Trauriges Kind: Tipps, wie Sie Ihre Kinder trösten und aufmuntern

Datum: 15. März 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

trauriges Kind
  • Kinder können mit Gefühlen in der Regel noch nicht so gut umgehen wie Erwachsene. Sie benötigen die Unterstützung ihrer Eltern, um die Situationen zu meistern.
  • Wichtig ist, dass Sie die Gefühle Ihres Kindes ernst nehmen und diese thematisieren. Zur Aufmunterung bieten sich Spiele oder Ausflüge an.
  • Wenn Ihr Kind über Wochen hinweg traurig und lustlos ist, handelt es sich in vielen Fällen bereits um eine Depression, die dringend von einem Arzt behandelt werden muss.

Traurigkeit, Wut oder Enttäuschung – diese Gefühle kennen wir alle nur zu gut. Auch Kinder haben in ihrem Alltag mit Niederlagen oder anderen schwierigen Situation zu kämpfen.

In unserem Ratgeber informieren wir Sie darüber, wie Kinder mit Emotionen umgehen und welche Umstände dazu führen können, dass ein Kind traurig ist. Daraufhin bekommen Sie Tipps, wie Sie Kinder trösten und aufmuntern können. Zuletzt gehen wir kurz darauf ein, wann es sich nicht mehr nur um eine temporäre Traurigkeit, sondern um eine Depression handelt.

1. Kinder brauchen Liebe und Zuwendung

Kind und Erwachsener halten gemeinsam ein Herz

Für eine optimale Entwicklung brauchen Kinder viel Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern.

Negative Gefühle kennen wir alle. Doch in der Gesellschaft sind sie gar nicht gerne gesehen. Die Erwartungen an Kinder sind dabei besonders hoch. Wir gehen davon aus, dass sie stets unbeschwert, frei und fröhlich sind. Gefühle wie Wut und Traurigkeit sind dabei fehl am Platz.

Vielen Eltern bereitet es große Sorgen, wenn ihr Kind traurig ist. Doch auch Kinder haben es nicht immer leicht. Sie werden mit vielen verschiedenen Situationen konfrontiert, die negative Gefühle auslösen können. Hinzu kommt, dass sie in jungen Jahren noch nicht richtig mit diesen Emotionen umgehen können und damit auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen sind.

Folgende Alltagsprobleme sind häufige Ursachen für ein trauriges Kind:

  • Probleme in der Schule
  • Streit mit Freunden
  • Mobbing
  • Eifersucht zwischen Geschwistern
  • kleine Verletzungen

Kinder müssen lernen, dass Tiefschläge und unangenehme Situationen zum Leben dazugehören. Indem sie sich diesen Gefühlen stellen, lernen sie auch, damit umzugehen. Allerdings sind auch Eltern dazu verpflichtet, ihre Kinder auf diesem Weg zu begleiten. Schenken Sie ihnen in diesen Momenten besonders viel Liebe und Aufmerksamkeit. Nur so kann sich ein Kind zu einem glücklichen Erwachsenen entwickeln.

2. Tipps, wie Sie Kinder trösten können

Dass Kinder ab und zu weinen, ist völlig normal. In manchen Alltagssituationen sind sie von ihren negativen Gefühlen so überwältigt, dass sie sie rauslassen müssen. In diesem Moment verlassen sie sich darauf, dass die Eltern tröstende Worte schenken und sie in den Arm nehmen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen gerne einen kleinen Überblick darüber geben, was Sie tun können, wenn Ihr Kind traurig ist.

2.1. Nehmen Sie die Gefühle ernst

Trauriges Kind weint in den Armen den Vaters

Manchmal genügt es Kindern schon, sich in den Armen der Eltern ausweinen zu können.

Kinder leiden häufig sehr darunter, wenn ihr normaler Alltag durch negative Erlebnisse gestört wird. Zumeist reichen schon ein paar böse Worte der besten Freundin aus – und schon kullern die Tränen. Natürlich handelt es sich in den meisten Fällen um Kleinigkeiten, die sich nach kurzer Zeit von selbst erledigen. Kinder leiden jedoch darunter und dies sollte die ganze Familie ernst nehmen.

Aussagen wie „Ist doch nicht schlimm“ oder „Da musst du doch nicht traurig sein“ sind in diesen Momenten alles andere als hilfreich. Denn wie soll ein Kind lernen, mit Emotionen umzugehen, wenn es den eigenen Gefühlen nicht trauen kann?

Nehmen Sie Ihr Kind stattdessen in den Arm und sprechen Sie tröstende Worte. Machen Sie außerdem deutlich, dass diese negativen Gefühle ganz natürlich und vor allem berechtigt sind. Indem Sie die einzelnen Emotionen ganz klar benennen, bekommt Ihr Kind ein Gefühl dafür, entsprechend zu reagieren.

Achtung: Werden Emotionen unterdrückt oder ignoriert, können Verhaltensauffälligkeiten, wie Aggressionen oder Entwicklungsstörungen die Folge sein.

2.2. Probleme offen ansprechen

Mutter redet mit traurigem Kind

Ermutigen Sie Ihr Kind, offen über Probleme und Gefühle zu sprechen.

Manchmal ist es gar nicht so leicht, herauszufinden, wann ein Kind traurig ist. Während Mädchen öfter weinen, versuchen Jungen ihre Traurigkeit durch Wut zu überspielen. Es gibt jedoch auch Kinder, die sich in diesem Moment zurückziehen und nicht darüber sprechen möchten, was sie belastet.

Seien Sie also aufmerksam und schauen Sie genau hin, wie es Ihrem Kind geht. Indem Sie Ihre Kinder trösten, schaffen Sie Vertrauen, sodass es ihnen leichter fällt, über Schwierigkeiten zu sprechen.

Um das Problem lösen zu können, ist es jedoch wichtig, dass Sie Ihr Kind nach den Ursachen fragen. Seien Sie dabei einfühlsam und vermeiden Sie es, die geschilderten Situationen sofort zu bewerten. Viel wichtiger ist, dass Sie zuhören und die Probleme ernst nehmen.

2.3. Das Kind mit Aktivitäten ablenken

Familie fährt Fahrrad

Bewegung an der frischen Luft bringt ein Kind auf andere Gedanken.

Gefühle können wirklich überwältigend sein und alles andere in den Schatten stellen. In dieser Situation ist besonders schwierig, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Zudem fehlt häufig die Motivation, sich aufzuraffen, beispielsweise sein Hobby auszuführen.

Sie können Ihrem Kind helfen, indem sie es ganz aktiv ablenken. Durch Ablenkung bleibt gar keine Zeit mehr, nachzugrübeln und traurig zu sein. Im Gegenteil: Durch Aktivitäten geraten andere Gedanken und Gefühle in den Fokus, sodass daraufhin die positiven Emotionen überwiegen.

Lenken Sie Ihr Kind ab, indem Sie beispielsweise

  • ein Spiel zusammen spielen,
  • einen Ausflug machen,
  • frische Luft bei einem Spaziergang schnappen,
  • eine kleine Überraschung vorbereiten.

Tipp: Manche Kinder ziehen sich bei Traurigkeit zurück und wollen alleine sein. Respektieren Sie diesen Wunsch und warten Sie ab, bis Ihr Kind wieder auf Sie zukommt.

In dem folgenden YouTube-Video bekommen Sie zusätzlich Informationen darüber, was Sie tun können, wenn Ihr Kind häufiger unter Wutanfällen leidet.

3. Bei anhaltender Traurigkeit handelt es sich um Depressionen

depressives Kind sitzt alleine in einem dunklen Raum

Depressionen verschwinden nicht von alleine.

Die Gefühle von Kindern können so manches Mal Achterbahn fahren. Während Sie in dem einen Moment super gelaunt sind, können Sie Minuten später tieftraurig sein. Grundsätzlich sollte ein Kind jedoch den größten Teil der Zeit fröhlich und unbeschwert sein.

Manchmal ist es jedoch gar nicht so einfach, normale Traurigkeit von einer beginnenden Depression zu unterscheiden. Besonders schwierig wird es, wenn Ihr Kind erst 2 oder 3 Jahre alt ist und seine Gefühle noch nicht klar ausdrücken kann.

Wenn Sie als Eltern merken, dass Ihr Kind häufig traurig ist, weint und müde ist, sollten Sie nicht lange zögern, sondern sofort Hilfe aufsuchen. Wenden Sie sich dazu an Ihren Kinderarzt oder an geeignete Erziehungsberatungsstellen.

Depressionen bei Kindern

Laut Zahlen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sind etwa 1% aller Vorschulkinder und 2% aller Grundschulkinder von einer Depression betroffen. Bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren liegt der Anteil sogar bei circa 3 bis 10%.

An folgenden weiteren Symptomen können Sie eine Depression bei Ihrem Kind erkennen:

Achtung: Eine Depression bei Kindern ist eine ernstzunehmende Krankheit, die die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigt kann.

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