Konzentration: So erkennen Eltern Konzentrationsschwäche & Konzentrationsschwierigkeiten bei ihrem Kind

   
von Dana Fritz - letzte Aktualisierung:
Konzentration-Ratgeber
Woher stammt das Wort “Konzentration” und was bedeutet es?

Das Wort Konzentration bedeutet im lateinischen Original so viel wie “zusammen zum Mittelpunkt“. Das heißt, dass sich die gesamte Konzentration auf eine bestimmte Tätigkeit richtet. Diese Fokussierung erfolgt dabei willentlich.

Was sind mögliche Ursachen einer Konzentrationsschwäche?

Es gibt eine riesige Anzahl an möglichen Ursachen. Sie lassen sich aber in etwa nach den Kategorien körperliche Ursachen, psychische Ursachen und ADHS einteilen. Genauere Beschreibungen finden Sie in Kapitel 2.

Wie kann man die Konzentration trainieren?

Wir haben einige Übungen in Kapitel 3 zusammengetragen. Unter anderem helfen Schritte zählen, Kinder Yoga oder Fehlergeschichten.

Um Aufgaben gezielt und schnell lösen zu können, ist eine gute Konzentration enorm wichtig. Im Alltag sind wir jedoch sehr vielen Reizen gleichzeitig ausgesetzt. Dabei verlernen wir zusehends, konstant bei einer Sache zu bleiben.

Manche Kinder können sich nicht so gut konzentrieren wie andere. Diese Konzentrationsschwierigkeiten fallen zumeist in der Schule, manchmal aber auch schon im Kindergarten auf. Aber worum handelt es sich genau bei einer Konzentrationsschwäche? Kann man durch verschiedene Übungen die Konzentration steigern?

Wir erklären Ihnen in unserem Ratgeber, welche Ursachen eine Konzentrationsschwäche bei Kindern hat und wie es möglich ist, die Konzentration zu fördern. Sie erfahren, wie Sie Konzentrationsschwierigkeiten bei Ihrem Kind erkennen können. Außerdem veranschaulichen wir Ihnen, wie Konzentration mit Aufmerksamkeit und Entspannung zusammenhängt.

1. Konzentration – die Fokussierung auf eine bestimmte Tätigkeit

Konzentrationsschwäche Kind

Konzentration bedeutet, die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache zu lenken.

Wer kennt das nicht? Gerade beschäftigen wir uns mit einer bestimmten Aufgabe, als uns plötzlich einfällt, dass wir noch einkaufen fahren wollten. Was genau brauchte ich noch für das Mittagessen und war nicht noch etwas im Angebot? Und schon ist die Konzentration weg. Wir fokussieren uns nicht mehr auf eine, sondern gleich auf mehrere Aufgaben. Und das geht in den meisten Fällen schief.

Das Wort Konzentration leitet sich von dem lateinischen Wort concentra ab, welches so viel wie zusammen zum Mittelpunkt bedeutet. Das bedeutet, dass sich die gesamte Konzentration auf eine bestimmte Tätigkeit richtet. Diese Fokussierung erfolgt dabei willentlich.

Die Konzentration messen

Die Konzentrationsfähigkeit kann mit verschiedenen Tests gemessen werden. Diese Tests werden bei einem Arzt oder einem Kinderpsychologen durchgeführt.

Ziel ist es, die Konzentration so lange aufrecht zu erhalten, bis die Aufgabe gelöst bzw. das Ziel erreicht wurde. Die Fokussierung über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, ist jedoch mit viel Übung verbunden. Zudem ist es sehr anstrengend, die Aufmerksamkeit nur auf eine Sache zu richten.

Ob eine Konzentrationsschwäche bei Ihrem Kind vorliegt, können Sie anhand dieser Merkmale feststellen:

  • Unaufmerksamkeit
  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Zerstreutheit
  • Motivationsprobleme
  • wenig Ausdauer
  • mangelndes Durchhaltevermögen

Aber warum können sich manche besser konzentrieren als andere?

2. Die verschiedenen Ursachen einer Konzentrationsschwäche

Konzentrationsschwäche Test

Konzentrationsschwäche und Müdigkeit treten häufig zusammen auf.

Jeder Mensch leidet ab und zu unter einer Konzentrationsschwäche. Ob wir uns auf eine Sache fokussieren können, hängt oftmals mit der Tagesform zusammen. Kurzzeitige Konzentrationsschwächen können natürlich auch mit der Umgebung zusammenhängen. Das kann Lärm, verbrauchte Luft oder auch ein ungünstiges Licht sein. Sobald diese Störfaktoren jedoch behoben sind, können wir uns wieder besser konzentrieren.

Hinter länger andauernden oder häufig auftretenden Konzentrationsschwierigkeiten können jedoch viele verschiedene Ursachen stecken. Vor allem bei Kindern sollten sich Eltern unbedingt an einen Arzt oder Kinderpsychotherapeuten wenden, um die Auslöser zu finden.

Bei einer von der Bundesregierung geförderten Studie kam heraus, dass Kinder, die täglich mehr als eine halbe Stunde ein Smartphone benutzen, sechsmal häufiger an Konzentrationsschwierigkeiten leiden.

Folgende Ursachen können bei Kindern hinter Konzentrationsstörungen stecken:

  • Körperliche Ursachen: Dabei kann es sich um eine Schwächung des Immunsystems oder Störungen im Hormon- oder Mineralstoffhaushalt handeln. Auch ein Bewegungs- oder Schlafmangel kann sich negativ auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken.
  • Psychische Ursachen: Gerade bei Kindern beeinflusst zu viel Stress und eine emotionale Unausgeglichenheit die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Auch Überlastungen, Traumata oder Depressionen können eine Konzentrationsschwäche auslösen.
  • ADHS: Kinder, die an ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) oder ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) leiden, haben auch Schwierigkeiten, sich auf eine bestimmte Tätigkeit oder Aufgabe zu fokussieren. Das liegt daran, dass ihre Gedanken häufig abschweifen und die Konzentration nicht über einen längeren Zeitraum gehalten werden kann.

Die jeweilige Behandlung erfolgt natürlich nach der Ursache. Während bei körperlichen Ursachen verschiedene Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen, verweist der Arzt Ihr Kind bei psychischen Ursachen an einen Kinderpsychotherapeuten. Je nach Ursache wird eine Therapie durchgeführt. In einigen Fällen kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz.

Tipp: Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind genug Schlaf bekommt und in Ruhe arbeiten kann! Wichtig ist zudem eine ausgeglichene Ernährung und viel Bewegung.

3. Die Konzentration gezielt trainieren

Konzentration fördern

Die Konzentrationsfähigkeit lässt sich durch einfache Übungen steigern.

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Es ist möglich, die Konzentration bei Kindern zu steigern. Das klappt mit einigen gezielten Konzentrationsübungen. Das Gehirn funktioniert wie jeder andere Muskel in unserem Körper. Je besser es trainiert wird, desto leistungsfähiger wird es auch.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, Konzentration zu üben. Fangen Sie am besten mit kleinen Übungen an, die Sie mit der Zeit immer weiter steigern. Vermeiden Sie dabei unbedingt, dass Sie Ihr Kind überfordern. Denn Überforderung führt wiederum zu Motivationslosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit einigen Konzentrationsübungen für Kinder.

Übung Erklärung
Schritte zählen Bei diesem Spiel geht es darum, dass die Kinder schätzen und dann zählen müssen, wie viele Schritte es beispielsweise bis nach Hause sind. Diese Konzentrationsübung für Kinder kann bei Spaziergängen oder beim Einkaufen durchgeführt werden. Um für mehr Motivation zu sorgen, kann daraus auch ein kleiner Wettbewerb gemacht werden.
Labyrinthaufgaben Ein Labyrinth können Sie kostenlos auf verschiedenen Websites herunterladen. Ihr Kind muss bei dieser Übung versuchen, aus dem Labyrinth zu finden. Dabei hilft es, die Gänge mit dem Finger entlangzufahren. Dadurch, dass es ein konkretes Ziel gibt, lernen Kinder, sich länger als gewohnt auf das Spiel zu fokussieren.
Ich packe meinen Koffer Dieses Spiel ist eine sehr kreative Methode, um die Konzentration zu fördern. Der erste sagt: “Ich packe meinen Koffer und nehme mit…”. Der nächste Spieler wiederholt den vorher gesagten Gegenstand und fügt einen neuen hinzu. Das Spiel geht so lange weiter, bis sich ein Spieler nicht mehr an alle Gegenstände erinnern kann. Die Übung fördert sowohl die Konzentration als auch die Merkfähigkeit.
Fehlergeschichten Hierbei geht es darum, Fehler in Geschichten zu entdecken. Ein Elternteil denkt sich eine Geschichte aus und erzählt diese. Allerdings müssen dabei Fehler wie “Er geht um eine runde Ecke” oder “Er spielt mit einem harten, weichen Ball” eingebaut werden. Sobald ein Kind einen Fehler findet, darf es laut “Fehler” rufen. Um die Fehler zu finden, muss Ihr Kind genau zuhören und sich auf die Geschichte konzentrieren.
Den Tag rückwärts erzählen Diese Übung bietet sich für den späten Nachmittag oder den Abend an. Lassen Sie Ihr Kind dabei die Erlebnisse des Tages in umgekehrter Reihenfolge erzählen. Das bedeutet, dass man bei der letzten Tätigkeit anfängt und bei der ersten Tätigkeit des Tages aufhört. Um die Ereignisse in die umgekehrte Reihenfolge zu bringen, ist viel Konzentration gefragt.
Kinder Yoga Bei Körperübungen lernen nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Dabei ist es nicht wichtig, ob Sie die Übungen mit Ihrem Kind zu Hause oder in einem speziellen Kurs machen. Wichtig ist nur, dass Ihr Kind lernt, in den Körper hineinzuhorchen. So kann die Aufmerksamkeit erheblich gesteigert werden.

Es gibt natürlich viele weitere Übungen, die Sie mit Ihrem Kind durchführen können, um Konzentration zu lernen. Dabei gibt es Konzentrationsübungen für die Grundschule oder für weiterführende Schulen.

Neben dem speziellen Konzentrationstraining für Kinder, können Sie auch durch kleine Maßnahmen dafür sorgen, dass die Motivation und Konzentration Ihres Kindes im Alltag gesteigert wird.

Dazu geben wir Ihnen folgende Tipps und Anregungen:

  • Steigern Sie das Selbstwertgefühl Ihres Kindes durch Lob und Anerkennung
  • Suchen Sie verschiedene Lernmethoden und Medien heraus. Dies steigert die Motivation, Aufgaben zu lösen.
  • Lesen Sie möglichst viel mit Ihrem Kind. Das Zuhören und Lesen steigert die Konzentrationsfähigkeit enorm.
  • Schaffen Sie einen geregelten Tagesablauf. Regelmäßige Lernzeiten sind für Kinder sehr wichtig.
  • Stellen Sie Pläne auf. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, genügend Pausen einzubauen.
  • Fördern Sie die Eigenmotivation Ihres Kindes, indem Sie es selbst bestimmen lassen, welche Aufgaben zuerst bearbeitet werden. Kleine Belohnungen sorgen für noch mehr Anreiz.
  • Sorgen Sie für einen ruhigen Arbeitsplatz. Alle Materialien sollten sich geordnet in unmittelbarer Nähe befinden.

4. Spiele für das Konzentrationstraining

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