Milchzähne beim Kind: Wann sie kommen und wann sie ausfallen

Wackelzahn ausgefallen
  • Milchzähne beim Kind kommen mit sechs Monaten und machen im Grundschulalter Platz für die nächste Zahnreihe. Der Durchbruch der zweiten Zähne ist oft weniger schmerzhaft als der lange Weg zum ersten Zahn.
  • Zahnhygiene ist der wichtigste Baustein für gesunde Zähne. Das Zähneputzen sollte bereits mit dem ersten Milchzahn beginnen. Wie Sie die Zähne Ihres Babys richtig putzen und pflegen, ist ein Kinderspiel. Zahnpasta und Zahnbürste sind nötig sowie ein kindgerechtes Ritual.
  • Um schwere Schäden der Zähne bei Ihrem Kind zu vermeiden, sollten Sie bei kleinsten Auffälligkeiten zum Zahnarzt oder Kinderarzt gehen und auch Routinebesuche planen.

Vielleicht fiebern Sie gerade darauf hin, dass Ihr Säugling die ersten Milchzähne bekommt. Oder Sie haben bereits ein Schulkind zuhause, bei dem sich der Ausfall der Milchzähne ankündigt und der „Wackelzahn“ bereits Thema Nummer eins ist. Jede Phase ist spannend und jede Phase ist ganz individuell.

Das bedeutet auch: Zeitangaben darüber, wann die Milchzähne beim Kind sichtbar werden und wann sie wieder ausfallen, können nur Richtwerte darstellen. Wenn Ihr Kind ein anderes Tempo hat, dann ist das ebenfalls völlig normal. Wann die Milchzähne ungefähr kommen und wie sie zu putzen sind, erfahren Sie hier.

1. Milchzähne beim Kind: Sie kommen mit sechs Monaten und gehen mit sechs Jahren

Kind mit ersten Milchzähnen

Mit sechs Monaten haben Babys die ersten Milchzähne.

Das Thema Milchzähne ist beim Kind jahrelang präsent. In der Regel zeigen sich die Milchzähne Ihres Kindes ab dem sechsten Monat. Bis zum Kindergartenalter sind sie meist komplett sichtbar. Pünktlich zur Schulzeit, oft auch schon im Vorschulalter, verabschieden sie sich dann wieder.

Dann dauert es bis ins Jugendalter, bis alle bleibenden Zähne im Mund Ihres Kindes sichtbar werden. Zwar gibt es eine Reihenfolge, die häufig vorkommt, aber diese muss nicht für alle Kinderzähne gelten.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung weist die folgenden Richtwerte online aus:

Lebensabschnitt Ihres Kindes Durchbruch des Zahns / Alter des Kindes
Säuglingsalter/Kleinkindalter
  • mittlere Milchschneidezähne (sechs Monate)
  • seitliche Milchschneidezähne (neun Monate)
  • erster Milchbackenzahn (18 Monate)
  • Milcheckzähne, zweiter Milchbackenzahn (18 Monate bist zwei Jahre)
Kindesalter
  • erster, großer Backenzahn (sechs Jahre)
  • mittlere Schneidezähne (sieben Jahre)
  • seitliche Schneidezähne (acht Jahre)
  • Eckzahn, erster kleiner Backenzahn im Unterkiefer (neun Jahre)
  • erster kleiner Backenzahn im Oberkiefer (zehn Jahre)
Jugendlichenalter
  • Eckzahn, zweite kleine Backenzähne im Unter- und Oberkiefer (elf Jahre)
  • zweite große Backenzähne (zwölf Jahre)

Während Sie die ersten Milchzähne beim Kind noch buchstäblich mitzählen können, erfolgt der Durchbruch der Backenzähne häufig sogar unbemerkt. Da hierfür kein Milchzahn Platz machen muss, ist der Durchbruch des ersten, großen Backenzahns häufig der Vorbote. Er kündigt an, dass sich die Wurzeln der Milchzähne auflösen und die Milchzähne in der Folge ausfallen. Die ersten Kinderzähne, die nachwachsen, sind häufig schief. Das sollte Sie nicht beunruhigen. Sie können sich durchaus noch selbstständig ausrichten.

2. Kümmern Sie sich um die Milchzähne Ihres Kindes! Zähneputzen ist ab dem ersten Zahn wichtig

Milchzahn putzen

Zähneputzen ist ab dem ersten Milchzahn Pflicht.

Kein Zahn – auch nicht Milchzähne oder Kinderzähne – sind vor Verfärbungen oder gar Karies sicher. Um einer Erkrankung der Milchzähne beim Kind vorzubeugen, ist Zahnhygiene das A und O.

Welchen Stellenwert die Mundhygiene hat, zeigt eine besorgniserregende Statistik, nach der nur etwa die Hälfte aller Sechs- bis Siebenjährigen gesunde Zähne haben. Bereits 14 Prozent der Dreijährigen haben Karies.

Um für die bestmögliche Zahngesundheit bei Ihrem Kind zu sorgen, helfen Ihnen diese Tipps:

  • Der erste Zahn bedeutet: Jetzt geht es los mit dem täglichen Zähneputzen. Morgens und abends werden nun die Milchzähne geputzt. An einer altersgerecht konzipierten Zahnbürste führt dann kein Weg vorbei. Auch die Zahnpasta muss für die Altersgruppe geeignet sein. Achten Sie auf den Fluoridgehalt und besprechen Sie ggf. mit Ihrem Kinderarzt, ob dieser in Ordnung ist (auch mit Blick auf die Einnahme von Fluoridtabletten).
  • Beim Putzen der Zähne ist Anleitung Ihrerseits nötig. Geben Sie Zahnpasta auf die Zahnbürste und beginnen Sie anschließend mit dem Putzen. Unter sanftem Druck und mit kreisrunden Bewegungen lässt sich Schmutz vom Zahn entfernen. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U5 gibt es dazu auch entsprechendes Infomaterial vom Kinderarzt.
  • Beim Zähneputzen ist auf jeden Fall Teamarbeit gefragt. Das heißt: Die Kinder putzen vor. Sie putzen nach.

Tipp: Spielerisch verpackt und mit einem entsprechenden Kinderlied unterlegt, wird das Zähneputzen schnell zum Ritual im Familienalltag. Reime wie etwa „ritsche, ratsche, hin und her, Zähneputzen ist nicht schwer. Kreise, Kreise, rundherum, Zähneputzen ist nicht dumm. Wir fegen aus, wir fegen aus, die Krümel müssen alle raus“ sind äußert beliebt. Auch das “Ein Männlein steht im Walde”-Kinderlied lässt sich schnell zum Zahnputzlied umdichten (Quelle: Baby & Familie).

3. Probleme mit Milchzähnen: Kinder können gelbe Zähne oder Karies bekommen

Wie viele Milchzähne hat ein Kind?

Das Kindergebiss umfasst 20 Milchzähne: vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Backenzähne – jeweils im Ober- und Unterkiefer. Inkl. Weisheitszähnen hat einen Erwachsenengebiss 32 Zähne. Diese Anzahl verteilt sich gleichmäßig auf Unter- und Oberkiefer.

Ein Milchzahn kann ebenso krank werden wie der Zahn eines Erwachsenen. Manchmal führt ein abgebrochener Milchzahn dazu, dass sich der Zahn verfärbt. Sie sollten grundsätzlich bei jeder Ungereimtheit in punkto Milchzähnen zum Kinderarzt oder Zahnarzt gehen. Manchmal bemerken Sie einen abgebrochenen Zahn bei Ihrem Kind nicht, der in der Regel aber umgehend versorgt werden sollte. Auch weiße Flecken auf dem Milchzahn Ihres Kindes sollten Sie untersuchen lassen. Sie können erste Anzeichen von Karies sein.

Der Kinder- oder Zahnarzt wird prüfen, ob der Zahn krank ist und beispielsweise mit einer Füllung oder gar einer Wurzelbehandlung behandelt werden muss oder ob der Zahn abgebrochen ist und versorgt werden muss. Im Falle eines Unfalls überprüft der Kinderarzt auch Kieferknochen und umliegendes Weichgewebe. Grundsätzlich gilt: Milchzähne, die tief abgebrochen oder stark gelockert sind, werden nicht wieder ins Gebiss zurückgedrückt, sondern gezogen. Dies geschieht zum Schutz des Zahnkeimes, der dafür sorgt, dass ein gesunder neuer Zahn nachwachsen kann.

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