Vater-Kind-Kur: Voraussetzungen und Antragstellung für Sie erklärt

vater-kind-kur beantragen
Wie lange dauert eine Vater-Kind-Kur?

Grundsätzlich beträgt die Dauer des Kuraufenthalts 3 Wochen. Je nach Umständen besteht allerdings eine Verlängerungsmöglichkeit.

Werde ich während der Vater-Kind-Kur weiterhin bezahlt?

Sie haben Anspruch auf Ihren regulären Arbeitslohn.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um an einer Kur teilnehmen zu können?

Die Voraussetzungen beziehen sich auf zwei unterschiedliche Bereiche, können also der Rehabilitation oder Prophylaxe dienen.

Der Spagat zwischen Familie und Beruf ist oftmals ein Drahtseilakt. Nicht selten leidet die Gesundheit und die Beziehungen zur Partnerin bzw. zum eigenen Kind werden problematisch.

Eine Vater-Kind-Kur und selbstverständlich auch eine Mutter-Kind-Kur geben Ihnen Gelegenheit, sich auf sich selbst zu besinnen sowie eine funktionierende Beziehung zu Ihrem Kind wiederherzustellen.

In unserem Text erhalten Sie Informationen darüber, in welchen Fällen Sie eine Vater-Kind-Kur beantragen können und inwieweit die Krankenkasse für die Kosten der Maßnahme aufkommt.

1. Die Vater-Kind-Kur als Vorsorge oder Rehabilitationsmaßnahme

vater und sohn essen cornflakes
Es ist sehr wichtig, etwas an einer festgefahrenen Situation zu ändern.

Im Kern existieren zwei unterschiedliche Formen der Vater-Kind-Kur. Zum einen haben Sie die Möglichkeit, einen solchen Kurantrag immer dann zu stellen, sofern Sie gesundheitlich angeschlagen sind und Sie mithilfe einer Therapie wieder auf die Beine kommen sollen.

Im Rahmen der Rehabilitation werden die Maßnahmen auf Ihre jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt. Aufgrund der guten Luft befinden sich zahlreiche Kliniken an der Nordsee oder Ostsee.

Zusätzlich haben Sie unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit, einen Antrag auf eine Vater-Kind-Kur nicht zur Reha, sondern zur Vorsorge zu stellen. In diesem Fall sind die Kriterien allerdings etwas strikter, da eine Vater-Kind-Kur mehr ist als ein zusätzlicher Urlaub.

Was Sie bei einer Vater-Kind-Kur in einer Klinik erwartet, sehen Sie kurz in diesem YouTube-Video:


2. Voraussetzungen, um eine Vater-Kind-Kur zu beantragen

ein junger vater gibt seinem kind die flasche
Die Veränderung des Vaterwerdens ist nicht immer leicht.

Unabhängig davon, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind, können Sie einen Antrag auf eine Vater-Kind-Kur stellen. Auch wenn der Katalog der Gründe für eine Kur nicht abschließend geregelt ist, so müssen die allgemeinen Lebensumstände auf die Notwendigkeit einer Kur hinweisen.

Im Regelfall ist dies unter folgenden Voraussetzungen gegeben:

  • gesundheitliche Beeinträchtigungen:
    Um als Gründe für eine Vater-Kind-Kur anerkannt zu werden, befinden sich diese meist in einem Bereich zwischen allgemeinen Erschöpfungszuständen sowie daraus resultierenden leichten bis mittleren gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
    Dies können beispielsweise Kopfschmerzen, Migräne, Magenprobleme oder auch Ängste sowie Depressionen (sofern diese nicht schwerwiegend sind) sein.
  • problematische Lebensumstände:
    Eine Trennung, der Tod des Partners oder naher Angehöriger sowie starker finanzieller Druck können eine Vater-Kind-Kur erforderlich machen.
    In diesem Fall erfolgt die Kur als prophylaktische Maßnahme, um mögliche gesundheitliche Folgen der schwierigen Lebensumstände im Vorhinein abzufangen.
  • typische Belastungen als Vater:
    Zu den klassischen Belastungsfaktoren für Väter zählt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Situation wird zusätzlich erschwert, wenn Väter alleinerziehend sind oder aber ein Kind in der Familie gesundheitliche Probleme hat.

In jedem Fall ist ein Attest des behandelnden Arztes erforderlich, um einen Kurantrag zu stellen. Damit Ihr Kind mit Ihnen gemeinsam die Kur antreten kann, muss entweder eine Behandlungsbedürftigkeit für Ihr Kind bestehen oder aber die Betreuungsmöglichkeit zu Hause ist unzumutbar, nicht sinnvoll oder aber schlichtweg nicht vorhanden.
Im Übrigen gilt eine Altersgrenze von 12 Jahren, in Ausnahmefällen eine Grenze von 14 Jahren.

Achtung: Bei schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt eine reguläre Reha in Betracht. Unter Umständen ist eine Vater-Kind-Kur als Anschlussmaßnahme möglich.

3. Der Ablauf der Vater-Kind-Kur – mit gezielten Programmen wieder auf den richtigen Weg kommen

mann isst etwas gesundes
Gesunde Ernährung ist ein Teil der Kur.

Erscheint die Situation derzeit schwierig oder ausweglos, sollten Väter nicht zögern, auf das Angebot einer Vater-Kind-Kur zurückzukommen. Die jeweiligen Einrichtungen setzen es sich zum Ziel, Ihnen möglichst umfassend zu helfen.

Konkret beinhaltet dies Ruhephasen, Gespräche sowie aktive Therapiemaßnahmen. Mit Urlaub hat eine Vater-Kind-Kur also nichts gemein. Intensive Erfahrungen helfen Ihnen dabei, Ihrem Leben wieder Struktur zu geben und sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Im Fokus der 3-wöchigen Vater-Kind-Kur stehen gesunde Ernährung sowie aktive Bewegung. Auch Gesprächstherapien in Einzel- oder Gruppensitzungen sind Teil des Programmes. Zusätzlich gibt es in vielen Einrichtungen zahlreiche Angebote, an denen Sie optional teilnehmen können.

Je nachdem, welchen Schwerpunkt die jeweilige Klinik setzt, haben Sie bis nachmittags nur sehr wenig Kontakt zu Ihrem Kind. Dies kann, muss allerdings nicht so sein.
Oftmals erfolgt auch das Essen getrennt, da die Gesundheit der Väter bei der Vater-Kind-Kur im Fokus steht.

Grundsätzlich sind der Vor- und Nachmittag für Sport- und Therapieangebote vorgesehen, während Ihnen der späte Nachmittag sowie der Abend zur freien Verfügung stehen.

Tipp: Versuchen Sie, Ihren eigenen Therapieplan so zu gestalten, dass Ihnen genügend Zeit bleibt, um diese gemeinsam mit Ihrem Kind zu verbringen, sofern Sie insbesondere an dieser Beziehung arbeiten möchten.

Um anderen helfen zu können und für sie da zu sein, muss jeder Mensch jedoch zunächst selbst gesund werden. Egoistisch zu denken, ist in diesem Fall also völlig in Ordnung.

4. Den Antrag stellen – so geht’s

gesundheitskarte und bargeld
Die Kostenzusage Ihrer Krankenkasse ist entscheidend, um eine Vater-Kind-Kur antreten zu können.

Wenn Sie eine Vater-Kind-Kur beantragen möchten, müssen Sie sich mit Ihrer jeweiligen Krankenversicherung in Verbindung setzen.

Bei der gesetzlichen Krankenkasse ist dies vergleichsweise leicht, da Sie es lediglich mit einer Stelle zu tun haben. Der Ablauf ist identisch, egal, ob Sie bei der AOK, der Knappschaft, der TK oder einer anderen Krankenkasse versichert sind.
Sind Sie hingegen privatversichert, so müssen Sie sich neben der Krankenversicherung selbst auch an die Beihilfestelle wenden, da diese einen Teil der Kosten übernimmt.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie sich eine Kostenzusage der Krankenkasse ausstellen lassen, um einen Platz in der jeweiligen Klinik erhalten zu können.
Damit Ihr Antrag erfolgreich ist, benötigen Sie ein Attest der Notwendigkeit der Kurmaßnahme durch Ihren Hausarzt.

Aber der Reihenfolge nach:

  • Besprechen Sie Ihr Anliegen zunächst mit Ihrem Arzt und füllen Sie anschließend gemeinsam den Kur-Antrag aus.
  • Senden Sie das ausgefüllte Formular nun an Ihre Krankenkasse. In der Regel dauert es 3 bis 6 Wochen, bis Sie einen positiven oder aber negativen Bescheid erhalten.
  • Ihnen wird wahlweise eine Klinik vorgeschlagen. Allerdings können Sie auch selbst eine Klinik auswählen. Sprechen Sie dies jedoch stets mit Ihrer Krankenkasse ab.

Benötigen Sie individuelle Beratung, so können Sie sich an diverse Organisationen, wie beispielsweise das Müttergenesungswerk (auch für Väter) wenden. Beratungsstellen des Müttergenesungswerks in Ihrer Nähe finden Sie hier .

Achtung: Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Sie auf die Kur verzichten müssen. Legen Sie daher unbedingt rechtzeitig Widerspruch gegen einen ablehnenden Bescheid ein. Kur-Beratungsstellen helfen Ihnen auch beim Verfassen des Widerspruchs.

5. Wichtige Fragen und Antworten

Gibt es auch eine Mutter-Vater-Kind-Kur? 
ein dickes paar steht auf einer gruenen wiese
Kurangebote für Paare und Familien sind selten.

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit einer Familienkur. Allerdings sind die Voraussetzungen hierfür relativ hoch, sodass die Beantragung in der Praxis häufig abgelehnt wird. Neben dem Nachweis, dass die gemeinsame Kur notwendig ist, existieren nur wenige Kliniken in Deutschland, die entsprechende Angebote anbieten.

Welche Kosten muss ich bei einer Vater-Kind-Kur selbst tragen? 

Sämtliche Kurkosten trägt die Krankenkasse. Sind Sie gesetzlich versichert, so müssen Sie jedoch 10 Euro pro Kalendertag zuzahlen. Bei einer 3-wöchigen Kur sind dies also 210 €.
Für Ihr Kind müssen Sie hingegen keine zusätzlichen Beiträge entrichten. Für die An- und Abreise müssen Sie 10 Euro pro Fahrt pro Person selbst aufbringen. Der Rest wird Ihnen erstattet. Dies gilt auch, wenn Sie mit Begleitperson (also Ihrem Kind) anreisen.

Erhalte ich eine Lohnfortzahlung während der Kur? 

Ja, Ihr Arbeitgeber muss Ihren Lohn ganz normal weiterzahlen. Die Kur zählt sozusagen als Krankheit.

Kann nur Kuraufenthalt verlängert werden? 

Die Zeit ist zwar primär auf 3 Wochen begrenzt, kann jedoch bei einer entsprechenden medizinischen Notwendigkeit verlängert werden. Besprechen Sie diese Möglichkeit am besten vor Ort.

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