Sparkonto für das Kind: Vorsorge für die Zukunft

Sparkonto-Kind-Ratgeber
  • Ein klassisches Sparkonto für Kinder hat ausgedient.
  • Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus verliert das angelegte Kapital auf den meisten klassischen Konten stetig an Wert.
  • Eine Alternative stellen ETFs dar, die jedoch mit einem Risiko verbunden sind.

Es gibt zahlreiche Anlässe, ein Konto für ein Kind zu eröffnen. Häufig schenken Bekannte zur Geburt, zur Taufe oder zu Geburtstagen Geldgeschenke.

Aber wie lassen sich diese Geldgeschenke sinnvoll anlegen? Lohnt sich das Eröffnen eines Bankkontos für Kinder, z. B. bei der Sparkasse, noch?

In unserem kurzen Ratgeber erhalten Sie einen Überblick über die Möglichkeiten des Geldanlegens für Kinder. Sie erfahren, wie hoch die Verzinsung für die verschiedenen Anlageformen ist und welche Punkte Sie in Bezug auf Ihre Steuererklärung beachten müssen.

1. Das erste eigene Sparkonto für Ihr Kind eröffnen

Familie mit Sparschwein

Es gibt bessere Möglichkeiten der Geldanlage als das Sparschwein.

Es ist ein nobles Anliegen, Geld für Ihre Kinder sparen zu wollen. Um bereits junge Kunden möglichst langfristig an die eigene Bank zu binden, erhalten Sie für die Eröffnung eines Kinderkontos in der Regel relativ gute Konditionen.
Vielfach locken die Banken Eltern mit einmaligen Geldgeschenken in Höhe von 25, 50 oder sogar 100 Euro.

Dies erscheint auf den ersten Blick keine schlechte Idee zu sein, zudem es sich in der Regel um ein kostenloses Sparkonto handelt. Beachten Sie jedoch an dieser Stelle, dass sich der aktuelle Zinssatz auf einem extrem tiefen Stand befindet.

In der derzeitigen Situation erhalten Sie auf einem Kinderkonto lediglich Zinsen zwischen null und einem Prozent. Wenn Sie Geld auf lange Sicht anlegen möchten, rentiert sich dieses Konto nicht.
Allein die Inflationsrate liegt im Schnitt bei etwa 2 % jährlich. Erhalten Sie nun für ein bei Ihrer Bank geöffnetes Girokonto 0,5 % Zinsen, so verringert sich der tatsächliche Wert Ihres Guthabens Jahr für Jahr.

2. Alternativen zum klassischen Sparkonto

Hohe Kosten für Kinder:

Laut Statistischem Bundesamt entstehen für ein Kind bis zum 18. Lebensjahr Kosten in Höhe von bis zu 130.000 Euro. Gut, wenn zu diesem Zeitpunkt noch etwas Kapital für die Erstausstattung der Wohnung oder den eigenen PKW für Ihr Kind zur Verfügung stehen.

Ein Online-Sparkonto oder ein Junior-Konto bei Ihrer örtlichen Bank Filiale bieten Ihnen, abgesehen von der Eröffnung, kaum Vorteile. Sie sollten daher keinen größeren Betrag auf einem solchen Konto liegen lassen.

Abgesehen von dem klassischen Sparkonto, auf welches Sie jederzeit Zugriff haben, können Sie auch auf einen kurzfristigen Sparvertrag setzen, indem Sie das Geld für einige Monate oder auch Jahre festlegen. In diesem Fall erhalten Sie zwar höhere Zinsen, dennoch gleichen Sie mit dieser Art des Sparens für Kinder im Jahr 2018 und voraussichtlich auch in den nächsten Jahren noch nicht einmal die Inflationsrate aus.

Ein ETF-Sparplan ist daher einem Kinderkonto bei der Sparkasse oder einer anderen Bank vorzuziehen. Im Gegensatz zur klassischen Geldanlage für Ihr Kind besteht allerdings das Risiko, dass das Guthaben angegriffen werden kann.
Mit einem ETF (Exchange Traded Fonds) setzen Sie auf eine Reihe von Aktien, die sich an einem bestimmten Wert orientieren. Dies kann beispielsweise ein großer Aktienindex, wie der DAX in Deutschland oder der Dow Jones in den USA, sein.

Über die Jahre hinweg ist die Wertentwicklung in diesem Bereich sehr konstant. Um sicherzustellen, dass das Investment in diesem Bereich risikoarm ist, sollten Sie eine möglichst breite Streuung vornehmen.
So können Sie es auch verkraften, wenn eine Branche zwischenzeitlich an Wert verliert.

Die tatsächliche Kaufkraft und die damit einhergehende Geldentwertung lässt sich gut anhand des folgenden Beispiels nachvollziehen. Wir gehen jeweils von einer monatlichen Anlage von 25 € bei unterschiedlichem Zinsniveau aus.

Anlagezeit 2 % Zinsen (Inflationsrate) 0,5 % Zinsen (Girokonto) 6 % Zinsen (ETF)
5 Jahre 1578,13 € 1.519,18 € 1.746,09 €
10 Jahre 3.320,50 € 3.076,72 € 4.082,75 €
18 Jahre 6.493,28 € 5.651,00 € 9.573,03 €

Wie Sie anhand dieses Beispiels sehen, macht der reale Wertverlust über 18 Jahre hinweg mehr als 800 Euro aus, wenn die Zinsen bei lediglich 0,5 % pro Jahr liegen.
Im umgekehrten Fall bei einer Verzinsung von 6 % im Jahr könnten Sie auf einen zusätzlichen Wert von etwas mehr als 3000 Euro kommen.
Je nach ETF-Sparplan sind sogar höhere Zinsen möglich.

3. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Bank Kinder

Ein eigenes Girokonto bedeutet Verantwortung.

Eröffne ich ein Konto bei meiner Bank im Namen meiner Kinder oder in meinem Namen?

Bis zum siebten Lebensjahr sind Kinder generell nicht geschäftsfähig, dennoch besteht bereits die Möglichkeit, ein Konto für sie anzulegen.
Bei einem Konto, welches auf den Namen Ihres Kindes läuft, verlieren Sie den Zugriff mit der Volljährigkeit. Auf der anderen Seite können Sie jedoch von einem zusätzlichen Steuerfreibetrag von 801 Euro im Jahr profitieren.

Was ist ein Freistellungsauftrag?

Mit einem Freistellungsauftrag sorgen Sie dafür, dass die Zinsen auf dem Sparkonto nicht versteuert werden. Haben Sie keinen Freistellungsauftrag erteilt, wird die reguläre Kapitalertragsteuer fällig.
Der Freistellungsauftrag beläuft sich auf maximal 801 Euro pro Jahr.

Ab wann ist ein eigenes Konto für Kinder sinnvoll?

Wenn Sie für Kinder sparen, macht die Vorsorge bereits ab der Geburt sehr viel Sinn. Je länger sie Geld anlegen, desto mehr profitieren sie vom sog. Zinseszins.
Ein eigenes Girokonto mit passender Geldkarte bringt viel Verantwortung für ein Kind mit sich. Im Schnitt eignet sich als Zeitpunkt der Übergang zu einer weiterführenden Schule mit etwa zehn oder elf Jahren.

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