Fructoseintoleranz beim Kind: Diese Auswirkungen hat die Allergie

Datum: 08. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Fructoseintoleranz
  • Fructoseintoleranz ist weit verbreitet. Gemäß zahlreichen Schätzungen sind etwa 1/3 der westlichen Bevölkerung betroffen.
  • Fructose findet sich nicht nur in Obst, sondern in großen Mengen industriell hergestellter Produkte, insbesondere in Süßigkeiten.
  • Tritt die Fructoseintoleranz bei einem Kind auf, bedeutet dies in der Regel nicht den völligen Verzicht auf Obst. Jedoch ist eine Ernährungsumstellung unabdingbar.

Fructoseintoleranz bei Kindern stellt viele Eltern zunächst für eine große Herausforderung. Wie lässt sich eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker feststellen? Welche Symptome treten auf und wie geht es nach der Diagnose weiter? In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen zahlreiche Informationen rund um die Allergie zur Verfügung und erklären, inwieweit sich die Beschwerden lindern lassen.

1. Fructoseintoleranz – so gehen Sie damit um

verschiedene Zuckerarten

Gewöhnlicher Zucker enthält zu einem großen Teil Fructose.

Tritt eine Fructoseintoleranz bei einem Kind auf, hat dies eine intensive Beschäftigung mit einzelnen Lebensmitteln zur Folge.
Je nach Ausprägung der Unverträglichkeit geht das Essen mit starken Bauchschmerzen sowie Durchfall einher. Um die Beschwerden zu lindern, ist eine Änderung der Ernährung erforderlich.

Wird im Volksmund von Fructoseintoleranz gesprochen, so ist in der Regel die intestinale Fructoseintoleranz gemeint. Diese Form der Unverträglichkeit führt nicht zu einer kompletten Meidung von Fructose. Vielmehr ist es die Menge, die darüber entscheidet, ob Betroffene Symptome entwickeln.

Der neuere Begriff der Fructosemalabsorption wird verwendet, wenn der Körper Fructose zwar nicht richtig verarbeiten kann, jedoch keine weiteren Beschwerden auftreten. Lediglich jedes dritte Kind, welches unter einer Unverträglichkeit leidet, entwickelt Symptome. Aus diesem Grund bleibt die Fructosemalabsorption vielfach unentdeckt.

Auch wenn Fructose in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist, so gibt es zum Glück auch jede Menge Nahrungsmittel, die ohne Fructose auskommen. In der ersten Zeit heißt es daher, zahlreiche verschiedene Rezepte auszuprobieren.

Der ganz bewusste Verzicht auf fructosehaltige Lebensmittel kann schrittweise angepasst werden. So lässt sich im Rahmen eines Selbsttests sehr gut herausfinden, wie stark die Unverträglichkeit ausgeprägt ist und welche Konzentration an Fructose für den Körper verkraftbar ist.

 

Achtung: Die weitaus schlimmere Variante ist erblich bedingt. Die sog. hereditäre Fructoseintoleranz hat lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 1:10.000, während die intestinale Fructoseintoleranz bei etwa einem Drittel aller Menschen auftritt.

2. Die Feststellung der Fructoseintoleranz bei Kindern

Zahlreiche Allergien lassen sich relativ simpel mittels eines einfachen Tests diagnostizieren. Leider ist dies bei der Fructoseintoleranz nicht möglich. Vielmehr klagen betroffene Kinder einer Fructoseintoleranz häufig über ein paar oder sogar alle der folgenden Symptome:

Kind mit Bauchschmerzen durch Fructoseintoleranz

Viele Kinder klagen bereits 30 bis 60 Minuten nach dem Essen über Bauchschmerzen.

  • Blähungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Krämpfe und Durchfall
  • Verstopfung

Diese Liste ist dabei keineswegs abschließend. Vielfach klagen Kinder auch über psychische Probleme, die das Resultat der Fructoseintoleranz und der damit verbundenen Beschwerden sind.
So treten beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel sowie Abgeschlagenheit und Schlafprobleme auf.

Die Symptome einer Fructoseintoleranz zeigen sich zwar häufig bereits kurze Zeit nach einer Mahlzeit, können jedoch auch zeitverzögert auftreten, wodurch die Diagnose erschwert wird.

Um eine möglichst exakte Diagnose zu erhalten, sollten Sie genau aufschreiben, was Ihr Kind zu sich nimmt und welche Beschwerden zu welchem Zeitpunkt auftreten. Anhand eines sog. Symptomtagebuchs gestaltet sich die Feststellung beim Kinderarzt schneller und einfacher.

Der Test selbst ist ein Atemtest. Bei diesem muss eine spezielle Fructoselösung getrunken werden. Kurze Zeit später erfolgt die Atemkontrolle. Das Problem bei  diesem Test liegt darin, dass sich die Symptome während der Testdurchführung bemerkbar machen. Insbesondere bei einer sehr geringen Toleranzgrenze treten deutliche Beschwerden auf.

Allerdings sind die Ergebnisse relativ sicher. Lediglich bei dem Verdacht einer hereditären Fructoseintoleranz besteht eine zu hohe Gefahr beim Test. In diesem Fall gibt es jedoch genetische Testverfahren, die zu einem eindeutigen Ergebnis führen.

3. Fructose – so viel steckt in den einzelnen Lebensmitteln

Fructosehaltige Lebensmittel und Obst

Sehr viel Fruchtzucker steckt in Säften. Im Zweifel ist sogar der pure Obstkonsum weniger problematisch.

Hat ein Kind eine Fructoseintoleranz, ist nicht nur die Aufnahme von Obst ein großes Problem. Fructose findet sich in vielen verschiedenen Lebensmitteln, von denen die meisten Menschen nicht denken würden, dass diese Fruchtzucker enthalten.
Im Zweifel sind es jedoch genau diese Produkte, die wegfallen sollten, um wenigstens den Konsum einer geringen Menge an Obst zu erlauben.

Besonders problematisch ist der Verzehr von zahlreichen Süßungsmitteln. Aufgrund der relativ starken natürlichen Süße von Fructose setzen zahlreiche Hersteller von Fertigprodukten auf Fructose.
Dies betrifft vor allem Haushaltszucker, aber auch natürliche Produkte wie Agavendicksaft, Honig oder Maissirup. Auch Sorbit sollten unter Fructoseintoleranz Leidende meiden, da dieser zu Fructose verstoffwechselt wird.

Folgende Lebensmittel enthalten vergleichsweise viel Fructose:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Weintrauben
  • Datteln
  • Kirschen
  • Feigen
Papaya

Papayas enthalten viele Vitamine und vergleichsweise wenig Fruchtzucker.

Falls möglich, setzen Sie also auf Obst mit einem geringen Fructoseanteil. Folgende Früchte eignen sich für die meisten fructoseintoleranten Kinder:

  • Zitrusfrüchte (insbesondere Zitronen)
  • Papayas
  • Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen
  • Melonen (sowohl Honig- als auch Wassermelonen)

Bei Gemüse können Sie hingegen nahezu bedenkenlos zuschlagen. Kaum ein Gemüse enthält mehr als 1 bis 2 g Fructose pro 100 g. Häufig wird eine Schwelle von 25 g als kritischer Wert angesehen, sodass Sie nicht auf Gemüse verzichten müssen.
Vielmehr eignet es sich besonders gut, um den Körper mit ausreichend Vitaminen zu versorgen und nicht auf Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten zurückgreifen zu müssen.

Achtung: Getreide, Kartoffeln, Fleisch, Fisch sowie Milch enthalten keinerlei Fructose.
Kaufen Sie jedoch Fertigprodukte mit Panade oder zugesetztem Zucker, ist der Fructoseanteil schnell zu hoch.

4. FAQ: Wichtige Fragen und Antworten

Gemüse

Ersetzen Sie Obst durch reichlich Gemüse.

Sollten Kinder bei einer Unverträglichkeit komplett auf Fructose verzichten?

Nein, eine kurzzeitige Kur hilft jedoch dabei, den Körper zu reinigen. In dieser Phase – meistens werden zwei Wochen als sinnvoll erachtet – sollten Sie nahezu komplett auf Fructose verzichten.
Danach lohnt es sich, fructosehaltige Lebensmittel schrittweise in den Ernährungsplan zu integrieren.

So kann eine möglichst exakte Anpassung erfolgen, ohne auf allzu viel verzichten zu müssen. Versuchen Sie außerdem, die Schwelle von Zeit zu Zeit zu testen, um sicherzustellen, dass Sie nicht unnötig einige Dinge vermeiden.

 

Gibt es Medikamente gegen eine Fructoseintoleranz bei Kindern?

Bislang existiert kein wirksames Medikament gegen eine Fructoseintoleranz. Im Gegensatz zur Lactoseintoleranz, ist das Essen von Fructose durch Tabletten nicht möglich.  Durch eine gezielte Ernährungsumstellung lässt sich allerdings ein beschwerdefreies Leben führen, bei dem Sie und Ihre Kinder auf wenig verzichten müssen.

 

Macht es einen Unterschied, ob Obst roh oder gekocht gegessen wird?

Obst verliert zwar in gekochter Form häufig an Vitaminen, jedoch ist auch die enthaltene Fructose deutlich besser verträglich. In den meisten Fällen ist es also unproblematisch, im Winter einen Bratapfel zu essen.

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