Sparbuch für Kinder: Geld anlegen für die Zukunft

Sparbuch-für-Kinder-Ratgeber
  • Ein Sparbuch für Kinder wirft nur sehr niedrige Zinsen ab.
  • Es existieren verschiedene Sparpläne, die dem klassischen Sparbuch für Kinder auf lange Sicht überlegen sind.
  • Überlegen Sie sich gut, ob der Vertrag auf Sie selbst oder auf den Namen Ihres Kindes laufen soll.

Für Kinder ist Geld in den ersten Lebensjahren noch ein Thema, das völlig unwichtig ist. Im Laufe der Zeit ändert sich dies jedoch. Früher oder später gibt es die ersten eigenen Wünsche, die vom Taschengeld bezahlt werden sollen.

Aber wie sieht eine gute Geldanlage für Kinder heute eigentlich aus? Ist das Sparbuch für Kinder noch aktuell?

In unserem Ratgeber geben wir Ihnen Tipps zum Geld anlegen. Sie erfahren, welche Konditionen Sie auf dem klassischen Sparbuch, bei Festgeld oder alternativen Anlageformen erhalten. Zusätzlich informieren wir Sie über die rechtliche Seite im Hinblick auf die Geldanlage auf Ihren oder auf den Namen Ihrer Kinder.

1. Das Sparbuch für Kinder ist der Klassiker der Geldanlage

Sparschwein

Über kurz oder lang benötigen Sie mehr als ein Sparschwein.

Kaum sind die Kinder auf der Welt, werden Eltern mit Geldgeschenken überschüttet. Einen Großteil des Geldes benötigen Sie selbstverständlich für die ersten Anschaffungen des Kinderzimmers, für einen Kinderwagen oder auch den Kindersitz im Auto.

Dennoch fallen immer wieder einzelne Geldgeschenke an, die Ihren Kindern zu Gute kommen sollen. Üblich sind größere Geldgeschenke zur Taufe, zur Kommunion, zur Konfirmation oder lediglich zum Geburtstag.

Damit diese Geldgeschenke nicht in Ihren üblichen Ausgaben untergehen, müssen Sie sich frühzeitig überlegen, wie dieses Geld anlegen möchten. Eine Spardose ist sicherlich keine gute Möglichkeit für die Zukunft. Diese eignet sich allenfalls für das erste Taschengeld Ihres Kindes.

In den letzten Jahren sind die Sparzinsen extrem gesunken, sodass selbst das beste Sparbuch nur extrem niedrige Zinsen zu bieten hat.
Dennoch werben viele Banken mit Eröffnungsangeboten für Kinder, um diese möglichst frühzeitig und langfristig an die erste Bank zu binden.
Lassen Sie sich von diesen Lockangeboten jedoch nicht blenden und überlegen Sie genau, ob ein kurzfristiger Bonus von 50 oder 100 Euro sich langfristig wirklich bemerkbar macht.

Achtung: Ein Sparbuch als Geschenk ist keine gute Idee, da die Art der Geldanlage den Eltern des Kindes selbst überlassen werden sollte. Für die Enkel oder für ein Patenkind ist daher der klassische Schein im Umschlag zu empfehlen.

2. Niedrige Sparzinsen machen das Sparbuch für Kinder unattraktiv

Die Inflationsrate kurz erklärt:

Die Inflationsrate stellt letztlich eine langsame Geldentwertung dar. Zahlen Sie beispielsweise in diesem Jahr 85 Cent für einen Naturjoghurt, so sind es im nächsten Jahr bereits 87 Cent.
Wenn Sie dies auf alle Produkte, die Sie nutzen, hochrechnen, wird deutlich, wie viel mehr Geld Sie in Zukunft benötigen, um Ihren jetzigen Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Das historisch niedrige Zinsniveau führt dazu, dass die Zinsen eines klassischen Sparbuchs nicht einmal dazu ausreichen, die Inflationsrate auszugleichen. Im Schnitt liegt diese bei etwa 2 % im Jahr.
Das Zinsniveau für ein klassisches Sparbuch bewegt sich hingegen zwischen null und einem Prozent.
Bei Tagesgeld- oder Festgeld-Konten sieht es nicht wesentlich besser aus. Wenn Sie derzeit Festgeld für Kinder anlegen möchten, sind Ihnen die Zinsen für die nächsten Jahre zwar garantiert. Dies hilft Ihnen jedoch wenig, wenn diese so niedrig sind, dass Sie schon fast auf das heimische Sparschwein zurückgreifen können.

Generell besteht der Unterschied zwischen Tagesgeldkonten und Festgeldkonten darin, dass das Zinsniveau bei dem Tagesgeldkonto stetig an das aktuelle Level angepasst wird. Üblicherweise geschieht dies nicht häufiger als alle drei Monate.
Demgegenüber legen Sie eine bestimmte Summe bei einem Festgeldkonto für einige Jahre fest. Bereits am Anfang des Zeitraums steht somit fest, welche Summe Sie am Ende ausgezahlt bekommen.
Sollte das aktuelle Zinsniveau also ansteigen, ist das Festgeldkonto eine schlechte Idee. Sinkt das derzeitige Zinslevel tatsächlich noch weiter, wäre diese Form des Kontos dem Tagesgeldkonto überlegen.

In der folgenden Tabelle sehen Sie einen kurzen Sparbuch-Vergleich sowie die derzeitige Inflationsrate mit einer einmaligen Einzahlung von 1000 Euro:

Zeitraum Sparbuch (0,5 % Zinsen) Festgeld (1,25 % Zinsen) Inflationsrate (etwa 2,0 %)
ein Jahr 1.005,00 € 1.012,50 € 1.020,00 €
fünf Jahre 1.025,25 € 1.064,08 € 1.104,08 €
zehn Jahre 1051,14 € 1.132,27 € 1.218,99 €

Wie Sie an diesem Beispiel sehen, steht Ihnen sowohl beim klassischen Sparbuch für Kinder als auch bei der Inanspruchnahme eines Festgeldkontos ein realer Wertverlust bevor. Ihr Minimalziel sollte daher darin bestehen, mindestens die Inflationsrate auszugleichen.
So bleibt Ihr heute eingesetztes Kapital zumindest so viel wert, wie es jetzt ist.
Selbst eine einmalige Bonuszahlung von 100 Euro würde den realen Wertverlust nicht ausgleichen.

3. Alternativen zum Sparbuch für Kinder

ETF auf Würfeln

Exchange Traded Fonds bilden einen Index ab, sodass das Risiko der Kapitalanlage gestreut wird.

Jetzt hören Sie die ganze Zeit, dass ein Sparbuch für Kinder sehr unattraktiv ist. Aber welche Möglichkeit besteht denn nun, Geld sinnvoll anzulegen?
Viele Banken sind inzwischen dazu übergegangen, das Sparen für Kinder etwas anders anzugehen. Sie haben die Möglichkeit, in Aktien oder Fonds zu investieren, damit sich das Ansparen für Kinder auch auf lange Sicht lohnt.

Haben Sie beispielsweise in den Deutschen Aktienindex, den DAX, investiert, so konnten Sie sich in der Vergangenheit über deutlich höhere Zinszuwächse freuen. Selbstverständlich ist dies keine Garantie für die Zukunft und birgt auch ein gewisses Risiko.

Der Aktienindex unterliegt stetigen Schwankungen und variiert in seiner Performance von Jahr zu Jahr. Dennoch lässt sich seit dem Bestehen des Aktienindexes eine stetige Weiterentwicklung beobachten.
Dies führt dazu, dass sich kurzzeitige Kursrückgänge bei einer langfristigen Strategie kaum oder gar nicht bemerkbar machen.

Tipp: Wenn Sie ein Depot für Kinder anlegen möchten, können Sie dies bei den örtlichen Bankfilialen oder aber bei Online-Kreditinstituten tun.
Bevorzugen Sie einen persönlichen Ansprechpartner, müssen Sie mit etwas höheren Gebühren beim Eröffnen eines Depots rechnen.

Wenn Sie monatlich für Kinder sparen möchten, damit auf lange Sicht die Ausbildung oder das Studium finanziert werden können, empfehlen sich ETF-Sparpläne. Je nachdem, wie viel Risiko Sie eingehen möchten, variieren die möglichen Gewinnspannen.
Selbst bei vergleichsweise sicheren Investments liegen die Zinsen selten unter 5 oder 6 % im Jahr.

4. Das Konto auf den eigenen Namen – nicht immer eine gute Idee

Geldscheine und Formular für Freistellungsauftrag

Vergessen Sie die Einrichtung eines Freistellungsauftrags bei Ihrer Bank nicht.

Jeder Betrag, der Zinsen abwirft, unterliegt er Kapitalertragsteuer. Es gibt jedoch Freibeträge in Höhe von 801 Euro pro Jahr. Haben Sie diese Freibeträge bereits ausgeschöpft, so ist es deutlich sinnvoller, ein Sparbuch für Kinder auch auf den Namen Ihres Kindes anzumelden. In diesem Fall profitiert Ihr Kind ebenfalls von dem kompletten Freibetrag.
Zinsen bis zu einem Betrag von 801 Euro sind somit nicht zusätzlich zu versteuern.

Wenn Sie das Sparbuch oder eine andere Geldanlageform auf den Namen Ihres Kindes laufen lassen, ändert sich bis zur Volljährigkeit ihres Kindes nur wenig. In jedem Fall sind Sie als gesetzlicher Vertreter berechtigt, über das Vermögen zu bestimmen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie das einmal zur Verfügung gestellte Geld ohne weiteres für sich beanspruchen dürfen.

Läuft das Konto auf den Namen Ihres Kindes, erhält dieses mit der Volljährigkeit automatisch die alleinige Befugnis, über das Vermögen zu verfügen. So müssen Sie bereits frühzeitig entscheiden, inwieweit Sie Ihrem Kind einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Geld zutrauen.

Soll der Sparplan für Kinder beispielsweise für die Finanzierung eines Studiums verwendet werden, so können Sie nicht verhindern, dass Ihr Kind sich mit 18 Jahren einen neuen PKW zulegt.
Läuft der Vertrag hingegen auf Ihren Namen, entgehen Ihnen zwar die zusätzlichen Freibeträge, Sie behalten jedoch die volle Verfügungsgewalt über das Geld.

Achtung: Gem. § 107 BGB können Sie einen Vertrag für Ihr Kind erst ab dem siebten Lebensjahr abschließen. Ab diesem Zeitpunkt gilt jedoch die beschränkte Geschäftsfähigkeit, sodass der Abschluss potenziell nachteiliger Verträge unmöglich ist.

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