Heuschnupfen: Hier finden Sie alles, was Sie über Heuschnupfen wissen müssen

  • Die meisten Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, reagieren auf viele verschiedene Substanzen allergisch.
  • Eine Allergie lässt sich mithilfe eines Tests eindeutig bestimmen.
  • Die am häufigsten zur Anwendung kommende Methode zur Behandlung ist die Hyposensibilisierung, bei welcher der Körper lernt, eine Überreaktion zu vermeiden.

Die Vögel zwitschern, die Natur erwacht und endlich wird es wieder warm draußen. Was für viele Menschen schön ist und für eine positive Stimmung sorgt, ist für Allergiker ein zweischneidiges Schwert.

Natürlich freuen sich auch viele Heuschnupfengeplagte auf den Frühling, leider vermiest die Allergie vielen Leidenden einen großen Teil der Sommerzeit. Dabei steigt die Zahl der Allergiker stetig an. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts leiden bereits 9,1 % aller Kinder und Jugendlichen unter Heuschnupfen.

Aber was ist Heuschnupfen eigentlich? Wie verläuft eine Diagnose und welche Behandlung ist möglich?

In unserem Ratgeber zur Pollenallergie erfahren Sie, wie Sie erkennen, ob Sie unter Heuschnupfen leiden. Wir erklären Ihnen die verschiedenen Symptome und was dafür verantwortlich ist. Bei uns erfahren Sie, welche Therapiemethoden es gibt und welche neuen Verfahren in den letzten Jahren entstanden sind.
Zusätzlich gehen wir darauf ein, wie Sie auch ganz ohne Arztbesuch möglichst schonend durch den Sommer kommen.

1. Symptome erkennen und richtig deuten

Sinusitis

Unterschätzen Sie Heuschnupfen nicht.

Auf den ersten Blick verwechseln viele Menschen, die unter Heuschnupfen (Pollinose) leiden, die Heuschnupfen-Symptome mit denen einer Erkältung. Dies ist nicht verwunderlich, da sich die Symptome sehr stark ähneln.

Die meisten Allergiker leiden unter einer laufenden Nase, Niesattacken sowie tränenden und juckenden Augen. Teils juckt und kratzt es im Hals- und Rachenbereich, sodass die Erkältungsymptome fast komplett sind. Zudem macht sich durch Heuschnupfen eine nicht zu unterschätzende Müdigkeit bemerkbar.

Treten diese Anzeichen im Frühjahr oder Sommer auf, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Allergie handelt. Für eine eindeutige Diagnose müssen Sie allerdings einen Allergietest durchführen lassen.
Einen solchen können Sie teilweise bei Ihrem Hausarzt, ansonsten bei Hautärzten sowie Allergologen machen lassen.

1.1. Allergietestverfahren – so wird die Stärke der allergischen Reaktion bestimmt

Der Provokationstest:

Bei einem solchen Test werden Allergiker gezielt bestimmten Pollen ausgesetzt. Dies dient dem eindeutigen Nachweis einer Allergie. Problematisch ist jedoch, dass das Testverfahren sehr aufwendig ist, nur an wenigen Orten in Deutschland durchgeführt wird und eine Gefahr für starke Allergiker bedeutet.

Es gibt verschiedene Allergietests, die für sich alleine keine 100%ige Sicherheit geben, jedoch zusammen genommen sehr verlässliche Ergebnisse erzeugen. Es sollte daher stets mehr als ein Testverfahren angewendet werden, um eventuell unterschiedliche Ergebnisse miteinander vergleichen zu können.

Folgende Testverfahren sind möglich:

  • Pricktest
  • Intrakutantest
  • Epikutantest
  • Photo-Patch-Test
  • Reibtest
  • Bluttest
  • Provokationstests

Zur Überprüfung, ob eine Allergie vorliegt, wird ein Anamnesegespräch durchgeführt. Im Anschluss erfolgen ein Hauttest sowie eine Laboruntersuchung des Bluts. Die Zusammenschau ergibt ein relativ deutliches Bild, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren.

1.2. Die gängige Testmethode kurz erklärt

Behandlung von Heuschnupfen

Allergische Reaktionen werden auf der Haut sichtbar.

Am häufigsten findet der Pricktest als Hautallergietest Anwendung. Bei diesem Verfahren ritzt der Durchführende Ihre Haut am Unterarm leicht auf. Durch das Beträufeln mit potenziellen Allergenen wird eine Reaktion der Haut provoziert.
Je größer die Rötung ist, desto stärker reagieren Sie auf die entsprechende Substanz. Zur Sicherstellung, dass der Allergietest brauchbare Ergebnisse liefert, wird eine Positiv- sowie eine Negativkontrolle mit Histamin bzw. einer Kochsalzlösung verwendet.

Die Auswertung des Allergietests kann direkt erfolgen. Der gesamte Test dauert etwa 20 Minuten. Eine Rötung zeigt innerhalb weniger Minuten. Problematisch an diesem Testverfahren ist jedoch, dass die Stärke nur schlecht bestimmt werden kann. Es kommt auf eine gute Einschätzung per Augenmaß an.

Bei einer Laboruntersuchung Ihres Bluts entscheidet der IgE (Immunglobulin E)-Wert über die Allergiebereitschaft. Dies bedeutet jedoch nicht zwingend, dass Sie auf einen bestimmten Stoff allergisch reagieren. Es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko, da sich Antikörper gebildet haben, um diese Substanzen abzuwehren.

Durch die Kombination eines Blut- sowie eines Hauttests lassen sich die Pollen, auf die Sie allergisch reagieren, sehr gut bestimmen.

2. Heuschnupfen kann Asthma auslösen

Heuschnupfen vorbeugen

Achten Sie auf sich!

Leider steigt die Zahl der Allergien in Deutschland sowie vielen weiteren Industrieländern seit Jahren kontinuierlich an. Eine Vermutung der Forscher liegt darin begründet, dass die Körperabwehr nur wenig zu tun hat und deshalb eigentlich harmlose Substanzen abwehrt.

Eine Allergie ist letztlich eine Überreaktion der körpereigenen Immunabwehr. Der eigentlich harmlose Pollenflug von Bäumen, Sträuchern und Gräsern wird als Angriff eingeordnet. Entsprechend reagiert der Körper und bildet Abwehrzellen, um die Eindringlinge fernzuhalten.

Damit die Pollen den Körper wieder verlassen und keinen Schaden anrichten können, läuft die Nase, die Augen tränen und die Schleimhäute sind gereizt. Wer lange Zeit oder sehr stark unter einer Entzündung der Schleimhäute (Rhinitis) leidet, sollte dringend über eine Behandlung nachdenken.

Je mehr Allergien bestehen und je schlimmer die Symptome sind, desto eher besteht die Gefahr eines sog. Etagenwechsels. Bei diesem treten bei Patienten, die eine Allergie haben, Atemschwierigkeiten auf, die unbehandelt zu Asthma führen können.

Tipp: Je eher Sie handeln, desto besser lässt sich die Allergie bekämpfen. Zusätzlich steigen die Chancen, dass keine weiteren Allergien hinzukommen und Folgeerkrankungen wie Asthma verhindert werden.

3. Pollen fliegen fast das ganze Jahr hindurch

Der Pollenflug ist nicht nur auf wenige Monate beschränkt, sondern erstreckt sich über einen Großteil des Jahres. Sofern Sie nur auf Hasel- oder Birkenpollen allergisch sind, ist das Schlimmste bereits im Mai vorbei. Reagieren Sie hingegen zusätzlich auf Gräserpollen, erstreckt sich die Pollensaison bis in den September hinein.

In unserem Pollenkalender haben wir Ihnen gängige Pollenarten mit den jeweiligen Zeiten des Pollenflugs aufgelistet:

Pollenart möglicher Pollenflug Hauptblüte (schlimmste Zeit)
Erle Ende Dezember bis Mitte Juni Februar und März
Hasel Mitte Dezember bis Mitte Mai Mitte Februar bis Ende März
Birke Februar bis August lediglich zwei Wochen im April
Buche März bis Juni April
Gräser (Früh- und Spätblüher) April bis Oktober Mai bis August
Beifuß Mai bis Oktober im Juli und August
Weizen April bis August im Mai und Juni
Roggen April bis August im Juni
Ambrosia Juli bis Oktober August und September
Brennnessel April bis November Mitte Juni bis Anfang September
Weide Februar bis Juni Ende März bis Anfang Mai

Der Pollenflug variiert jedoch Jahr für Jahr. Teilweise beginnen die Bäume und Sträucher etwas früher zu blühen, manchmal dauert es etwas länger. Dies hängt vor allem von den Witterungsverhältnissen ab. Wohnen Sie beispielsweise im Süden Deutschlands oder in wärmeren Regionen wie Freiburg oder Köln, so fängt der Pollenflug etwas früher an.

In etwas höher gelegenen Gegenden schlagen Bäume und Sträucher erst einige Wochen später aus, sodass Sie noch etwas Ruhe mit der Allergie haben. Solange Sie nur eine leichte Allergie haben, ist für Sie nur die Hauptblütezeit der Pflanzen ein Problem.
Während der Vor- und Nachblütezeit ist die Konzentration der Pollen in der Luft verhältnismäßig gering. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Ihr Körper bei geringen Mengen in Alarmbereitschaft versetzt wird.

4. Das Problem der Kreuzallergie

Kreuzallergien

Meist reagieren Sie auf viele verschiedene Pollen.

Ein Problem für viele Allergiker stellen zudem sogenannte Kreuzallergien dar. Meist sind verschiedene Pollenarten ähnlich strukturiert, sodass der Körper gegen all diese Stoffe Abwehrzellen aufbaut. Neben Pollen werden jedoch auch diverse Nahrungsmittel als bedrohlich eingestuft. Bekannte Kreuzallergien sind die Folgenden:

  • Birken-, Hasel- und Erlenpollen: Nüsse, Steinobst, rohe Kartoffeln sowie Sellerie
  • Getreide- und Gräserpollen: Tomaten, bestimmte Mehlsorten
  • Ambrosia: Zucchini, Gurke und Melone
  • Beifuß: Sellerie, Möhren und Mangos

Meist bestehen die Beschwerden jedoch lediglich beim Rohverzehr. Wer Gemüse dünstet oder sich im Winter einen Apfelstrudel macht, hat nur selten Probleme. Bei Nüssen sowie Mehl ist allerdings Vorsicht geboten.

Forscher gehen davon aus, dass viele Menschen eine angeborene Sensibilität für Allergene in sich tragen. Wer empfindlich auf Pollen reagiert, ist meist auch anfälliger für Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Ekzeme.

5. Möglichkeiten der Behandlung

Rhinitis

Heuschnupfen kann die schönste Zeit des Jahres trüben.

Die Hauptbehandlungsform von Heuschnupfen ist die Durchführung einer Hyposensibilisierung. Bei dieser Methode werden Sie den Allergenen, auf die Sie allergisch reagieren, in kleinen Dosen ausgesetzt. Dies erfolgt unter ärztlicher Aufsicht, um sicherzustellen, dass kein anaphylaktischer Schock auftritt.

Da die verwendeten Konzentrationen extrem niedrig sind, soll der Körper an diese Stoffe herangeführt werden. Das Ziel der Behandlung liegt darin, dass die körpereigene Abwehr nicht mehr auf die harmlosen Substanzen reagiert.

Leider dauert die Behandlung mittels der Hyposensibilisierung zwischen drei und sechs Jahre. Nach einem Jahr werden jedoch vielfach schon deutliche Verbesserungen festgestellt. Durch die kontinuierliche Erhöhung der Dosis findet eine Gewöhnung an die allergieauslösenden Stoffe statt. Die extreme Bildung von Antikörpern wird durch die Langzeittherapie reduziert.

Neben der klassischen Behandlung auf medizinischem Wege befassen sich viele Naturheilpraktiker mit Allergien. Häufig greifen diese auf die Bioresonanztherapie zurück, bei welcher mit minimalen Stromreizen gearbeitet wird. Es gibt bislang allerdings keine Studien, die die Wirksamkeit dieser Methode belegen.

6. Wie Sie sich am besten gegen Heuschnupfen schützen

Richtig Lüften bei Heuschnupfen

Lassen Sie Ihre Fenster im Sommer nicht auf Kipp stehen.

Wenn Sie unter Heuschnupfen leiden, können Sie natürlich auf bewährte Heuschnupfenmittel zurückgreifen. Folgende Heuschnupfen-Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • ein Antihistaminikum, auch Antiallergikum genannt
  • Allergie-Nasensprays (achten Sie jedoch auf die Verträglichkeit)
  • antiallergische Augentropfen

Die verschiedenen Antihistaminika sorgen dafür, dass die Histamin-Rezeptoren blockiert werden. Medikamente der ersten Generationen führten oftmals dazu, dass sich Betroffene sehr müde und abgeschlagen fühlten. Diese Wirkungen haben moderne Heuschnupfenmittel allerdings nur selten.

Sollten Sie jedoch feststellen, dass Sie die Einnahme müde macht, so wechseln Sie am besten das Präparat. Auch wenn die Wirkungsweise ähnlich ist, so gibt es dennoch Unterschiede zwischen den verschiedenen Mitteln, die für die Schläfrigkeit verantwortlich sein können.

Neben der Einnahme eines Antiallergikums gibt es jedoch einige Dinge, die Allergikern das Leben leichter machen:

  • auf dem Land abends, in der Stadt morgens lüften
  • Fenster ansonsten möglichst geschlossen halten
  • Bettwäsche regelmäßig wechseln (jede Woche)
  • keine Kleidung, die Sie bereits getragen haben, im Schlafzimmer liegen lassen
  • häufig saugen und wischen, um die Pollenkonzentration zu senken (besonders im Schlafzimmer)
  • Wäsche nicht draußen trocknen, da sich Pollen ansonsten in der nassen Kleidung festsetzen können
  • Sport treiben Sie am besten kurz nachdem es geregnet hat
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