Milchschorf bei Babys: So behandeln Sie die schuppige Haut

Kind mit Milchschorf krabbelt mit Kuscheltier auf Teppich
  • Viele Eltern verwenden die Begriffe Kopfgneis und Milchschorf bei Babys synonym, obwohl die Ursachen sich sehr stark unterscheiden.
  • Den Milchschorf erkennt man an hartnäckig verkrusteten Hautstellen. Es gibt verschiedene Mittel gegen Milchschorf, die Sie mit dem Kinderarzt besprechen sollten.
  • Generell ist eine gute Körperpflege wichtig, um die empfindliche Kinderhaut zu schützen.

Babys leiden immer wieder an trockener Haut. Das ist mit gängigen Pflege- und Hausmitteln meist nach kurzer Zeit schon wieder vergessen. Beobachten Sie jedoch schon seit längerer Zeit trockene, krustige Stellen am Kopf und gehen Sie trotz aller Bemühungen nicht weg, kann Milchschorf die Ursache für das Hautbild sein. Wie Sie gegen die Hautkrankheit vorgehen können, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

1. Milchschorf oder Kopfgneis – meist keine einfache Unterscheidung

Vater entfernt mit einer Bürste Kopfschuppen bei einem neugeborenen Baby

Die Unterscheidung zwischen Milchschorf und Kopfgneis ist nicht leicht.

Milchschorf und Kopfgneis finden häufig synonyme Verwendung. Sobald krustige Stellen an der Kopfhaut zu sehen sind, sprechen viele Eltern von Milchschorf. Tatsächlich handelt es sich in den meisten Fällen jedoch eher um Kopfgneis.

Mediziner bezeichnen die beiden Formen der schuppigen Kopfhaut bei Kindern wie folgt:

  • Milchschorf: Erstmaliges Auftreten des atopischen Ekzems (Neurodermitis) bei Kindern
  • Kopfgneis (Grind): Seborrhoisches Ekzem oder seborrhoische Dermatitis genannt

Kopfgneis bildet sich meist bei Säuglingen kurz nach der Geburt. Im Schnitt sind die Babys zu diesem Zeitpunkt noch keine drei Monate alt. Demgegenüber tritt Milchschorf bei Babys häufig erst auf, wenn diese drei Monate oder älter sind.

In beiden Fällen bilden sich Schuppen. Diese sind jedoch beim deutlich häufiger vorkommenden Kopfgneis eher weich und fetthaltig, während sich der echte Milchschorf durch harte Schuppen auf der Kopfhaut oder im Gesicht auszeichnet.

1.1. Milchschorf bei Babys – viele Ursachen kommen infrage

Neurodermitis – bis heute nicht ganz verstanden:

In einer groß angelegten Studie untersuchten Forscher die Entstehung der Hauterkrankung ausführlich. Trotz des innerfamiliären gehäuften Auftretens sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt. Nähere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Trockene Kopfhaut, die zu Juckreiz neigt sowie rötliche Stellen am Kopf deuten auf echten Milchschorf bei Babys hin.
Bis heute sind die Ursachen für das Auftreten von Neurodermitis bzw. dessen Vorform noch nicht abschließend geklärt. Fest steht jedoch, dass die entzündliche Hauterkrankung chronisch verlaufen kann.

Häufig wechseln sich jedoch Phasen ab, in denen die Neurodermitis weniger oder stärker ausgeprägt ist. Haben Sie jedoch keine Angst, falls es sich um echten Milchschorf bei Babys handelt. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass das atopische Ekzem nun öfter auftritt und sich daraus Neurodermitis entwickelt.

Generell erkennen Sie den Milchschorf bei Babys an folgenden Symptomen:

  • Die entzündeten Stellen befinden nicht nur im Bereich der Haare, sondern beispielsweise auch auf der Stirn, an den Wangen oder in den Augenbrauen.
  • Es zeigen sich Rötungen, teils auch nässende Wunden.
  • Die Hautschuppen sind hart und lassen sich nur schwer entfernen.
  • Häufig versuchen Babys, sich bei Milchschorf zu kratzen, da die gereizten Körperstellen stark jucken.

Tipp: Milchschorf muss behandelt werden. Suchen Sie einen Kinderarzt auf, um die geeignete Behandlung zu besprechen.

1.2. Kopfgneis bei Babys – eher ein kosmetisches Problem

Leider ähneln sich die Symptome von Kopfgneis und Milchschorf bei Babys sehr stark, sodass es selbst Medizinern nicht immer auf den ersten Blick gelingt, eine richtige Einordnung zu treffen.

Kopfgneis bei einem Baby

Oftmals bessern sich die Beschwerden schnell wieder.

Generell kommt Kopfgneis jedoch häufiger vor. Es ist nicht unbedingt erforderlich, diesen Hautausschlag zu behandeln, da ein chronischer Verlauf nicht zu befürchten ist. Dennoch ist es angebracht und für die Gesundheit förderlich, die verkrusteten Stellen zu behandeln.

Sie erkennen Kopfgneis gegenüber Milchschorf bei Babys an folgenden Symptomen:

  • Meist sind die behaarten Stellen sowie in der Nähe befindliche Bereiche betroffen.
  • Juckreiz ist möglich, jedoch nicht zwingend.
  • Die schuppige Haut fühlt sich eher weich an.
  • Es kommt nicht oder kaum zu Rötungen unterhalb der Hautschuppen.
  • Die Erkrankung heilt vergleichsweise schnell ab (oft bereits nach drei Monaten, meist bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres).

Auch wenn die Ursache nicht vollständig geklärt ist, liegt die Vermutung einer übermäßigen Talgproduktion nahe. Diese wird durch die Schwangerschaft hervorgerufen, sodass eine natürliche Abheilung ohne Behandlung erfolgen kann.

Achtung: Sind Sie sich unsicher, ob es sich um Kopfgneis oder Milchschorf bei Babys handelt, konsultieren Sie einen Kinderarzt.


 

2. Milchschorf bei Babys behandeln – so gehen Sie vor

Baby mit Ekzem im Gesicht

Die Ekzeme sind nicht auf den Haarbereich beschränkt.

Milchschorf sollten Sie nicht entfernen. Wenn Sie Milchschorf bei Babys behandeln möchten, können Sie zu speziellen Cremes greifen, die die Hautbarriere schützen und die Wundheilung beschleunigen.

Die regelmäßige Pflege ist oftmals etwas erschwert, da viele Shampoos die Haut reizen und den Juckreiz so verstärken.
In der Regel kommen stark fetthaltige Cremes zum Einsatz, da die Haut übermäßig trocken ist und die Hautschuppen sehr hart werden.

Durch das Kratzen entstehen oftmals hartnäckige Wunden. Leider ist es schwer, Kinder permanent vom Kratzen abzuhalten. Vorübergehend eignen sich kleine Handschuhe, um die Wirkung des Kratzens abzumildern. Zusätzlich sollten Sie auf kurze Fingernägel achten.

Glücklicherweise heilt die Hauterkrankung meist im Laufe der ersten Lebensjahre ab oder die Beschwerden bessern sich deutlich. Die Entwicklung ist also eher positiv. Teils hilft eine Umstellung der Ernährung, da auch bestimmte Lebensmittel zum atopischen Ekzem führen können.

Um den akuten Juckreiz zu lindern, helfen kalte Umschläge. Zudem sollten Sie auf ausgiebiges Baden verzichten, da dies die bereits gereizte Haut zusätzlich strapaziert. Kurze Duschen sind völlig ausreichend.

Achtung: Kortisonhaltige Mittel gegen Milchschorf kommen nur in schweren Fällen zum Einsatz. In der Regel stellt dies die letzte Option dar.

Tipps dazu, wie Sie den Milschschorf sanft entfernen können, sehen Sie in diesem Video:

 

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