Eifersucht unter Geschwistern: So vermeiden Sie Streitereien zwischen Ihren Kindern

Datum: 19. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

eifersucht bei kindern.
  • Die Eifersucht unter Geschwistern ist ein weit verbreitetes Problem, das in allen sozialen Schichten auftritt. Häufig haben auch die Eltern einen Anteil daran.
  • Wird ein Kind gegenüber seines Geschwisterkindes anders behandelt, ruft das häufig Eifersucht oder Neid hervor. Kinder fühlen sich zurückgesetzt oder benachteiligt, weil die Eltern einem Kind etwas verbieten, was dem Geschwisterkind wiederum erlaubt wird.
  • Es ist wichtig, dass Sie jedes Ihrer Kinder gleich behandeln. Jedoch kommt Eifersucht unter Kindern auch ohne elterliche Einflüsse vor. Die Gründe dafür sind schwer auszumachen und meist tief im Unterbewusstsein des Kindes verankert.

Wer kennt die Situation nicht: Ein Kind beginnt mit einem bestimmten Spielzeug zu spielen, während das Geschwisterchen – das bisher vollauf zufrieden war – ab diesem Moment nichts anderes haben möchte, als eben dieses Spielzeug. In diesem Beitrag erfahren Sie, was in dem Moment im kindlichen Kopf vorgeht und wie Mama und Papa auf die neuen Herausforderungen reagieren sollten.

1. Eifersucht bei Kindern hat oft mit einem subjektiven Aufmerksamkeitsdefizit zu tun

Ein krankhaftes Verhalten kommt bei kindlicher Eifersucht nur selten vor

Die Schwangerschaft und die Geburt eines zweites Baby bedeutet nicht nur für die Eltern eine neue Herausforderung, sondern auch für das erste Kind. Auch wenn meist die Vorfreude auf das neue Geschwisterchen überwiegt, kann dennoch ein rivalisierendes Verhalten oder Eifersucht auftreten. Krankhafte Eifersucht ist dabei eher selten. Auch Therapien werden nicht sehr häufig angeordnet.

Konflikte unter Kindern sind völlig normal und schulen sogar den sozialen Umgang. Besonders unter Geschwistern müssen Streitereien nicht immer bedeuten, dass sich die Kinder nicht lieb haben. Durch das Gefühl, gegenüber dem Geschwisterkind benachteiligt zu werden, können Kinder aber schnell eifersüchtig werden, was wiederum zu weiteren Reibereien führt.

Gerade dann, wenn die Kinder vom selben Geschlecht sind und der Altersunterschied weniger als drei Jahre beträgt, ist Streit unter Geschwistern aufgrund von Rivalitäten nahezu vorprogrammiert. Oft wird ein Streit sogar gezielt provoziert, um zu überprüfen, wen Mama und Papa eher unterstützen. Dabei ist unangebrachtes Verhalten wie Schlagen oder das gegenseitige Klauen der Spielsachen als Ruf nach Aufmerksamkeit zu verstehen. Das Verhalten entsteht in den meisten Fällen nicht aufgrund von negativen Empfindungen gegenüber dem Bruder oder der Schwester.

Kinder wollen am liebsten immer selbst im Mittelpunkt der elterlichen Aufmerksamkeit stehen und sind neidisch auf die Geschwister, wenn diese Aufmerksamkeit von Mama oder Papa bekommen. Grundsätzlich lässt sich sagen: Es ist normal, dass Geschwister um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern konkurrieren. Um dieses Verhalten so weit wie möglich zu vermeiden und die Beziehung zwischen den Geschwistern zu retten, müssen Eltern aktiv die Geschwisterliebe und das Selbstbewusstsein der einzelnen Kinder stärken.

Hinweis: Bei sogenannten Mittelkindern, die zwischen dem Erstgeborenen und dem Nesthäkchen geboren wurden, ist die Gefahr für Eifersucht besonders hoch. Diesen Umstand sollten Sie sich regelmäßig in Erinnerung rufen und darauf achten, dass Sie auch dem “Dazwischenkind” genug Aufmerksamkeit schenken.

2. Geschwisterstreit vermeiden und Geschwisterliebe stärken

Junge und Mädchen haben Streit

Streitigkeiten unter Geschwistern sind völlig normal. Grundsätzlich gilt: Je geringer der Altersunterschied, desto höher das Risiko für Streit.

Geschwisterliebe ist essentiell, weil sie die Persönlichkeit Ihrer Kinder genauso stark formt, wie Konkurrenz und Streit unter Geschwistern. Der Nachwuchs rivalisiert um eine Position in der Hierarchie der Familie und beobachtet dabei eifersüchtig, welche Stellung ihre Geschwisterkinder besitzen und wie viel elterliche Aufmerksamkeit diese erhalten.

Leider ist eine gute Beziehung zwischen Geschwistern nicht selbstverständlich. Diese entsteht durch Zuneigung und gemeinsame Erfahrungen. Die Beziehung Ihrer Kinder untereinander lässt sich nur fördern, indem Sie ihnen aktiv ein gemeinsames Leben ermöglichen.

Außerdem ist es für Sie als Eltern unerlässlich, dass sie sich für all Ihre Kinder Zeit nehmen, um der Entstehung von Eifersucht zuvorzukommen. Zum Beispiel kann die Zeit, während die Kleinsten ihren Mittagsschlaf halten, dafür genutzt werden, um mit den Größeren zu spielen oder die Hausaufgaben zu erledigen.

3. Vergleichen Sie Ihre Kinder nicht miteinander

Es gibt einige Dinge, auf die Sie als Eltern achten können, um die Beziehung zwischen Ihren Kindern zu „retten”:

  • Sie sollten Ihre Kinder keinesfalls miteinander vergleichen. Sätze wie: „Das kann deine Schwester aber besser“, sorgen nur für mehr Eifersucht beim Nachwuchs. Dadurch könnte es im schlimmsten Fall sogar dazu kommen, dass Minderwertigkeitskomplexe bei Ihrem Kind entstehen.
  • Jedes Kind hat seine individuellen Stärken. Eltern sollten die Talente ihres Kindes fördern und es regelmäßig wissen lassen, dass es einzigartig ist.
  • Schenken Sie Ihren Kindern immer gleich viel Beachtung. Dabei ist auch darauf zu achten, dass Verwandte oder Freunde ebenfalls keine Unterschiede zwischen den Geschwistern machen.
  • Gehen Sie auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Kindes ein. Kinder sind nun einmal verschieden. Temperament, Alter und Talente unterscheiden sich. Es ist wichtig, dass Sie nicht bei allen Ihren Kindern die gleichen Maßstäbe setzen. Das eine spielt gerne Fußball, das andere liest lieber Bücher. Eltern sollten diesen Umstand akzeptieren und ihre Kinder dabei unterstützen.
  • Häufig kommt es auch vor, dass Eltern mit einem ihrer Kinder mehr Gemeinsamkeiten teilen, als mit dem restlichen Nachwuchs. Das kann zum Beispiel ein gemeinsames Interesse für Sport oder andere Hobbys sein. In diesem Fall ist es oft schwer, keine Unterschiede zwischen den Kindern zu machen. Wichtig ist aber, dass Sie allen Ihren Kindern die gleichen Möglichkeiten eröffnen.
  • Der Nachwuchs sollte gemeinsam gelobt werden: Gewöhnen Sie sich an, Lob immer gleichmäßig auf Ihre Kinder zu verteilen. Beispielsweise: „Prima, dass ihr so friedlich miteinander spielt.“ Wenn ein Kind gelobt wird, sollten die anderen Kinder nicht unerwähnt bleiben.
  • Kein Kind sollte als „Problemkind“ abgestempelt werden. Eltern sollten immer bemüht sein, die positiven Eigenschaften Ihres Kindes hervorzuheben, um das Selbstbewusstsein zu stärken.

Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihrer Kinder

Besonders wichtig für den sozialen Umgang ist das Selbstvertrauen Ihres Kindes. Wenn Ihr Kind sehr selbstbewusst ist, fällt die Wahrscheinlichkeit für Eifersucht und häufige Streitereien deutlich geringer aus.

Besonders in diesem Bereich sind die Eltern gefragt. Es ist wichtig, dass Ihr Kind weiß, wann es etwas gut gemacht hat. Lob und auch Tadel sind essenziell für den Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens. Weitere Informationen dazu, wie Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken, finden Sie hier.

Tipp: Besonders wichtig für die Erziehung ist, dass Ihr elterliches Verhalten möglichst konstant ist. Sie sollten nicht willkürlich reagieren, wenn Ihr Kind etwas gut oder schlecht gemacht hat. Ansonsten verwehren Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, einschätzen zu lernen, wann Lob oder Tadel angebracht sind.

4. Hinterfragen Sie sich regelmäßig selbst

Zwei Kinder Arm in Arm

Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Geschwister gut verstehen. Fördern Sie die Geschwisterliebe durch gemeinsame Aktivitäten.

Um Eifersucht unter Geschwistern oder Geschwisterstreit und seine Folgen weitestgehend zu vermeiden, sollten Eltern die bereits erwähnten Punkte verinnerlichen und sich auch selbst beobachten: Hat das Kind eventuell einen triftigen Grund, um eifersüchtig zu sein? Möglicherweise hatten die Eltern in letzter Zeit sehr viel Stress oder die Probleme der älteren Kinder brauchten viel Aufmerksamkeit, wodurch der Jüngste vielleicht etwas zu kurz kam.

Mama und Papa sollten sich regelmäßig hinterfragen, wann sie ihren Kinder jeweils zuletzt die volle Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das gilt übrigens auch in der späteren Pubertät. Einen umfangreichen Artikel zum Thema Bevorzugung von Kindern finden sie hier.

Ebenfalls gibt es zahlreiche Bücher über Eifersucht, die Sie sich zu Gemüte führen können. Das Thema ist einfach zu umfangreich, um in diesem Beitrag auf alle Aspekte ausreichend einzugehen. Zum Beispiel gibt es selbst in der Homöopathie einige Vorschläge, wie mit Eifersucht im Kindesalter umzugehen ist. Ob das für Sie eine Möglichkeit darstellt, müssen Sie aber selbst entscheiden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (46 Bewertungen, Durchschnitt: 4,60 von 5)
Loading...

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Verwandte Beiträge