Kindersitz Test 2018

Die besten Auto-Kindersitze im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • In Deutschland besteht seit dem 01. April 1993 Kindersitzpflicht. Im Auto Kindersitz gesichert werden müssen Kinder bis zum 12. Lebensjahr oder einer Größe von mindestens 150 cm. (§21 Abs. 1 StVo.).
  • Nur wenn der Autositz richtig eingebaut und auf die Größe des Kindes eingestellt ist, erfüllt der Kindersitz seinen Zweck. Lassen Sie sich vom Fachmann beraten. Wird der Auto Kindersitz auf dem Beifahrerplatz montiert, müssen die Airbags abgeschaltet werden!
  • Die optimale Sitzgröße und -form verhindert wirksam Strangulationsverletzungen oder dass das Kind beim Aufprall unter dem Gurt hindurch rutscht. Bei einem Erwachsenen ist ein ungesicherter Frontalaufprall mit 30 km/h bereits lebensgefährlich.

kindersitz test

Die Kindersitzpflicht hat durchaus Sinn. Viele Menschen wissen nicht, dass bei einer Vollbremsung aus 30 km/h kurzzeitig bis zu 7 g auftreten. Normal wirkt 1 g auf uns. Das bedeutet, dass das Kind auf Ihrem Schoß, das normalerweise 10 kg wiegt, im Moment der Bremsung mit 70 kg Gewicht plötzlich und ruckartig nach vorne gezogen wird.

Ein guter Auto Kindersitz sollte dem Alter und der Größe des Kindes entsprechen, Anpassungen erlauben, keine scharfen Kanten oder Ecken sowie eine sichere Gurtführung haben. Gebrauchte Sitze sind suboptimal, da eventuelle winzige Risse in der Schale die Festigkeit des Sitzes beeinträchtigen. Ein hochwertiger, neuer Auto Kindersitz mit entsprechender ECE Norm gewährleistet die Sicherheit Ihres Kindes und kann im schlimmsten Fall lebensrettend sein.

1. Verschiedene Arten und Bauweisen von Kindersitzen

Kindersitze werden in drei Gruppen eingeteilt:

Kindersitzgruppen- Art Merkmale der Kategorie
Kindersitz Gruppe 1

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Babysitzschalen der verschiedenen Hersteller werden gegen die Fahrtrichtung (rückwärts) angebracht. Je nach Größe des Kindes kommt der Kindersitz im Auto bis zum Alter von 12 Monaten, mindestens aber, bis das Kind frei sitzen kann, zum Einsatz. Reboarder gehören ebenfalls zu dieser Kindersitz Gruppe.
Kindersitz Gruppe 2

Kindersitz-Gruppe-2

Schalensitze die höhenverstellbar sind, werden in Fahrtrichtung angebracht. Verwendbar frühestens ab 15 Monaten bis zum Alter von etwa 6 Jahren, je nach Hersteller und Bauart.
Kindersitz Gruppe 3

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Bei Sitzerhöhungen wird das Kind nicht mehr besonders gestützt und nur mit dem Autosicherheitsgurt angeschnallt. Die Sitzerhöhung gewährleistet, dass im Fall eines Aufpralls oder einer Vollbremsung das Kind nicht unter dem Gurt hindurch rutscht oder Verletzungen am Hals erleidet.

2. Sicherheit und Komfort mit der Babyschale

In der Babyschale, etwa von Maxi Cosi, kann Ihr Kind ab der Geburt im Auto mitfahren. Die meisten Sitzschalen haben zwei oder gar drei Gurtführungen im Rückenteil, sodass sie die Anschnallhöhe optimal an die Größe des Babys anpassen können. Für die ganz kleinen Beifahrer gibt es eine Sitzverkleinerung für die Babyschale. Diese sorgt für den optimalen Halt und schont den Rücken des Babys.

Der Tragegriff der Babyschale dient nicht nur für optimalen Transport außerhalb des Autos sondern wird beim Anbringen im Auto nach hinten umgeklappt. So erhält der Sitz maximale Stabilität beim Stand. Der Autositz für das Baby ist je nach Größe bis zum einem Alter von etwa 12 bis 15 Monaten geeignet.

Achtung: Auf der Beifahrerseite müssen die Airbags deaktiviert sein, wenn die Sitzschale dort mitgeführt wird! Beim Auslösen des Airbags besteht für das Baby sonst Lebensgefahr.

Was ist ein Reboarder?

Ein Reboarder ist eine Babyschale die gegen die Fahrtrichtung angebracht wird. In Deutschland gilt für Kinder bis 9 kg Gewicht im Moment die Rückwärtsfahr-Pflicht.

3. Kindersitze ab dem 15. Monat

Ab 15 Monaten spätestens sollte das Kind in einem Kindersitz der Gruppe 2, der fest im Auto angebracht ist, mitfahren. Diese Kinderautositze gibt es in verschiedenen Größen oder mit verschiedenen Einlagen zur Sitzverkleinerung. Auch hier gibt es im Rückenteil verschieden hohe Gurtführungen.

4. Sitzerhöhung für ältere Kinder

Ist Ihr Kind über die höchste Gurtstufe dieses Kindersitzes hinausgewachsen, wird es Zeit für eine Kindersitzerhöhung. Diese hat dann zwingend auf dem Rücksitz zu sein, da laut StVo. Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr hinten zu transportieren sind. Diese Sitzerhöhung passt, wie der Name schon sagt, die Schulterhöhe des Kindes an das Gurtsystem im Auto an.

Tipp: Die Gurthöhe ist dann optimal, wenn sie in etwa der Schulterhöhe des sitzenden Kindes entspricht. Der Gurt sollte waagerecht über die Schultern gehen oder etwas höher als die Schulter sein, nie aber niedriger.

5. Kindersitze im Test

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Stabiler Halt im Kindersitz.

Da sich Sicherheitstechnik und Bauarten von Autos ständig entwickeln, müssen auch Auto Kindersitze ständig weiterentwickelt werden. Da es bei diesen Produkten um die Sicherheit Ihres Kindes geht, werden die Sitze regelmäßig strengen Tests unterzogen. Materialien und Bauweisen müssen auch extremen Belastungen im Auto nicht nur Stand halten, sondern dürfen sich auch nicht verformen oder leicht brennbar sein. Zusätzlich müssen die Sitze auch im Fall des Bruches Verletzungsarmut beim Kind gewährleisten. Ungiftige Materialien sowie solche, die strapazierfähig sind, müssen ihre Materialeigenschaften unter Beweis stellen.

Neben den üblichen Testeinrichtungen wie TÜV, Dekra und den verschiedenen Einrichtungen zur Wahrung der Deutschen Industrienorm, testet auch regelmäßig der ADAC Kindersitze. Der Kindersitztest beim ADAC dürfte wohl einer der strengsten und aussagekräftigsten überhaupt sein. Hier werden die Sitze nicht nur im Crashtest, sondern auch in der praktischen Anwendung gründlich getestet. Regelmäßig erscheinen ausführliche Berichte im Magazin oder können beim ADAC angefordert werden. Bekannte Namen wie Maxi Cosi oder auch die Nania Kindersitze schneiden bei diesen Tests erwartungsgemäß gut ab.

Auch die Stiftung Warentest kürt jährlich einen Kindersitz Vergleichssieger. Wer als Bester Kindersitz ausgezeichnet wurde ist im Testbericht der Stiftung Warentest nachzulesen, dort wurden 403 Kindersitze getestet.

Wenn Sie ganz sicher sein wollen, lesen Sie einfach unseren Ratgeber und entscheiden Sie sich für einen Kindersitz, der perfekt zu Ihren Bedürfnissen passt. Bestimmte Namen werden dort immer wieder fallen. Diese sind dann jeweils in ihrer Bewertung am objektivsten einzuschätzen.

5.1. Wonach Sie sich bei der Wahl des Autositzes für Kinder richten sollten

Lange Zeit war es bei der Wahl der Kindersitze üblich, sich nach dem Gewicht der Kinder zu richten. Diese Überlegung entstand aus der Belastbarkeit des Gurtes, sowie der Frage nach der Festigkeit unter g-Beschleunigung. In der Praxis bewährte sich diese Kennzahl jedoch nicht.

Inzwischen werden Kindersitze eher nach Alter und Körpergröße des Kindes klassifiziert, wobei bei der Auswahl die Größe Priorität haben sollte. Beispiel: Ihre Tochter ist drei, aber groß für Ihr Alter. In dem Fall ist ein Kindersitz ab 4 Jahre geeigneter als ein Kindersitz ab 3 Jahren.

Im Moment wird weiterhin durchgesetzt, dass ein Seitenaufprallschutz am Fangkörper des Kindersitzes zur Norm werden soll. Die entsprechende ECE-Norm ist auf dem Weg, jedoch bisher noch nicht verbindlich. Es empfiehlt sich dennoch, auf solche Sicherheitseinrichtungen und Normgruppen zu achten, da Querbeschleunigungen bei Kindern zu schwersten Verletzungen führen können.

5.2. Ein günstiger Kindersitz kann schnell teuer werden

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Die Qualität ist wichtiger als der Preis.

Sicherheit sollte das wichtigste Kriterium sein, denn Billig-Sitze haben meist keine optimale Qualität. Ersatz Kindersitze wie sie oft von Großeltern verwendet werden, können bei einem Unfall schnell unangenehme Versicherungsfragen aufwerfen. So kann es sein, dass die Versicherung Leistungen verweigert, da hier das Momentum der Fahrlässigkeit erfüllt ist.

Übrigens: Diese Fragen greifen auch, wenn ein Kind das nicht Ihres ist im Auto mitfährt! Als Verwandte oder Freunde sollten Sie sich lieber den Sitz der Eltern leihen, statt selber ein billiges Modell anzuschaffen, das nur unzureichend seinen Zweck erfüllt.

Beim Kauf eines Kindersitzes gilt:

  • Achten Sie auf hochwertige Materialien bei der Sitzschale oder dem Fangkörper
  • Gurtzeug muss verstellbar und leicht auswechselbar sein
  • Zubehör zur Feinanpassung der Sitzposition sollte vorhanden sein
  • Sitz sollte originalverpackt, fehlerlos und neu sein
  • Informieren Sie sich bei Preisnachlässen genau, warum dieser gewährt wird
  • Bewährte Marken die entsprechend konstant gut oder sehr gut durch Qualitätssicherungsunternehmen und Sicherheitstests bewertet sind, sind zu bevorzugen

6. Kindersitze im Vergleich

Natürlich gibt es Unterschiede in Bau und Ausstattung bei unterschiedlichen Herstellern. Bei einem Kindersitz Vergleich und der Bewertung von Features und Ausstattung sollten Sie beim Kind anfangen. Wenn Sie einen Kindersitz kaufen schauen Sie nach folgenden Punkten:

  • Wie sitzt das Kind?
  • Gibt es Stützen oder Polster für die Hüfte und den Nacken?
  • Wie ist das Gurtzeug beschaffen?
  • Gibt es Gurtpolsterungen, die im Falle eines Falles das Kind vor Schnitten durch die Gurtkanten schützen?

Erst dann werden Fragen wichtig wie: Wie weich ist die Polsterung? Welches Design? Gibt es Einrichtungen, um Spielzeug am Sitz sicher zu befestigen? Lassen Sie sich hier nicht blenden von üppig ausgestatteten Sitzen zu günstigem Preis.

6.1. Diese Sicherheitszeichen und Normsiegel sollten vorhanden sein

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Kinder haben mehr Freude am Fahren mit einem passenden Kindersitz.

Da wäre zuerst das bekannte CE-Zeichen. Es kennzeichnet unbedenkliche Waren, die der EU-Mindestanforderung an Qualität in einem Warenbereich entsprechen. Ebenso unverzichtbar ist das ECE- Zeichen. Es kennzeichnet einbaufähige Sicherheitsausstattung, die nicht gesondert in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden muss, um benutzt werden zu dürfen.

Am ECE- Zeichen steht auch, unter welchen Rahmenbedingungen die Genehmigung greift. Also Altersgruppe, Gewicht und Größenbereich des Kindes. Diese Angaben gelten für das Kind ohne den Sitz! Wenn hier also steht: Körpergröße bis 120 cm, dann ist hier die Größe Ihres Kindes im Stehen gemeint. Ebenso wenn da steht: bis 18 kg. Dies meint das Gewicht des Kindes ohne Sitz.

7. Was ein Kindersitz im Schnitt kostet

Geht man von den Klassikern am Markt aus, wie der Babyschale Isofix, dem Cybex Kindersitz oder dem Nania Kindersitz, so bewegen sich die Preise für Babyschalen (Gruppe1) zwischen 150 und 300 Euro, für Kindersitze ab 9 kg der Gruppe 2, zwischen 200 und 400 Euro und Kindersitze ab 15 kg und Sitzerhöhungen mit und ohne abnehmbarem Rückenteil (Gruppe 3) zwischen 30 und 300 Euro.

Grundsätzlich sind nach unten und oben keine Grenzen gesetzt, wenn Sie sich etwa für ein Modell des Herstellers für Fahrzeuge der Luxusklasse entscheiden, wird es natürlich entsprechend teurer. Und wenn wichtige Sicherheitsmerkmale fehlen, wird es deutlich billiger. Beides ist nicht nötig und auch nicht ratsam, denn wenn es um Sicherheit geht, sollte erfahrenen Herstellern und Konstrukteuren der Vorzug gegeben werden.

Ein Kindersitz transportiert das teuerste, was wir haben: unser Kind. Da darf der Sitz auch etwas mehr kosten, wenn er die Gesundheit und Sicherheit des Kleinkindes optimal schützt.

 

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