Stottern bei Kindern: Ursachen und Hilfsmittel gegen das Stottern

Sprachstörung
  • Stottern bei Kindern beginnt häufig bereits als 2-Jähriges, mit 3 Jahren oder im Alter von 4 Jahren.
  • Stottern Kinder, ist die Frage nach dem warum für viele Eltern entscheidend. Häufig liegt die Ursache in den Genen.
  • Ein Großteil der stotternden Kinder überwindet diese Sprach-Fehlfunktion selbstständig und sogar ohne Therapie.

Hilfe, mein Kind stottert! Wenn dieser Satz von Ihnen stammen könnte, bietet dieser Ratgeber Ihnen zahlreiche nützliche Infos. Kinder stottern prinzipiell im Kindergarten, im Vorschulalter und ebenso im Schulalter. Zu Stottern bei Kindern müssen Sie wissen, dass das erblich bedingte Stottern nicht heilbar ist, wohl aber trainierbar ist und auch von heute auf morgen wieder verschwinden kann. Wie Sie die Ursache der Symptome ihres Kindes klären und wie sie helfen, erfahren Sie hier.

1. Stottert mein Kind wirklich?

Grundsätzlich muss in stockendes Sprechen und ein klassisches Stottern bei Kindern unterschieden werden. Zu erkennen sind die Unterschiede so:

  • Ist Ihr Kind jünger als sechs Jahre und stockt immer wieder im Redefluss, muss das kein Fall von Stottern bei Kindern sein. Im Fachjargon wird dieses stockende Sprechen als „Entwicklungsunflüssigkeit“ bezeichnet. Wörter werden wiederholt und immer mehr Pausen bestimmen das sprachliche Ausdrucksvermögen des Kindes. Ein stotterndes Kleinkind im Alter von vier Jahren kann im Kindergarten im Redefluss stocken und im Vorschulalter wieder völlig fließend sprechen.
  • Ein stotterndes Kind ist meist älter als sechs Jahre. Der Redefluss ist auffällig durch Wortwiederholungen und die Wiederholung von einzelnen Silben unterbrochen. Manchmal kann sich das Stottern bis zur Pubertät wieder lindern, in anderen Fällen auch nicht. Auf eine bestimmte Behandlung, Therapie oder Übung ist das nicht zurückzuführen.

1.1. Manchmal zeigen stotternde Kinder auch Begleiterscheinungen

Therapie Stottern

Nicht jedes stotternde Kind braucht eine Therapie beim Logopäden. Allerdings können frühzeitige Übungen helfen, den Sprachfluss zu verbessern.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. verrät online, dass es zahlreiche Begleiterscheinungen gibt, die das Stottern begleiten oder eine stotternde Artikulation quasi ankündigen. Viele Kinder sprechen lauter, ziehen eine Grimasse oder bewegen den Kopf und ihre Arme beim Sprechen. Auch sind Flüstern, Umformulierungen sowie die vermehrte Nutzung von Füllwörtern typisch für stotternde Kinder. Nicht jedes Kind braucht eine Therapie. Allerdings ist diese sinnvoll, bevor sich das Kind frustriert zurückzieht. Logopäden raten dazu, bereits ein 2-jähriges, stotterndes Kind in die Therapie zu schicken. Je früher trainiert wird, desto größer ist die Chance, das Stottern erfolgreich bewältigen zu können oder die Begleiterscheinungen zu mindern.

1.2. Reagieren Sie aktiv auf Formen der Sprachstörung

Stottern entsteht meist beim Kleinkind, also dann, wenn die größten Entwicklungssprünge zu verzeichnen sind. Allerdings gibt es bis heute keine wissenschaftlich belegten Gründe für das Stottern. Wichtig ist es, auf die Sprachstörung aktiv zu reagieren, sonst kommen zum Stottern bei Kindern negative Gefühle, Angst, Frustration sowie andere Gefühle hinzu, die das Stottern auf einmal deutlich verschlimmern.

2. Das Stottern bei Kindern ist wissenschaftlich bekannt

Stottern bei Kindern

Ein stotterndes Kind braucht keine Sonderbehandlung, sondern viel Geduld.

Sowohl die Gründe für das Stottern bei Kindern als auch die Häufigkeit der Ausprägung ist bekannt. Georg Thum, der in München als akademischer Sprachtherapeut arbeitet, beschreibt das Stottern als Kontrollverlust. Der Therapeut erklärt, dass das stotternde Kind sehr wohl weiß, was es sagen will. Allerdings scheint die Verbindung unterbrochen, sodass die Worte nicht beim Sprechwerkzeug ankommen.

Der Therapeut hat auch positive Nachrichten für die Eltern stotternder Kinder: Betroffen sind circa fünf Prozent der Zwei- bis Sechsjährigen. Und bei der Mehrheit vergeht das Stottern ganz von allein wieder. Heilbar ist diese Form der Sprachstörung nicht, wohl aber in Maßen trainierbar. Zudem sollen Mittel aus der Homöopathie, beispielsweise Stramonium, helfen. Ein plötzlich stark stotterndes Kind kann mit einigen Übungen das Sprechen trainieren. Auch kann das Stottern ganz plötzlich wieder vorbei sein. Stottern ist kein entwicklungsbedingtes Sprachproblem.

Tipp: Jedes Training hat zweierlei Ziele: Zum einen soll der Sprachfluss flüssiger werden. Zum anderen soll das Kind lernen, souverän mit der Sprachstörung umzugehen. Wichtig ist, rechtzeitig den Kinderarzt um Rat zu fragen und frühzeitig mit dem Training zu beginnen.

3. Langsam sprechen bringt nichts, ignorieren ebenso wenig. So können Sie Ihrem stotternden Kind helfen!

Ihr Kind stottert. Nun machen Sie sich als Elternteil ganz sicher Gedanken darüber, warum das so ist und was Sie tun können, um dies zu ändern.

Zum richtigen Umgang mit einem stotternden Kind helfen diese Tipps:

  • Fordern Sie Ihr Kind nicht permanent dazu auf, langsam zu reden. Stottern Kinder regelmäßig, ist Geduld gefragt. Diesen Rat sollten auch Verwandte und Erzieher berücksichtigen.
  • Behandeln Sie Ihr stotterndes Kind ebenso wie das Geschwisterchen ohne Sprachproblematik. So stärken Sie Ihr Kind für Situationen, in denen Selbstbewusstsein gefragt ist.
  • Ignorieren Sie die Sprachproblematik nicht. Wer das Stottern tabuisiert, vergrößert das Problem.
  • Verwerfen Sie die Frage danach, wer schuld am Stottern hat. Ein proaktiver Umgang mit der Sprachstörung ist in jedem Fall hilfreicher für das stotternde Kind.

Die Tipps in diesem Video helfen beim Umgang mit einem stotternden Kind:

Achtung: Stottern ist laut der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V. eine erblich bedingte Sprachstörung, die nicht durch ein einschneidendes Erlebnis bedingt werden kann. Möglich ist, dass ein Erlebnis wie etwa ein Umzug oder Familienzuwachs das Stottern auslösen. Auch kann Stottern bei Kindern sich bei Aufregung verstärken. Die Gründe für das Stottern liegen jedoch nicht darin begründet.

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