Passivrauchen: Das sind die Auswirkungen auf die Kinder

Kind wird unfreiwillig vollgequalmt
  • Passivrauchen ist in Deutschland leider immer noch sehr weit verbreitet. Durch das Rauchverbot in Gaststätten und die Warnhinweise auf Tabakprodukten sinkt die Zahl der Raucher jedoch kontinuierlich.
  • Im Hinblick auf das Passivrauchen werden vor allem Kinder stark beeinträchtigt. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich die Lungen noch in der Entwicklung befinden und der Körper die Giftstoffe noch nicht hinreichend abbauen kann.
  • Um Kinder zu schützen, sollten Sie Ihre Wohnung unbedingt rauchfrei machen. Am besten ist es natürlich, wenn Sie komplett mit dem Rauchen aufhören.

Kein Elternteil würde seinem kleinen Kind erlauben, eine Zigarette zu rauchen oder ihm diese sogar anbieten. Allerdings ist vielen nicht bewusst, wie gefährlich Passivrauchen für Kinder ist. Über die Luft nehmen Kinder enorm viele Schadstoffe auf, die die Gesundheit eines Kindes gefährden können. Aber wie gefährlich ist Passivrauchen für Kinder wirklich?

In unserem Ratgeber möchten wir Sie gerne über das Thema Passivrauchen informieren. Wir erklären Ihnen, warum Passivrauchen für Kinder besonders gefährlich ist und welche Folgen damit einhergehen. Zudem geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Kind schützen können.

1. Passivrauchen ist weit verbreitet

Nichtraucher bekommen Qualm von Rauchern ab

Trotz des Rauchverbots in deutschen Gaststätten gibt es immer noch viele unfreiwillige Passivraucher.

Dass Rauchen schädlich ist, weiß mittlerweile jeder. Seit 2016 gibt es auch in Deutschland eine neue Richtlinie, dass alle Tabakprodukte sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite Warnhinweise aufweisen müssen. Diese bestehen sowohl aus textlichen Hinweisen als auch aus Fotos, die die Folgen des Rauchens aufzeigen.

Zigarettenrauch enthält über 4000 Stoffe, von denen viele im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Raucher gefährden jedoch nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Mitmenschen. Denn den Rauch, der durch die Zigarette entsteht, atmen auch Nichtraucher ein, die sich in der Umgebung von Rauchern aufhalten.

Vor einigen Jahren atmeten noch etwa 55% der deutschen Nichtraucher regelmäßig unfreiwillig schädlichen Tabakrauch ein. Seit es das Gesetz über das Rauchverbot in deutschen Gaststätten gibt, ist diese Zahl stark gesunken.

Denn Passivraucher können die gleichen Erkrankungen wie aktive Raucher erleiden. Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg sterben in Deutschland jährlich etwa 3300 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens.

2. Durch das Passivrauchen nehmen Kinder gefährliche Giftstoffe auf

baby raucht unwillkürlich mit

Vor allem Babys und Kleinkinder können sich dem Rauch nicht entziehen.

Besonders Kinder werden durch das Passivrauchen stark belastet. Das liegt vor allem daran, dass sich die Lunge noch in der Entwicklung befindet und dadurch wesentlich anfälliger für giftige Substanzen ist. Der Körper eines Kindes ist außerdem noch nicht in der Lage, Giftstoffe abzubauen, sodass diese die Organe kontinuierlich schädigen.

Hinzu kommt, dass sich vor allem Kleinkinder diesem giftigen Rauch nicht entziehen können. Daher kommt das Rauchen im Umfeld eines Kindes einer Körperverletzung gleich. Im Sinne des Kinderschutzes sollten Sie es daher unbedingt vermeiden, in Anwesenheit Ihres Kindes zu rauchen.

In Deutschland ist auch das Rauchen im eigenen Haushalt leider immer noch weit verbreitet. Etwa die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren wachsen in einem Haushalt auf, in dem geraucht wird. Pro Stunde nimmt ein Kind in einem verqualmten Raum so viele Giftstoffe auf, als hätte es selbst eine Zigarette geraucht. Dies führt natürlich dazu, dass Kinder von Rauchern wesentlich häufiger krank sind.

Nikotinsucht durch Passivrauchen

Kanadische Forscher fanden heraus, dass Kinder bereits durch das Passivrauchen eine Nikotinabhängigkeit entwickeln können. So werden Kinder, die in Raucherhaushalten aufwachsen, zumeist im Laufe der Zeit auch zu Rauchern.

Folgende Auswirkungen kann das Passivrauchen vor allem auf Kinder haben:

Forscher gehen davon aus, dass das Risiko eines plötzlichen Kindstods etwa zwei- bis viermal höher ist, wenn die Eltern Zuhause rauchen. Je häufiger und länger das Kind dem Qualm ausgesetzt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit.

3. Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko einer Fehlgeburt

schwangere Frau raucht

Wenn Frauen in der Schwangerschaft rauchen, kann dies gefährliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben.

Natürlich ist nicht nur das Passivrauchen für Babys schädlich. Wesentlich schlimmer ist es, wenn Frauen in der Schwangerschaft weiter rauchen. Denn über das Blut gelangen die Giftstoffe direkt zu dem ungeborenen Kind. Dies hat Einfluss auf die körperliche Entwicklung des Embryos. Die Kinder von Raucherinnen weisen oftmals ein geringeres Körpergewicht und einen kleineren Kopfumfang auf.

Hinzu kommt, dass die Lunge des Babys bereits im Mutterleib stark belastet wird. So kommt es häufig vor, dass die Lungenfunktion deutlich vermindert ist und andere körperliche Fehlbildungen entstehen. Auch das Risiko einer Fehlgeburt ist durch die verminderte Durchblutung der Gebärmutter deutlich höher.

So bietet eine Schwangerschaft eigentlich eine sehr gute Gelegenheit, wenn Frauen mit dem Rauchen aufhören möchten. Laut Erhebungen des Krebsforschungszentrums in Heidelberg hören nur etwa ein Viertel der rauchenden Mütter während der Schwangerschaft damit auf.

Rauchen in der Schwangerschaft hat einen negativen Einfluss auf die Entstehung von Übergewicht, auf die kognitiven Leistungen eines Kindes und die Herausbildung von diversen Krankheiten.

Verzichten Sie auch während der Stillzeit auf das Rauchen. Die Substanzen der Zigarette gehen auch in die Muttermilch über.

4. Die Umgebung von Kindern rauchfrei gestalten

Kind bekommt im Auto extrem viel Rauch ab

Im Auto ist die Konzentration der Schadstoffe besonders hoch.

Kinder brauchen eine rauchfreie Umgebung, um sich normal entwickeln zu können. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie darauf verzichten, in den eigenen vier Wänden zu rauchen. Denn auch wenn Sie nur rauchen, wenn Ihr Kind nicht anwesend ist, setzt sich der Qualm natürlich in Wänden, Möbeln und Teppichen ab.

Daher sollten Sie nach dem Rauchstopp Ihr Zuhause gründlich reinigen. Das bedeutet, dass Sie zunächst alle Gegenstände feucht abwischen sollten. Da sich der Rauch in Polstermöbeln besonders hartnäckig absetzt, macht es Sinn, diese auszutauschen.

Gleiches gilt für den Boden und die Wände. Auch hier setzen sich die Giftstoffe fest, sodass nur eine Renovierung dafür sorgen kann, dass das meiste Gift entfernt werden kann.

Vermeiden Sie das Rauchen vor allem in kleinen Räumen, wie etwa in einem Auto. Dadurch, dass sich der Rauch nicht verteilen kann, ist die Konzentration wesentlich höher als in größeren Räumen. Die Schadstoffe setzen sich sofort fest, sodass es auch nicht hilft, wenn Sie dabei das Fenster öffnen.

Auch wenn Sie im Freien rauchen, bringen Sie über die Haare, die Haut und die Kleidung Schadstoffe mit ins Haus. Daher hilft es nur bedingt, wenn Sie zum Rauchen auf die Terrasse oder den Balkon gehen.

Um das Leben Ihres Kindes zu beschützen, ist es natürlich das Beste, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören. Nur so können Sie sicher gehen, dass Sie Ihr Kind nicht weiter mit Schadstoffen belasten.

Tipp: Achten Sie bei der Auswahl der Kita darauf, dass die Angestellten möglichst Nichtraucher sind. Auf diese Weise können Sie das Passivrauchen Ihres Babys bzw. Kindes zusätzlich verhindern.

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