Asthma bei Kindern: Was Sie gegen Atemnot tun können

Datum: 21. November 2018 • Autor: Kita.de Redaktion

Inhalator Asthma
  • Asthma bronchiale ist eine weit verbreitete Krankheit. Die wohl bekannteste Form von Asthma bronchiale ist das Belastungsasthma, das unter Anstrengung auftritt.
  • Es gibt zwei Arten von Asthma bei Kindern: Exogenes Asthma basiert auf einer Allergie – endogenes Asthma nicht.
  • Wenn Asthma frühzeitig erkannt oder nur schwach ausgeprägt ist, stehen die Chancen auf eine Genesung gut.

Wenn ein Hustenanfall gepaart mit massiver Atemnot Ihr Kind ereilt, bekommen Sie natürlich Angst. Der Grund dafür könnte Asthma sein. Doch was ist Asthma? Asthma bronchiale ist eine der am häufigsten auftretenden Krankheiten bei Kindern. Allein in Deutschland sind zwischen zehn und 15 Prozent betroffen – tendenziell mehr Jungen (zwei Drittel) als Mädchen (vgl. lungenaerzte-im-netz.de). Asthma bronchiale erkennen Sie schnell: Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der Atemwege. Die Symptome: Hustenanfälle, die im Einzelfall sogar lebensbedrohlich sein können. Was Sie tun können, wenn die Bronchialschleimhaut Ihres Kindes anschwillt, verraten wir Ihnen hier.

1. Ein Asthmaanfall kann eine allergische Reaktion sein oder durch Bewegung, Rauch und Luft hervorgerufen werden

Endogenes Asthma

Beim nicht durch Allergien ausgelösten Asthma (im Fachjargon ist die Rede von „endogenem Asthma“) sind nicht Allergene schuld an Entzündungs- oder Abwehrreaktionen. Körperliche Bewegung, Zigarettenrauch oder kalte Luft kann diese Form von Asthma hervorrufen. Kinder sind davon allerdings eher selten betroffen.

Warum Ihr Kind einen Asthmaanfall bekommt, liegt an der Bronchialschleimhaut, die überempfindlich reagiert und anschwillt. Beinahe zeitgleich verkrampft die Muskulatur der Bronchialwand. Die Bronchien verengen sich. Schleim kann die Bronchialöffnung verstopfen.

In den meisten Fällen wird Asthma im Kindesalter durch eine Allergie ausgelöst. Dann handelt es sich um sogenanntes allergisches Asthma, das auch als exogenes Asthma bezeichnet wird. Mit etwa 70 Prozent ist allergisches Asthma die häufigste Ausprägung der Krankheit. Besonders gefährdet ist Ihr Kind, wenn Sie als Eltern bereits Asthmatiker sind. Häufig lässt sich auch eine Neurodermitis als Begleiterscheinung beobachten.

Allergene wie etwa Tierhaare, Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Medikamente und Lebensmittel sowie deren Zusätze können die Ausbildung eines allergischen Asthmas bedingen. Das Bäckerasthma ist in der Backstube keine Seltenheit und kann weitreichende Folgen haben, denn schließlich ist die Ausübung des Berufs gefährdet.

 

2. Atemgeräusche, Atemnot, Reizhusten, Kurzatmigkeit und ein Gefühl der Enge in der Brust können Anzeichen von Asthma sein

Enge in der Brust

Atemnot und ein beklemmendes Gefühl in der Brust sind typische Symptome von Asthma.

Sie fragen sich: Woran kann man Asthma erkennen? Ist Ihr Baby oder Ihr Kind krank und fühlt sich nicht wohl, müssen Sie häufig Detektiv spielen, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Ein typisches Anzeichen einer Asthmaerkrankung sind Hustenanfälle gepaart mit Atemnot. Auch diese Symptome deuten auf Asthma hin:

  • Pfeifende Atemgeräusche: Gerade bei Kleinkindern können Sie pfeifende Atemgeräusche hören. Der Grund liegt in den oft verengten Atemwegen. Vor allem beim Sport, aber auch bei klassischen Gefühlsregungen wie etwa beim Lachen oder Weinen, können Sie die pfeifenden Atemgeräusche hören, die auf Asthma bei Ihrem Kind hindeuten könnten.
  • Atemnot: Tritt Atemnot auf, kann dies in Folge eines Hustenanfalls passieren oder bei körperlicher Betätigung. Auch wenn Ihr Kind nur noch wenig belastbar und dauernd müde ist, kann Asthma der Grund dafür sein.
  • Trockener Reizhusten: Kommt es zu einem Hustenanfall, ist dieser meist trocken, gereizt und anfallsartig. Häufig kommt ein asthmatisch bedingter Hustenanfall aus dem Nichts. Ein gutes Indiz, um Asthma bei Kinder zu erkennen, ist die Steigerung des Hustens: Beim Lachen, Weinen oder beim Sport verschlimmern sich die Symptome.

Achtung: Auch wenn es recht schwierig ist, Asthma bei Kindern zu erkennen, so gibt es doch einige Anzeichen und Symptome, die vor allem Kleinkinder mit Asthma zeigen: Bebende Nasenflügel, Ess- und Trinkunlust, Einziehungen unterhalb der Rippen, Bauchschmerzen, Kurzatmigkeit, ein Engegefühl in der Brust und hartnäckige Erkältungen sind Symptome, die Ihnen Alarmzeichen sein sollten.

3. Verdacht auf Asthma bei Kindern? Dann müssen Sie zum Arzt

Zunächst steht ein Anamnesegespräch auf dem Plan, bei dem sämtliche Symptome und deren Ausprägung eingehend thematisiert werden. Dazu gehört auch eine Familienanamnese, wobei herauszufinden ist, ob es in der Familie bereits Asthmaerkrankungen gibt.

Beim Abhören der Lunge wird auf das typische Pfeifen geachtet. Bei weiteren Untersuchungen wird der Brustkorb begutachtet. Auch ein Allergietest gehört zur Untersuchung, schließlich sind Allergien die Hauptursache von Asthma.

Bei Kleinkindern kann die Lungenfunktion noch nicht überprüft werden, weswegen sich die Diagnose hauptsächlich auf die Symptome stützt. Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird überprüft, ob und wie das Kind auf die Therapie anspricht. Anhand des Krankheitsverlaufs bzw. der Dokumentation kann die Diagnose konkretisiert werden.

4. Bezüglich der Heilungschancen gilt: Beschwerdefreiheit und Leistungsfähigkeit sind das Ziel

Asthma beim Sport

Belastungsasthma ist eine häufig auftretente Form von Asthma bronchiale.

Die Behandlungsmethode, die Ihr Kinderarzt auswählt, sollte dieses langfristige Ziel haben: Eine Therapie soll Beschwerdefreiheit und körperliche Leistungsfähigkeit ohne Einschränkungen ermöglichen. Eine optimale Therapie kann nicht nur den Schweregrad der Krankheit mindern, sondern sogar zum völligen Verschwinden der Beschwerden führen.
Bei einer Behandlung wird immer eine Kombination aus medikamentös und nicht-medikamentös gewählt. Während Erwachsene in aller Regel einen Inhalator bekommen, können kleine Kinder diesen noch nicht anwenden. Sie können das Sprayen und Inhalieren meist noch nicht koordinieren.

4.1. Inhalationshilfen zählen zu den medikamentösen Behandlungsformen

Kinder bis sechs Jahre bekommen eine Inhalationshilfe, bei der das Aerosol vor dem Einatmen in eine Kammer gesprayt wird. Anschließend kann es mittels eines Mundstücks oder einer Gesichtsmaske eingeatmet werden.

Die Gabe von Medikamenten mit Cortison darf nur durch ärztliche Kontrolle stattfinden und es sind nur geringe Mengen in Form eines Sprays zu verwenden.

Ab Asthma der Stufe 2 werden auch ICS (inhalative Glucocorticosteroide) verschrieben. Das sind inhalierbare Steroide, die entzündungshemmend wirken.

4.2. Allergieauslöser zu minimieren, fällt in die Kategorie der nicht-medikamentösen Behandlungsformen

Die nicht-medikamentösen Maßnahmen beziehen sich zum Großteil auf das Eliminieren von Faktoren, die allergisches Asthma bei Kindern bzw. den Asthmaanfall als solchen auslösen.
Es gibt spezielle Seminare und Anleitungen für junge Patienten und deren Familien. Hier lernen Sie und Ihre Familie, wie Sie mit der Krankheit umgehen können und wie Sie sich in krankheitsbedingten Notsituationen verhalten müssen. Die Themen dieser Familienschulungen umfassen folgende inhaltliche Schwerpunkte:

  • Ursachen und Auslöser der Beschwerden
  • Die richtige Inhalationstechnik für mein Kind
  • Atemübungen
  • Verhalten im Notfall
  • Tagebuch über die Beschwerden führen

Achtung: In einem Haushalt mit Kindern zu rauchen, ist nicht empfehlenswert. In einem Haushalt mit einem an Asthma erkrankten Kind zu rauchen, ist absolut tabu. Das Passivrauchen kann die Gesundheit langfristig drastisch verschlechtern und ist erwiesenermaßen ein Auslöser schwerer Anfälle.

5. Ist Asthma heilbar? Ja!

Ein (fast) normaler Alltag ist bei Kindern möglich, die unter Asthma bronchiale leiden. Wird Asthma frühzeitig erkannt und therapiert, kann es sogar geheilt werden. Je schwächer die Krankheit ausgebildet ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Erwachsenenalter verschwunden ist.

Tipp: Unbehandelt kann sich der Zustand verschlimmern. Das Asthma Ihres Kindes wird chronisch. Spätfolgen können Herzprobleme oder ein Lungenemphysem sein.

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