Halsschmerzen bei Kindern: Schnelle Linderung mit Hausmitteln

Kind mit Halsschmerzen
  • Halsschmerzen bei Kindern können die Begleiterscheinung einer harmlosen Erkältung sein oder die Vorboten einer schwereren Erkrankung.
  • Entscheidend für eine Einschätzung sind die Stärke der Schmerzen, die Dauer der Schmerzen sowie die Begleiterscheinungen.
  • Halsschmerzen bei Kindern können mit Medikamenten, homöopathischen Mitteln und Hausmitteln behandelt werden. Salbeitee, Halswickel und Globuli sind hier eine beliebte Kombination, wenn keine Bakterien im Spiel sind.

Halsschmerzen bei Kindern sind vor allem eins: unangenehm und schmerzhaft. Und das nervt Ihr Kleinkind sicherlich sehr. Sie fragen sich, was tun, wenn es im Hals kratzt und brennt? Sie suchen nach den Ursachen, schließen eine schlimmere Erkrankung aus und behelfen sich dann rezeptfreier Medikamente aus der Apotheke, setzen auf Hausmittel oder auf Globuli aus der Homöopathie. Im Detail haben Sie folgende Möglichkeiten.

1. Halsschmerzen bei Kindern: So fragen Sie gezielt nach

Arten von Halsschmerzen

Die Entzündung des Rachens heißt Pharyngitis. Tonsillitis ist der Fachbegriff für eine Mandelentzündung. Die Entzündung des Kehlkopfs heißt Laryngitis. Die Kombination aus Rachen- und Nasenentzündung, die sogenannten Rhinopharyngitis, ist die allseits bekannte „Erkältung“.

Klagt Ihr Kind über Halsschmerzen, könnte das ein Hinweis auf eine Mandelentzündung sein. Im Fachjargon wird die Mandelentzündung als Angina bezeichnet. Halsschmerzen sind eine der typischsten Symptome für eine Angina. Je nachdem, wie alt Ihr Kind ist, können sich ganz unterschiedliche Bezeichnungen für Halsschmerzen und Schluckbeschwerden hervorbringen. Versuchen Sie, Ihr Kind gezielt nach den Halsschmerzen zu fragen – und zwar mit einfachen Fragestellungen wie etwa diesen:

  • Kratzt es in deinem Hals?
  • Brennt es in deinem Hals?
  • Tut dir das Schlucken weh?

2. Die Ursache entscheidet auch über den Verlauf der Halsschmerzen bei Kindern

Viren oder Bakterien

Ihr Kinderarzt wird herausfinden, ob die Halsschmerzen durch einen Virus oder Bakterien ausgelöst wurden.

In aller Regel lösen Viren Halsschmerzen aus. Ist das auch bei Ihrem Kind der Grund für die Halsschmerzen, werden sich diese schnell wieder legen. Sind Bakterien für die Halsschmerzen bei Ihrem Kind verantwortlich, müssen Sie den Arzt aufsuchen. Unbehandelt könnten bakteriell bedingte Halsschmerzen, beispielsweise durch Streptokokken, auch andere Organe Ihres Kindes schädigen.

Besten Nährboden haben Bakterien und Viren vor allem auf einer trockenen Rachenschleimhaut. So erklärt sich auch, warum Halsschmerzen besonders oft in der Heizperiode (in Herbst und Winter) auftreten. Bei der häufigsten Form von Halsschmerzen ist durch eine Mandelentzündung bedingt. In diesem Fall liegt eine ansteckende Erkrankung vor, die sich per Tröpfcheninfektion ausbreitet.

Sind Sie sich unsicher darüber, warum Ihr Kind Halsschmerzen hat, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen. Er wird die Form und Größe der Mandeln überprüfen und andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen (Diptherie, Eptein-Barr-Virus, Pfeiffersches Drüsenfieber, Scharlach, u.a.) ausschließen. Auch kann der Kinderarzt feststellen, ob es sich um akute, eitrige oder gar chronische Halsschmerzen handelt.

Achtung: Wann Sie zum Arzt gehen, bleibt Ihre Entscheidung. Auf die Frage, was Sie tun sollen, kann nur diese Faustformel eine Antwort geben: Können Sie mit Hausmitteln Ihrem Kleinkind die Schmerzen nehmen, ist das ein gutes Zeichen. Reagiert Ihr Kind allerdings mit Bauchschmerzen, Fieber und Erbrechen oder nehmen die Schmerzen gar an Stärke zu oder sind ständig präsent, dann sollten Sie mit Ihrem Kleinkind den Arzt aufsuchen.

3. Was hilft gegen Halsschmerzen bei Kindern? Medikamente und Hausmittel in der Übersicht

Hat Ihr Kind Halsschmerzen ohne weitere Symptome einer ernsten Erkrankung, müssen Sie nicht direkt zum Kinderarzt. Natürlich können Sie eine versierte Diagnose einholen, häufig aber können die ersten Erkältungssymptome auch mit Bettruhe, viel Trinken, einem Schal und Vitamin-C beantwortet werden.

Tipp: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. rät: Zuckerfreie Bonbons lutschen, viel Flüssigkeit (zum Beispiel Salbeitee) in kleinen Schlucken trinken und auf eine gemäßigte Luftfeuchtigkeit achten. Paracetamol ist als Schmerzmittel möglich. Von Medikamenten, die Acetylsäure enthalten, wird ausdrücklich abgeraten.

3.1. Diese Hausmittel befeuchten den Rachen und nehmen den Schmerz

Tee und Halswickel

Viel Flüssigkeit und Halswickel sind bewährte Hausmittel gegen Halsschmerzen bei Kindern.

Haben Sie herausgefunden, wie sich die Halsschmerzen bei Ihrem Kind äußern, können Sie auch das entsprechende Hausmittel einsetzen: Die Mischung aus Honig und Milch lindert das Kratzen im Hals, wirkt sich aber negativ aus, wenn Ihr Kind stark verschleimt ist. Wer deswegen auf Honig verzichten möchte, kann stattdessen Wasser nehmen. Auch die Kombination aus Zitronensaft und Honig hilft dem schmerzenden Hals Ihres Kleinkindes. Ist Ihr Kind bereits älter, können Sie versuchen, eine klein geschnittene Zwiebel in die Honigmilch zu mischen. Das hilft besonders gut. Auch die Kombination aus Meerrettich, Honig und Nelken (aufgelöst in warmen Wasser) ist als Hausmittel gegen Halsschmerzen bekannt, allerdings vor allem in Russland und weniger in Deutschland.

Unterstützt wird die positive Wirkung eines heißen Getränks vor allem durch Halswickel. Die Kombination aus einem kalten Halswickel und einem heißen Getränk wirkt besonders gut gegen Halsschmerzen bei Kindern. Achten Sie darauf, die Halswickel locker um den Hals Ihres Kindes zu legen. Mit Tee zu gurgeln – am besten verwenden Sie Salbei-Kamillentee, einen Salbeiaufguss oder einfach nur Salz- bzw. Zitronenwasser – ist nur dann sinnvoll, wenn Sie ausschließen können, dass Ihre Mandeln eitrig sind.

3.2. Auch in der Homöopathie gibt es diverse Mittel gegen Halsschmerzen

Die folgende Tabelle zeigt, welche Mittel aus der Homöopathie dabei helfen können, Ihrem Kind die Halsschmerzen zu nehmen. In Ihrer Apotheke erhalten Sie weitere, versierte Informationen zur Gabe von Globuli.

Name des homöopathischen Mittels Einsatzbereich des homöopathischen Mittels
Apis … hilft bei stechenden Halsschmerzen.
Argentum nitricum … hilft bei Heiserkeit und Räusperhusten.
Belladonna … hilft bei pochenden Schmerzen, die oft in Verbindung mit Fieber auftreten.
Hepar sulfuris … helfen bei Ohrenschmerzen, die einer Entzündung des Nasen-Rachen-Raumes folgen, bei geschwollenen Lymphknoten.
Lachesis … hilft bei linksseitigen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.
Lac caninum … hilft bei wechselseitigen Halsschmerzen.
Lycopodium … hilft bei rechtsseitig beginnenden Schmerzen, die mit Bauchschmerzen und einer verstopften Nase einhergehen können.
Mercuris solubilis … hilft bei geschwollenen Lymphnoten, starken Schmerzen bei Nacht und der Begleiterscheinung eines süßlichen Mundgeruchs.
Phytolacca … hilft bei Schmerzen, die Richtung Schulter, Nacken und Ohren ausstrahlen sowie bei brennenden Halsschmerzen.

Tipp: Dr. Martin Lang rät bei Babys und Kleinkindern mit Halsschmerzen zu niedrigen Potenzen, wenn Globuli verabreicht werden. C/D6 und C/D12 empfiehlt er in diesem Zusammenhang. Ein Baby unter 1 Jahr kann dreimal täglich ein Globuli bekommen. Ein 2-jähriges oder 3-jähriges Kind kann dreimal täglich zwei Globuli bekommen. Ein Kleinkind mit 4 Jahren oder 5 Jahren bekommt dreimal täglich drei Globuli. Und ein Schulkind mit 6 Jahren oder 7 Jahren bekommt dreimal täglich fünf Globuli.

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