Die ersten Zähne: 10 Tipps für Eltern, wenn das Kind zahnt

   
von Amelie S. - letzte Aktualisierung:

Meistens sind die Kinder fünf bis sechs Monate alt, wenn das Zahnen beginnt. Einige Babys lassen sich nichts anmerken. Eines Morgens ist der erste Zahn einfach da. Andere leiden unter Schmerzen. Wie können Eltern ihrem Baby diese schwierige Phase erleichtern?

1. Wann beginnt das Zahnen beim Kind?

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Die ersten Zähne sind oft die unteren Schneidezähne.

Ab dem dritten Lebensmonat können Sie mit dem Durchbruch des ersten Zahns bei Ihrem Kind rechnen. Spätestens aber zum ersten Geburtstag beginnt das gesamte Freud und Leid rund ums Zahnen beim Baby. Meistens beginnt das Zahnwachstum um unteren, vorderen Teil des Gebisses, also die unteren Schneidezähne starten, darauf gefolgt von den oberen. Die Eckzähne wollen in der Regel als letztes ans Licht.

Bei einigen Kindern kann sich das Zahnfleisch wund und empfindlich anfühlen. Die meisten Babys spüren schon vorher Schmerzen. Dabei handelt es sich um einen Druckschmerz. Er entsteht, weil der wachsende Zahn auf die Knochenhaut drückt. Das löst ein unangenehmes Gefühl im Kiefer aus. Manche Kinder sind auch bei einigen oder allen Zähnen völlig beschwerdefrei – das ist, wie alles, bei jedem Kind individuell.

Wie viele Zähne hat ein Kindergebiss? Das Gebiss eines Kindes bildet sich bis zum dritten Lebensjahr aus und besteht aus 20 Zähnen. Zwischen dem 7. und dem 11. Lebensjahr fallen diese sog. Milchzähne wieder aus und werden Stück für Stück durch die bleibenden Zähne ersetzt. Das Gebiss einer erwachsenen Person besteht aus 28 bis 32 Zähnen, je nach dem, ob Weisheitszähne ausgebildet sind oder nicht.

2. Verhalten: 5 Anzeichen, dass das Zahnen beginnt

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Das Zahnen ist oft schmerzhaft und vor allem stressvoll für Kinder.

Es gibt mehrere Anzeichen, an denen Sie erkennen, dass Ihr Baby langsam seine ersten Zähne bekommt. Bei den meisten Kindern zeigt sich, dass sie viel an Spielsachen nagen und kauen. Doch darüber hinaus gibt es auch noch weitere Hinweise, auf die wir von kita.de in den folgenden Abschnitten eingehen.

Verändert sich die Stimmungslage beim Baby, sollten Eltern aufmerksam sein. Wirkt es ständig unruhig und unzufrieden, steckt häufig das Zahnen dahinter. Nimmt der Säugling seit kurzem häufig Gegenstände in den Mund und kaut darauf herum, ist das ebenfalls ein Hinweis. Vielleicht schreit das Baby viel mehr als üblich, schläft besonders schlecht oder wirkt viel anhänglicher als sonst.

Die typischen Anzeichen, dass das Zahnen bei Ihrem Kind beginnt, entnehmen Sie der folgenden Übersicht

  1. Ihr Kind knabbert und kauf an diversen Gegenständen und Spielsachen
  2. Der Speichelfluss steigert sich, Ihr Kind sabbert vermehrt
  3. Eine erhöhte Körpertemperatur oder weicher Stuhl sind Folgesymptome
  4. Die Wangen sind gerötet
  5. Ihr Kind ist unruhig und quengelig

3. Wie können Eltern ihr Baby beim Zahnen unterstützen?

Um dem Baby über diese schwierige Zeit hinwegzuhelfen, braucht es dreierlei: Hilfsmittel zum Kauen, Schmerzlinderung und Elternliebe.

3.1. 3 passende Hilfsmittel im Überblick

Sie können Ihr Kind mit diversen Hilfsmitteln durch das Zahnen hindurchhelfen. Sie wirken schmerz- und stresslindernd:

Hilfsmittel Beschreibung
Beißringe
  • Kauen lindert das unangenehme Druckgefühl im Kiefer.
  • Beißringe helfen dabei wunderbar und sollten vorher in den Kühlschrank gelegt werden.
  • Sie gehören nie ins Eisfach, sonst können sie Erfrierungen im Mund bewirken.
Babyzahnbürsten
  • Ebenfalls eignen sich Kinderzahnbürsten mit weichen Borsten und weichem Silikongriff.
  • Das Baby entscheidet, ob es lieber auf den weichen Borsten oder dem Griff kauen möchte.
  • Es sollte aber nie mit der Zahnbürste allein gelassen werden.
Kühler Waschlappen
  • Bei geschwollenem Zahnfleisch ist ein kühl-feuchter Waschlappen die beste Wahl.
  • Diesen können Sie außen an die Wange des Kindes halten, um den Schmerz zu lindern und die Wärmeentwicklung am Kopf zu senken.

Achtung: Abzuraten ist von der oft empfohlenen Veilchenwurzel. An dem Naturprodukt haften natürliche Keime. Selten ist das Immunsystem des Babys auf sie eingestellt.

3.2. Hilfe bei der Schmerzlinderung

Homoöpathie – Globuli aus Kamille als Alternativmedizin

Diverse Globuli sollen Schmerzen und Stress beim Zahnen lindern.

Wenn kühlende Hilfsmittel nicht helfen, bietet die Apotheke Hilfe. Als ideal haben sich vier homöopathische Mittel erwiesen:

  • Calcium phosphoricum,
  • Chamomilla,
  • Belladonna und
  • Magnesium phosphoricum.

In welchen Potenzen sie eingesetzt werden, sollte ein Kinderarzt oder Homöopath entscheiden.

Nur bei wirklich großen Schmerzen empfiehlt sich Zahnungsgel. Es enthält Betäubungsmittel und sollte das letzte Mittel sein, wenn nichts anderes hilft.

3.3 Seelische Unterstützung für das Baby

Mit Liebe und Zuwendung können Eltern ihrem Kind am besten helfen. Bei Spaziergängen und Ablenkung vergisst es die Schmerzen. Verständnis und Geduld helfen dem Baby, wenn es quengelig ist oder schreit. Der Säugling braucht in dieser Zeit sehr viel Nähe zu den Eltern. Sanftes Beruhigen und kuscheliger Schlaf im Elternbett geben dem Baby inneren Halt, um diesen besonderen Entwicklungsschritt gemeinsam mit den Eltern zu überstehen.

4. Die ersten Zähne richtig pflegen

Der erste Zahnarztbesuch

Warten Sie nicht zu lange mit dem Zahnarztbesuch. Dieser kann schon erfolgen, sobald der erste Zahn durchgebrochen ist. Der Kinderzahnarzt berät Sie auch gerne über die richtige Pflege und gibt Ihnen weitere Tipps.

Auch die ersten Beißer müssen von Eltern direkt gepflegt werden. Dazu gehört von Anfang an richtiges Zähneputzen, auch wenn sich erst ein oder zwei Zähnchen rausgewagt haben. Wir von kita.de empfehlen Ihnen daher zwei mal tägliches Zähneputzen – morgens und abends.

Verwenden Sie dazu eine Fingerzahnbürste, auch als Fingerling bekannt, aus weichem Silikon. Diese finden Sie in der Baby- und Kleinkinderabteilung jeder Drogerie. Doch auch spezielle, besonders weiche Kinderzahnbürsten werden häufig empfohlen.

Auf Fingerling oder Kinderzahnbürste gehört ein reiskorngrößer Schluck Kinderzahnpasta. Achten Sie auch hier bei der Wahl auf die entsprechende Altersempfehlung des Herstellers.

Beim ersten Zähneputzen gehen Sie ähnlich vor wie auch beim normalen Zähneputzen. Reinigen Sie den Kinderzahn in kreisenden Bewegungen mit sanftem Druck.

Ist Ihr Kind schon etwas älter und beginnt sich selber die Zähne zu putzen, sollten Sie dies auch Ihr Kind selbstständig tun lassen aber in jedem Falle immer als Eltern nochmal nachputzen.

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