Kitagebühren im Saarland: Was Sie über die Kita-Kosten wissen sollten

Datum: 03. August 2018 • Autor: Kita.de Redaktion

Kitagebühren-Saarland-Ratgeber
  • Die Kitagebühren im Saarland sind im Vergleich zu den Nachbarbundesländern hoch.
  • In erster Linie bestimmt Ihr Einkommen über die Höhe der zu zahlenden Kindergartenbeiträge.
  • Ärmere Familien zahlen, prozentual gesehen, deutlich mehr für die Kinderbetreuung.

Die Einführung des bundeseinheitlichen Anspruchs auf einen Platz in der Kinderbetreuung hat viele Bundesländer dazu veranlasst, über eine Ermäßigung der Kitagebühren nachzudenken.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie hoch die Kitagebühren im Saarland sind, welche Unterschiede zu anderen Bundesländern bestehen und von welchen Faktoren die Höhe der Gebühren abhängt.

1. Die Kitagebühren im Saarland sind hoch

Kinderschuhe auf Geldscheinen

Neben Kleidung und Essen verringern vor allem die Kinderbetreuungskosten das Haushaltseinkommen.

Familien mit Kindern müssen im Saarland für die Kinderbetreuung teils tief in die Tasche greifen. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die Kosten einer Tagesmutter, einer privaten Kita sowie öffentlicher Einrichtungen.

Die durch die Bertelsmann-Stiftung durchgeführte Untersuchung ElternZOOM kommt zu dem Ergebnis, dass Eltern im Saarland im Durchschnitt etwa 7,2 % ihres Haushaltseinkommens für die Kosten der Kinderkrippe oder des Kindergartens ausgeben müssen. Dieses Ergebnis ist lediglich in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein schlechter.

Während im kleinen Saarland 92 % aller Eltern einen Kindergartenbeitrag leisten müssen, zahlen nur 36 % der in Rheinland-Pfalz lebenden Eltern für den Besuch der örtlichen Kindertagesstätten.

Die Landesregierung plant zwar im Rahmen eines Kindergartengesetzes den Elternbeitrag zu senken, konkrete Angaben, inwieweit der Kindergartenbeitrag sich für Familien tatsächlich reduziert, blieben bislang jedoch aus.

2. Den Kindergartenbeitrag berechnen – so geht die Behörde vor

Münzen aufsteigend

Mit steigendem Einkommen erhöhen sich auch die Kitagebühren.

Nicht nur in den einzelnen Bundesländern gibt es große Unterschiede im Hinblick auf die Höhe der monatlichen Kosten für den Besuch eines Kindergartens. Auch innerhalb des Landes variiert der Höchstsatz von Stadt zu Stadt und je nach Träger der jeweiligen Einrichtung enorm.

Um Familien mit kleineren Einkommen möglichst wenig zu belasten, erfolgt eine Anpassung der Kita-Gebühren an das insgesamt zur Verfügung stehende Familieneinkommen. Neben dem Einkommen wird vor allem die Anzahl Ihrer Kinder berücksichtigt.
Je nachdem, in welcher Stadt des Saarlandes Sie wohnen, profitieren Sie von der Geschwisterermäßigung, sodass Sie für Ihr zweites Kind lediglich 50 % und für ein drittes Kind häufig keine Gebühren mehr zahlen müssen.

Neben Ihren Einnahmen spielen selbstverständlich auch Ihre Ausgaben eine nicht zu unterschätzende Rolle, sodass diese zu einer Ermäßigung der jährlichen Kosten für die Kinderbetreuung führen können.

Tipp: Sollten Sie lediglich über ein geringes Einkommen verfügen, so können Sie einen Zuschuss beim örtlichen Jugendamt beantragen. In einigen Städten kann man auch einen Kita-Gutschein beantragen.

3. Zusatzkosten belasten ärmere Familien stärker

Neben den reinen Kitagebühren im Saarland, fallen häufig zusätzliche Kosten für die folgenden Bereiche an:

  • Verpflegung (Frühstück, Mittagessen sowie Nachmittagssnacks)
  • Tagesausflüge sowie spezielle Veranstaltungen
  • Bastelmaterialien

Im Gegensatz zu den Kosten für die Kinderbetreuung sind diese Punkte jedoch nicht einkommensabhängig. Aus diesem Grund leiden besonders Geringverdiener stark unter der zusätzlichen Belastung.

Je nach den individuellen Verhältnissen können die gesamten Kitagebühren im Saarland daher bis zu 17,5 % des Haushaltseinkommens verschlingen.

4. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Kind auf einer Wiese

Auch in den Ferien müssen Sie Kitagebühren zahlen.

Ist es möglich, die Kinderbetreuungskosten im Saarland in der Steuererklärung anzugeben?

Sie können die Kinderbetreuungskosten steuerlich absetzen, sofern diese nicht mehr als 4000 Euro pro Jahr und Kind betragen. Zudem bringen Ihnen nur zwei Drittel der tatsächlich angefallenen Betreuungskosten einen steuerlichen Vorteil.

Zählen die Verpflegungs- sowie die sonstigen Ausgaben für den Kindergarten zu den Betreuungskosten?

Nach aktuellem Stand können Sie diese Kosten nicht steuerlich geltend machen. Vielmehr handelt es sich bei diesen Punkten um Kosten, die nicht direkt durch die Kinderbetreuung entstehen.
Sie würden also auch dann anfallen, wenn Ihre Kinder keine Kita besuchen würden.

Ist es sinnvoller, die staatliche Förderung in eine Verbesserung der Qualität oder in die Senkung der Gebühren zu investieren?

Sicherlich sind beide Faktoren für die Zukunft von entscheidender Bedeutung. Die im Saarland befragten Eltern sind in dieser Frage sehr gespalten.
Etwa die Hälfte aller Eltern wäre bereit, trotz der bereits hohen Gebühren eine weitere Erhöhung der Kosten in Kauf zu nehmen, wenn die Qualität steigt.

Wo finde ich eine Einrichtung für mein Kind?

Der Regionalverband Saarbrücken ermöglicht es Ihnen, hier gezielt nach einzelnen Kindergärten oder Horten zu suchen. So können Sie sich beispielsweise nur Kindergärten anzeigen lassen, die sehr lange Öffnungszeiten haben.

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