Allergien bei Kindern: Ursachen, Symptome und Tipps zum Umgang

Datum: 06. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Kind auf Wiese mit Heuschnupfen
  • Entwickeln Kinder eine Allergie, sollten Sie einen Termin bei einem Allergologen vereinbaren.
  • Es besteht die Möglichkeit, mit einer spezifischen Immuntherapie die Ursache der Allergie zu behandeln oder aber mit Medikamenten die Symptome abzumildern.
  • Durch ein zweistufiges Testverfahren lassen sich die einzelnen Allergene feststellen, gegen die das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper bildet.

Immer häufiger bekommen Kinder eine Allergie. Laut der KIGGS-Studie leiden etwa 11 % aller Kinder und Jugendlichen unter Heuschnupfen. Bei etwa 6 % der Kinder ist zudem Asthma zu beobachten.
Aber wodurch entstehen Allergien überhaupt und sind sie heilbar? In unserem Ratgeber beschäftigen wir uns daher mit der Frage, welche Allergien es gibt, welche Folgen dies hat und inwieweit eine Behandlung Abhilfe schaffen kann.

1. Eine Allergie ist eine Überreaktion des Körpers

Abwehr gegen Pollen

Kinder mit einer Allergie gegen Pollen bilden Antikörper gegen den harmlosen Blütenstaub.

Eine Allergie entsteht immer dann, wenn der Körper versucht, vermeintlich krankmachende Stoffe abzuwehren. Bei Erkältungsviren und Bakterien ist dieses Vorgehen vollkommen richtig und hilft, dass Sie gesund bleiben.
Bei einer Allergie werden allerdings eigentlich harmlose Stoffe für gefährlich gehalten, sodass das Immunsystem reagiert und Antikörper einsetzt, um die Eindringlinge abzuwehren.

Wie und warum eine Allergie entsteht, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Bislang steht lediglich fest, dass Allergien häufig weitervererbt werden. Insbesondere, wenn beide Eltern Pollenallergiker sind, liegt die Wahrscheinlichkeit für das Kind, an einer Allergie zu erkranken, bei 60 bis 80 %.

Babys, die mindestens sechs Monate gestillt werden sowie Hunde im Haushalt oder das Aufwachsen auf einem Bauernhof sind Faktoren, die das Immunsystem stärken und dazu beitragen, dass eine Allergie seltener auftritt.

Achtung: Eine Allergie können nicht nur Kinder entwickeln. Auch Erwachsene können jederzeit plötzlich an einer bestimmten Allergie erkranken.

2. Allergische Reaktionen betreffen auch Kleinkinder

Die Nase läuft, das Kind hustet und ist müde – für viele Eltern ist dies ein klarer Hinweis auf eine Erkältung. Tritt die vermeintliche Erkältung allerdings im Frühling auf, kann es sich durchaus auch um Heuschnupfen handeln.
Im Winter ist dies zwar eher unwahrscheinlich, doch auch Hausstaubmilben bereiten einigen Allergikern große Probleme, sodass die Symptome in manchen Räumen verstärkt auftreten.

Kinder mit Allergien in unterschiedlichem Alter

Häufig leiden Eltern und Kinder unter einer Allergie.

Kinder mit einer Allergie haben meist folgende Symptome:

  • Häufiges Niesen sowie eine verstopfte Nase
  • Juckreiz im Mund oder Rachenraum
  • Tränende, juckende und brennende Augen
  • Hustenanfälle
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen

Die Anzeichen einer allergischen Reaktion sind allerdings von Kind zu Kind verschieden, sodass nicht jeder Betroffene über die gleichen Beschwerden klagt.

Vielfach kommt es bereits mit etwa drei Jahren zum erstmaligen Auftreten von Heuschnupfen bei Kindern. Eltern sollten dabei nicht den Fehler machen, die Krankheit unbehandelt zu lassen und davon auszugehen, dass diese harmlos ist.

Eine frühzeitige Diagnose sowie eine entsprechende Therapie helfen dabei, die Ursache der Allergie ausfindig zu machen und zu beseitigen.

Tipp: Manche Zimmerpflanzen können ebenfalls Allergien auslösen und sollten daher nicht im Kinderzimmer stehen.

3. Der Allergietest – so lässt sich eine Allergie bei Kindern feststellen

Hauttest allergie

Ein Hauttest allein ist nicht aussagekräftig.

Generell bestehen verschiedene Möglichkeiten, eine Allergie mithilfe eines Tests zu bestimmen. Dabei sollte in jedem Fall ein zweistufiger Test erfolgen.

Durch einen einfachen Hauttest, den sog. Pricktest, lässt sich die Reaktion bestimmter Stoffe bei Kontakt feststellen. Zusätzlich erfolgt in der Regel ein Bluttest, der den ersten Test ergänzt.

Die Reaktionen der beiden Tests werden auf einer Liste miteinander abgeglichen. So entsteht ein Gesamtbild, welches einen deutlichen Hinweis darauf gibt, inwieweit eine Reaktion auf Pollen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel besteht.

Ein anaphylaktischer Schock wird bei einem Allergietest nicht ausgelöst, da lediglich eine sehr kleine Menge des allergieauslösenden Stoffs auf die Haut aufgetragen wird.
Je nachdem, wie stark Kinder auf einen bestimmten Stoff reagieren, entstehen allerdings kleinere oder größere Quaddeln, die nach ein paar Stunden wieder verschwinden.

4. Unbehandelte Allergien bei Kindern können zu einem Etagenwechsel führen

Mediziner sprechen von einem Etagenwechsel, wenn anstelle der Atemwege nun auch die Bronchien angegriffen werden. Löst die Allergie Husten aus, kann dies schnell zu Asthma führen, sofern die Allergie unbehandelt bleibt.

Insbesondere, wenn mehrere Allergien bestehen, ist eine Sensibilisierung zu empfehlen, um die Gesamtbelastung für den Körper zu reduzieren.

5. Nahrungsmittelallergien erkennen

Die Nussallergie:

Auch wenn es sich botanisch gesehen bei Erdbeeren um Nüsse handelt, so stellen diese in der Regel keine Gefahr für Nussallergiker dar.

Im Gegensatz zur Pollenallergie kommt es bei Nahrungsmittelallergien zu etwas anderen Symptomen. Die Reaktion des Körpers läuft indes ähnlich ab. Der Körper erkennt in harmlosen Eiweißen eine Bedrohung.

Die Folgen sind:

  • Hautausschlag und Juckreiz in Mund- und Rachenraum
  • Anschwellen der Schleimhäute (insbesondere im Halsbereich), wodurch es zu Atemnot kommen kann
  • Übelkeit, Durchfall sowie Erbrechen
  • Asthmaanfälle
Nüsse

Eine Nussallergie kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen hervorrufen.

Dabei gibt es einige Nahrungsmittel, die ein sehr hohes Allergiepotenzial aufweisen und lebensgefährlich werden können, während andere Stoffe lediglich zu leichteren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich führen.

Besonders problematisch sind Nahrungsmittelallergien gegen:

  • Nüsse
  • Krebstiere
  • Milch und Ei (eher bei kleinen Kindern)

Zahlreiche weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten stehen in engem Zusammenhang zu einer Pollenallergie. In vielen Fällen entstehen sog. Kreuzallergien.

Wer beispielsweise sensibel auf Birkenpollen reagiert, hat häufig auch Probleme mit dem Verzehr von Äpfeln oder Nüssen.
Eine bloße Sensibilität für bestimmte Stoffe bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch tatsächlich Allergiesymptome auftreten.

6. Medikamente gegen Allergien bei Kindern

Im Fokus der Behandlung sollte weniger die medikamentöse Lösung stehen, sondern vielmehr die Anpassung des Körpers, um eine Überreaktion in Zukunft zu verhindern.

Allergietabletten

Die beiden Präparate Ceterizin und Lorano werden häufig gegen eine Allergie eingesetzt.

Die bekannteste Methode ist die Hyposensibilisierung, bei welcher Kinder gezielt mit dem allergieauslösenden Stoff in Kontakt kommen, wodurch schrittweise eine Gewöhnung erreicht werden soll.

Sobald das Immunsystem bestimmte Pollen nicht mehr als abwehrbedürftig einstuft, war die Behandlung erfolgreich.
Je nach Schweregrad der Allergie und Anpassungsgeschwindigkeit des Körpers ist allerdings eine Zeit von 3 bis 6 Jahren notwendig.
Besserungen sind für Betroffene allerdings bereits im ersten Jahr spürbar.

Darüber hinaus gibt es verschiedene antiallergisch wirkende Medikamente, die die Ausschüttung von Histamin verringern. Neben Allergietabletten gibt es spezielle Augentropfen sowie Nasensprays, womit sich die akuten Symptome bekämpfen lassen.

Medikamente, die vor allem Calcium liefern, sind inzwischen weitestgehend durch moderne Antihistaminika verdrängt worden.

Achtung: Medikamente mit dem Wirkstoff Cortison kommen erst bei starken Beschwerden zum Einsatz, da die Präparate umstritten sind.

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