Übergewicht bei Kindern: Ursachen und Folgen von Adipositas bei Kindern

Datum: 15. Januar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Übergewicht-bei-Kindern-Ratgeber
  • Übergewicht bei Kindern ist ein Problem und eine Aufgabe für die gesamte Familie.
  • Bereits in jungen Jahren führt starkes Übergewicht zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen, die chronisch werden können.
  • Je früher Maßnahmen gegen Übergewicht bei Kindern getroffen werden, desto besser sind die Erfolgschancen.

Übergewicht bei Kindern ist keine Seltenheit. Längst betrifft das große Problem der modernen Industriegesellschaft nicht mehr nur Erwachsene, sondern auch Kinder. Aber ab wann sind Kinder überhaupt übergewichtig? Lässt sich der BMI ohne Weiteres auf Kinder übertragen?

Auch wenn Abnehmen für Kinder ein schwieriges Thema ist, so ist es oftmals der einzige Weg, um Krankheiten vorbeugen zu können und ein gesundes Leben zu führen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welcher BMI beim Kind normal ist und inwieweit sich Übergewicht reduzieren lässt.

1. Übergewicht bei Kindern hat drastische Folgen

Vielen Eltern ist zwar bewusst, dass Adipositas als Krankheit anerkannt ist, jedoch weniger, welche Folgen starkes Übergewicht mit sich bringt.

Kind mit Übergewicht

Viele Menschen unterschätzen die Folgen von Übergewicht im Kindesalter.

Die meisten Kinder übernehmen viele Gewohnheiten ihrer Eltern in Bezug auf Bewegung und Ernährung. Ein paar Kilo zu viel auf den Hüften werden häufig als wachstumsbedingt abgetan.

Ein tatsächliches Problem wird meist relativ lange verkannt. Neben Spott und Hänseleien anderer Kinder haben übergewichtige Kinder mit diversen gesundheitlichen Folgen zu kämpfen:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Gelenkschäden
  • Kopfschmerzen
  • mangelnde Beweglichkeit
  • Antriebslosigkeit

Dies sind nur einige der möglichen Gefahren für die Gesundheit von Kindern. Im Laufe der Jahre verfestigen sich diese anfänglich noch relativ leicht zu behandelnden gesundheitlichen Beschwerden.

Achtung: Wer frühzeitig beginnt, die Ursachen von Adipositas zu bekämpfen, kann viel erreichen. Besteht die Fettleibigkeit bei Kindern jedoch über die Pubertät hinaus, steigt die Gefahr für unumkehrbare Gefäßerkrankungen und Diabetes drastisch an.

2. Das Normalgewicht berechnen – so geht’s

Ob ein Kind Übergewicht oder Adipositas aufweist, lässt sich anhand des BMI beim Kind bestimmen. Die BMI-Tabelle bei Erwachsenen gilt allerdings nicht für Kinder. Aufgrund der Wachstumsphase liegt der für Kinder geltende Body Mass Index deutlich niedriger.

Die BMI-Formel setzt sich wie folgt zusammen:
Gewicht in Kilogramm / (Körpergröße in Metern x Körpergröße in Metern)
Bei einer Größe von 1,45 m und einem Gewicht von 40 kg ergibt sich somit folgende Rechnung:
40 – (1,45 x 1,45) = 19 

Tipp: Einen BMI-Rechner der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Sie hier.

Aufgrund des Wachstums ist es schwierig, eindeutige Werte festzuschreiben, ab welchen Kinder zu dick sind. Im Folgenden finden Sie eine kurze Tabelle, die als grober Anhaltspunkt bei der Bestimmung von Übergewicht bei Kindern helfen kann:

Alter Übergewicht (BMI)
8 bis 10 Jahre oberhalb von 20
10 bis 12 Jahre oberhalb von 21
12 bis 14 Jahre oberhalb von 22
14 bis 16 Jahre oberhalb von 23
16 bis 18 Jahre oberhalb von 24

Viele moderne Waagen zeigen neben dem Gewicht auch den BMI sowie weitere Werte, wie den Fett- und Muskelanteil, an. Aber Achtung: Achten Sie beim Kauf einer Körperfettwaage darauf, dass diese über Sensoren für die Hände sowie die Füße verfügt. Ansonsten ergeben sich sehr ungenaue Werte, die die vergleichsweise teure Anschaffung sinnlos machen.

In jedem Fall sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen, wenn Ihr Kind an Übergewicht leidet oder Sie befürchten, dass dies in absehbarer Zeit ein Problem werden könnte. Da Abnehmen für Kinder ein heikles Thema ist, sollten Sie, wenn möglich, auf professionellen Rat zurückgreifen.

Hinweis: Während der Pubertät kann es aufgrund von Wachstumsphasen sowie einer Hormonumstellung zu relativ raschen Unterschieden im Bereich der Körpergröße sowie des Gewichts kommen.

3. Übergewicht bei Kindern betrifft die gesamte Familie

Haben Kinder zu viel Speck auf den Hüften, liegt dies meist an mehreren Faktoren. Die häufigsten Gründe sind schlechte Essgewohnheiten sowie mangelnde Bewegung. Insbesondere Kinder, die mehrere Stunden am Tag im Fernsehen schauen oder Computer spielen dürfen, neigen vermehrt zu Übergewicht.
Demgegenüber ist Übergewicht bei Kindern nur extrem selten ein Problem, sofern ein sportliches Hobby zum festen Bestandteil der Woche gehört.

Haben sich Kinder erst einmal an ein ungesundes Essverhalten gewöhnt, ist unter Umständen eine Therapie notwendig, in denen Eltern und Kinder Tipps für eine gesunde Ernährung erhalten.

Tipp: Bei weniger ernsten Gewichtsproblemen können auch kleine Maßnahmen im Alltag dabei helfen, Übergewicht bei Kindern zu reduzieren.

3.1. Gesund abnehmen – so helfen Sie Ihrem Kind

Damit die Entwicklung hin zu einem normalen Gewicht reibungslos abläuft, sind vor allem die Eltern gefragt. Für kaum ein Kind ist es nachvollziehbar, warum sie selbst auf einige Sachen verzichten sollten, während ihre Eltern es nicht tun.
Seien Sie Ihren Kindern daher ein Vorbild und gehen Sie die Punkte einer Ernährungsumstellung und eines aktiveren Lebens gemeinsam an.

aktives Leben

Ändern Sie Ihre Gewohnheiten und seien Sie aktiv.

Ein besonders häufiges Problem in vielen Familien ist die Verwendung von zu viel Zucker und Fett. Besonders in Kombination sind diese beiden Stoffe für Heißhunger und eine deutliche Gewichtszunahme verantwortlich.
Versuchen Sie daher, auf zuckerhaltige Produkte zu verzichten und den Einsatz von Fertigprodukten weitestgehend zu meiden.

Achten Sie auf ausreichende Bewegung und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher verbringt. Um dies zu gewährleisten, versuchen Sie, Möglichkeiten der Bewegung zu schaffen.
Gemeinsame Hobbys verbinden und führen dazu, dass ganz automatisch mehr Bewegung stattfindet.

Selbstverständlich muss jedes Kind auch eigene Erfahrungen machen. Um Bewegung und Aktivität mit schönen Momenten zu verbinden, eignet sich die Anmeldung im Sportverein. Achten Sie jedoch sehr genau darauf, was zu Ihrem Kind passt.
Selbst eher unsportliche Kinder haben häufig Talente, die durch etwas Förderung für ausreichende Eigenmotivation sorgen.

Die Sportarten müssen sich daher nicht immer im klassischen Bereich bewegen, sondern können auch durchaus exotisch ausfallen. Im Folgenden finden Sie eine kurze Liste möglicher Sportarten für Kinder:

sportliches Kind

Es gibt zahlreiche verschiedene Möglichkeiten für sportliche Hobbies.

  • Fußball
  • Badminton
  • Volleyball
  • Tennis
  • Bouldern
  • Parcours
  • Tanzen
  • Karate
  • Yoga

3.2. Tipps gegen Übergewicht bei Kindern

Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen, Ihrem Kind eine Kur zu ersparen und auf gesundem Wege abzunehmen. Da sportliche Betätigung und eine ausgewogene Ernährung die Basis für das Idealgewicht bilden, stehen diesen beiden Werte im Mittelpunkt. Dennoch sollten auch Faktoren wie Stress und mangelnde Akzeptanz nicht außer Acht gelassen werden, da diese häufig in eine Abwärtsspirale hin zu Adipositas führen.

gesunde Ernährung bei Kindern

Schaffen Sie eine Verbindung zwischen sich und Ihren Kindern.

  • Sorgen Sie für regelmäßige Mahlzeiten. Snacks sollten die Ausnahme sein.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf Süßigkeiten. Der beste Zeitpunkt für die Verwertung von Zucker ist nach der Hauptmahlzeit.
  • Achten Sie beim Essen auf die Portionsgröße. Während Ihr Kind bei Gemüse und Obst reichlich zulangen kann, sollten fetthaltige und kohlenhydratreiche Speisen nur einen geringen Stellenwert einnehmen.
  • Kochen Sie gemeinsam, um Kindern bereits frühzeitig ein Verständnis für Ernährung zu vermitteln.
  • Vermeiden Sie Softdrinks. Vermeintlich kalorienreduzierte Getränke sorgen häufig für Heißhunger und sind daher heimliche Dickmacher. Wasser sollte das Standardgetränk bilden.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und bewegen Sie sich gemeinsam in Ihrer Freizeit.
  • Bei Fragen oder Problemen hinsichtlich der Ernährung, wenden Sie sich frühzeitig an Ihren Kinderarzt. Inzwischen gibt es zahlreiche Angebote in Bezug auf eine Ernährungsberatung für Kinder und Erwachsene, die von den Krankenkassen komplett bezahlt werden.
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