Tagesmutter oder Kita: Das sind die Vor- und Nachteile

Datum: 30. Januar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Kinder spielen auf Boden
  • Egal ob Sie einen Kitaplatz beantragen oder eine Tagesmutter finden wollen: Sie sollten sich über die jeweiligen Vorteile und Nachteile der Betreuungsform im Klaren sein.
  • Es gibt weder Tipps noch Tricks für die richtige Entscheidung über die Kinderbetreuung. Sie hängt ganz von Ihren individuellen Umständen und den Bedürfnissen Ihres Kindes ab..
  • Die Kosten für einen Kindergarten sind prinzipiell günstiger als die Kosten für die Tagesmutter.

Sobald Sie vorhaben nach der Geburt Ihres Kindes wieder ins Berufsleben zu starten, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Kinderbetreuung. “Tagesmutter oder Kita?” fragen sich die meisten Eltern. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was die wesentlichen Unterschiede zwischen der Betreuung bei einer Tagesmutter oder in der Kita sind.


1. Tagesmutter oder Kita: Eine individuelle Entscheidung

Kinder malen zusammen mit Erzieherin

Die Entscheiden zwischen Tagesmutter oder Kita muss jede Familie individuell treffen.

Vorab ist zu sagen: Selbstverständlich ist die Wahl zwischen Tagesmutter oder Kita eine rein individuelle Entscheidung und es sollte zu aller erst aufs Kind geschaut werden. So lässt es sich meist leichter entscheiden, in welcher Betreuungsform besser auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden kann. Dennoch gibt es einige Punkte, an denen sich die Eltern orientieren können, um festzustellen, welche Form der Betreuung besser zu Ihnen und Ihrem Kind passt. 

1.1. Betreuungszeit

Besucht Ihr Kind den Kindergarten sind meist feste Betreuungszeiten vorgeben. Dadurch, dass es oft Früh- und Spätdienste gibt, können die Kinder nahezu ganztägig in der Kita betreut werden. Dies ist vor allem für Alleinerziehende von Vorteil oder Familien die gerade einen beruflichen Engpass oder Stressphasen am Arbeitsplatz durchleben.

Auch eine Tagesmutter wird gewisse Kernzeiten haben, in denen sie die Kinder betreut. Jedoch ist hier noch eher eine individuelle Absprache möglich. In den meisten Kitas ist es üblich, dass Ihr Kind in der Kernzeit von 9-14 Uhr betreut wird. Grund hierfür ist, dass in dieser Zeit meist pädagogische Angebote stattfinden, die die Gruppendynamik sowie andere Kompetenzen Ihres Kindes schulen sollen. Wollen Sie Ihr Kind regelmäßig früher aus der Kita abholen, weil Sie beispielsweise an einem oder zwei Tagen unter der Woche frei haben, kann dies schnell zu Ärgernis in der Kita führen. In diesem Fall bietet die Betreuung bei einer Kinderfrau mehr Flexibilität.

1.2. Gruppengröße

Für die meisten Eltern ist die Gruppengröße für die Wahl der Betreuungsform entscheidend. In einer Kita geht es meistens voll und laut einher. Kinder, die nicht gut mit Lautstärke umgehen können und eher Ruhe brauchen, um Neues zu erlernen, sind wahrscheinlich besser bei einer Tagesmutter aufgehoben. Die Gruppengröße beträgt hier meist ca. fünf Kinder.

Hinweis: Beachten Sie, dass im Falle einer Krankheit der Kinderfrau diese ersatzlos Ausfallen kann. Manche Tagesmütter vernetzen sich unter einander, um so den Ausfall auszugleichen, garantiert ist das jedoch nicht. Ausfälle einer Erzieherin oder eines Erziehers in der Kita können zeitweilig ausgeglichen werden.

1.3. Gruppenalter

Kinder springen zusammen Trampolin

Kleinere Kinder lernen innerhalb der Gruppe schnell von größeren.

Wenn in einer Kita gerne mal 10-20 Kinder auf zwei oder drei Erzieher in einer Gruppe zusammenkommen, werden Sie meistens in Altersgruppen zusammengefasst. So hat man zumeist eine Kinderkrippe für 0-2 Jahre alte Kinder, eine Kleinkind-Gruppe mit 3-4 Jahre alten Kindern und eine Vorschulgruppe für die 5-6-Jährigen. Diese Trennung der Altersgruppen ermöglicht es den Erziehern, die Kinder besser zu beobachten und Entwicklungstendenzen festzustellen. 

Manche Kitas arbeiten auch mit einem offenen Konzept und es gibt dann Spielzeiten, wo die Kinder aller Altersgruppen zusammenkommen. So können kleinere Kinder zum Beispiel beim Spielen im Freien unterschiedliche Verhaltensweisen und Regeln von älteren Kindern erlernen.

Bei einer Tagesmutter hingehen gibt es in der Regel durchmischte Gruppen. Durch die kleine Gruppengröße ist es möglich, dass alle Altersgruppen von Baby und Kleinkindalter bis in das Vorschulalter vertreten sind. Auch hier ist es möglich, dass die Kinder voneinander lernen, jedoch kann die fehlende Dynamik von Kindern im selben Alter auch zu Interessenskonflikten zwischen den Kindern führen.

2. Tagesmutter oder Kita: Eine Frage der Kosten

Man wirft Geld in Glas

Die Kosten für die Kinderbetreuung fallen unterschiedlich hoch aus.

Selbstverständlich ist die Frage nach der Kindertagespflege auch eine finanzielle Frage. Welche Kosten auf Sie zukommen, lässt sich meist jedoch nicht eindeutig beantworten. Die Kosten, die bei Tagesmutter oder Kita entstehen, hängen von mehreren Faktoren ab:

Tatsächlich gibt es keine einheitlichen Regelungen zur Erhebung von Kitagebühren in Deutschland. Jede Kommune und jede Stadt ist selbst dafür verantwortlich. In der Regel lässt sich sagen, dass staatliche Kitas günstiger sind als eine private Kita. Die Kosten bei einer Tagesmutter sind tendenziell immer Höher als als die Betreuung in einer Kita.

Egal für welche Form der Betreuung Sie sich entscheiden: Es ist grundlegend möglich Förderungen für die Beiträge zu erhalten. Genauere Infos über die Kosten für die Kindertagespflege erhalten Sie bei vexcash.

3. Ausbildung und Qualifikation: Auch eine Tagesmutter muss qualifiziert sein  

Erzieher bastelt mit Kindern

Egal ob Tagesmutter oder Erzieher: Das Personal ist stets qualifiziert und geprüft.

Eine der wichtigsten Faktoren bei der Wahl der Kinderbetreuung ist selbstverständlich das Vertrauen in die Personen, die sich um Ihr Kind kümmern werden. In der Kita arbeiten zumeist staatlich anerkannte Erzieher*innen. Diese haben vorher eine dreijährige Ausbildung als Erzieher*in absolviert. Handelt es sich beispielsweise um eine Inklusionskita können auch Heil- und Sonderpädagogen, sowie Ergotherapeuten oder Logopäden Teil des Kollegiums sein.

Bei einer Tagesmutter gibt es keine feste Ausbildung. Es kann sein, dass es sich auch hier um eine staatlich anerkannte Erzieherin handelt, mindestens muss allerdings eine Qualifikationsbescheinigung vorliegen. Auch Fortbildungen in bestimmten Bereichen, wie Sonderpädagogik sind möglich als Voraussetzung, um Tagesmutter zu werden. Bevor die Tagesmutter eine Zulassung erhält, werden Qualifikation und Einrichtung vom Jugendamt überprüft. 

Tipp: Egal ob Tagesmutter oder Kita, in beiden Fällen ist stets ein erweitertes Führungszeugnis der Betreuer vorzulegen. In einer Kita erstreckt sich dies ebenso über andere Mitarbeiter, wie Putz- und Küchenkräfte.

4. Das pädagogische Konzept: Auch Tagesmütter erziehen nach Konzept

Entscheiden Sie sich für die Betreuung in einem Kindergarten haben Sie meist die Qual der Wahl. Die Konzeptionen der Kitas sind unterschiedlich. Bei manchen liegt der Fokus auf Sport oder Sprache. Andere Einrichtungen arbeiten nach Konzepten von Fröbel oder Montessori. Zudem gibt es verschiedene religiöse Kindergärten. Sie haben also die Möglichkeit die Konzeptionen der Kitas mit Ihrem eigenen Erziehungsvorstellungen und Entwicklungswünsches für Ihr Kind abzugleichen. Alle Infos zu dem pädagogischen Konzept erhalten Sie meistens auf der Internetseite der jeweiligen Einrichtung.

Auch wenn Tagesmütter keine detaillierte Konzeption vorweisen können, verfügen Sie doch meistens über einen pädagogischen Leitfaden mit bestimmten Normen und Werten. Hier gilt es im Gespräch zu erfragen, wo die Schwerpunkte in der Erziehung und Betreuung liegen sollen und mit den eigenen Vorstellungen abzugleichen. 

5. Aufmerksamkeit und Ausstattung

Kinder spielen im Wald.

In kleinen Gruppen können Kinder geschwisterähnliche Beziehungen entwickeln.

Ein großes Plus für die Tagesmutter ist der Möglichkeit, den Kindern ausreichend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. In einer kleinen Gruppe entwickelt sich meist ein eher familiäres Verhältnis zwischen den Kindern und der Tagesmutter. Dies ist vor allem für nähebedürftige Kinder oder Einzelkinder von Vorteil. Auch schüchterne Kinder profitieren von dem kleineren Umfeld.

In einer Kita hingegen kann es sein, dass bei großen Gruppen und aufgrund von Personalausfällen Kinder vereinzelt etwas untergehen und nicht immer auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingegangen werden kann.

Dafür aber haben Kinder in der Kita oft vielfältigere und weitläufigere Möglichkeiten zum Spielen. Es gibt meistens mehrere Räume, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind, so wie Räume zum Malen, zum Verkleiden und Puppenspielen oder Ruheräume für den Mittagsschlaf oder einer Vorleserunde. Diese räumliche Vielfalt kann eine private Tagesmutter meist nicht bieten. 

Egal für welche Möglichkeit Sie sich letzten Endes entscheiden: Achten Sie darauf, dass die Betreuungsform den Bedürfnissen Ihres Kindes gerecht wird, damit Sie sich keine Sorgen um Ihr Kind machen müssen, während es in der Kinderbetreuung ist.

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