Geschwisterkinder: Das erwartet Sie beim zweiten Kind

Geschwister
  • Geschwisterkinder können die besten Freunde werden, wenn die Geschwister eine tiefe Liebe verbindet. Sie können sich aber auch eventuell feindselig verhalten.
  • Geschwister zu haben, kann im Leben das größte Glück sein. Doch gerade zum Start ins neue Familienleben mit Geschwisterkindern müssen alle Familienmitglieder sich neu arrangieren. Das braucht Zeit!
  • Erkennen Sie Ihre Kinder als eigenständige Individuen an – mit Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen. Das stärkt jedes Geschwisterkind und hilft Ihnen bei der Erziehung.

Sie erwarten Ihr zweites Kind und werden somit Geschwisterkinder haben? Dann bekommt Ihr Erstgeborenes bald einen Bruder oder eine Schwester und Sie werden stolze Eltern von Geschwisterkindern sein. Welche Bedeutung das für Sie hat? Glück hoch 2 und eine Herausforderung hoch 2. Wie wichtig in dieser Konstellation die Faktoren Erziehung, Eifersucht und Konkurrenz, aber auch Geschwisterliebe sein können, verraten wir Ihnen im Folgenden.

1. Mit Geschwisterkindern kehr Routine in die Erziehung ein

Streit unter Geschwisterkindern

Während gerade zur Anfangszeit noch Eifersucht, Rivalität und Konkurrenz das Familienleben bestimmen, können diese Gefühle zum handfesten Streit werden, wenn die Geschwisterkinder größer werden. Für den Fall, dass es zwischen den Geschwistern richtig kracht, sollten Sie sich Tipps zu Herzen nehmen..

Ein zweites Kind zu bekommen, bedeutet natürlich, eine größere Verantwortung zu tragen, doch die gute Nachricht lautet: Mit einem Baby im Haus verdoppelt sich die Verantwortung nicht etwa und auch der Stress wird nicht plötzlich doppelt so groß, denn Sie haben bereits einen großen Erfahrungsschatz von Ihrer ersten Elternschaft.

Das heißt auch: Sie werden ein Stück weit Ihrem selbst auferlegten Perfektionismus zurückschrauben müssen und dafür das herrliche Gefühl von Routine nutzen dürfen, um Ihre Geschwisterkinder zu schaukeln. Aber eine Herausforderung bleibt: Auch Ihr Erstgeborenes muss sich in der neuen Rolle einfinden. Um das zu schaffen, braucht Ihr Kind Ihre Unterstützung.

2. So bereiten Sie Ihr erstes Kind auf ein neues Baby vor

Es gibt zahlreiche Kinderbücher, die altersgerecht das Thema Familienzuwachs thematisieren. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, Ihr Erstgeborenes sachte mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass es künftig ein Geschwisterkind bekommen wird. Doch was bedeutet das neue Baby für Ihr Erstgeborenes?

Diese Gefühle könnten in Ihrem ersten Kind hochkommen:

2.1. Die Gefühlswelt des “großen” Kindes wird beherrscht von Eifersucht

Es ist normal, dass das ältere Geschwisterkind eifersüchtig auf das Baby reagiert. Zeigt es bereits Züge von Eifersucht während der Schwangerschaft, ist es wichtig, dem Kind zu erklären, dass es nicht etwa „ersetzt“ wird, sondern die Familie nur wächst. Akzeptieren Sie die Schwerstarbeit, die Ihr Erstgeborenes zu verdauen hat: Es wird unsanft von seinem Thron als Einzelkind geschupst.

2.2. Die Gefühlswelt des “großen” Kindes wird beherrscht von Konkurrenz

Geschwisterkinder

Das Gefühl von Eifersucht macht sich regelmäßig bei Geschwisterkindern breit. Reservieren Sie ausreichend Zeit für beide Kinder.

Möglicherweise empfindet Ihr Kind das noch ungeborene Baby bereits im Bauch der Mutter als Konkurrenz. Ein Blick in die Babybilder von damals kann dem Kind dabei helfen zu verstehen, dass sich seine Eltern bei seiner Ankunft ebenso gefreut haben wie jetzt auf das neue Baby.

2.3. Die Gefühlswelt des “großen” Kindes wird beherrscht von Rivalität

Wenn das Baby auf der Welt ist, nimmt das Erstgeborene typische Verhaltensmuster an, um wieder die Aufmerksamkeit eines Babys zu bekommen. Jüngere Kinder beginnen wieder mit dem Trinken aus der Flasche. Ältere Kinder können sogar wieder Einnässen, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erhaschen. Um hieraus kein Familiendrama werden zu lassen, ist es sinnvoll, Kinderzeit mit beiden Kindern separat und gemeinsam einzuplanen. So hat das ältere Kind das Gefühl, weiterhin eine Rolle im Familiengefüge zu spielen.

2.4. Die Gefühlswelt des “großen” Kindes wird beherrscht von Geschwisterliebe

Geschickt eingefädelt binden Sie Ihr Erstgeborenes direkt von Beginn an mit in die Zeit mit Ihrem Neugeborenen ein. Egal ob Mädchen oder Junge – wenn das Erstgeborene Mama oder Papa dabei helfen kann, das Baby zu versorgen, hat es eine Aufgabe und fühlt sich gebraucht. Das fördert die positive Ausbildung der Geschwisterliebe. Achtung: Es ist wichtig, Ihr Erstgeborenes einzubeziehen, aber nicht zu überfordern! Ihr Erstgeborenes muss nicht 24 Stunden am Tag „großes“ Geschwisterkind sein. Das haben Kinder schnell satt.

Achtung: Fällt der Start im Kindergarten auf den Geburtstermin des zweiten Kindes, müssen Sie abwägen, Ihr Erstgeborenes weit vor der Ankunft des neuen Babys im Kindergarten einzugewöhnen oder erst, wenn sich das neue Familiengefüge gefestigt hat. Ihr Kind soll nicht das Gefühl haben, „abgeschoben“ zu werden, weil das Baby nun da ist.

3. Gut vorbereiten auf Geschwisterkinder

Kind mit schwangerer Mama

Bereiten Sie Ihr Kind auf das Geschwisterkind gut vor und binden Sie das Erstgeborene in die Zeit der Schwangerschaft mit ein.

Natürlich mag die Idee verlockend klingen, das neue Baby als süßen Spielgefährten zu deklarieren. Allerdings könnte dann die Enttäuschung auch umso größer werden, denn in den Augen Ihres ersten Kindes ist Ihr Neugeborenes vor allem eins: klein, unbeholfen, kreischend, anhänglich. Aus Kindersicht ist die logische Reaktion darauf, das neue Baby zurückgeben zu wollen oder ihn unbemerkt zu ärgern. Achten Sie darauf, dass Sie das neue Familienmitglied realistisch ankündigen.

Tipp: Ja, Sie müssen Ihrem Kind erklären, dass Angriffe auf das Neugeborene verboten sind. Nein, Sie dürfen die bösen Gefühle Ihres Kindes nicht mit einem moralischen Tabu verhängen. Das Resultat wäre eine Verdrängungstaktik, die in Übersprungshandlungen münden kann. Möchte ein Kind das Baby besonders lieb haben, kann das für das Neugeborene mitunter sehr gefährlich werden. Eine Strafe zu verhängen, wäre der falsche Ansatz. Erklärungen sind die bessere Form der Erziehung zu einem neuen, intakten Familiengefüge.

4. Tipps zur Ausstattung, wenn Sie Geschwisterkinder zuhause haben

Je nachdem, ob Sie zwei Mädchen oder zwei Jungs bekommen und, wann Ihre Kinder auf die Welt kommen, können Sie vielleicht sogar einiges davon nutzen, was Sie bereits für Ihr erstes Kind angeschafft haben. Zudem helfen Ihnen diese Praxistipps bei der Organisation Ihres neuen Alltags mit Geschwisterkindern.

4.1. Praxistipp: Geschwisterkinderwagen

Sind Ihre Kinder alterstechnisch nur wenige Jahre auseinander, kann es eine sinnvolle Überlegung sein, einen Geschwisterkinderwagen anzuschaffen. Dabei kann das Neugeborene auf seiner Seite ausgestreckt ruhen, während das Erstgeborene im Buggy sitzt.

Tipp: Geschwisterkinderwagen gibt es in der Side-by-Side-Variante und als Kinderwagen, in dem die Kinder hintereinander sitzen. Prüfen Sie, welches Modell Sie auch im Auto verstauen können. Eine Alternative zum Geschwisterkinderwagen kann ein Steh-Board am Kinderwagen sein. Dort kann das große Kind stehend chauffiert werden, während das Baby liegt. Haben sich Zwillinge angekündigt, gibt es auch Geschwisterkinderwagen für drei Kinder.

4.2. Praxistipp: Kinderzimmer

Wenn es der Platz erlaubt, ist es immer sinnvoll, Ihre Kinder in getrennten Kinderzimmern unterzubringen. Das sorgt für eine bessere Schlafqualität bei beiden Kinder und erleichtert auch eine altersgerechte Einrichtung der Zimmer inklusive einer altersgerechten Erziehung zu Ordnung, zum Aufräumen und mit unterschiedlichen Zu-Bett-Geh-Zeiten.

Tipp: Ob es sinnvoll ist, Ihr Erstgeborenes zur Geburt mit ins Krankenhaus zu nehmen, ist Ihnen selbst überlassen. Weniger anstrengend ist es hingegen, eine Betreuungslösung, beispielsweise bei den Großeltern, in Anspruch zu nehmen. Bei der Geburt müssen Sie sich konzentrieren und Ihr großes Geschwisterkind kann am nächsten Tag immer noch das Baby begrüßen kommen. Ist absehbar, dass Ihr Neugeborenes speziell versorgt werden muss oder gar mit einer Behinderung auf die Welt kommt, ist es wichtig, dass sich die Eltern zunächst ausschließlich darauf konzentrieren können.

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