Kindersicherheit: Wie Ihr Eigenheim kindersicher wird

Kindersicherheit durch Steckdosensicherung
  • Versuchen Sie bei der Planung und Einrichtung Ihres Eigenheims Gefahrenquellen zu minimieren und eine sichere Umgebung zu schaffen.
  • Durch die richtigen Präventionsmaßnahmen lassen sich schwere Unfälle verhindern.
  • Achten Sie darauf, Ihre Kinder möglichst früh für ihre Sicherheit zu sensibilisieren.

Kinder sind in ihren ersten Lebensjahren wahnsinnig neugierig und versuchen jeden Tag etwas Neues über ihre Umwelt zu lernen. Dabei können sie noch nicht unterscheiden, welche Gegenstände und Situationen für sie gefährlich und welche sicher sind. Deshalb sollten Eltern bestimmte Maßnahmen zur Kindersicherheit ergreifen.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wo Gefahren für Ihr Kind lauern. Dazu geben wir Ihnen einige Sicherheitstipps, wie Sie mögliche Gefahrenquellen Zuhause minimieren können.

1. Worauf Sie in Ihrem Haushalt achten sollten

1.1. Die Wahl des richtigen Eigenheims

Eltern planen die Kindersicherheit ihres neuen Zuhauses

Achten Sie bei der Planung Ihres Eigenheims auch immer auf die Sicherheit für Kleinkinder.

Für viele frischgebackene Eltern oder die, die es werden wollen, stellt sich die Frage nach dem richtigen Eigenheim für ihre Familie. Neben persönlichen Vorlieben sollten Sie auch immer auf die Bedürfnisse Ihrer Kleinsten achten. Besonders Altbauwohnungen entsprechen in vielen Fällen nicht den modernen Sicherheitsstandards.Daher lohnt es sich hier genau die Risiken zu analysieren und wenn nötig zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Wenn Sie  ein eigenes Haus bauen wollen, haben Sie den Vorteil, dass Sie auf viele sicherheitsrelevante Aspekte Einfluss nehmen können. Sprechen Sie Ihr Bauunternehmen oder den Architekten gezielt auf das Sicherheitskonzept Ihres neuen Hauses an. Wenn Sie bestimmte Sicherheitsmaßnahmen, wie Fenster- und Steckdosensicherungen, bereits beim Bau integrieren, können Sie viel Geld sparen. Die spätere Nachrüstung ist meistens wesentlich teurer.

1.2. Gefahren frühzeitig erkennen

Treppengitter zum Schutz von Kleinkindern

Für die Kindersicherung der Treppe eignen sich am besten Treppengitter.

Messer, Feuer, Schere, Licht – sind für kleine Kinder nichts! Als Eltern sollten Sie immer einen Blick darauf haben, wo potentielle Gefahrenquellen lauern. Viele gefährliche Gegenstände wirken auf Kinder sehr interessant. Durch die richtige Prävention können Sie Gefahrensituationen vermeiden.

Wenn Kinder ein Alter erreichen, in dem Sie sich von selbst fortbewegen können, ist es sinnvoll bestimmte Bereiche im Haus zunächst abzusperren. Besonders bei größeren Höhenunterschieden sollten Sie Treppengitter und Fenstersicherungen für Kinder installieren. Letztere eigenen sich übrigens auch zum Schutz gegen Einbrecher.

Haben Sie den Eindruck, dass ein Raum zu unsicher für Ihr Kind ist, zum Beispiel weil dort ein heißer Kamin steht oder sich zerbrechliche Gegenstände darin befinden, können Sie das Zimmer auch mit Türschutzgittern absperren.

Tipp: Eine kurzfristige Lösung ist auch das Verstellen der Türklinke. Indem Sie den Griff senkrecht nach oben stellen, fällt es Kindern sehr schwer die Tür zu öffnen.

Eine oftmals unterschätze Gefahrenquelle sind instabile oder kippende Möbelstücke.  Daher sollten Sie alle größeren Möbel auf ihre Standfestigkeit überprüfen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, entsprechende Regale oder Schränke mit Hilfe von Dübeln an der Wand zu befestigen. Hochbetten sollten Sie zusätzlich auch mit einem Fallschutz sichern. Außenflächen wie Balkone können Sie mit Sicherheitsnetzen ausstatten.

Zu Absicherung gefährlicher Ecken und Kanten bietet sich auch ein sogenannter Kantenschutz an. Dadurch verhindern Sie, dass es beim einem Sturz zu ernsthaften Verletzungen kommt.

1.2. Vorsicht bei elektronischen Geräten

Kleine Kinder sind sich der Gefahr, die von Strom ausgeht, noch nicht bewusst. Deshalb sollten Sie Steckdosen in Bereichen, die Kinder zugänglich sind, mit Kindersicherungen versehen. Das gilt auch für andere offene Stromquellen, wie zum Bespiel Steckdosenleisten.

Einer der häufigsten Verletzungsorte im Haus ist die Küche. Sobald Ihre Kinder bis zum Herd fassen können, sollten Sie nur noch auf den hinteren Herdplatten kochen. Ist dies nicht möglich, können Sie als Kindersicherung ein Herdschutzgitter einbauen, das verhindert, dass Ihr Kind auf die Kochplatte fasst oder einen heißen Topf umstoßt. Achten Sie auch darauf scharfe Gegenstände für Kinder unzugänglich aufzubewahren. Eventuell sollten Sie entsprechende Schubladen mit einem Schlüssel oder magnetischen Schlössern absichern.

Brandmelder Feuer

Kinder wissen meist nicht, wie sie sich im Brandfall verhalten müssen. Umso wichtiger ist es, dass Sie rechtzeitig informiert werden.

Um das Risiko für Unfälle zu minimieren, sollten Sie keine heißen Flüssigkeiten in die Nähe Ihrer Kleinkinder bringen. Das Teetrinken, während Ihr Kind auf dem Schoß sitzt, ist ein absolutes Tabu. Durch eine ungeschickte Bewegung kann es zu schweren Verbrühungen kommen.

Ist Ihr Zuhause noch nicht mit Rauchmelder ausgestattet, sollten diese schnellstmöglich nachrüsten. Kinder neigen dazu, sich im Brandfall zu verstecken anstatt das Haus zu verlassen. Dabei kann es zu schweren Rauchvergiftung kommen. Umso wichtiger ist es, dass Sie oder Ihre Nachbarn sofort gewarnt werden, wenn ein Feuer ausbricht. Nur so ist die rechtzeitige Rettung Ihres Kindes möglich

Ohne Rauchmelder riskieren Sie nicht nur Ihre eigene Sicherheit, sondern auch eine erhebliche Geldstrafe.

1.3. Putzmittel außer Reichweite von Kindern aufbewahren

Statistik über die häufigsten Unfallursachen

Die häufigste Todesursache für Kinder unter einem Jahr ist nach Bundesarbeitsgemein- schaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V das Ersticken. Deshalb sollten Sie in diesem Alter verstärkt darauf achten, dass keine verschluckbaren Gegenstände herumliegen. Die gesamte Statistik finden Sie hier.

Auf jeder Reinigungsmittelverpackung ist ein Hinweis, dass diese außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden sollen. Nehmen Sie diese Warnung ernst. Kinder können Putzmittel leicht mit einem süßen Getränk verwechseln. Dies kann schwere Vergiftungen und Verätzungen zur Folge haben. Vertrauen Sie nicht auf Kindersicherungen und Sicherheitsverschlüsse. Sind Kinder eine Zeit lang unbeaufsichtigt, können Sie diese problemlos öffnen.

Selbiges gilt für Arzneimittel und Kosmetika. Auch diese können der Neugierde von Kleinkindern zum Opfer fallen. Eine gute Möglichkeit, um diese zu sichern, sind magnetische Schrankschlösser, die nachträglich eingebaut werden können.

 

2. Auch unterwegs sollten Sie die Sicherheit Ihres Kindes im Auge behalten

Kind trägt zur Sicherheit Helm auf Laufrad

Auch auf Laufrädern sollten Kinder zur Sicherheit und Gewöhnung einen Radhelm tragen.

Werden Kinder älter, beschränkt sich ihr Leben nicht mehr nur auf die eigenen vier Wände. Zuhause ist es mit den richtigen Maßnahmen möglich, das Kind vor allen Gefahrenquellen zu schützen. Doch auch wenn Stadtplaner versuchen den Schulweg möglichst sicher zu gestalten, ist dieser mit großen Risiken verbunden. Deshalb sollten Sie Ihr Kind unbedingt für das Thema der Sicherheit sensibilisieren. Zeigen Sie Ihrem Kind ausführlich, worauf es beim Weg zum Kindergarten oder Supermarkt ankommt. Sie selbst sollten dabei stets ein Vorbild sein und alle Verkehrsregeln beachten.

Wenn Sie Ihr Kind auf dem Fahrradsitz mitnehmen, ist es wichtig, dass sowohl sie als auch Ihr Kind einen Radhelm tragen. In vielen Großstädten neigen Eltern dazu, diese Regel sträflich zu vernachlässigen.

Neben Verkehrsunfällen ist bei Kindern das Ertrinken die zweit häufigste Ursache für einen tödlichen Unfall. Deshalb sollten Sie Ihren Nachwuchs beim Baden immer im Auge behalten. Selbst vermeintlich flache Gewässer, stellen für Kinder eine ernst zu nehmende Bedrohung dar.

Auch das Planschen in der Badewanne sollte stets von einem Erwachsenen überwacht werden.

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