Lebensmittelvergiftung bei Kindern: Das sind die Anzeichen

Kind mit Lebensmittelvergiftung
  • Eine Lebensmittelvergiftung wird in erster Linie durch Bakterien ausgelöst. Ursache für die Beschwerden kann jedoch auch eine Fischvergiftung oder eine Vergiftung durch Pilze oder Pflanzengifte sein.
  • Kinder, die unter einer Lebensmittelvergiftung leiden, weisen Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Fieber auf.
  • Eine harmlose Lebensmittelvergiftung ist bereits nach wenigen Tagen auskuriert. Eine ärztliche Behandlung ist notwendig, wenn akuter Flüssigkeitsmangel und Elektrolytverlust besteht.

Übelkeit, Durchfall, Erbrechen – dies sind die typischen Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung. Während leichtere Formen nach ein paar Tagen von selbst ausheilen, ist in manchen Fällen sogar ein Krankenhausaufenthalt nötig.

In unserem Ratgeber klären wir Sie rund um das Thema Lebensmittelvergiftungen bei Kindern auf. Wir erklären Ihnen, wodurch eine Vergiftung ausgelöst werden kann und welche Behandlungsmethoden infrage kommen. Zuletzt geben wir Ihnen Tipps, wie Sie einer Lebensmittelvergiftung am besten vorbeugen können.

1. Eine Lebensmittelvergiftung entsteht durch Giftstoffe oder Bakterien

verschiedene bakterien

Für eine Lebensmittelvergiftung können verschiedene Bakterien verantwortlich sein.

Im Alltag sind wir von vielen Bakterien, Keimen und Erregern umgehen. Wir nehmen sie über die Ernährung auf und sind im Haushalt mit ihnen konfrontiert. Allein im Kühlschrank befinden sich im Durchschnitt etwa zehn Millionen Keime pro Quadratzentimeter. Normalerweise kommt unser Körper gut damit zurecht, indem er die Erreger abtötet, bevor sie unangenehme Symptome auslösen können.

In einigen Fällen sind Bakterien jedoch besonders aggressiv oder in einer zu hohen Konzentration vorhanden. Wenn diese Giftstoffe daraufhin über die Nahrung in den Magen und Darm gelangen, rufen sie verschiedene Beschwerden hervor. Durch die zunehmende Anzahl an Fertigprodukten kommt es immer häufiger vor, dass die Transportwege zu weit sind oder die Kühlkette unterbrochen wird.

Von einer Lebensmittelvergiftung sind jährlich etwa 200.000 Menschen in Deutschland betroffen. Die Erkrankung ist ansteckend und wird fäkal-oral übertragen. Obwohl die Begriffe „Lebensmittelvergiftung“ und „Lebensmittelinfektion“ häufig synonym verwendet werden, gibt es wichtige Unterschiede, die wir Ihnen in der folgenden Tabelle näherbringen möchten.

Bezeichnung Erklärung ausgelöst durch:
Lebensmittelvergiftung
  • Verzehr von Lebensmitteln, die bereits zuvor Giftstoffe entwickelt haben
  • Krankheitserreger vermehren sich nicht im Körper
  • verantwortlich sind eine falsche Lagerung oder eine falsche Zubereitung
  • Bakterien, wie Clostridien oder Staphylokokken
  • giftige Pilze
  • Schimmelpilze
  • pflanzliche Giftstoffe
Lebensmittelinfektion
  • Krankheitserreger gelangen über die Nahrung in den Körper
  • die Erreger vermehren sich dort und bilden Giftstoffe
  • Lebensmittel dienen als Transportmittel
  • Salmonellen
  • Campylobacter
  • E.coli
  • Listerien

Im Folgenden werden wir die Lebensmittelvergiftung und die Lebensmittelinfektion einfachheitshalber gleich behandeln und synonym verwenden, da die Symptome und die Behandlungsmethoden identisch sind.

Bei einer viralen Infektion, wie einer Magen-Darm-Grippe, verbreitet sich die Erkrankung über infizierte Personen oder infizierte Lebensmittel. Die Verbreitung findet häufig im Kindergarten oder in der Schule statt.

2. Die häufigsten Symptome sind Magenschmerzen, Durchfall und Erbrechen

Kind leidet an Übelkeit

Kinder, die eine Lebensmittelvergiftung haben leiden häufig unter Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Wenn Kinder etwas Schlechtes gegessen haben, zeigen sich die ersten Symptome bereits nach wenigen Minuten und Stunden. Dies ist jedoch nur bei Lebensmittelvergiftungen der Fall. Bei Lebensmittelinfektionen kann die Inkubationszeit hingegen mehrere Tage betragen.

Kinder sind besonders anfällig für eine Lebensmittelvergiftung, da sie ein geringeres Körpergewicht haben. Dies führt dazu, dass weniger Keime nötig sind, um die Erkrankung auszulösen. Hinzu kommt, dass das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist und sich die Erreger daher besser ausbreiten können.

Bei einer Lebensmittelvergiftung ist in der Regel vor allem der Verdauungstrakt betroffen. Es können jedoch auch noch andere Bereiche des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden. Typische Symptome sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schmerzen im Magen-Darm-Bereich
  • Schüttelfrost und Fieber
  • evtl. Kopfschmerzen und Schwindel

Es können, müssen aber nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten. So kann es durchaus vorkommen, dass eine Lebensmittelvergiftung ohne Durchfall oder ohne Erbrechen in Erscheinung tritt. Gleiches gilt für die Dauer der Erkrankung. Während einige Kinder bereits nach wenigen Tagen wieder fit sind, benötigen andere Patienten mehr Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen.

Achtung: Nach § 7 Absatz 1 IfSG ist eine Lebensmittelvergiftung in einigen Fällen meldepflichtig. Dies ist davon abhängig, welcher Erreger für die Erkrankung verantwortlich ist.

3. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden

Elektrolytlösung selbst herstellen

Säuglinge und Kinder verweigern in vielen Fällen gekaufte Produkte. Daher bietet es sich an, die Lösung selbst herzustellen. Mischen Sie dazu 1 Liter Fencheltee mit 7 Teelöffeln Traubenzucker und ½ Teelöffel Salz.

In der Regel verläuft eine Lebensmittelvergiftung harmlos. Der Körper schützt und heilt sich selbst, indem er die Giftstoffe so schnell wie möglich ausscheidet. Durch diese Ausscheidung kommt es jedoch zu einem hohen Flüssigkeitsverlust, den Sie so schnell wie möglich ausgleichen sollten.

Folgende Hausmittel können dabei helfen, die Beschwerden so schnell wie möglich loszuwerden:

  • Viel trinken, am besten Wasser, ungesüßten Tee oder Saftschorlen
  • Mineralstoffaufnahme durch Elektrolyt-Pulver
  • Verzehr von leicht verdaulichen Lebensmitteln, wie Zwieback, Weißbrot oder Bananen
  • Strikte Bettruhe

Die Behandlung kann jedoch auch über Medikamente erfolgen. Um eine Lebensmittelvergiftung bei Kindern zu behandeln, kommen in der Regel Wirkstoffe zum Einsatz, die den Magen beruhigen oder die Übelkeit verschwinden lassen. Bei einer Listeriose oder Salmonellose kann es hingegen sinnvoll sein, die Beschwerden mit Antibiotika zu behandeln.

Verliert Ihr Kind allerdings zu viel Wasser und Mineralstoffe, kann es nötig sein, die Erkrankung im Krankenhaus behandeln zu lassen. Dort bekommt Ihr Kind Infusionen, die den Flüssigkeitshaushalt wieder ausgleichen.

Achtung: Gefährden Sie auf keinen Fall die Gesundheit Ihres Kindes! Wenn Sie bemerken, dass sich die Symptome verschlimmern, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

4. Einer Lebensmittelvergiftung durch Hygienemaßnahmen vorbeugen

Hände waschen

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen kann die Verbreitung von Bakterien eindämmen.

Um Kinder vor einer Lebensmittelvergiftung zu bewahren, gibt es einige Tipps und Tricks, die sich im Alltag ganz einfach umsetzen lassen.

  • Waschen Sie Ihre Hände vor dem Kochen mit warmem Wasser und Seife.
  • Benutzen Sie für Fisch und Fleischprodukte andere Brettchen als für Salat und Gemüse.
  • Geben Sie Ihrem Kind keine Rohmilchprodukte, rohes Fleisch oder rohen Fisch.
  • Garen Sie Fisch, Geflügel und Schweinefleisch gut durch, um Bakterien abzutöten.
  • Achten Sie darauf, dass die Temperatur im Kühlschrank unter 6 Grad Celsius beträgt.
  • Waschen Sie Nahrungsmittel vor dem Verzehr oder der Zubereitung gründlich ab.
  • Werfen Sie Dosen oder Verpackungen sofort in den Müll, wenn diese aufgebläht sind.
  • Bewahren Sie alle leicht verderblichen Lebensmittel im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe auf.

Tipp: Da eine Lebensmittelvergiftung bei Kindern in den meisten Fällen ansteckend ist, sollten Sie die anderen Familienmitglieder vor einer Ansteckung schützen. Waschen Sie sich dazu regelmäßig die Hände, desinfizieren Sie die Toilette und benutzen Sie unterschiedliche Gläser.

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