Entwicklung fördern durch Spiele: 4 Ideen für Kindergarten, Hort und Krippe

   
von Nadine Karaschewski - letzte Aktualisierung:

Spielerisch die Welt erkunden und dabei gefördert werden – mit den richtigen Spielideen für draußen und drinnen klappt es. Erzieher können beispielsweise mit Bewegungsspielen oder einem Stuhlkreis für Spaß und Beschäftigung sorgen und dabei die Motorik oder das Sprachvermögen trainieren. Damit die Spielideen nicht ausgehen, gibt es hier ein paar kreative Tipps, die auch Eltern zu Hause umsetzen können.

1. Aktivität im Kindesalter: Warum Bewegungsspiele im Alltag unverzichtbar sind

Körperliche Aktivitäten spielen für die Entwicklung von Kindern eine wesentliche Rolle. Laufen, rennen, greifen und Co. sorgen dafür, dass die Welt durch die Bewegung erkundet wird. Die Bewegung trägt außerdem zur geistigen und körperlichen Gesundheit bei, unterstützt aber auch die psychosozialen Fähigkeiten.

Pädagogische Spielideen für drinnen und draußen können vielfältig sein. Turneinheiten können sowohl bei gutem als auch bei schlechtem Wetter mit wenig Equipment angeboten werden. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein ausreichendes Platzangebot. So ist „Hase und Jäger“ eines der bekanntesten Bewegungsspiele, bei dem die Kleinen ihre Reaktionsfähigkeit und Schnelligkeit durch Rennen und Fangen üben können. Soll es weniger Aktivität sein, kann auch ein Popit / Fidget Toy zum Training der Handmotorik beitragen.

Sehen, fühlen, tasten – mit dem Popit Fidget Toy werden gleich mehrere Sinne beansprucht. Das farbenfrohe Spielzeug dient zum Stressabbau und fördert die Aufmerksamkeit.

Das handliche Spielzeug hilft dabei, Stress abzubauen sowie die Handmotorik zu verbessern. Durch den gezielten Aufmerksamkeitsfokus auf das sensorische Spielzeug werden mehrere Sinnesbereiche wie Hören (das Plopp-Geräusch), Fühlen und Sehen auf einmal angesprochen.

Haben sich die Kinder ausgepowert, können sie sich leichter entspannen und sind ausgeglichener. Außerdem schafft Bewegung ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper. Es fällt durch die Spiele leichter, die Koordination und Körperspannung zu trainieren, die eigenen Stärken besser einzuschätzen. Spielerisch lässt sich auch an vermeintlichen Defiziten, beispielsweise bei der Koordination, arbeiten.

Der Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen hat die Auswirkungen von zu wenig Bewegung im Kindesalter untersucht. Kann der instinktive Bewegungsdrang der Kleinen nicht gestillt werden, führt dies häufig zu schlechter Laune und schlimmstenfalls zu Übergewicht oder motorischen Störungen. Deshalb sind regelmäßige Bewegungsspiele im kindlichen Alltag unverzichtbar.

Bewegungsspiele in der Natur bringen nicht nur Spaß, sondern steigern auch motorische Fähigkeiten und Sozialkompetenz.

2. Mein rechter Platz ist frei: Stuhlkreisspiele fördern Sprache und Interaktion

Stuhlkreisspiele eignen sich sehr gut, um gemeinsame Rituale am frühen Morgen sowie am Nachmittag zu gestalten. Die Kinder lernen das Miteinander und entwickeln ein Gruppenzugehörigkeitsgefühl. Ideen für die Stuhlkreisspiele gibt es zahlreiche, sogar jahreszeitenspezifisch.

Um Sprache zu fördern und sich kennenzulernen, gibt es verschiedene Stuhlkreisspiele, die sich mit einfachen Mitteln umsetzen lassen. Ein Wollknäuel genügt, um das Eis zu brechen und spielerischen Kontakt zu anderen Kindern im Kreis aufzunehmen. Das Knäuel wird zum gewünschten Kind geworfen und die entsprechende Aufgabe erledigt. Abhängig vom Stuhlkreis-Thema können beispielsweise Vorstellungen, die Auskunft über Hobbys oder andere Informationen folgen.

Beliebt ist auch das Spiel „Mein rechter Platz ist leer/frei“. Hierbei versammeln sich alle Kinder im Kreis und ein Stuhl wird freigelassen. Nun geht es los: Das Kind, das links vom leeren Stuhl sitzt, legt seine Hand auf die leere Sitzfläche und äußert: „Mein rechter Platz ist leer, ich wünsche mir … her!“

Das Kind, dessen Namen genannt wurde, setzt sich auf diesen leeren Platz und schon geht die nächste Spielrunde mit dem freigewordenen Stuhl weiter. Dieses Spiel fördert nicht nur die Interaktion, sondern das Aufmerksamkeitsvermögen der Kinder, denn sie müssen gespitzt zuhören, ob und wann ihr Name genannt wird.

Der Stuhltanz zählt zu den Klassikern unter den Geburtstagsspielen und ist in verschiedenen Varianten spielbar.

3. Ideen für Papeteriespiele: Mit Papier und Stift Kreativität und Motorik schulen

Kreativität und Motorik werden auch bei Bastelspielen mit Papier und Co. geschult. Mit Papier und Stift können auch die Kleinsten rasch mit etwas Anleitung und Übung umgehen.

Papetieriespiel-IdeeUmsetzung
Memory-Spiel kreierenGemeinsam ein Memory-Spiel kreieren bringt nicht nur Spaß, sondern schweißt auch zusammen: Die Kinder können ihre Memorykarten selbst gestalten. Schablonen helfen dabei, die kleinen Finger zielsicher über das Papier zu führen und mit den passenden Stiften lassen sich die Motive individuell verschönern. Später sitzen alle beim Memoryspiel am Tisch, decken begeistert eine Karte nach der anderen auf und freuen sich über ihre kreativen Schöpfungen
Basteln mit leeren ToilettenpapierrollenBasteln mit leeren Toilettenpapierrollen ist eine weitere Idee, die sich mit wenig Aufwand realisieren lässt. Mithilfe der Klopapierrollen können individuelle Objekte (beispielsweise ein Flugzeug oder Häuser) kreiert werden. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, denn die Rollen lassen sich aufgrund ihrer Biegsamkeit leicht verarbeiten und nach Lust und Laune verzieren.
Laternen selber bastelnFür den Herbst und den bevorstehenden Lampionumzug sind selbst gebastelte Laternen das absolute Highlight und bringen Kinderaugen zum Strahlen. Um eine Laterne zu basteln, braucht es nicht viel: Schere, Kleber, Draht, Tonpapier, Stifte, transparentes Papier sowie etwas für den Laternenboden (hierfür eignen sich beispielsweise alte Butterschachteln).

Bei der Vielfalt der Laternenideen sind kaum Grenzen gesetzt. Igel, Eule, ein Haus, ein Pirat oder sogar die Lieblingsfigur aus der Kinderserie – alles ist mit etwas Geschick und Anleitung möglich. Damit Kinder leichteres Spiel haben, können Eltern und Erzieher auf verschiedene Vorlagen zurückgreifen oder einfach selbst eine Vorlage kreieren. Das Ausschneiden ist mit der Kinderschere und etwas Geduld gar nicht so schwer. 

Der Kreativität sind beim Basteln mit verschiedenen Materialien keine Grenzen gesetzt. Toilettenpapierrollen eignen sich beispielsweise hervorragend dazu, Tierfiguren zum Leben zu erwecken oder Fantasiegebilde zu erschaffen.

4. Rücksicht auf die Umwelt nehmen: Auch mit Naturmaterialien lässt es sich wunderbar basteln

Die Natur bietet unzählige Materialien, um Bastelideen zu verwirklichen. Gemeinsam mit Kindern für saisonale Feste eigene Geschenke für Eltern, Geschwister und Großeltern zu zaubern, ist dabei besonders aufregend für die Kleinen – der Fantasie sind mit den natürlichen Materialien keine Grenzen gesetzt:

  • gesammelte Federn beispielsweise können mit Kastanien oder Eicheln zu tollen Vogel-Marionetten werden
  • der eigene Flaschengarten wird mit Moos, gesammelten Steinen und kleinen Gräsern im Handumdrehen Realität
  • aus Tannenzapfen können Wichtelanhänger für den Weihnachtsbaum oder als Geschenk gezaubert werden
  • Kerzen lassen sich aus Bienenwachs einfach selbst gestalten
  • einen Küken-Kindergarten kann man aus ausgeblasenen Eiern kreieren

Eine tolle Geschenkidee sind auch selbst gemachte Samenbomben. Dafür wird etwas Tonerde benötigt (lässt sich einfach in der Drogerie erwerben), die mit klassischer Blumenerde gemischt wird. Das gewünschte Saatgut wird dann mit etwas Wasser zu einem Brei vermischt, den die Kinder mit großer Freude zu Kugeln formen. Dabei ist Vorsicht geboten, damit das Gemisch nicht zu wässrig ist, denn dann lässt es sich nicht ordentlich formen.

Die fertigen Kugeln werden auf Zeitungspapier zum Trocknen gelegt und sind innerhalb von wenigen Stunden fest. Diese Samenbomben sind nicht nur eine tolle Spielaktivität, sondern sorgen im Garten auch für einen Überraschungseffekt, denn es bleibt spannend, welche Blumen schon bald daraus sprießen.

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