Anaphylaktischer Schock: Wenn Kinder Allergien haben

Datum: 27. November 2018 • Autor: Kita.de Redaktion

anaphylaxie
  • Ein anaphylaktischer Schock ist im Grunde ein allergischer Schock.
  • Auslöser der Allergie und damit des allergischen Schocks können Lebensmittel, Insektenstiche und Medikamente sein.
  • Es gibt unterschiedliche Grade eines allergischen Schocks. Im schlimmsten Fall müssen Sie eine Wiederbelebung durchführen.

Schwellungen im Gesicht, eine triefende Nase und tränende Augen können ganz harmlos sein. Jedoch kann auch ein anaphylaktischer Schock dafür ursächlich sein. Folgen daraufhin schwerere Symptome, dann kann das auf einen allergischen Schock hindeuten – und zwar mit möglicherweise tödlichen Folgen. Wie Sie einen anaphylaktischen Schock rechtzeitig erkennen und wie Sie im Notfall mit Ihrem Kind umgehen sollten, verrät der folgende Ratgeber.

1. Ein anaphylaktischer Schock ist eine allergische Reaktion mit gefährlichen Folgen

Definition: Anaphylaxie

Anaphylaxie beschreibt eine akute Reaktion des Immunsystems Ihres Kindes auf einen Auslöser. Dieser anaphylaktische Schock ist die Maximalreaktion und kann den gesamten Organismus betreffen.

Ein anaphylaktischer Schock ist also die höchstmögliche Reaktion des Körpers auf Allergene und damit ein allergischer Schock in besonderem Ausmaß. Allerdings lässt diese Tatsache alleine noch nicht zu, Auskunft über die Schwere der Anaphylaxie zu geben. Die Symptome könnten unterschiedlicher nicht sein: Schwellungen, Schnupfen und tränende Augen sind ebenso möglich wie Atemnot, Juckreiz, Ausschlag, Schwindel, Schluckbeschwerden, Herzrasen, Übelkeit und Durchfall.

2. Ein anaphylaktischer Schock reicht von Ausschlag bis zum Atemstillstand

insektengift allergie

Insektenstiche können starke allergische Reaktionen bei Kindern auslösen.

Ein anaphylaktischer Schock ist eine allergische Reaktion – mit möglicherweise extremen Ausmaßen. Symptome und verschiedene Schweregrade variieren mitunter in ihrer Abfolge. So tritt z.B. bei einem Kind eine kurze Atemnot ein, während bei anderen der komplette Organismus in wenigen Minuten zusammenbricht.

Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt wachsam auf Symptome wie ein Kratzen im Hals, Übelkeit oder ein Kribbeln in Händen und Füßen achten und an eventuelle Gegenmaßnahmen denken.

Grundsätzlich gilt: Je früher nach dem Kontakt mit einem Allergen die ersten Symptome auftreten, desto gefährlicher ist das für den Patienten.

Bei einem anaphylaktischen Schock wird in vier Stadien unterschieden:

  1. Bei leichten Anfällen kommt es zu Juckreiz oder zu einem Hautausschlag. Innere Unruhe, Quaddeln, Rötungen und Kopfschmerzen sind typische Symptome dieser Phase.
  2. Eine mittelschwere Folge kann ein Anschwellen des Kehlkopfes sein, der die Atemwege verschließt und zur Luftnot führt – ähnlich den Asthma-Symptomen. Der Puls verändert sich. Die Kreislaufregulation fährt auf Hochtouren. Der Stuhl- und Urindrang ist ausgeprägt.
  3. Zu den bedrohlichen Allgemeinreaktionen zählen die Atemnot, die Muskelkontraktion in den Bronchien sowie Bewusstseinstrübungen.
  4. Beim vierten Schweregrad handelt es sich um vitales Organversagen. Der Kreislauf arbeitet nicht mehr und es tritt Atemstillstand auf.

Achtung: Ist der Organismus durch den Erstkontakt sensibilisiert, tritt bei einem erneuten Kontakt eine Sofortreaktion auf. Dabei wird Histamin in sehr großen Mengen freigesetzt. Durch diesen Botenstoff können sich die Blutgefäße schlagartig erweitern oder die Muskulatur (zum Beispiel die der Bronchien) zieht sich zusammen. Durch einen extremen Blutdruckabfall kann es zu einem tödlichen Kreislaufversagen kommen.

3. Wodurch wird eine Anaphylaxie ausgelöst? Durch Insektengift, Lebensmittel, Medikamente und Materialien

Die Gefahr einer allergischen Reaktion ist groß. Allerdings nicht, weil Ihr Kind per se auf vieles allergisch reagiert, sondern weil Ihr Kind vermutlich nur selten mit Allergenen wie etwa Medikamenten oder Insektengift in Berührung kommt. Allein aus diesem Grund ist jeder Mensch hochgradig gefährdet, einen anaphylaktischen Schock zu erleiden.

Achtung: Zu den häufigsten Auslösern eines anaphylaktischen Schocks zählt das Gift von Hornissen, Bienen und Wespen, Lebensmittel wie Nüsse, Eier oder Meeresfrüchte, Medikamente (z.B. Antibiotika) oder Materialien wie etwa Latex. Achten Sie akribisch genau auf die Reaktion Ihres Kindes, wenn es isst. Nahrungsmittel sind bei Kindern die Hauptauslöser eines anaphylaktischen Schocks (bei Kindern: 58 Prozent, bei Erwachsenen: 16 Prozent). Insektengift (24 Prozent) und Medikamente (acht Prozent) liegen statistisch betrachtet deutlich dahinter.

4. So verhalten Sie sich bei einem anaphylaktischen Schock richtig: Notarzt rufen und Erste Hilfe leisten

Bedenken Sie: Bei einem anaphylaktischen Schock handelt sich um eine allergische Extremreaktion des Organismus, was binnen kürzester Zeit lebensgefährlich werden kann. Sollten Sie bei Ihrem Kind solche Symptome bemerken, rufen Sie umgehend einen Notarzt und leisten Sie Erste Hilfe!

Kam es zum ersten Mal zum anaphylaktischen Schock, ist es wichtig, den Auslöser zu finden. Um das Allergen zu finden, das die Anaphylaxie ausgelöst hat, sollte im Anschluss an die Reaktion ein Allergietest gemacht werden. Das ist der erste Schritt der Therapie.

Ein Allergiker-Notfallset mitzuführen ist dann ratsam, wenn schon einmal ein allergischer Schock vorlag. Damit können Sie den Folgen entgegenwirken und einen lebensgefährlichen Schock vermeiden.

Achtung: Sowohl für Betroffene als auch für deren Umfeld ist es extrem wichtig, von einer Allergie zu wissen und die Anzeichen einer Anaphylaxie richtig zu deuten. Nur so kann sichergestellt werden, dass Menschen im Umfeld richtig reagieren. Ist Ihr Kind Allergiker, müssen Sie im Kindergarten, in der Schule, aber auch im Freundeskreis darüber informieren.

4.1. Was soll man tun? So verhalten Sie sich im Notfall richtig

Anaphylaktischer Schock

Im schlimmsten Fall leitet eine akute Atemnot den anaphylaktischen Schock ein. Dann ist schnell Hilfe nötig.

Zwischen einer allergischen Reaktion und einem anaphylaktischen Schock vergehen oft nur Minuten. Binnen fünf Minuten könnte Ihr Kind allergisch auf Medikamente reagieren, bei einem Insektenstich kann die Reaktion etwa 15 Minuten dauern und bei Lebensmitteln kann der anaphylaktische Schock auch erst nach einer halben Stunde auftreten.

  1. Entfernen Sie den Auslöser des anaphylaktischen Schocks – im Falle eines Insektenstichs beispielsweise den Stachel der Biene. Entfernen Sie Kleidungsstücke, die Ihr Kind einengen.
  2. Nutzen Sie die Notfallmedikamente aus dem Notfallset. Mit dem Autoinjektor kann schnell Adrenalin in den Oberschenkel gespritzt werden. Das verengt die Blutgefäße. Der Blutdruck fällt nicht weiter ab.
  3. Rufen Sie den Notarzt. Dieser wird einen venösen Zugang legen, um Ihr Kind darüber mit Kortison, Adrenalin und Antihistaminika zu versorgen.
  4. Reagieren Sie auf die Zeichen Ihres Kindes. Bei Atemnot sollte Ihr Kind sitzen. Zeigt Ihr Kind Schocksymptome, ist die Schocklage (Beine nach oben) die richtige Reaktion. Bei Bewusstlosigkeit, drehen Sie Ihr Kind in die stabile Seitenlage.
  5. Kontrollieren Sie das Schlagen des Herzens, den Kreislauf und die Atmung. Zeigt Ihr Kind keinerlei Vitalfunktionen mehr, starten Sie umgehend mit Sofortmaßnahmen, insbesondere der Wiederbelebung (Herzdruckmassage).

Auf die Frage, wie lange ein anaphylaktischer Schock dauern kann, kann es keine eindeutige Antwort geben. Das hängt von den Gegenmaßnahmen ab, die umgehend einzuleiten sind. Eine Überwachung ist anschließend notwendig, um etwaige Spätfolgen auszuschließen. Etwa ein Prozent der Betroffenen verstirbt in Folge eines anaphylaktischen Schocks, unabhängig von der Dauer der allergischen Reaktion.

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