Schnarchen bei Kindern: Wann Schnarchen gefährlich ist

Kind schläft und schnarcht
  • Laut verschiedener Statistiken schnarchen knapp die Hälfte aller Kinder gelegentlich. Rund 9% der Kinder schnarchen sogar jede Nacht.
  • In den meisten Fällen sind zu enge Atemwege für das Schnarchen verantwortlich. Diese können durch Erkältungen, Polypen, vergrößerte Gaumenmandeln oder Allergien entstehen.
  • Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die gegen das Schnarchen bei einem Kleinkind helfen können. In einigen Fällen ist es jedoch notwendig, Polypen oder Mandeln operativ zu entfernen.

Dass Erwachsene hin und wieder schnarchen, ist keine Seltenheit. Allerdings haben Studien gezeigt, dass etwa 9% aller Kinder jede Nacht schnarchen. Aber was sind die Ursachen und inwiefern besteht Handlungsbedarf?

In unserem Ratgeber informieren wir Sie rund um das Thema Schnarchen bei Kindern. Wir erklären Ihnen, welche Ursachen hinter dem Schnarchen stecken können und welche gravierenden Folgen diese permanente Mundatmung haben kann. Zuletzt geben wir Ihnen Tipps, welche einfachen Mittel gegen Schnarchen eingesetzt werden können.

1. Schnarchen ist auch bei Kindern verbreitet

säugling schnarcht

Bereits Säuglinge können schnarchen, wenn die Atemwege zu eng sind.

Fast jeder kennt diese lästigen Schnarchgeräusche. In den meisten Fällen gehen diese vom Partner aus. Laut einer Studie der Sleep Research Society schnarchen insgesamt 60% der Männer und knapp 42% der Frauen. In den meisten Fällen ist dieses Schnarchen zwar störend, aber harmlos.

Erstaunlich ist hingegen, dass knapp die Hälfte aller Kinder ab und zu schnarchen. Dass das Kind schnarcht, liegt in den meisten Fällen jedoch an Erkältungen oder harmlosen Infekten, die die Atemwege verengen, nach kurzer Zeit aber von selbst verschwinden.

Einige Statistiken bestätigen jedoch, dass etwa 9% der Kinder und 6% der Säuglinge regelmäßig und damit jede Nacht schnarchen. Dies sorgt dafür, dass es zu Schlafstörungen kommt und die Kinder sich am Tag müde und schlapp fühlen. Viele Eltern machen sich daher sorgen, dass das Schnarchen krankhafte Ursachen hat und einen negativen Einfluss auf die Gesundheit Ihres Kindes ausübt.

2. Regelmäßiges Schnarchen kann auf enge Atemwege oder vergrößerte Mandeln hindeuten

Arzt schaut Kind in den Hals

Vergrößerte Gaumenmandeln lassen sich mit bloßem Auge erkennen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind oftmals laute Geräusche während des Schlafs zu hören. Das liegt vor allem daran, dass die Atemwege noch sehr eng sind und die Schleimhautfalte im Rachen noch nicht vollständig entwickelt ist. Dieses Problem legt sich glücklicherweise mit der Zeit von selbst.

Grundsätzlich deutet das Schnarchen bei Kindern darauf hin, dass eine Störung im Bereich der Atemwege vorliegt. Dies ist beispielsweise bei Erkältungen der Fall. Durch eine verstopfte Nase schaltet der Körper auf eine Mundatmung um, sodass es zu Schnarchgeräuschen kommt.

Aber auch vergrößerte Rachenmandeln, umgangssprachlich Polypen genannt, können die Symptome hervorrufen. Die Polypen befinden sich im oberen Rachenraum und sind für die Immunabwehr verantwortlich. Werden Sie jedoch so groß, dass sie den Rachenraum versperren, bekommt das Kind keine Luft mehr durch die Nase und muss daraufhin durch den Mund atmen.

Polypen treten sehr häufig mit vergrößerten Gaumenmandeln in Erscheinung. Auch diese sind dazu da, Keime abzuwehren und das Immunsystem zu stärken. Wenn Ihr Kind unter chronischen Schnupfen leidet, ständig durch den Mund atmet und regelmäßig eine Mittelohrentzündung hat, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Mandeln zu groß sind.

Mitunter können auch Allergien, wie beispielsweise Heuschnupfen, dazu führen, dass die Schleimhaut Ihres Kindes gereizt und geschwollen ist. Bei einem HNO-Arzt können Sie einen entsprechenden Allergietest durchführen lassen.

Mandel-Operationen bei Kindern

Wenn Kinder über Jahre hinweg immer wieder an einer Mandelentzündung leiden, kann es sinnvoll sein, die Mandeln operativ entfernen zu lassen. Der Nutzen ist jedoch oftmals begrenzt, da sich das umliegende Gewebe weiterhin entzünden kann.

Da Kinder ohnehin einen engen Rachenraum haben, kann auch Übergewicht zu Schnarchen führen. Das überschüssige Fett lagert sich auch im Gewebe des Rachens ein, sodass die Atemwege noch enger werden und eine Nasenatmung kaum noch möglich ist.

Im schlimmsten Fall kann das Schnarchen aufgrund einer Schlafapnoe auftreten. Hierbei kommt es zu Atemaussetzern, die mehrere Sekunden andauern können. Daraufhin setzt die Atmung mit einem lauten Schnarchen wieder ein.

Zusammenfassend können folgende Ursachen für das Schnarchen bei Kindern verantwortlich sein:

  • Erkältungen und Infekte
  • Polypen
  • Vergrößerte Gaumenmandeln
  • Allergien
  • Übergewicht
  • Schlafapnoe

3. Schnarchen kann bei Kindern zu Entwicklungsstörungen führen

kind kann sich nicht konzentrieren

Durch den unruhigen Schlaf können Konzentrations- und Lernstörungen entstehen.

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder brauchen besonders viel Schlaf, um das Erlebte zu verarbeiten und neue Energie zu gewinnen.

Durch das Schnarchen wachen Kinder in der Nacht jedoch immer wieder auf, sodass der Schlaf permanent gestört wird. Diese Schlafstörungen führen wiederum dazu, dass das Kind tagsüber müde und lustlos ist. Zudem sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, sodass die Gesundheit stark beeinträchtigt werden kann.

Durch die geringe Erholungsqualität kann zusätzlich das Gehirn nicht mehr richtig arbeiten. Dies zeigt sich vor allem an Konzentrationsstörungen. Durch diese kann es zu einer Störung der körperlichen und geistigen Entwicklung kommen, sodass Lernprobleme auftreten.

4. Bei Schlafapnoe kann eine Atemmaske hilfreich sein

Kind mit Schnarcher-Schiene

Schnarcher-Schienen verhindern, dass der Unterkiefer nach hinten fällt.

Laut Zahlen der IGS (Initiative Gesunder Schlaf) leiden etwa 20% der schnarchenden Kinder an Schlafapnoe. Diese Atemaussetzer können gefährlich sein und müssen daher dringend behandelt werden.

Daher ist es wichtig, dass Eltern umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn Ihr Kind regelmäßig schnarcht und weitere Symptome, wie eine ständige Mundatmung, auftreten. Erster Ansprechpartner ist der Kinderarzt. Dieser kann Ihr Kind gegebenenfalls an einen HNO-Arzt überweisen.

Wenn Polypen oder vergrößerte Mandeln für das Schnarchen bei Kindern verantwortlich sind, kann es Sinn machen, diese operativ zu entfernen. Während das Entfernen der Polypen ein harmloser Eingriff ist, gibt es bei der Entfernung der Mandeln einige unangenehme Nebenwirkungen. Über den Nutzen und die Risiken der jeweiligen Therapie können Sie vorab mit dem behandelnden Arzt sprechen.

Wenn Ihr Kind schnarcht, können jedoch auch einige Tipps und Tricks helfen, das Schnarchen zu vermeiden.

Folgende Hilfsmittel können gegen Schnarchen helfen:

  • Nasenspray: Ein Nasenspray kann gegen Schnarchen helfen, indem es abschwellend auf die Schleimhäute wirkt. Diese Behandlungsmethode sollte jedoch nur kurzfristig angewendet werden.
  • Schnarcher-Schiene: Eine spezielle Schnarcher-Schiene aus Kunststoff sorgt dafür, dass der Unterkiefer im Schlaf nicht nach hinten fällt. So bleiben die Atemwege frei. Die Schiene können Sie bei einem Kieferorthopäden individuell anfertigen lassen.
  • Anti-Schnarch-Kissen: Bei einigen Schnarch-Arten kann dieses Kissen helfen. Durch die spezielle Form wird der Kopf in eine Lage gebracht, die verhindert, dass die Zunge in den Rachen fällt.
  • Globuli: Auch im Bereich der Homöopathie gibt es einige Möglichkeiten. So können beispielsweise Globuli gegen das Schnarchen bei Kindern hilfreich sein.
  • Atemmaske: Wenn Ihr Kind unter Schlafapnoe leidet, kann eine Nasen- und Gesichtsmaske vor Atemaussetzern schützen. Diese leitet durchgehend positiven Luftdruck in die Atemwege des Patienten.
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