Mittelohrentzündung bei Kindern: Erfahren Sie, wie die Entzündung behandelt wird

MIttelohrentzündung Ratgeber

Mittelohrentzündungen treten bei kleinen Kindern sehr häufig auf. Schätzungsweise 90% aller Kinder erkranken einmal an einer Mittelohrentzündung. Dies liegt daran, dass Kinder noch eine relativ kurze und weite Ohrtrompete haben, sodass Krankheitskeime leicht ins Mittelohr gelangen können.

1. Symptome einer Mittelohrentzündung

Bei einem typischen Verlauf beginnt eine Mittelohrentzündung mit plötzlichen sehr starken Ohrenschmerzen. Diese werden dadurch verursacht, dass sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt und Druck auf das Trommelfell ausübt. Bei 80% der erkrankten Kinder klingen die Ohrenschmerzen nach ca. 3 Tagen wieder ab, sobald das Trommelfell nachgibt und die Flüssigkeit durch einen kleinen Riss abfließen kann. Nach ein bis zwei Wochen ist auch dieser Riss in der Regel wieder verheilt.

Da eine Mittelohrentzündung oft im Rahmen eines Infekts entsteht, treten häufig Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit und allgemeines Unwohlsein auf. Kleine Kinder oder Säuglinge leiden oft außerdem an Schlafstörungen, Unruhe und Appetitlosigkeit. Außerdem sind sie weinerlich und trinken nur ungern.

Gerade bei Babys, sollten Eltern beim Auftreten eines Infektes eine mögliche Mittelohrentzündung abklären lassen, besonders wenn das Kind sehr stark schreit, sobald es von den Eltern hingelegt wird.

Häufig sind Kinder durch die Flüssigkeit im Mittelohr zwischenzeitlich leicht schwerhörig. Besonders leise Geräusche werden dann oft nicht wahrgenommen. Nach zwei oder drei Tagen sollten die Beschwerden allerdings abklingen. Bleiben sie darüber hinaus bestehen, oder nimmt die Schwerhörigkeit zu, muss die Entzündung von einem Arzt behandelt werden, damit keine Komplikationen entstehen.

Auch wenn weitere Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, ein steifer Nacken oder Bewusstseinsstörungen auftreten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Eine Mittelohrentzündung kann ernsthafte Komplikationen verursachen. Diese sind zwar relativ selten, trotzdem wird eine ärztliche Behandlung vorsorglich empfohlen, um schwere bleibende Schäden auf jeden Fall zu verhindern. Zu den möglichen Komplikationen gehören z.B. ein Übergehen der Entzündung auf den Schädelknochen, eine Beteiligung des Innenohres und des Gleichgewichtsorgans, ein Übergreifen auf den Gesichtsnerv oder eine sehr seltene Hirnhautentzündung, eine Blutvergiftung bei immungeschwächten Patienten oder eine Vernarbung des Trommelfells bei häufigen Entzündungen.

2. Ursachen einer Mittelohrentzündung

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Die Ablagerungen in der Ohrtrommel führen zu starkem Druck und Schmerzen.

Oft entsteht eine Mittelohrentzündung im Rahmen eines Infektes der oberen Luftwege. Über die Ohrtrompete geraten Bakterien oder Viren aus dem Rachen in das Mittelohr, wo sie eine Entzündung auslösen. Dort entstehen eine entzündliche, eitrige Flüssigkeitsansammlung und ein Unterdruck. Da die Ohrtrompete durch die Entzündung geschlossen ist, kann die Flüssigkeit nicht abfließen. Häufig verursachen auch vergrößerte Rachenmandeln Mittelohrenzündungen bei Kindern.

Als Risikofaktoren für das Auftreten einer Mittelohrentzündung gelten Luftverschmutzung und Zigarettenrauch. Bei unter 3-jährigen Kindern, die eine Kindergruppe oder einen Hort besuchen, treten besonders in größeren Gruppen häufiger Mittelohrentzündungen auf. Kinder, die bereits im ersten Lebensjahr eine Mittelohrentzündung hatten, erkranken mit größerer Wahrscheinlichkeit wieder daran. Auch Kinder, deren Familienmitglieder anfällig für Entzündungen des Mittelohres waren, erkranken öfter. Darüber hinaus gibt es auch einige Grunderkrankungen, die eine Mittelohrentzündung begünstigen können.

Grundsätzlich können Mittelohrentzündungen in jedem Alter auftreten. Sie werden jedoch bei zunehmendem Alter immer seltener.

3. Behandlung einer Mittelohrentzündung

Ihr Kind sollte sich bei einer akuten Mittelohrentzündung schonen und ausreichend trinken. Bei 80% der Kinder genügt es, sie mit schmerz- und fieberlindernden Medikamenten zu behandeln. Bei einer nicht bakteriellen Mittelohrentzündung können ein abschwellendes Nasenspray und ein leichtes Schmerzmittel genügen. Um schwerere Komplikationen zu verhindern, ist allerdings bisweilen auch eine Behandlung mit Antibiotika notwendig. Über die Behandlung sollten Sie mit Ihrem Kinder- oder HNO-Arzt sprechen.

Beim Auftreten von Komplikationen kann auch ein kleiner Schnitt im Trommelfell gemacht werden, durch den die Flüssigkeit abfließen kann. Bei einem länger auftretenden Flüssigkeitserguss im Ohr, kann ein Arzt auch sogenannte Paukenröhrchen einsetzen, die für eine Belüftung des Mittelohrs sorgen.

Diese und weiterführende Informationen können Sie auf der Seite der Apotheken-Umschau nachlesen.

Dieser Text dient ausschließlich der Information und ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Beratung durch einen approbierten Arzt. Die hier eingestellten Informationen können und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder Selbstmedikation verwendet werden. Zusätzlich verweisen wir auf Paragraph 4, Absatz 2 unserer Nutzungsbedingungen.

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