Betreuungsschlüssel in Kitas: Alles über die Größe der Kita-Gruppen in Deutschland

Betreuungsschlüssel-Kita-Ratgeber
  • Die Qualität einer Kita wird zum Teil durch den Betreuungsschlüssel bestimmt.
  • Innerhalb der einzelnen Bundesländer und Regionen Deutschlands gibt es große personelle Unterschiede.
  • In den letzten Jahren ist eine Verbesserung der gesamten Betreuungssituation zu beobachten.

Der Betreuungsschlüssel in der Kita ist ein heiß diskutiertes Thema in der Politik und unter Eltern. Je niedriger der Betreuungsschlüssel im Kindergarten ist, desto besser können geschulte Fachkräfte auf einzelne Kinder eingehen.

Aber wie sieht die Situation innerhalb Deutschlands eigentlich aus? Welcher Personalschlüssel ist erstrebenswert?

In unserem kurzen Artikel beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Gegebenheiten sowie mit der Frage nach Qualität im Bereich der Kinderbetreuung.

1. Der Betreuungsschlüssel in der Kita verbessert sich schrittweise

Aufwärts kinder betreuung

Die Betreuungssituation entspannt sich Schritt für Schritt.

Die Einführung des flächendeckenden Anspruchs auf einen Betreuungsplatz für jedes Kind hat viele Kindertagesstätten vor enorme Herausforderungen gestellt.
Es wurde deutlich mehr Personal benötigt, als dies noch einige Jahre zuvor der Fall war.

Um die flächendeckende Kinderbetreuung zu ermöglichen, stellen sowohl der Bund als auch die Länder hohe finanzielle Mittel zur Verfügung.
Da die Ausbildung zum Erzieher jedoch nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist, lässt der Personalschlüssel an einigen Orten noch deutlich zu wünschen übrig.

Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes hat sich der Betreuungsschlüssel im Kindergarten in den letzten Jahren jedoch deutschlandweit verbessert.

2. Es bestehen große Unterschiede von Bundesland zu Bundesland

In den östlichen Bundesländern ist der Betreuungsschlüssel dabei deutlich schlechter als im Westen Deutschlands. Während eine Fachkraft im Jahr 2012 noch für durchschnittlich 5,2 Kinder zuständig war, so senkte sich dieser Wert bis zum Jahr 2017 auf 4,6 Kinder.

Achtung: Der Wert bezieht sich auf alle Kindertageseinrichtungen für Kinder zwischen null und acht Jahren. Ausgenommen sind lediglich Schulkinder.

Glühbirne

Einige Bundesländer und Regionen dienen als Vorbilder.

Ein Hauptgrund für die deutlichen Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern liegt in der Betreuungsquote. In den östlichen Regionen Deutschlands ist es traditionell üblich, die öffentliche Betreuung der Kinder zu beanspruchen. Im Westen liegt die Anzahl der zu betreuenden Kinder teilweise nur halb so hoch, sodass im Osten deutlich mehr Kapazitäten nötig sind.

In Sachsen liegt der Betreuungsschlüssel rechnerisch bei 7,6, während eine Betreuungskraft in Bayern im Durchschnitt lediglich 4,0 Kinder betreuen muss. Diese große Diskrepanz verschärft sich jedoch noch zusätzlich durch gravierende Unterschiede innerhalb der einzelnen Bundesländer.

So ist durchaus möglich, dass eine Erzieherin in Mecklenburg-Vorpommern für eine Gruppe mit 13 oder 14 Kindern verantwortlich ist. In Bremen ist der Personalschlüssel in der Kita hingegen sehr gut, sodass eine Erzieherin in der Kita teilweise nicht mehr als vier oder fünf Kinder zur gleichen Zeit betreut.

Tipp: Eine detaillierte Auflistung des jeweiligen Betreuungsschlüssels für die einzelnen Landkreise finden Sie auf der folgenden Website der Bertelsmann-Stiftung.

3. Der ideale Personalschlüssel

Kindergarten vorlesen

Der Betreuungsschlüssel ist nicht das einzige Qualitätskriterium im Kindergarten.

Sicherlich hängt die Qualität einer Kindertagesstätte nicht nur von der Betreuungsquote ab. Der individuelle Einsatz der einzelnen Betreuungspersonen lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken. Herrscht in einer Kita ein eher eisiges Klima, so hilft auch ein exzellenter Personalschlüssel nur wenig.

Auf der anderen Seite sinkt jedoch mit einer starken Arbeitsbelastung der einzelnen Erzieher und Erzieherinnen die Gesamtmotivation deutlich. Die pädagogischen Fachkräfte haben schlichtweg zu wenig Zeit, sich gezielt mit einzelnen Kindern auseinanderzusetzen. Dieser Missstand trägt dazu bei, dass eine gezielte Förderung sowie besondere Projekte zu kurz kommen.
Vielfach dient der Kindergarten lediglich der Aufbewahrung und nicht mehr der Frühförderung.

Laut einer Empfehlung der Bertelsmann-Stiftung wäre folgender Personalschlüssel in den einzelnen Teilbereichen der Kinderbetreuung für eine adäquate Förderung sinnvoll und notwendig:

Betreuungsschlüssel für Kinder unter drei Jahren: Betreuungsschlüssel für Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt:
3,0 (Betreuung in der Kita oder der Kinderkrippe) 7,5 (typische Kindergartengruppe)
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