Kitagebühren in Niedersachsen: Was Sie über die Kita-Kosten wissen sollten

Datum: 10. Juli 2018 • Autor: Kita.de Redaktion

Kitagebühren-Niedersachsen-Ratgeber
  • Die Kitagebühren in Niedersachsen fallen für die achtstündige Betreuung im Kindergarten weg.
  • Für eine weitergehende Betreuung zahlen Sie in den verschiedenen Städten und Gemeinden unterschiedliche Beiträge.
  • Die Höhe des zu zahlenden Beitrags richtet sich vor allem nach Ihrem Einkommen.

Der 1. August 2018 war für viele Familien mit Kindern ein guter Tag. Seit diesem Zeitpunkt fallen in Niedersachsen die Kitagebühren zu einem großen Teil weg.

In unserem Beitrag erfahren Sie, in welchen Fällen Sie dennoch Gebühren für die Kinderbetreuung zahlen müssen und ob Ermäßigungen infrage kommen.

1. Kaum noch Kitagebühren in Niedersachsen ab dem Kindergartenjahr 2018/2019

Kita-Gutschein

Ab 2018 fallen die Kitagebühren in Niedersachsen weitestgehend weg.

Nach der bundesweiten Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz seit Anfang des Jahres 2018 haben sich einige Bundesländer entschlossen, den Kindergartenbeitrag schrittweise komplett abzuschaffen.
Um dieses Ziel zu erreichen waren massive Investitionen des Landes Niedersachsen notwendig, da die einzelnen Städte und Gemeinden nicht in der Lage sind, diese Aufgabe ohne staatliche Förderung zu bewältigen.

Der Elternbeitrag für die Kinderbetreuung fällt in den folgenden Fällen komplett weg:

  • Ihr Kind ist mindestens drei Jahre alt
  • Die Betreuungszeit liegt bei maximal acht Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche

Ihrer Stadt oder Gemeinde ist es nach wie vor freigestellt, zusätzliche Kosten für einen Ganztagskindergarten zu erheben, da berufstätige Eltern, die Vollzeit arbeiten, eine höhere Betreuungszeit benötigen.

Der Kindergartenbeitrag wird jedoch entsprechend angepasst, sodass der Zuschuss für die erweiterte Kinderbetreuung deutlich geringer als bisher ausfällt.

2. Unterschiede in den einzelnen Regionen Niedersachsens

Geschwister Kita

Viele Städte und Kommunen bieten eine Geschwisterermäßigung an.

Die Kosten für eine Kinderkrippe, für eine öffentliche oder private Kita sowie für einen Kindergarten fallen zu einem großen Teil weg. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jede Einrichtung komplett auf die Erhebung von Gebühren verzichtet.

Benötigen Sie eine längere Betreuung oder ist Ihr Kind noch keine drei Jahre alt, so treffen Sie die Kita-Gebühren nach wie vor. Um die Höhe ihres individuellen Kindergartenbeitrags berechnen zu können, richtet sich das Jugendamt nach verschiedenen Faktoren.
Dies sind:

  • die Dauer der Kinderbetreuung pro Tag bzw. pro Woche
  • Ihr monatliches Einkommen
  • die Anzahl der Kinder, die auf einen Betreuungsplatz angewiesen sind; in der Regel bieten die Kommunen eine Geschwisterermäßigung an

Normalerweise stellen die Städte eine interne Kosten-Tabelle auf, um die jährlichen Kosten kalkulieren zu können. Familien mit hohem Einkommen werden daher deutlich stärker zur Kasse gebeten. Aufgrund der Übernahme zahlreicher Kostenpunkte durch das Land, ist jedoch auch der Höchstsatz, den Sie für die Kinderbetreuung aufwenden müssen, deutlich gesunken.

3. Kritik an der Abschaffung der Kitagebühren in Niedersachsen

Längst nicht jeder ist erfreut über die Entscheidung der Landesregierung, die Kitagebühren flächendeckend abzuschaffen. Der größte Kritikpunkt besteht darin, dass die immensen finanziellen Mittel nun nicht mehr für die Verbesserung der Betreuungssituation an sich zu Verfügung stehen.

Inwieweit sich diese Befürchtung als begründet erweist, wird sich erst in Zukunft zeigen. Hierbei ist jedoch wichtig anzumerken, dass das Land neben der Abschaffung der Kitagebühren in Niedersachsen auch finanzielle Mittel für die Verbesserung der Betreuungssituation bereitstellt.

4. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Ganztagskita Kosten

Die Abschaffung der Kita-Kosten gilt für kirchliche, private und öffentliche Einrichtungen.

Werden auch die Kosten für eine Tagesmutter übernommen?

Kann Ihnen kein Betreuungsplatz in einem Kindergarten zugesichert werden, so werden auch die Kosten für eine private Kinderbetreuung übernommen.

Gilt die Kostenfreiheit für alle Einrichtungen?

Kirchliche, private oder öffentliche Träger müssen sich an die Abschaffung der Kitagebühren halten. Jedoch ist es Kindergärten, die sich durch eine Elterninitiative gegründet haben, freigestellt, ob sie die generelle Abschaffung der Kitagebühren berücksichtigen wollen. Dies hätte jedoch zur Folge, dass eine Unterstützung durch das Land ausscheiden würde.

Da dies aus finanzieller Sicht keinen Sinn macht, ist davon auszugehen, dass sich die Kostenfreiheit auf nahezu alle Einrichtungen erstrecken wird.

Ist es möglich, die Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend zu machen?

Sie können die gezahlten Kinderbetreuungskosten absetzen, sofern diese nicht mehr als 4000 Euro pro Kind und Jahr ausmachen. Maximal sind jedoch zwei Drittel der gezahlten Gebühren abzugsfähig.

Fallen die monatlichen Kosten bei einer Beitragsfreiheit komplett weg?

Die Kitagebühren sind unabhängig von den Verpflegungskosten im Kindergarten. Für die Verpflegungskosten müssen Sie also weiterhin einen monatlichen Beitrag leisten.

Wo finde ich weitere Informationen über die aktuelle Abschaffung der Kitagebühren ab August 2018?

Häufig gestellte Fragen beantwortet das Land Niedersachsen in diesem Flyer.

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