eine akute Verstopfung und eine chronische Verstopfung

Bereits eingangs wurde erwähnt: Die Anzahl der Toilettenbesuche variiert von Mensch zu Mensch, aber dennoch gibt es Anzeichen, Indizien und Symptome, die für eine akute Obstipation bei Kindern sprechen und ebenso Symptome, die auf eine chronische Obstipation bei Kindern schließen lassen.

Die folgende Tabelle zeigt, woran welche Form der Verstopfung zu erkennen ist:

Chronische Verstopfung Akute Verstopfung
Symptome
  • starker Pressdruck
  • klumpiger Stuhl
  • blockierter Darmausgang
  • unvollständiger Toilettengang
  • seltener Stuhlgang
  • Brechreiz
  • Fieber
  • aufgeblähter Bauch
  • Bauchschmerzen
Dauer der Symptome drei Monate kurzfristig
mögliche Folgen chronische Obstipation muss operativ oder durch Medikamente behandelt werden Risiko eines Darmverschlusses

2. Die falsche Ernährung oder psychische Probleme können zur Verstopfung führen

mann hat schmerzen durch stuhlgang

Leidet Ihr Kind an Verstopfung, schmerzt der Stuhlgang. Das kann in einem Teufelskreis münden.

Wie bei fast allen Kinderkrankheiten sind auch die Ursachen einer Verstopfung breit gefächert. Ursächlich können Erkrankungen oder Entzündungen des Darms sein, funktionsgestörte Nerven im Darm und nicht zuletzt Störungen der Schilddrüse.

Ganz oft liegt es an der falschen Ernährung, denn generell nehmen viele Menschen zu wenig Ballaststoffe zu sich, trinken und bewegen sich zu wenig. Dieses Verhalten wird im ungünstigsten Fall automatisch weitergegeben oder von unseren Kindern kopiert.

Psychische Probleme münden nicht selten in einer Obstipation bei Kindern, das ist der medizinische Fachbegriff für die Verstopfung bei Kindern. So sind zum Beispiel Scheidungskinder eher gefährdet, Verstopfung zu bekommen als Kinder, die in glücklichen Familien aufwachsen, aber auch ein Umzug oder Konflikte in der Schule können ein möglicher Auslöser sein.

Ist es dann zu einer Verstopfung gekommen, wird Ihr Kind den Stuhlgang – das sogenannte Lösen – vielleicht mit Schmerzen verbinden. Dadurch wird er immer weiter zurückgehalten, was den Stuhl noch verhärtet. Das nächste Mal wird noch schmerzhafter und ein Teufelskreis beginnt.

3. Ein Röntgenbild beim Kinderarzt sorgt für eine klare Diagnose

Kind beim Kinderarzt mit Verstopfung

Der Gang zum Kinderarzt ist bei Verstopfungen unerlässlich. Er kann mögliche Ursachen feststellen und Sie beraten.

Wenn Sie feststellen, Ihr Kind leidet unter einer Verstopfung, dann wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt. Er wird Ihr Kind untersuchen und im Zweifelsfall eine Röntgenaufnahme veranlassen. Auch eine Ultraschalluntersuchung, Laboranalysen oder eine Darmspiegelung sind möglich. Schließlich muss sichergestellt werden, dass die Verstopfung keine organischen Ursachen hat. Ein Einlauf mit einem Klistier kann kurzfristig helfen, darf aber nicht zu oft angewandt werden. Der Darm kann sich daran gewöhnen und träge werden.

3.1. Verhindern Sie den Teufelskreis, in dem Sie die Stuhlkonsistenz beeinflussen

Achten Sie darauf, den Stuhl Ihres Kindes mit Blick auf die Ernährung möglichst weich werden zu lassen. Hat er eine weiche Konsistenz, ist eine schmerzlose Entleerung möglich.

Was hilft, um Ihr Kind beim „Lösen“ (also beim Stuhlgang) zu unterstützen, zeigt diese Liste:

  • Als „Weichmacher“ können Sie Feigensirup, Lactulosesaft oder Milchzucker geben, aber auch Trockenfeigen, Pflaumen und Öle sind bewährte Mittel gegen Verstopfung. Diese gelten als die gängigsten Hausmittel gegen Verstopfung.
  • Vermeiden Sie Bananen, kakaohaltige Produkte (Schokolade) und Fastfood. Diese Lebensmittel „stopfen“ und verhärten den Stuhl eher. Bieten Sie Ihrem Kind frisches Obst und Gemüse an, Salat oder Müsli.
  • Hilfe bei Verstopfung gibt es auch aus der Homöopathie: Sulfur, Silicea, Bryonia, Nux vomica und Lycopodium sind die Mittel gegen die Symptome der Verstopfung.

4. Mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und Zeit zum Essen verhindern Sie eine Verstopfung bei Kindern und fördern das „Lösen“

kind isst obst und gemüse

Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit Obst und Gemüse hilft der Verdauung Ihres Kindes.

Eine Verstopfung ist für Ihr Kind sehr belastend. Was hilft, sind Hausmittel und einfach zu befolgenden Tipps zu Bewegung, Ernährung und Essgewohnheiten, um eine Verstopfung zu verhindern.

  • Bieten Sie Ihrem Kind viel Raum für Bewegung, es muss sich austoben können.
  • Ein regelmäßiger Gang aufs Klo kann den Darm trainieren, daher ist es sinnvoll Rituale zu schaffen.
  • Eine Bauchmassage am Morgen kann Wunder wirken.
  • Ernähren Sie Ihr Kind ballaststoffreich, das hilft der Verdauung.
  • Geben Sie Ihrem Nachwuchs viel Zeit auf dem WC, fragen Sie niemals ungeduldig nach: Wie lange dauert das noch?
  • Helfen Sie Ihrem Kind mit einem Toilettenhocker dabei, eine 35-Grad-Haltung auf der Toilette einzunehmen. Das begünstigt die Entleerung des Darms.
  • Lassen Sie bei der Mahlzeit keine Hektik aufkommen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind gewissenhaft kaut, schließlich startet die Verdauung schon im Mund.
  • Bieten Sie Ihrem Kind nach dem Aufstehen ein Glas Saft oder Wasser an und regen Sie Ihr Kind zum Trinken an, denn zwei Liter täglich sollten es schon sein.
  • Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für Entspannung.
  • Achten Sie auf viel frisches Obst und Gemüse, gerne auch als Saft gegen Verstopfung.
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