Mittagsschlaf für Kinder: So wichtig ist das tägliche Nickerchen

Mittagsschlaf Kinder
  • Der Mittagsschlaf ist für Kinder sehr wichtig, da in dieser Zeit die Eindrücke und Erlebnisse des Tages verarbeitet werden können.
  • Durch einen geregelten Tagesablauf können Sie ganz einfach einen Schlafrhythmus für Ihr Kind entwickeln.
  • Der Schlafbedarf ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Kinder, die tagsüber aktiver sind, benötigen in der Regel auch mehr Schlaf. Allerdings kann der Mittagsschlaf auch dazu führen, dass das Kind nachts schlechter schläft.

Der Mittagsschlaf ist für Kinder sehr wichtig. Das kindliche Gehirn benötigt diese Ruhepause, um sich gut entwickeln zu können. Aber wie lernen Kinder diesen Mittagsschlaf? Wie lange sollte er dauern und bis zu welchem Alter ist er notwendig?

In unserem Ratgeber informieren wir Sie ausführlich über das Thema Mittagsschlaf bei Kindern. Wir erklären Ihnen, warum der Mittagsschlaf für die Gesundheit und die Entwicklung des Kindes enorm wichtig ist. Außerdem bekommen Sie einen Überblick darüber, wann und wie lange diese Ruhepausen sein sollten.

1. Der Mittagsschlaf ist für Kinder wichtig, um Eindrücke zu verarbeiten

Mittagsschlaf nur begrenzt empfehlenswert

In einer australischen Studie haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Kinder ab zwei Jahren auf den Mittagsschlaf verzichten sollten. Die Untersuchung zeigt, dass durch den Mittagsschlaf Schlafrhythmusstörungen auftreten können, die sowohl für die Kinder als auch für die Eltern sehr unangenehm und belastend sein können.

Die Bedürfnisse von Kindern können sehr unterschiedlich sein. Während einige Kinder jede Gelegenheit nutzen, um Schlaf zu bekommen, sträuben sich wiederum andere Kinder, ins Bett gebracht zu werden.

Der Mittagsschlaf ist jedoch für Babys und Kleinkinder sehr wichtig. In dieser Erholungszeit können die zahlreichen Erlebnisse des Tages verarbeitet werden. Da sich das Gehirn eines Kindes noch in der Entwicklung befindet, ist der Körper auf die Schlafphasen angewiesen, um Kraft zu tanken. Hinzu kommt, dass im Schlaf Stresshormone optimal abgebaut werden können.

Wenn ein Kind nicht genug Schlaf bekommt, kann dies negative Auswirkungen auf die geistige und körperliche Entwicklung haben. Nur wenn sich das Gehirn zwischendurch entspannen kann, sind Kinder lern- und aufnahmefähig.

Die durchschnittliche Schlafdauer von 0-3 Monate alten Säuglingen beträgt etwa 17 Stunden. Sind sie ein Jahr alt, benötigen Sie in der Regel nur noch etwa 14 Stunden Schlaf. In den darauffolgenden Jahren sinkt die durchschnittliche Schlafdauer natürlich immer weiter ab. Allerdings brauchen auch noch sechsjährige Kinder ca. 11 Stunden Schlaf.

Tipp: Auch wenn Ihr Kind unruhig ist und nicht schlafen möchte, sollten Sie vor allem in den ersten ein bis zwei Lebensjahren darauf achten, dass es ausreichend Möglichkeiten bekommt, um Energie zu tanken.

2. Die Schlafgewohnheiten zu einem Ritual machen

Mutter schaut mit Kindern ein Bilderbuch

Durch ein festes Ritual, wie beispielsweise dem Durchschauen eines Bilderbuchs, merken Kinder, wann es Zeit wird, einen Mittagsschlaf zu halten.

In den ersten Wochen und Monaten werden die Eltern in den meisten Fällen noch kein Problem mit den Schlafgewohnheiten ihres Babys haben. Das liegt vor allem daran, dass die kleinen den ganzen Tag über viel schlafen und automatisch dann aufwachen, wenn sie hungrig sind.

In den folgenden Monaten sollte der Tagesablauf jedoch einen bestimmten Rhythmus bekommen. Um Probleme zu vermeiden, sollte dieser Ablauf für die ganze Familie gelten. Viele Eltern fragen sich jedoch, wie sie die Schlafgewohnheiten ihres Kindes effektiv steuern können.

Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind immer zur selben Zeit schlafen legen. Im günstigsten Fall findet das Nickerchen etwa zwischen 12 und 14 Uhr statt. Da für die Verdauung viel Energie benötigt wird, bietet es sich an, das Kind nach dem Essen hinzulegen. So können Sie sicher gehen, dass Ihr Kind müde genug ist.

Um eine Regelmäßigkeit in den Tagesablauf zu bekommen, sollten Sie unbedingt Rituale einführen. Das bedeutet, dass Sie vor dem Zubettgehen immer die gleichen Aktivitäten ausführen. Auf diese Weise merkt Ihr Kind ganz schnell, wann es Zeit wird, ein Nickerchen zu halten. Beschränken Sie sich jedoch auf ruhige Aktivitäten, damit sich Ihr Kind bereits im Vorfeld entspannen kann.

Achtung: Vermeiden Sie jedoch, dass Ihr Kind nachmittags nochmal schläft. Dies kann dazu führen, dass es abends nicht müde ist und der Nachtschlaf entsprechend unruhig ausfällt.

In dem folgenden Video bekommen Sie weitere wertvolle Tipps, wie Sie den Mittagsschlaf einführen können:

3. Die Dauer des Mittagsschlafs individuell ausrichten

Kleinkind reibt sich die Augen

Ein Kind zeigt oftmals von selbst, wann es müde ist und Schlaf benötigt.

Genau wie eine ausgewogene Ernährung ist der Mittagsschlaf sehr gesund und trägt dazu bei, dass Ihr Kind wieder neue Energie tanken kann. Durch ihn ist es möglich, dass die Kleinen wieder Spaß am Spielen haben und sich auf Aktivitäten konzentrieren können. Wie lange dieser Mittagsschlaf andauern sollte, kann jedoch nicht pauschal beantwortet werden.

Wie bei Erwachsenen gibt es auch bei Kindern verschiedene Schlaftypen. Während einige Kinder sehr viel Erholung benötigen, kommen wiederum andere Kinder mit sehr kurzen Schlafzeiten zurecht. Im Durchschnitt benötigt ein Baby etwa ein bis drei Stunden Mittagsschlaf pro Tag.

Wie viel Schlaf ein Kind benötigt, hängt nicht nur vom Schlaftyp ab, sondern auch davon, wie aktiv es am Vormittag war. Hat Ihr Kind viel erlebt und viele Eindrücke gesammelt, benötigt es entsprechend mehr Zeit, diese zu verarbeiten. Achten Sie jedoch stets darauf, dass zwischen Ende des Mittagsschlafs und Anfang des Nachtschlafs mindestens vier bis fünf Stunden liegen.

Folgende Anzeichen können dafürsprechen, dass Ihr Kind einen Mittagsschlaf benötigt:

  • ständiges Gähnen und Augenreiben
  • Konzentrationslosigkeit
  • kein Interesse, ein Spiel zu spielen oder einer anderen Beschäftigung nachzugehen
  • Unzufriedenheit und Ungeduld
  • Wutausbrüche

4. FAQs – Häufige Fragen und Antworten

Kind steht in seinem Bettchen und will nicht schlafen

Geben Sie Ihrem Kind einen festen Rhythmus. um Probleme beim Mittagsschlaf zu vermeiden.

Mein Kind will nicht schlafen? Was kann ich tun?

In vielen Familien klappt es mit dem Mittagsschlaf nicht immer so wunderbar, wie sie es sich erhofft haben. Manche Kinder sträuben sich jedoch regelrecht vor einem Nickerchen. Ab einem Alter von etwa einem Jahr sollten Sie überprüfen, ob Ihr Kind den Schlaf überhaupt benötigt. Ist es quengelig und offensichtlich sehr müde, braucht der Körper in jedem Fall Erholung. Gehen Sie es ruhig an, dunkeln sie das Zimmer komplett ab und lesen Sie beispielsweise noch eine Geschichte vor. Durch diese Rituale fällt es Kindern leichter, zur Ruhe zu kommen.

Soll ich mein Kind wecken, wenn es mittags zu lange schläft?

Grundsätzlich sollten Kinder so lange schlafen, bis sie von selbst wach werden. Dadurch zeigt der Körper an, wie viel Ruhezeit er benötigt. Wenn Sie jedoch merken, dass Ihr Kind abends schlecht einschläft oder nachts mit Schlafstörungen zu kämpfen hat, sollten Sie den Mittagsschlaf bewusst abkürzen. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie Ihr Kind behutsam wecken.

Bis zu welchem Alter sollten Kinder einen Mittagsschlaf machen?

Die meisten Kinder benötigen bereits mit zwei Jahren keinen Mittagsschlaf mehr. Einige freuen sich jedoch auch noch im Kindergarten über eine Zeitspanne, in der sie schlafen oder sich ausruhen können. Beobachten Sie Ihr Kind, um herauszufinden, ob der Mittagsschlaf noch notwendig ist. Bekommt Ihr Kind nachts ausreichend Schlaf, können Ruhephasen zur Mittagszeit überflüssig werden.

Reicht es aus, wenn sich mein Kind mittags ausruht?

Für die meisten Eltern ist der Mittagsschlaf ihres Kindes sehr wichtig, da sie diese Zeit nutzen können, um wichtige Aufgaben zu erledigen oder selbst einmal zur Ruhe zu kommen. Falls Ihr Kind mittags keinen Schlaf mehr benötigt, reicht es auch aus, eine Ruhephase einzuführen. In dieser Zeit bekommen sowohl die Eltern als auch die Kinder die Möglichkeit, sich zu entspannen. Verdunkeln Sie dazu beispielsweise das Zimmer und legen Sie ein Hörbuch oder Entspannungsmusik auf.

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