Herpes bei Kindern: Wie sich die Krankheit überträgt und was hilft

Herpesvirus
  • Herpes bei Kindern ist vor allem eins: Eine lästige und schmerzhafte Angelegenheit mit juckenden Bläschen im Mund. Für ein 4 Jahre altes Kind kann es bedeuten, dass der Kindergarten Pause hat.
  • Herpes ist vor allem für Babys und Neugeborene eine große Gefahr. Sie bieten dem Virus durch ihr mangelhaftes Immunsystem eine breite Angriffsfläche.
  • Wer den Herpesvirus einmal in sich trägt, wird immer Träger des Virus bleiben. Vor diesem Hintergrund kommen vor allem Präventionsmaßnahmen eine große Bedeutung zu.

Herpes bei Kindern ist keine Seltenheit. Etwa die Hälfte aller Kinder trägt den Virus in sich. Nicht selten erfolgte die Infektion mit dem Virus bereits bei der Geburt oder später im Kindergarten. Mit jedem weiteren Lebensjahr wird es leichter, Ihrem Kind zu erklären, wie es sich zu verhalten hat, damit die Infektion rasch passé ist.

Wie Sie das genau machen, erfahren Sie im Folgenden. Da es außerdem keine Behandlung bzw. Therapie gibt, verraten wir Ihnen stattdessen die effektivsten Präventionsmöglichkeiten.

1. Herpes bei Kindern: Bereits bei der Geburt können Sie den Virus übertragen

Herpesvarianten

Unterschieden wird beim Herpesvirus zwischen dem Typ 1, der Bläschen im Gesicht bedingt, und dem Typ 2, der Bläschen im Genitalbereich verursacht. Etwa die Hälfte der Kinder und 80 bis 90 Prozent der Erwachsenen hatten bereits Kontakt mit dem Herpes-Virus.

Ein Kind mit 1 Jahr kann nur Mittel bekommen, um den Juckreiz zu lindern. Ein 2 jähriges Kind wird ebenfalls nur mit Mühe vom Kratzen am Mundwinkel oder an der Lippe abgehalten werden können. Ein 4 Jahre altes Kind hingegen wird vermutlich am meisten darunter leiden, nicht in den Kindergarten zu dürfen.

Der Herpesvirus überträgt sich schnell, wenn die typischen Bläschen sich öffnen. Von der Erstinfektion mit dem Herpesvirus Typ 1 bekommen Kinder meist nichts mit. Übertragen wird der Virus von Vater oder Mutter in Form einer Schmierinfektion oder per Tröpfcheninfektion.

Nur selten kommt es direkt nach der Ansteckung zu Beschwerden. Von nun an ist aber Herpes als Virus im Körper Ihres Kindes. Er vermehrt sich immer dann besonders rasch, wenn der Körper Ihres Kindes ohnehin geschwächt ist.

1.1. Andere Formen von Herpes können später für das Kind gefährlich werden

Genitalherpes, also der Herpes-Virus Typ 2, überträgt sich zwar ebenfalls über Tröpfchen oder via Schmierinfektion. Da die Übertragung aber durch sexuellen Kontakt passiert, ist Ihr Kind davon im Kleinkindalter nicht betroffen. Erst als junger Erwachsener kann sich Ihr Kind mit dem Genitalherpes infizieren. Ebenso wie beim Typ 1 gilt auch hier: Ein Ausbruch ist immer dann möglich und wahrscheinlich, wenn der Körper geschwächt ist.

Ein geschwächter Körper ist gezeichnet von Stress, einer hormonellen Achterbahnfahrt, einer schlechten Immunabwehr oder macht sich durch Medikamente oder Verletzungen angreifbar. Wer ein gutes Immunsystem hat, verbannt den Virus buchstäblich. Er ruht in den Lymphdrüsen und im Nervensystem und wartet darauf, sich über Nervenbahnen und Schleimhäute auszubreiten – sobald der Körper geschwächt genug ist, um einer Infektion Platz zu machen.

Achtung: Sind Sie schwanger, können Sie Genitalherpes während der Geburt auf Ihr Kind übertragen. Ihr Frauenarzt könnte Ihnen nun eine Fruchtwasserentnahme oder eine Punktion der Nabelschnur empfehlen, um eine pränatale Diagnostik durchzuführen. Möglicherweise wird Ihnen auch zu einem Kaiserschnitt geraten.

2. Der Herpesvirus birgt große Gefahren für Ihr Baby

Es besteht die Gefahr, dass Sie während der Geburt Ihr Baby mit dem Genitalherpes infizieren. Doch auch während der Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass der Virus sich bis zu Ihrem Baby vorkämpft.

Infiziert sich Ihr Baby noch während der Schwangerschaft mit dem Herpesvirus, kann das zu eklatanten Folgen für Ihr Kind führen, wenn sich der Virus in Ihrem Körper ungebremst ausbreitet. Kurz vor der Geburt, beispielsweise nach einem Blasensprung, ist das Risiko deutlich erhöht.

Herpes bei Kindern bringt also eine Reihe von Gefahren mit sich:

  • Der Herpesvirus kann Fehlbildungen begünstigen und eine Fehlgeburt bedingen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sich der Virus in Ihrem Körper ausbreitet und über den Mutterkuchen auch Ihr Kind infiziert.
  • Eine mögliche Erkrankung kann die gefährliche Gehirnhautentzündung sein. Sie wird häufig verursacht durch das Ekzema herpeticatum. Krampfanfälle sind hierfür bekannte Symptome.
  • Der Herpesvirus vermehrt sich oft unbemerkt. Gelangt er ins Auge, kann er dort Sehstörungen bedingen. Auch besteht die Gefahr für Ihr zu erblinden.
  • Infiziert sich Ihr Baby während der Geburt im Geburtskanal, können Hautbläschen die harmlose Folge sein. Möglich ist es allerdings auch, dass der Virus den Körper und die Organe Ihres Babys befällt. Auch eine Blutvergiftung kann die Folge sein. Das Immunsystem ist kaum ausgeprägt und bietet jede Menge Angriffsfläche.

3. Daran erkennen Sie Herpes beim Kind

Herpes Übertragung bei Geburt

Genitalherpes könnten Sie bei der Geburt auf Ihr Baby übertragen.

Nur die Erstinfektion verläuft häufig ohne jegliche Anzeichen einer Erkrankung. Ist dies nicht der Fall, weisen Bläschen im Mundbereich darauf hin, dass Ihr Kind Herpes hat. Die Bläschen füllen sich mit Eiter, entzünden sich und platzen auf.

Mögliche weitere Anzeichen sind geschwollene Lymphknoten, Fieber sowie Mundgeruch. Zwar werden die Bläschen häufig im Gesicht Ihres Kindes erkennbar, es ist aber durchaus auch möglich, Herpes an anderen Körperstellen zu bekommen.

Die als Herpes-Bläschen bekannten Lippenbläschen sind meist nicht die Erstinfektion, sondern einer späteren Infektion zuzuschreiben. Die Herpes-Bläschen am Mund kündigen sich häufig durch ein unangenehmes Spannen der Lippe und am Mundwinkel an. Die Bläschen bilden sich, platzen, trocknen und verkrusten. Nach etwa sieben bis zehn Tagen sind die Bläschen wieder verschwunden.

Da der Herpes-Virus Typ 2 keine Kinderkrankheit ist, bleiben die Symptome dieser Erkrankung hier ausgeklammert.

Wovon Ihr Kind betroffen sein kann, ist jedoch das Ekzema herpeticatum. Dabei handelt es sich um eine Herpesinfektion, die ihren Nährboden in einer bereits vorhandenen Hauterkrankung findet und sich eben dort ausbreitet.

Betroffen von den Bläschen sind nicht nur das Gesicht, sondern auch der Hals, Arme, Beine und der Rumpf. Diese Form der Herpes-Infektion dauert deutlich länger als die Bläschen an der Lippe. Zwei bis drei Wochen dauert es, bis sich Betroffene von dieser Erkrankung erholen. Hohes Fieber begleitet Herpes bei Kindern.

3.1. Verdacht auf Herpes bei Ihren Kindern? Diese Tests führt der Kinderarzt durch

Ein Kinderarzt hat mehrere Optionen, um eine Herpes-Infektion zu diagnostizieren:

  • Zeigt Ihr Kind Herpes in Form von Bläschen, brauchen Sie keinen Arzt aufzusuchen. Meist reicht hier Ihre Blickdiagnose.
  • Mithilfe eines Elektromikroskops lassen sich Teile des Virus schnell erkennen. Üblich ist diese Diagnoseform jedoch ebenso wenig wie die Laboruntersuchung.
  • Zeigt Ihr Kind Herpes in einer schweren Form, kann der Kinderarzt eine Blutuntersuchung anordnen.
  • Beim Verdacht auf Herpes bei Ihrem Baby wird der Kinderarzt einen Abstrich des Rachenraums anordnen sowie Blut entnehmen und die Bläschen punktieren.

4. Prävention ist wichtig, denn eine Behandlung gegen den Virus gibt es nicht

Wer einmal infiziert wurde, wird sein Leben lang Träger des Herpesvirus bleiben. Immer dann, wenn der Körper ohnehin bereits geschwächt ist, läuft er Gefahr, dass der Virus sich zeigt. Um präventiv zu agieren, könnten Sie einen Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vorziehen – um das Risiko einer Infektion im Geburtskanal zu umgehen, falls Sie mit Genitalherpes infiziert sind.

Hegen und pflegen Sie Ihr Immunsystem sowie das Ihres Kindes mit besonders großer Sorgfalt. Verspüren Sie ein Kribbeln oder Spannen, kann eine Lippencreme vielleicht den Ausbruch der Bläschen verhindern. Kommt es dennoch zur Bläschenbildung, ist Hygiene besonders wichtig. Die Flüssigkeit die austritt, darf sich nicht ausbreiten. Küssen und das gemeinsame Benutzen von Handtüchern, Besteck und Geschirr ist tabu.

Bei Babys und Kleinkinder gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen: Tragen Sie einen Mundschutz und sorgen Sie dafür, dass Menschen mit Herpes sich von Ihrem Baby oder Kind fernhalten.

5. Diese Mittel helfen einem Kind mit Herpes

Creme gegen Herpes bei Kindern

Cremes helfen dabei, den Juckreiz an der Lippe zu lindern.

Auch wenn Sie die Viruserkrankung nicht therapieren können, so gibt es doch Medikamente, die antiviral sind, die Ausbreitung hindern und die Symptome lindern. Dazu gehören Medikamente mit den Wirkstoffen Aciclovir, Famciclovir, Penciclovir und Valaciclovir. Virushemmende Medikamente sind vor allem dann eine gute Wahl, wenn der Ausbruch noch verhindert werden kann.

Der wohl bekannteste Tipp aus der Liste der Hausmittel gegen Herpes ist die Zahnpasta, die zwar das Austrocknen der Herpesbläschen begünstigt, aber auch einen Nährboden für eine erneute Infektion bietet.

Tipp: Bieten Sie Ihrem Kind kühle Speisen an und Getränke, die mit dem Strohhalm getrunken werden. Saures und Scharfes ist tabu.

Besser geeignet gegen Herpes bei Kindern sind stattdessen Cremes, die Gerbstoffe und Zink enthalten. Ein Beispiel aus der Riege der Pflanzenheilkunde ist die Melisse. Aufgetragen in Form einer Creme oder Tinktur soll diese Maßnahme vor allem den Juckreiz lindern. Ebenfalls ein gutes, natürliches Mittel ist der Honig oder das Teebaumöl. Dünn aufgetragen verhindert beides, dass sich der Virus weiter ausbreiten kann.

Wer auf Globuli schwört, findet mit Rhus toxicodendron, Natrium muriaticum und Sulfur eine kleine Auswahl vor, die Kindern mit Herpes helfen kann.

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