Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern: Das sollten Sie bei Verhaltensstörungen beachten

  • Je früher Sie ein auffälliges Verhalten bemerken, desto leichter lässt sich dieses in den Griff bekommen.
  • Bestrafungen verschlimmern die Problematik häufig, sodass ein ohnehin schon schwieriges Verhältnis eskalieren kann.

Je nach Statistik gilt in Deutschland jedes vierte bis fünfte Kind als verhaltensauffällig. Aber was bedeutet dies überhaupt? Welche Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern gibt es und wie lassen sich diese erkennen?

In unserem Ratgeber gehen wir auf die verschiedenen Formen ein. Sie erfahren, welche Möglichkeiten Sie als Eltern haben, um Ihren Kindern zu helfen.
Zusätzlich gehen wir auf die Folgen unbehandelter Verhaltensauffälligkeiten ein und zeigen, in welchen Fällen eine Behandlung zwingend notwendig ist.

1. Überforderung führt zu Verhaltensproblemen

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern resultieren häufig aus einer Überforderung mit den an sie gestellten Anforderungen. Dabei liegen die Gründe für auffälliges Verhalten in verschiedenen Bereichen und können meist nicht einer speziellen Richtung eindeutig zugeordnet werden.
Die Ursachen liegen beispielsweise in:

  • genetischen Faktoren
  • nicht erkannten Behinderungen
  • nicht ausreichend geheilten Erkrankungen
  • einer Mangelernährung
  • mangelnder Aufmerksamkeit durch Eltern und/oder Erzieher
  • Einsamkeit
  • fehlenden bzw. häufig wechselnden Bezugspersonen
  • traumatischen Erlebnissen

begründet.

Diese Auflistung ist keineswegs abschließend. Sie dient daher nur der Klarstellung, dass viele Verhaltensstörungen auf mehr als eine Ursache zurückzuführen sind.

Ein aggressives und sehr dominantes Auftreten gegenüber dem Kind kann ebenso schädlich sei

Ursachen

Ist ein Kind häufig auf sich allein gestellt, kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen.

n wie eine Überbehütung seitens einiger Helikoptereltern.

Eine Ablehnung des Kindes beeinträchtigt die Entwicklung nachhaltig und kann zu Aggressionen und vielen weiteren seelischen Problemen führen. Ebenso wird das Kind durch eine zu starke Kontrolle daran gehindert, mich selbst zu entfalten. Viele Eltern verkennen häufig, dass sie ihrem Kind nichts Gutes tun, indem sie ihm alle Aufgaben abnehmen.

Häufige Folgen sind:

  • ein geringes Selbstbewusstsein
  • fehlende Selbstkontrolle
  • Anpassungsschwierigkeiten
  • eine schwache oder nicht vorhandene Lernbereitschaft

Psychische Erkrankungen können sich auch in körperlicher Hinsicht äußern. Während nervöse Zustände, wie das Nägelkauen oder das nächtliche Einnässen häufig auch mit Gesprächen im vertrauten Kreis zu lösen sind, sollten Eltern bei gravierenden Problemen wie selbstverletzendem Verhalten schnellstmöglich auf professionelle Hilfe von außen zurückgreifen.

2. Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern – ist das noch normal?

Lernen

Ein häufiges Symptom sind unkontrollierte Aggressionen.

Der Begriff der Normalität ist nicht einfach zu definieren. Letztlich lässt sich jede Störung als Abweichung von dem Verhalten eines Großteils der Kinder klassifizieren. Jedes Kind wird jedoch im Laufe seines Lebens hin und wieder Auffälligkeiten zeigen, die den Verdacht auf psychische Störungen nahelegen.

Aber wann ist ein Kind verhaltensauffällig? Diese Frage lässt sich letztlich nur anhand eines Vergleichs mit den Verhaltensweisen anderer Kinder im selben Alter beantworten.
Jedes Kind hat einmal einen schlechten Tag. Dies bedeutet nicht gleich, dass es depressiv ist. In der Regel wechselt die Stimmung jedoch relativ rasch, sodass eine über mehrere Tage oder gar Wochen hinweg erlebte Traurigkeit einen deutlichen Hinweis darauf liefert, dass psychische Probleme auf den Schultern des Kindes lasten.

Bei dem Auftreten einiger Symptome sollten Sie jedoch genau darauf achten, ob das Verhalten eine Ausnahme darstellt oder zum Dauerproblem wird.
So können

  • Aggressionen
  • Unreife
  • extreme Schüchternheit
  • sowie starke Ängste

einen Hinweis darauf liefern, dass Fördermaßnahmen erforderlich sind.

Tipp: Das häufig auftretende oder immer wiederkehrende unangepasste Verhalten liefert einen Hinweis auf eine soziale oder emotionale Störung.
Mithilfe eines Beobachtungsbogens können Sie sich Notizen machen, um Erkrankungen, wie ADHS oder Autismus, frühzeitig auszuschließen.

3. Frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen

Hochbegabung

Bei wiederholten Verhaltensauffälligkeiten sollten Sie psychologische Hilfe aufsuchen.

Viele Eltern glauben, dass die Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern auf eine unzureichende oder falsche Erziehung zurückzuführen sind. Sicherlich gibt es Formen von Verhaltensstörungen, bei denen die Erziehung eine Rolle spielt. Dies ist jedoch keinesfalls immer gegeben, sodass Sie als Eltern nicht zögern sollten, auf die Hilfe von Fachleuten zurückzugreifen.

Die folgenden Einrichtungen bieten Ihnen Hilfestellungen, um eventuelle Fragen rund um die Gesundheit Ihres Kindes abzuklären:

  • Kinderärzte
  • Jugendämter
  • Familienberatungsstellen
  • Kinder- und Jugendpsychologen

Falls bei einem Besuch eines Psychologen oder Kinderarztes Verhaltensstörungen diagnostiziert werden, so kann eine Verhaltenstherapie dabei helfen, diese in den Griff zu bekommen.

In Fällen von gravierenden Persönlichkeitsstörungen ist auch eine medikamentöse Psychotherapie möglich. Dies betrifft allerdings nur sehr wenige Kinder und Jugendliche, sodass Eltern keine Scheu haben sollten, sich an geeigneter Stelle Rat einzuholen.

4. Reaktionen auf unangepasstes Verhalten

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern

Statt zu schimpfen, sollten Sie Ihrem Kind Trost schenken.

Es ist gar nicht so einfach, richtig zu reagieren, wenn sich das eigene Kind plötzlich merkwürdig und ungewohnt verhält.

Ein paar Regeln, an denen Sie sich in einer schwierigen Situation orientieren können, sollen Ihnen jedoch helfen, die Situation zu entspannen:

  • Bestrafungen und Schimpfen vermeiden: In der Regel führen Zwänge zu einer weiteren Eskalation der Situation.
  • Verständnis zeigen: Sobald Ihr Kind das Gefühl hat, dass Sie sich Zeit nehmen und auf die Gefühle eingehen, werden Sie merken, dass eine Öffnung stattfindet. Je nachdem, wie angespannt das Verhältnis bereits ist, benötigt dies viel Zeit und Geduld.
  • Ruhig bleiben: Auch wenn es schwer fällt, je weniger Sie sich ärgern lassen, desto eher verlieren Kinder die Lust daran, Sie auf die Palme zu bringen. Sie nehmen Ihrem Kind somit sprichwörtlich den Wind aus den Segeln, da der eigentliche Zweck nicht mehr erreicht werden kann.
  • Selbstvertrauen aufbauen: Kinder müssen lernen, offen und selbstbewusst durch die Welt zu gehen. Seien Sie selbst ein Vorbild und zeigen Sie Ihren Kindern gegenüber möglichst keine Angst. Helfen Sie Ihrem Kind bei Aufgaben, wenn es nötig ist. Wenn Sie jedoch merken, dass es auch ohne Ihr Zutun klappt, lassen Sie Ihr Kind aktiv werden, sodass es ein Erfolgserlebnis hat.
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