Kitagebühren in NRW 2020: Was Sie über die Kita-Kosten wissen sollten

Kitagebühren-NRW-Ratgeber
Wie hoch sind die Kita-Gebühren in NRW?

Da die Kitagebühren in NRW nicht einheitlich geregelt sind, lässt sich das nur schwer sagen.

Wonach richtet sich die Höhe des Kita-Beitrags?

Neben dem Einkommen sind auch weitere Faktoren zu berücksichtigen, um Ihren individuellen Kita-Beitrag zu ermitteln.

Was ändert sich im Kita-Jahr 2020/2021?

Insgesamt sollen 1,3 Mrd. Euro in die frühkindliche Bildung in NRW investiert werden. Der Beitragsfreiheit kommt das Land dadurch ein ganzes Stück näher.

Generell besteht die staatliche Aufgabe darin, allen Kindern möglichst gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Schaut man sich die Kitagebühren in NRW allerdings an, so wirft dies kein gutes Licht auf die faktische Umsetzung.

Die regionalen Unterschiede sind in Teilen sehr hoch. Zudem ist bis dato nur das letzte Kita-Jahr gebührenfrei. Doch ab 2020 wird sich auch in NRW einiges ändern. Wir verraten Ihnen, was Sie ab dem kommenden Kita-Jahr sparen. 

1. Die unterschiedliche Verteilung der Kitagebühren in NRW

Kita-Gutschein

Die Gebühren sind in den einzelnen Kommunen unterschiedlich hoch.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf geht mit gutem Beispiel voran und ermöglicht es Eltern, ihre Kinder kostenlos im Kindergarten anzumelden.
Konkret ist die Beitragsfreiheit an folgende Faktoren gekoppelt:

  • Der Zeitraum ist auf die Phase zwischen dem dritten Lebensjahr und dem Schuleintritt begrenzt.
  • Bis zum dritten Lebensjahr zahlen Eltern für eine 45-stündige Betreuung keine Gebühren, sofern ihr Einkommen 30.000 Euro brutto nicht übersteigt.

Von einer kompletten Befreiung des Kindergartenbeitrags kann zwar noch keine Rede sein, dennoch zeigt die Metropole, wie es gehen könnte.

Ganz anders sieht es hingegen in vielen anderen Städten und Gemeinden NRWs aus. In der folgenden kurzen Tabelle finden Sie einige beispielhaft ausgewählte Städte, um Ihnen die großen Unterschiede bezüglich der Höhe der Kitagebühren innerhalb des Landes zu verdeutlichen.

Stadt Einkommensgrenze für die kostenlose Kinderbetreuung 45-stündige Betreuung für ein Kind ab zwei Jahren (bis 40.000 Euro Einkommen) 45-stündige Betreuung für ein Kind ab zwei Jahren (Höchstsatz)
Lüdenscheid 17.500 Euro 111 Euro 516 Euro
Siegen 29.999 Euro 42 Euro 390 Euro
Mülheim an der Ruhr 12.271 Euro 80 Euro 420 Euro

Genaue Zahlen zu jeder einzelnen Stadt NRWs finden Sie in dieser Kosten-Tabelle, die der Bund der Steuerzahler herausgibt. Neben den Kosten für den Ganztagskindergarten finden Sie in der Auflistung auch den Kindergartenbeitrag für eine 25-stündige Betreuungszeit in der Woche.

Die großen Unterschiede innerhalb der einzelnen Kommunen beruhen hauptsächlich darauf, dass zu wenig Geld in den Stadtkassen vorhanden ist.

2. Die kostenlose Kita ist ein Streitthema

Kinderbetreuung wird immer beliebter.

Wussten Sie, dass laut einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung 93,8 % aller Kinder zwischen drei und sechs Jahren eine öffentliche oder private Kita besuchen?

Längst nicht alle Eltern sind der Ansicht, dass die Kitagebühren in NRW flächendeckend abgeschafft werden sollten. Vielmehr setzen sich zahlreiche Privatleute und Verbände dafür ein, den Elternbeitrag zu erhalten, um primär in die Einrichtung und Ausstattung der einzelnen Kindertagesstätten investieren zu können.

Vor allem im Hinblick auf den Personalschlüssel in Kindertagesstätten ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen, da die Ermäßigung lediglich auf Kosten anderer Bereiche möglich ist.

Fraglich ist allerdings, ob eine staatliche Förderung nicht durchaus in Qualität und zugleich in eine Senkung der Kosten investiert werden könnte.
Die Umsetzung eines verbesserten Personalschlüssels wäre selbst mit einer Vollfinanzierung nicht direkt möglich, da es schlichtweg zu wenige ausgebildete und qualifizierte Erzieherinnen in Deutschland gibt.

3. Das verändert sich im Kita-Jahr 2020/ 2021

Tatsächlich scheint sich die Diskussion um die Qualität versus Beitragsfreiheit allmählich zu klären. Zu Beginn des Jahres 2019 wurde auf Bundesebene das Gute-Kita-Gesetz verabschiedet. Ziel des Gesetztes ist der Ausbau, die Qualitätssteigerung sowie die allmähliche Beitragsfreiheit deutscher Kitas.

Geringverdiener und Sozialleistungsempfänger profitieren davon, indem Sie keine Kita-Gebühren mehr zahlen. 

Zudem soll ab dem 01.08.2020 die KiBiz-Reform in Kraft treten. Auch in diesem Zusammenhang soll es um die Qualitätssicherung und die allmähliche Beitragsfreiheit nordrhein-westfälischer Kitas gehen. 

Insgesamt wollen Bund, Land und die Kommunen 1,3 Milliarden Euro in die frühkindliche Bildung investieren. Durch diese Investition profitieren auch die übrigen Kinder und Eltern: Ein Teil des Geldes wird dazu aufgewendet, um ab dem Kita-Jahr 2020/2021 auch das vorletzte Kita-Jahr beitragsfrei anzubieten.  

4. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Gebühren nach Einkommen

Das Gehalt stellt einen Faktor dar, durch den sich die Kosten berechnen.

Kann ich die Kita-Gebühren als Kinderbetreuungskosten absetzen?

Die Kosten für eine Tagesmutter, einen Hort oder auch eine Kita können steuerlich berücksichtigt werden. Selbstverständlich gilt dies auch für die Kosten einer Kinderkrippe.
Beachten Sie allerdings, dass die jährlichen Kosten lediglich zu zwei Drittel und bis zu einem Maximalbetrag von 4000 Euro in Ihre Steuererklärung einfließen können.

Gilt eine Beitragsbefreiung auch für die monatlichen Kosten der Verpflegung?

Die Verpflegungskosten werden unabhängig von den Kitagebühren in NRW erhoben. Der jeweilige Träger entscheidet individuell, welche Höhe diese haben.
Dabei kommt es entscheidend auf die Qualität des Essens an. Für Bio-Lebensmittel können Kindergärten beispielsweise einen Zuschuss einfordern.

Richtet sich die Höhe der Kitagebühren in NRW nur nach dem Einkommen?

Nach aktuellem Stand muss das zuständige Jugendamt weitere Kriterien berücksichtigen, um Ihren persönlichen Kindergartenbeitrag zu berechnen.
Im Einzelnen sind dies:

  • die Dauer der Kinderbetreuung (halbtags, über Mittag oder ganztags)
  • die Anzahl der Kinder, die auf Betreuung angewiesen sind; in aller Regel erfolgt eine Geschwisterermäßigung
  • die örtlichen Gegebenheiten, falls es zu Platzproblemen kommt
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