Gerstenkorn beim Kind: Wie Sie die Ansteckungsgefahr verringern

Entzündung am Auge
  • Ein Gerstenkorn beim Kind ist lästig und schmerzhaft. Sie sollten versuchen, die Schmerzen am Auge zu lindern und die Infektionsgefahr zu verringern.
  • Hat Ihr Baby ein Gerstenkorn, müssen Sie sehr wachsam sein. Schnell greift sich Ihr Baby ins Auge und könnte so die Bakterien weiter verbreiten.
  • Die Behandlung eines Gerstenkorns beim Baby kann mit homöopathischen Mitteln erfolgen. Auch trockene Wärme hilft Ihrem Baby, das Gerstenkorn schnell wieder loszuwerden.

Sie haben ein Gerstenkorn am Auge Ihres Kindes bemerkt und fragen sich nun: Was tun? Zum einen sollten Sie versuchen, Ihrem Kind den bakteriellen Infekt so schmerzfrei wie möglich zu machen. Zum anderen sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind das Gerstenkorn nicht weiterträgt. Wie das funktionieren kann, erfahren Sie im Folgenden.

1. Ein Gerstenkorn beim Kind ist ein entzündeter Abszess am Augenlid

Ansteckungsgefahr bannen!

Das Gerstenkorn am Auge Ihres Kindes ist ansteckend. Achten Sie darauf, jeglichen Hände-Augen-Kontakt zu vermeiden. Eine strikte Trennung der Handtücher und Waschlappen zuhause ist ebenso nötig wie häufiges Händewaschen.

Sind bestimmte Drüsen am Augenlid bakteriell infiziert und bilden einen schmerzhaften, eitrigen Abszess am Lidrand, handelt es sich dabei meist um ein Gerstenkorn. Mediziner sprechen von einem Hordeolum. Gefährlich ist dieser Abszess in aller Regel nicht.

Ihr Kind läuft eher Gefahr, ein Gerstenkorn zu bekommen, als Sie selbst. Der Grund: Kinder kommen öfter mit Schmutz in Berührung und ihr Immunsystem ist noch nicht ganz ausgeprägt. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht übrigens nicht nur im direkten Umgang mit Erkrankten, sondern beispielsweise auch beim Schwimmen. Auch Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko, dass sich bei ihnen ein Gerstenkorn bildet.

In der Regel ist der Spuk nach einigen Tagen vorbei und das Augenlid heilt wieder vollständig ab. In der Regel kann Ihr Kind trotz Gerstenkorn in den Kindergarten gehen. Allerdings sollten Sie die Betreuer auf die Erkrankung hinweisen. So kann noch einmal stärker auf das Händewaschen geachtet werden.

2. Das äußere Gerstenkorn lässt sich per Blickdiagnose erkennen

Gerstenkorn

Das Gerstenkorn ist ein rötlicher, mit Eiter gefüllter Knoten, der aussieht wie ein Pickel.

Meist lässt sich ein äußeres Gerstenkorn relativ leicht durch eine einfache Blickdiagnose erkennen: Das Gerstenkorn zeigt sich als rötlicher, mit Eiter gefüllter Knoten, der aussieht wie ein Pickel. Oft sitzt er sehr nahe an den Wimpern.

Zu den typischen Symptomen eines sogenannten Hordeolum gehören:

  • ein gerötetes und geschwollenes Augenlid
  • ein Spannungsgefühl im Auge
  • teils starke Schmerzen
  • Juckreiz
  • Empfindlichkeit des Auges gegen Druck
  • Eiterbildung

3. Das innere Gerstenkorn wird unter Spaltlampe und Mikroskop diagnostiziert

Beim inneren Gerstenkorn ist die Diagnose schwieriger. Dazu muss der Augenarzt erst das Augenlid umklappen. Bei einem Gerstenkorn im Auge wird eine Spaltlampenuntersuchung durchgeführt. Durch ein Mikroskop und eine Spaltlampe betrachtet der Augenarzt das Auge und untersucht Bindehaut, Lider und Lidkanten sowie den Tränenfilm und den Tränenmeniskus.

4. Augen- und Handhygiene dienen der Vorbeugung und der raschen Abheilung

Um der Bildung bzw. Ausbreitung eines Gerstenkorns vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine entsprechende Augen- und Handhygiene bei Ihnen und Ihrem Baby mit Gerstenkorn zu achten. Die Kleinen fassen sich gerne ständig ins Gesicht und könnten so den Erreger noch weiter verteilen.

Da die Erreger auf der Haut und den Schleimhäuten leben, kann Ihr Kind diese über die Hände leicht in die Augen bekommen. Deshalb ist regelmäßiges Händewaschen die beste Prävention. Mit schmutzigen Händen sollten Sie sich und Ihrem Kind generell nie in die Augen fassen!

Achtung: Besonders gründlich müssen Kontaktlinsen-Träger ihre Hände waschen. Sie haben durch das Einsetzen und Herausnehmen oft Kontakt mit den Augen. Bewahren Sie die Sehhilfen immer angemessen auf und reinigen Sie sie gründlich.

5. Ein Gerstenkorn kann ohne Medikamente abheilen

Ein Gerstenkorn ist zwar extrem unangenehm, heilt jedoch in den allermeisten Fällen vollständig ohne Medikamente ab.

Trockene Wärme ist eine weit verbreitete Maßnahme bei der Therapie eines Gerstenkorns. Dabei bestrahlt man das geschlossene Auge mit einer Rotlichtlampe. Das können Sie auch zuhause umsetzen, wenn ihr Kind alt genug ist, um zu verstehen, dass das Auge geschlossen bleiben muss. Durch diese Maßnahme wird die Durchblutung gefördert, wodurch sich das Gerstenkorn schneller öffnet und der Eiter abfließen kann.

Tipp: Besprechen Sie die Behandlung vorher mit Ihrem Arzt, besonders wenn Sie, Ihr Baby oder Kind Medikamente einnehmen. Er wird Ihnen erklären, worauf Sie zu achten haben.

Gerstenkorn Arzt

Der Kinderarzt kann Salben und Tropfen für das Auge verschreiben.

Feuchte Wärme ist übrigens nicht ratsam. Oft wird in der Rubrik der Hausmittel empfohlen, feuchtwarme Kompressen, Teebeutel oder Umschläge auf das Gerstenkorn zu legen. Viele Mediziner warnen allerdings davor, denn die von der Feuchtigkeit aufgeweichte Haut erleichtert es den Bakterien sich zu verteilen.

Mit Blick auf Mittel aus der Schublade der Homöopathie zeigt sich: Arnica und Belladonna können präventiv helfen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Hepar Sulfuris, Pulsatilla pratensis, Staphisagria, Sulfur, Lycopodium clavatum und Graphites können die Heilung unterstützten. (Quelle: Dr. Gumpert)

5.1. Im fortgeschrittenen Stadium hilft Antibiotika gegen die Bakterien

Ihr Arzt kann unterstützend Augentropfen für den Tag und eine Salbe für die Nacht verschreiben. Sie beinhalten einen antibiotischen Wirkstoff gegen die verursachenden Bakterien und hilft dabei, dass sich diese nicht verbreiten. In der Regel ist eine Gerstenkorn-Behandlung mit antibiotikahaltigen Tabletten nur bei einer bereits fortgeschrittenen Ausbreitung der Entzündung erforderlich.

Tipp: Meist werden Augentropfen und -salben bei einem inneren Gerstenkorn verschrieben. Gerade hier besteht die Gefahr einer Ausbreitung der Entzündung in die Bindehaut oder die Augenhöhle. Mögliche Folgen sind dann eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder einer Augenhöhlenentzündung (Orbitalphlegmone).

5.2. Ein Eingriff durch den Augenarzt ist nur selten nötig

Falls sich im Einzelfall ein Gerstenkorn nicht von alleine öffnet oder die Entzündung schon sehr lange anhält, wird der Augenarzt zu einem kleinen Eingriff raten. Nach einer örtlichen Betäubung erfolgt ein kleiner Schnitt und der Eiter kann abfließen.

Tipp: Versuchen Sie nie, ein Gerstenkorn auszudrücken! Der ansteckende Erreger kann dann leicht in das gesunde Auge verschleppt werden.

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