Wackelzahnpubertät bei Kindern: Typische Symptome und Tipps für Eltern

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  • In der Wackelzahnpubertät kommt es zu körperlichen und seelischen Veränderungen eines Kindes. In der Regel dauert sie vom fünften bis zum siebten Lebensjahr.
  • Kinder, die in der Wackelzahnpubertät sind, befinden sich ständig zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.
  • Viele Eltern sind mit der enormen Wut und Aggressivität ihres Kindes überfordert. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Ruhe bewahren und Verständnis zeigen.

Der Alltag mit Kindern ist nicht immer einfach. Es gibt immer wieder Phasen, die mit besonderen Schwierigkeiten verbunden sind. Auf die Trotzphase und die Pubertät bereiten sich die meisten Eltern schon sehr früh vor. Weniger präsent ist die sogenannte Wackelzahnpubertät, die es ganz schön in sich haben kann.

Die Wackelzahnpubertät kann in vielen Familien zu einer sehr schwierigen Phase werden. Wir erklären Ihnen, ab wann diese Phase beginnt und was die häufigsten Symptome sind. Im Anschluss bekommen Sie viele Tipps, wie Sie Ihr Kind am besten durch diese schwere Zeit begleiten können.

1. Die Wackelzahnpubertät beginnt zumeist kurz vor der Einschulung

Feststellung der Schulreife

Bevor ein Kind in die Schule kommt, muss die sogenannte Schulreife festgestellt werden. In dieser Einschulungsuntersuchung, die bei einem Arzt durchgeführt wird, werden die körperliche Reife, die kognitiven Fähigkeiten und die soziale Kompetenz überprüft.

Es gibt viele Phase, die für Eltern eine besonders große Herausforderung sind. Der Begriff der Wackelzahnpubertät ist noch sehr neu und daher noch nicht weit verbreitet. Ein weiterer Begriff für diesen Lebensabschnitt ist die sogenannte 6-Jahres-Krise. Laut Definition handelt es sich dabei um die Entwicklung vom Kleinkind zum Schulkind.

Die Wackelzahnpubertät beginnt etwa in einem Alter von fünf Jahren und hält bis zum siebten Lebensjahr an. Da sich jedes Kind individuell entwickelt, kann die Dauer jedoch auch sehr unterschiedlich sein. Die Kinder verändern sich in dieser Zeit sowohl körperlich als auch seelisch. Von dieser Phase sind Jungen und Mädchen gleichermaßen betroffen.

In körperlicher Hinsicht stehen zu dieser Zeit große Veränderungen an. Sind Kleinkinder noch etwas pummelig und unförmig, zeigen sich im Vorschulalter plötzlich zahlreiche Muskeln. Der Körper nimmt eine neue Form an, sodass sich auch die Koordination völlig umstellen muss.

Aber nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche vollzieht eine große Wandlung. Die Gefühle spielen verrückt und können nicht mehr ordentlich kontrolliert werden. Das Herannahen der Schulzeit bringt einerseits Freude, andererseits aber auch große Angst mit sich. Denn während die Kinder gespannt auf die neue Phase blicken, steht auch der Abschied aus dem Kindergarten bevor.

2. Wenn „Nein“ zum Lieblingswort wird

Junge sitzt traurig und verzweifelt mit seinem Teddy am Boden

Kinder sind mit den eigenen Gefühlen völlig überfordert.

„Ich will das haben“ oder „Nein, lass mich in Ruhe” – dies sind Sätze, die die meisten Eltern während der Wackelzahnpubertät von ihren Kindern zu hören bekommen. Das Kind kann sich einfach nicht entscheiden, ob es noch ein kleines Kind ist oder schon erwachsen sein will.

Viele Eltern erkennen ihre Kinder während der Wackelzahnpubertät nicht mehr wieder. Dass sie ständig wütend, zornig und aggressiv sind, macht zumeist der ganzen Familie zu schaffen. Sie fragen sich, was mit ihrem Kind los ist und warum es zu diesen Wutausbrüchen kommt. Handelt es sich wirklich um die Wackelzahnpubertät?

Damit Sie Ihr Kind besser verstehen, haben wir im Folgenden die häufigsten Symptome der Wackelzahnpubertät für Sie zusammengestellt:

  • starke körperliche Veränderungen
  • Kinder ändern minütlich ihre Meinung
  • häufige Wut- und Weinanfälle
  • die Schule wird je nach Stimmungslage herbeigesehnt oder abgelehnt
  • Zerrissenheit zwischen Nähe und Distanz (Geh weg! Bleib hier!)
  • Unzufriedenheit aufgrund von Langeweile
  • Ängste und Alpträume

Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) leiden etwa 5% der befragten Kinder regelmäßig (also mindestens einmal pro Woche) an Alpträumen. Diese treten am häufigsten zwischen dem 6. und 10. Lebensjahr auf.

3. Tipps, wie Sie mit dieser Phase am besten umgehen können

Die unkontrollierten Stimmungsschwankungen der Mädchen und Jungen können die ein oder anderen Eltern schlichtweg zur Verzweiflung bringen. Das gleichzeitige Bedürfnis nach Nähe und Autonomie ist so manches Mal nur schwer zu verstehen. Wollen Kinder in einem Moment noch unbedingt allein in ihrem Bett schlafen, kommen Sie fünf Minuten später zum Kuscheln ins Elternbett.

Im Folgenden möchten wir Ihnen Tipps geben, wie Sie die Wackelzahnpubertät Ihres Kindes am besten durchstehen können.

3.1. Durchatmen und Ruhe bewahren

Frau sitzt auf der Couch und atmet durch

Versuchen Sie, die Ruhe zu bewahren und so wenig wie möglich auf den Wutanfall Ihres Kindes einzugehen.

Knallende Türen, Kindergeschrei, Tränen – wütende, zornige und aufmüpfige Kinder können sehr anstrengend sein. Da ist es kein Wunder, wenn zwischendurch auch mal der Geduldsfaden reißt. Aber auch in diesen Situationen heißt es: Ruhe bewahren.

In einem wütenden Zustand lässt sich kein Konflikt lösen. Geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es benötigt, um sich wieder abzuregen. Tauschen Sie sich anschließend darüber aus, welche Situation zu dieser Wut geführt hat. Achten Sie außerdem unbedingt darauf, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Genießen Sie stattdessen die Zeit, in der Sie mit Ihrem Kind lachen können.

3.2. Stimmungsschwankungen nicht persönlich nehmen

Für Eltern fühlt sich Zeit der Wackelzahnpubertät besonders furchtbar an. War ihr Kind gerade noch ihr kleines Baby, entwickelt es sich jetzt zu einem eigenständigen Menschen mit eigenen Bedürfnissen, die es umzusetzen gilt. Diese erste Abnabelung ist für eine Mama und/oder einen Papa natürlich erst einmal sehr schwer.

Wichtig ist es, dass Sie die Wut Ihres Kindes nicht persönlich nehmen. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Kind auch noch nicht sicher ist, wie es mit den unterschiedlichen Gefühlen umgehen soll. Kinder merken gleichzeitig, dass sie ihre Eltern brauchen, aber auch Dinge allein in Angriff nehmen möchten. Dieser Zustand kann sehr verwirrend sein. Geben Sie der Wut Ihres Kindes Raum, damit es lernen kann, damit umzugehen.

Tipp: Versuchen Sie herauszufinden, ob Ihr Kind gerade eher Nähe oder Abstand braucht. Auf diese Weise können Sie die beste Unterstützung bieten.

3.3. Während der Wackelzahnpubertät zuhören und Verständnis zeigen

Mutter spricht mit ihrem Kind

Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über Probleme und Gefühle.

Sicherlich erinnern Sie sich noch, wie sich während der Schwangerschaft plötzlich alle Gefühle verändert haben und auch die Körperwahrnehmung eine andere war. Ihrem Kind geht es während der Wackelzahnpubertät nicht anders. Der Körper verändert sich, was auch gleichzeitig zu inneren Veränderungen führt.

Begegnen Sie Ihrem Kind daher mit Liebe, Respekt und Verständnis. Machen Sie deutlich, dass diese Gefühlsschwankungen zum Entwicklungsprozess gehören und sehr nützlich für das weitere Leben sein können.

Zeigen Sie Ihrem Kind außerdem, dass Sie immer ein offenes Ohr haben, wenn es um Ängste oder Probleme geht. Zusammen ist es immer möglich, eine Lösung zu finden.

3.4. Klare Regeln aufstellen

Probleme und Konflikte kommen häufig dadurch zustande, dass es keine festen Regeln und Strukturen gibt. Setzen Sie Ihrem Kind keine Grenzen, werden viele Angelegenheiten zu einem regelrechten Kampf. Denn bereits 5-Jährige sind in der Lage, Dinge bis ins Letzte auszudiskutieren.

Feste Strukturen und ein geregelter Tagesablauf geben Kindern hingegen Halt. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, freie Zeiten in den Tagesplan einzubauen. Auf diese Weise bekommt Ihr Kind die Möglichkeit, durchzuatmen und eigenen Interessen nachzugehen.

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